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Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckblechen.
In dem Stammpatente Nr. 156973 ist ein Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckblechen be- schieben, die nach Aufspannung auf einen geeigneten Träger zum Drucken verwendet werden können.
Nach diesem Verfahren wird eine Unterlage aus nicht leitendem Baustoff auf die praktisch höchste erreichbare Glätte gebracht, mit einem leitenden Überzug versehen, auf demselben Kupfer nieder- geschlagen und schliesslich das auf diese Weise erhaltene Elektrolyt-Kupferblech von der Unterlage abgezogen.
Vorliegende Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung dieses Verfahrens. Die Erfindung besteht darin, dass man von Unterlagen mit leitender Oberfläche, zweckmässig metallischen Unterlagen ausgeht, und auf dieser unter Vorsehung einer Trennschicht (z. B. eine an sich bekannte Trennschichtlösung) Kupfer elektrolytisch niederschlägt. Das auf diese Weise erhaltene Elektrolyt-Kupferblech wird von der Unterlage abgezogen, so dass man nach an sich bekannter Zurichtung ein auf einen Träger aufspannbares Tiefdruekbleeh erhält.
Um das spätere Abziehen der erhaltenen Haut aus elektrolytisehem Kupfer zu ermöglichen, muss die metallische Unterlage zunächst mit einer Trennsehieht versehen werden, die ein festes Anhaften des erhaltenen Kupferniederschlages verhindert. Diese Trennsehicht kann dadurch erzeugt werden, dass die metallische Unterlage, nachdem sie auf die erforderliche höchste Glätte gebracht wurde, oberflächlich chemisch verändert wird. Die Oberfläche kann z. B. mit Flüssigkeiten, Pasten od. dgl. behandelt werden, welche oxydierende Zusätze enthalten, oder es kann die Oberfläche der Einwirkung schwefelhältiger Stoffe, z. B. von Schwefelwasserstoff, ausgesetzt werden. Die Einwirkung dieser chemischen Reagenzien darf natürlich nur schwach sein, so dass eine hauchdünne, chemisch veränderte Schicht entsteht.
Eine andere Methode zur Herstellung der Trennschicht besteht darin, dass man auf der metallischen Unterlage einen ganz dünnen Überzug aus einem nicht metallischen Stoff, z. B. aus Fett, Wachs, od. dgl. anbringt. Es können auch beide Methoden kombiniert verwendet werden.
An Stelle der vorstehend beschriebenen Verfahren zur Herstellung der Trennschicht können auch andere Verfahren mit Verwendung der in der Galvanostegie übliehen Trennschichtlösungen oder Trennschichtpasten verwendet werden.
Auf dieser so vorbereiteten metallischen Unterlage wird nun in einem der bekannten Verkupferungsbäder Kupfer in der gewünschten Dicke niedergeschlagen und die erhaltene Kupferhaut von der Unterlage abgezogen, was infolge der vorgesehenen Trennschicht ohne Schwierigkeit gelingt. Das erhaltene Elektrolytblech kann nun in an sich bekannter Weise zugerichtet und geätzt werden, worauf es zum Aufspannen auf den Träger und zur Vornahme des Druekens geeignet ist. Die Ätzung kann eventuell auch nach der Aufspannung auf den Träger erfolgen.
Ausführungsbeispiel : Ein Niekelzylinder, dessen Mantelfläche ungefähr der Grösse des gewünschten Druckbleches entspricht, wird durch Abdrehen, Schleifen, Polieren usw. auf die praktisch höchste erreichbare Glätte gebracht und nun mit einer hauchdünnen Fettschicht versehen, z. B. durch Überstreichen mit einem in eine Lösung von Fett in Benzin getauchten Lappen.
Der Nickelzylinder wird nun in ein galvanisches Kupferbad geeigneter Zusammensetzung eingehängt und so lange in dem Bad belassen, bis die gewünsehte Kupferdicke sieh abgeschieden hat. Das Kupferblech wird nun entweder als Zylinder oder nach Aufschneiden desselben als ebenes Blech abge-
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Es sind zwar Verfahren bekannt, bei welchen auf metallischen Trägern, insbesondere metallischen Walzen, elektrolytisch Kupfer niedergeschlagen wird und diese verkupferte Unterlage, z. B. die ver- kupferte Metallwalze, nach Ätzung des Kupferbelages zum Tiefdrucken verwendet wird.
Tiefdruckwalzen der vorbeschriebenen Art sind, wie bekannt, im Gewicht sehr schwer. Die Herstellung solcher Walzen erfolgt entweder in einer galvanischen Anstalt ausserhalb des Druckbetriebes, oder bei grösseren Druckereien in der galvanischen Anstalt derselben. Der Transport der schweren Druckwalzen zur Druckstelle vollzieht sich gewöhnlich durch verschiedene Betriebe (Poliererei, Ätzerei usw.) bis zur Druckstelle, erfordert besondere Vorsieht und erschwert daher den Betrieb. Abgesehen hievon bedingt auch das auf Lagerhalten einer grosseren Zahl soleher verkupferter Tiefdruckwalzen zufolge ihrer hohen Anschaffungskosten die Bindung eines grösseren Betriebskapitals.
Durch das Verfahren gemäss der Erfindung können von der galvanischen Anstalt die ganz leichten elektrolytisch niedergeschlagenen Tiefdruckbleche in grossen Mengen zur Druckanstalt transportier, in der Druckerei geätzt und auf den Träger aufgespannt werden, ohne dass sieli irgendwelche Betriebssehwierigkeiten ergeben, oder eine Bindung griisserer Kapitalien notwendig ist, da auf ein und
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können.
Das Verfahren wirkt sich in der Praxis dahin aus, dass die Errichtung galvanischer Anlagen in der Druckerei selbst entbehrlich wird, da der Bezug aufspannbarer elektrolytisch niedergeschlagener Bleche von auswärts ohne Schwierigkeiten möglich ist. Die Herstellungskosten der Bleche sind ver-
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PATENT-ANSPRUCHE :
1.
Verfahren zur Herstellung von Tiefdruekbleehen gemäss dem Stamm atente Nr. 156972, die auf einen für das Tiefdruckverfahren geeigneten Träger aufgespannt werden, dadurch gekennzeichnet, dass auf einer zylindrischen oder ebenen Unterlage aus leitendem Baustoff, zweckmässig Metall, deren Oberfläche auf die praktisch höchste erreichbare Glätte gebracht wurde, eine Trennschicht vorgesehen wird, hierauf auf dieser Trennschicht Kupfer elektrolytisch niedergeschlagen und schliesslich das auf diese Weise erhaltene Elektrolyt-Kupferblech von der Unterlage abgezogen wird, wodurch nach an sich bekannter Zurichtung ein auf den Träger aufspannbares Tiefdruckblech erhalten wird.