CH202264A - Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckblechen. - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckblechen.Info
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Description
Verfahren zur Herstellung von Tiefdruckblechen. -Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein elektrolytisches Verfahren zur Her stellung von Tiefdruckblechen, die auf einem für den Tiefdruck geeigneten Träger, z. B. auf einer Walze, aufgespannt werden.
Bei der bisher ausgeübten Art des Tief- druckverfahrens wurden zur Aufnahme der Ätzung entweder galvanisch verkupferte Walzen verwendet, oder gewalzte kupferne Druckbleche, die auf Walzen aufgespannt wurden.. Die vorerwähnten verkupferten Walzen mussten, um mehrmals verwendet werden zu können,
nach jedesmallgem Ge brauch abgeschliffen und neu aufgekupfert werden, ehe sie zu einer neuen Ätzung be reit waren. Die schweren Walzen mussten daher in. einer eigenen .galvanischen Anstalt aufgekupfert, hierauf poliert, geätzt und schliesslich in die Druckerei geschafft wer den, welche Arbeiten besondere Vorsicht und grossen Arbeitsaufwand erforderten. Auch war es notwendig, stets eine grössere Zahl solcher schwerer,
kostspieliger und viel Raum beanspruchender Walzen auf Lager zu halten.
Nach einem andern bekannten Verfahren werden vernickelte Tiefdruckwalzen zunäehs t auf elektrolytischem Wege am Umfang auf gekupfert. Mit dieser Walze wird dann nach entsprechender Atzung der Kupferhaut ge- .druckt. Wird das aufgeätzte Druckmotiv nicht mehrbenötigt,
so wird die Kupferhaut von der Walze abgezogen und als Altmate- rial verkauft, und die Druckwalze mit einer neuen Aufkupferung versehen. Diese Auf- kupferung wird wieder geätzt und neuerlich in. Gebrauch genommen.
Auch bei diesem Verfahren müssen die schweren Druckwalzen ständig zwischen der galvanischen Anstalt, der Ätzerei und Druckerei wandern. Ab gesehen hiervon fordert auch dieses. Verfah ren einen ,grösseren Bestand von Druckwal zen, daher die Bindung .grösserer Kapitalien.
Als Ersatz der massiven Tiefdruckwalzen mit verkupferter Oberfläche wurde auch .die Verwendung :dünner kupferner Walzbleche vorgeschlagen, welche geätzt und beim Drucken auf Walzen aufgespannt wurden.
Diese gewalzten Druckbleche besitzen jedoch, wie jedes Walzprodukt, ungleichförmiges Ge füge, nicht gleichmässige Dicke, unebene Oberfläche und innere bIaterialspa.n.nungen. Solche Druckbleche sind daher den hohen Anforderungen, die das Tiefdruckverfahren bezüglich Atzung, Einfärbung und Druck stellt, nicht gewachsen.
Nach dem Verfahren gemäss vorliegender Erfindung werden nun für den Tiefdruck hervorragend geeignete Druckbleche erhalten, indem Kupfer elektrolytisch auf einer glat ten Unterlage niedergeschlagen wird. Die Oberfläche kann zum Beispiel durch mecha nische Bearbeitung, wie Schleifen, Polieren usw. auf die höchste praktisch erreichbare Glätte gebracht worden sein.
Die Unterlage kann sowohl aus elektrisch leitendem, wie auch aus nichtleitendem Bau stoff bestehen. Als leitende Unterlagen kom men in erster Linie Platten oder Zylinder aus Metall, z. B. aus Nickel, in Betracht, während sich als Unterlage aus nichtleiten dem Baustoff das im Handel erhältliche, sogenannte Spiegelglas als hervorragend ge eignet erwiesen hat, da es bereits die für den vorliegenden Zweck erforderliche ebene, <B>f)-</B> atte Oberfläche aufweist.
Geht man von einer Unterlage aus nicht leitendem Baustoff aus, so muss dieselbe, um für die Niederschlagung des Kupfers geeig net zu sein, zunächst an der Oberfläche lei tend gemacht werden. Hierbei muss jedoch auch die leitende Schicht eine vollkommen glatte Oberfläche besitzen, das heisst es muss ein Überzug gewählt werden, der ein ausser ordentlich feines Korn besitzt.
So ist: bei spielsweise das bekannte Gra.phitieren un geeignet, da das Gra.phitpulver viel zu grob körnig ist, so dass das hierauf niedergeschla gene Kupfer keine für den vorliegenden Zweck genügend glatte Oberfläche besässe. Bewährt haben sich dagegen Metallüberzüge, die in bekannter Weise aus Metallsalzlösun- gen mittels Reduktionsmitteln auf der Unter lage niedergeschlagen -erden,
insbesondere ein aus einer Silbernitratlösung nieder geschlagener Überzug aus Silber, der eine spiegelglatte Schicht bildet. Eine andere ge- eibnete Methode ist die ebenfalls bekannte Herstellung eines leitenden Metallüberzuges mittels Elektrodenzerstäubung.
Auf diesem leitend gemachten Träger wird nun zweckmässig in einem der bekann ten Verkupferungsbäder Kupfer in der ge wünschten Dicke niedergeschlagen und das so erhaltene Kupferblech von der Unterlage abgezogen. Der leitende Überzug bleibt hier bei an dem Kupferblech haften und bildet eine Oberfläche von ausserordentlicher Glätte. Das Kupferblech wird nun an dieser blatten Oberfläche in üblicher Weise geätzt.
Nach Aufspannen des Bleches auf einem ebenen oder zylindri-sehen Träger (Walze) .kann nun das Drucken in bekannter Weise vorgenom men werden.
Nach einer andern Ausführungsform des Verfahrens benützt man zur Herstellung des Tiefdruckbleches eine Unterlage aus leiten dem Baustoff, zureekmässig Metall, welche ebenfalls vorher auf die praktisch höchste erreichbare Glätte gebracht wurde. Bei Wahl einer metallischen Unterlage muss dieselbe, um das spätere Abziehen der erhaltenen Haut aus elektrolytäsehem Kupfer zu ermöglichen, zunächst mit einer Trennschicht versehen werden, die ein festes Anhaften des erhal tenen Kupferniedergehla.ges verhindert.
Diese Trennsehieht kann dadurch erzeugt werden, dass die metallische Unterlage, nach dem sie auf die erforderliche höchste Glätte :;,bracht wurde, oberflächlich chemisch ver ändert wird. Die Oberfläche kann zum Bei spiel mit Flüssicrkeiten, Pasten oder dergl. behandelt -werden, ii-elche oxydierende Zu- Sätze enthalten, oder es kann die Oberfläche der Einwirkung Stoffe, z. B. von Schwefelwasserstoff, ausgesetzt werden.
Die Einwirkung dieser chemischen Reagen zien darf natürlich nur schwach sein, so dass eine hauchdiinue, chemisch veränderte Schicht entsteht. Eine andere Methode zur Herstellung der Trenns,chicht besteht darin, @dass man auf der metallischen Unterlage einen ganz dün nen Überzug aus einem nicht metallischen Stoff, z. B. aus Fett, Wachs oder dergl., an bringt. Es können aueh beide Methoden kom biniert verwendet werden.
An Stelle der vorstehend beschriebenen Verfahren zur Herstellung der Trennschicht können auch die in der Galvanostegie übli chen Trennschichtlösungen oder Trennschicht pasten verwendet werden.
Auf dieser so vorbereiteten metallischen Unterlage wird nun in einem der bekannten Verkupferuugsbäder Kupfer in der ge wünschten Dicke niedergeschlagen und die erhaltene Kupferhaut von der Unterlage ab gezogen, was infolge der vorgesehenen Trennschicht ohne Schwierigkeit gelingt. Das erhaltene Elektrolytblech kann nun in an sich bekannter Weise zugerichtet und geätzt werden, worauf es zum Aufspannen auf den Träger und zur Vornahme des Druckes be reit ist. Die Ätzung kann eventuell auch nach der Aufspannung auf den Träger er folgen.
Im Bedarfsfalle kann das Druckblech auf der Rückseite eine Verstärkungsschicht, z. B. aus Eisen, erhalten. In diesem Falle kann das Kupferblech dünner .gewählt werden, so dass an Kupfer gespart wird.
<I>Ausführungsbeispiele:</I> 1. Eine Spiegelglasplatte, die ungefähr der Grösse des herzustellenden Bleches ent spricht, wird an ihrer glatten Oberfläche mit einem iSilberniederschlag versehen, wie er mit Hilfe eines Reduktionsmittels aus einer Silbernitratlösung erhalten wird. An Stelle dessen kann die ;
Spiegelglasplatte auch durch Aufbringung eines Metallüberzuges mittels E.lektrodenzerstäubung leitend gemacht wer den.
Sobald der piegelglasträger mit dem elektrisch leitenden Silberniederschlag ver sehen ist, wird er in ein galvanisches Kupferbad geeigneter Zusammensetzung ein gehängt und so lange in dem Bade belassen, bis die erwünschte Kupferdicke sich ab geschieden hat. Hierauf wird das Kupfer blech abgezogen, wobei,die auf dem .Spiegel glasträger vorhandene Silberschicht mitgeht.
An .Stelle der ebenen Spiegelglasplatte kann als Träger für das elektrolytisch nieder- zuschlagende Kupfer auch ein Spiegelglas zylinder verwendet werden.
In diesem Falle wird ein Zylinder aus Elektrolytkupfer er halten, der nach Aufziehen auf einen mas siven Zylinder aus irgendeinem Metall ass Tiefdruekblechzylinder verwendbar ist. Im Bedarfsfalle kann aber auch der Kupfer niederschlag von dem Spiegelglaszylinder in Form .eines ebenen Druekbleohes abgezogen werden.
Wenn auch als Unterlage für die herzu stellenden Planbleche oder Zylinderbleche aus Elektrolytkupfer Spiegelglas besonders vor teilhaft ist, so können auch Unterlagen aus andern Baustoffen für das vorliegende Ver fahren verwendet werden.
2. Ein Nickelzylinder, dessen Mantel fläche ungefähr der Grösse des ,gewünschten Druckbleches .entspricht, wird durch Ab drehen, .Schleifen, Polieren usw. auf die praktisch höchste erreichbare Glätte gebracht und nun mit einer hauchdünnen Fettschicht versehen, z. B. durch Überstreichen mit einem in- eine Lösung von Fett in Benzin getauch ten Lappen.
Der Nickelzylinder wird nun in ein gal vanisches Kupferbad geeigneter Zusammen setzung eingehängt und so lauge in,dem Bad belassen, bis die :gewünschte Kupferdicke sich abgeschieden hat. Das Kupferblech wird nun entweder als Zylinder oder nach Aufschnei dendesselben als ebenes Blech abgezogen und in geeigneter Weise zugerichtet, worauf es zum Drucken bereit ist.
Mittels der erfindungsgemäss hergestell ten Druckbleche lassen sich Abzüge erzielen, die den unter Verwendung massiver ver kupferter Walzen hergestellten Abzügen gleichwertig sind. Die im Gewicht leichten Druckbleche können in grossen Massen zur Druckanstalt gebracht und nacheinander ver schieden .geätzte Druckbleche auf ein und dieselbe Walze aufgespannt werden, so dass ein Transport der schweren Walzen entfällt. Ein weiterer Vorteil ist der beringe Raum bedarf der Tiefdruckbleche im Verbleich zu den grossen verkupferten Walzen.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH: Verfahren zur Herstellung von Tief- druekblechen, die auf einem für das Tief- dru,ckverfahren geeigneten Träger aufge spannt werden, dadurch gekennzeichnet, da.ss auf einer mit glatter Oberfläche versehenen Unterlabe Kupfer elektrolytisch nieder geschlagen und das erhaltene Elektrolyt Kupferblech von der Unterlabe abgezogen wird, wodurch nach Zurichtung ein auf den Träger aufspannbares Tiefdruckblech erhal ten wird.UNTERAN SPREU CHE 1. Verfahren nach Patentanspruch, dadurch gekennzeichnet, da.ss auf einer Unterlabe aus nichtleitendem Baustoff mit glatter Oberfläche ein ebenfalls glatter, leiten der Überzug angebracht wird,hierauf auf diesem Überzug Kupfer elektroly- tisch niederbeschlagen und schliesslich das erhaltene Elektrolyt-Kupferblech von der Unterlabe abgezogen wird. 2. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Unterlabe aus nichtleitendem Baustoff eine Spiebelglasplatte veren det wird. 3.Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Unterlage aus nichtleitendem Baustoff ein Spiegelglaszylinder verwen det wird. 4. Verfahren nach Patentanspruch und Un- teranspruch 1, dadurch gekennzeichnet. dass die Unterlabe aus nichtleitendem Baustoff vor dem Aufbringen der Elektrolyt-Kupferschicht durch chemisch niederbeschlagenes ll@etall leitend ge macht wird.ä. Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 1 und 4, dadurch ge kennzeichnet, dass die Unterlabe aus nichtleitendem Baustoff vor dem Auf bringen der Elektrolyt-Kupfersohicht durch chemisch niederbeschlagenes Sil ber leitend bemaoht wird.(S. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 1. dadurch gekennzeichnet, dass die Unterlage aus nichtleitendem Baustoff vor dem Aufbringen der Elek- troly t-Kupferschicht durch Aufbringen eines glatten Metallüberzuges mittels Elektrodenzerstäubung leitend gemacht wird. 7.Verfahren nach Patentanspruch, dadurch ,kennzeichnet, dass auf einer Unterlabe aus leitsndem Baustoff, deren Oberfläche 1.latt gemacht wurde, eine Trennschicht vorgesehen, hierauf auf dieser Trenn schicht Kupfer elektrolytisch nieder- ureschlaben und schliesslich das erhaltene Elel_trolyt-Kupferblech von der Unter labe abgezogen wird. B.Verfahren nach Patentanspruch und En- teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass als Unterlabe aus leitendem Baustoff Metall verwendet wird. 9. Verfahren nach Patentanspiazch und den Unteransprüchen 7 und 8, .dadurch ge kennzeichnet, dass als Unterlage aus lei tendem Baustoff ein Nickelzylinder ver wendet wird. <B>10.</B> Verfahren nach Patentanspruch und den Unteransprüchen 7 und 8, dadurch ge kennzeichnet, dass als Unterlabe aus lei tendem Baustoff eine Nickelplatte ver wendet wird. 11.Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, da.ss die Trennschicht durch oberfläch liche chemische Veränderung der Unter labe aus leitendem Baustoff erzeugt wird. 12. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, -dadurch gekennzeichnet, da.ss die Trennschicht durch oberfläch- liche Oxydation der LTnterlabe aus leiten dem Baustoff erzeugt wird. 13. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet.,dass die Trennschicht durch Aufbringen von nichtmetallischen Stoffen auf die Unterlage aus leitendem Baustoff gebil det wird. 14. Verfahren nach Patentanspruch und Un teranspruch 7, dadurch gekennzeichnet, dass die Trennschicht durch Aufbringen von fett- und wachsartigen Stoffen auf -die Unterlage aus leitendem Baustoff .ge bildet wird.
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