AT158996B - Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern. - Google Patents

Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern.

Info

Publication number
AT158996B
AT158996B AT158996DA AT158996B AT 158996 B AT158996 B AT 158996B AT 158996D A AT158996D A AT 158996DA AT 158996 B AT158996 B AT 158996B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
solution
hypochlorite
peroxide
treatment
neutral
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Original Assignee
Ici Ltd
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Ici Ltd filed Critical Ici Ltd
Application granted granted Critical
Publication of AT158996B publication Critical patent/AT158996B/de

Links

Landscapes

  • Detergent Compositions (AREA)
  • Chemical Or Physical Treatment Of Fibers (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
 EMI1.1 
 
 EMI1.2 
 Antichlore und Waschungen werden nötigenfalls in verschiedenen Verfahrensstufen angewendet. In Verbindung mit solchen Massnahmen wurden auch Behandlungen mit   Peroxydlösungen   durchgeführt. 



  Diese verschiedenen Verfahren stellen das Resultat einer über eine lange Zeit ausgedehnten Entwicklung der Praxis dar, und während sie bis zu sehr weitgehender Bleichung führen können, bewirken sie häufig beträchtliche chemische Zersetzungen der Cellulose. 



   Die chemische Zersetzung der Cellulose hat einen wesentlichen Einfluss auf die Herabminderung der Lebensdauer des gebleichten Materials zur Folge, und es soll eine derartige Beeinträchtigung des zu bleichenden Materials vermieden werden. Um den Grad der chemischen Zersetzung von Leinen im nachstehenden zu kennzeichnen, soll der übliche Ausdruck"Löslichkeitszahl"dienen. Eine hohe Lösliehkeitszahl bedeutet eine weitgehende und eine niedrige   Löslichkeitszahl   eine geringe Zersetzung. 



  Die besonderen Bedingungen und auch Methoden zur Feststellung von Löslichkeitszahlen sind in der Arbeit von   C.   R. Nodder   in., The   Journal of the Textile Institute", 1931. 22, T. 416, eingehend erläutert. 



     Erfindungsgemäss   wird Bastfasermaterial in einem zumindest ans zwei Stufen bestehenden Verfahren gebleieht, in dessen erster Stufe das Material mit einer Hypochloritlösung behandelt wird, die durch Zusatz eines Puffersalzes einen im wesentlichen neutralen pH-Wert erhalten hat. Hierauf wird das Material in einer oder   mehreren Verfahrensstufen   der Einwirkung einer alkalischen Lösung, welche Wasserstoffperoxyd enthält, ausgesetzt. 



   Diese Verfahrensstufen werden gewöhnlich mit andern Behandlungsmassnahmen vereinigt. 



  So ist es z. B. notwendig, das zu bleichende Material entsprechend aufnahmefähig zu machen, damit es von der Hypochloritlosung rasch und gleichmässig befeuchtet wird ; zu diesem Zweck wird es im allgemeinen vor der Hypoehloritbehandlung einem einmaligen Beuchen unterworfen. Das zu bleichende Gut muss auch zwischen einzelnen Verfahrensstufen gewaschen werden, und es wurde gefunden, dass die besten Resultate im allgemeinen nur dann erzielt werden konnten, wenn zwischen die Behandlung mit neutraler   Hypoohloritlösung   und die nachfolgende Alkalibehandlung ein Säurebad eingeschaltet wird. 



   Es wurde gefunden, dass es möglich ist, Vorbehandlungen von verschieden starker Einwirkung mit Erfolg mit dem   erfindungsgemässen   Verfahren zu kombinieren, doch ist es zur Erzielung der besten Resultate notwendig, die einzelnen Verfahrensstufen, wie nachstehend näher ausgeführt wird, einander anzupassen. Als allgemeiner Grundsatz kann gelten, dass bei der Anwendung des vollständigen Verfahrens auf Leinengarn beständig befriedigende Resultate erhalten werden, wenn die 5 bis 10 Prozente des Gewichtes des Bleichgutes Natriumkarbonat enthaltende   BeuchHüssigkeit   2 bis 3 Stunden lang   bei einer Temperatur von 65   bis 85   C auf das Bleichgut einwirkt. Bei veiwobenem Material ist stärkeres   Beuchen wegen dessen physikalischer Beschaffenheit im allgemeinen vorzuziehen. 



   Die Herstellung und Aufrechterhaltung der Hypochloritlösung mit bestimmtem pH-Wert erfolgt zweckmässig in der Weise, dass   man einer geeigneten Hypochloritlösung,   z. B.   Natrium-oder Caleium-   hypochlorit, ein Salz mit der gewünschten Pufferwirkung zusetzt. Es wurde gefunden, dass ganz besonders gute Resultate durch Zusatz von Natriumbikarbonat in entsprechender Menge zu der Hypochloritlösugn erzielt werden können.

   Als Richtlinie für die zu verwendende Menge Puffersalz, um die Flüssigkeit auf dem gewünschten, im wesentlichen neutralen pH-Wert zu erhalten, wurde gefunden, dass vorteilhaft einer Lösung von 1'5   g   wirksamem Chlor im Liter zumindest 3   $'Natriumbikarbonat   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 
 EMI2.1 
 werden sollen ; einem Gehalt von   5y wirksamem da entspridit   ein Zusatz von zumindest 8 g Natriumbikarbonat pro Liter. 



   Zur Erzielung von möglichst wenig   weitgehender   Zersetzung des Bleichgutes darf, wie festgestellt wurde, die Konzentration der neutralen Hypochloritlösung nicht höher sein als   4#5-5#0 g   wirksames Chlor im Liter, wenn das Material in der üblichen Weise gebencht wird. Anderseits konnten 
 EMI2.2 
 leicht erreicht werden. 



   Die Frage, wie lange und bei welcher Temperatur das Hypochloritbad zur Anwendung gebracht werden soll, ist für die erzielte Weissfärbung nicht übermässig wichtig, und muss man die Aufmerksamkeit keineswegs besonders auf die lediglich durch die Behandlung mit dem neutralen Hypochlorit erzielte Farbe richten, da ja die nachfolgenden Verfahrensstufen bis zu der gewünschten Weissfärbung druchgeführt werden können. 



     Selbstverständlich müssen   sowohl die Einwirkungsdauer als auch die Temperatur und andere 
 EMI2.3 
 Weissfärbung nur eine möglichst geringe chemische Zersetzung erwünseht ist. 



   Die   Behandlung wird beispielsweise im wesentlichen   unter Ausschluss von aktiver Strahlung durchgeführt. In den meisten Fallen wird dies durch Abschirmung der Gefässe, in welchen die Behandlung mit Hypochlorit durchgeführt wird, dadurch erreicht, dass der Zutritt von hellem Licht, wie der des direkten   Sonnenlichtes,   zum Bleichmaterial während dessen Behandlung verhindert wird. 



   E wurde nun gefunden, dass es vorteilhaft ist, die Stärke der Hypochloritbehandlung ungefähr entgegengesetzt der des Beuchbades einzustellen. So   muss   man bei der Behandlung von Leinen, welches 
 EMI2.4 
 samem Chlor pro Liter verwenden, während bei einem Material, von welchem praktisch Verunreinigungen nicht entfernt worden sind, Lösungen mit 4'5-5'0    < y wirksamem Chlor   pro Liter Anwendung finden können. Bezüglich der Temperatur wurde gefunden, dass es immer dann unzweckmässig ist, eine neutrale   Hypochloritlösung auf Cellulosematerial   bei Temperaturen über ungefähr   20  C einwirken zu   lassen, wenn eine unverhältnismässig weitgehende chemische Zersetzung vermieden   werden soll. Vorzugs-   weise liegt die Temperatur in der Gegend von 15  C.

   Die Einwirkungsdauer kann hingegen innerhalb sehr weiter Grenzen abgeändert und weitgehend der Stärke der Lösung angepasst werden. Bei Verwendung einer   verdünnteren Losung   wird sie länger sein als bei Verwendung einer stärkeren. Letztere erfordert eine genauere   Überwachung der Einwirkungsdauer,   und muss in diesem Zusammenhang bemerkt werden, dass bei Behandlung des Bleichguts mit neutraler Hypochloritlösung, welche mehr als 3 g wirksames Chlor im Liter enthält, die Einwirkungsdauer von einer halben Stunde nicht überschritten werden soll. Mit   Lösungen   von 1'5 g wirksamem Chlor im Liter wurden auch bei vierstündiger Behandlung befriedigende Resultate erzielt. 



   Die vorstehende   Besehreibung bezog sich   auf neutrale Hypochloritlösungen, welche unmittelbar vorher frisch bereitet worden waren.   Selbstverständlich   können auch bereits gebrauchte und wieder brauchbar gemachte Lösungen verwendet werden. Die Konzentration des wirksamen Chlors in der Flüssigkeit sinkt natürlich während des ersten Gebrauches, und es konnte auch festgestellt werden, dass die Acidität langsam steigt. Gegen Ende der Behandlung liegt der pH-Wert im Bereich zwischen   6#0   und   7#0,   d. h. er ist noch im wesentlichen neutral.

   Zur Behandlung einer weiteren Partie Bleichmaterial ist es dann bloss notwendig, eine solche Menge konzentrierter   Hypochloritlösung     zuzusetzen,   dass der Gehalt an wirksamem Chlor die gewünschte Grösse erreicht und von   Natriumbikarbonat-Vorratslösung   
 EMI2.5 
 des Bades bestehen. 



   Zur Herstellung der neutralen   Hypochloritlösung   findet   zweckmässig   Natriumbikarbonat wegen seines geringen Preises und anderer   allgemeiner Vorteile Anwendung. Es können jedoch auch   andere Substanzen zur Einstellung der Flüssigkeit auf   den gewünschten im wesentlichen neutralen   Wert verwendet werden, beispiels weise Alkalimetallphosphate und -borate. Es muss bemerkt werden, dass, wenn von im wesentlichen neutralen Lösungen gesprochen wird, darunter nicht absolute Neutralität zu verstehen ist, sondern der Bereich zwischen ungefähr einer Einheit unter-und einer Einheit oberhalb des Wertes 7 der pH-Skala.

   Beispielsweise wurden sehr. gute Resultate mit Hypoehloritlösungen erzielt, deren pH-Werte, wie mit Hilfe von Galselektroden festgestellt wurde. 6'1,   6#4,     6'9,     7'4   und   7'8   betrugen. Insbesondere erwiesen sieh Lösungen mit pH-Werten im Bereich um   6'5   als ganz besonders geeignet. 



   Nach der Behandlung mit Hypochlorit wird das Bleichgut vorteilhaft mit kaltem Wasser gespült und dann im Säurebad behandelt. Das Säurebad wird vorzugsweise in der Kälte und in der bei Cellulose- 
 EMI2.6 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 eine ungefähr 0'5prozentige Chlorwasserstoffsäure angewendet. Nach der Behandlung im Säurebad wird das Bleiehgut   gründlich   in kaltem Wasser gewaschen und hernach der Einwirkung einer alkalischen,   Waserstoffperoxyd   enthaltenden Lösung ausgesetzt. 



   Das   Wasserstoffperoxydbad kann durch Auflösen   von Natriumperoxyd in Wasser oder in verdünnter S'iure in solcher Menge hergestellt werden, dass vollständige oder teilweise Neutralisation eintritt, je nach der gewünschten Alkalität des Peroxydbades. Im Falle, dass die Peroxydlösung vollständig neutralisiert ist, wird ein geeignetes alkalisches Material zugesetzt, um der Flüssigkeit die Bleichfähigkeit zu erteilen. Weitere Zusätze zu der Peroxydlösung sind möglich, z. B. zur Stabilisierung des Peroxyds oder Aufrechterhaltung der   gewünschten   Alkalität. Hiezu eignen sich beispielsweise Silikate,   Caleium-oder Magnesiumsalze.   



   In anderer Weise erhält man das Peroxydbad durch Verdünnen einer konzentrierten Wasserstoffperoxydlösung mit Wasser und Hinzufügen eines geeigneten Alkalis. Es können auch andere Zusätze als die, welche in Zusammenhang mit dem aus Natriumperoxyd bereiteten Bad erwähnt wurden, vorgenommen werden. 



   Die Konzentrationen an Alkali und Peroxyd im Bad können innerhalb sehr weiter Grenzen variiert und doch noch sehr gute   Weissfärbungen   erhalten werden. Selbstverständlich gibt es jedoch Minimalwerte, bei deren   Untersehreitung   kommerziell wertvolle Resultate nicht erzielbar sind, und 
 EMI3.1 
 entspricht und welche mindestens   0'05% H02 besitzen.   Die obere Konzentrationsgrenze hängt davon ab, eine wie weitgehende Zersetzung des Materials in Kauf genommen wird, und auch die Ökonomie in Bezug auf das Peroxyd ist von Bedeutung. Wenn in manchen Fällen die festgesetzte obere Grenze 
 EMI3.2 
 vorteilhaft nicht mehr als einem Gehalt von 0'4% Na20 entsprechen.

   Soll lediglich die weitgehende chemische Zersetzung der Cellulose vermieden werden, dann kann Peroxyd bis zu Konzentrationen von ungefähr 1%   HO   verwendet werden. Diese Ziffer ist jedoch wesentlich höher, als die Wirtschaftlichkeit des Verfahrens es zulässt, und ist es daher vorzuziehen, die Konzentration einen Gehalt von ungefähr   0'2%   H2O2 nicht äberschreiten zu lassen. Die andern bei der   besprochenen   Behandlung zu   berücksichtigenden   Faktoren sind die Temperatur und die Einwirkungsdauer.

   Wird als Ziel lediglich die Weissfärbung des   Bleiehgutes   verfolgt, dann besteht für die genaue Einhaltung bestimmter Bedingungen keine Notwendigkeit, und kann die Behandlung bei beliebiger Temperatur bis zum Siedepunkt so lange durchgeführt werden, als es zur Erreichung einer weitestgehenden Weissfärbung erforderlich ist. Es wurde jedoch festgestellt, dass, wenn das Material geschont werden soll, sowohl bei der   Behandlung   mit Peroxyd als auch bei der mit Hypochlorit bestimmte Bedingungen eingehalten werden müssen.

   Aus diesem Grunde soll vorteilhaft die Temperatur   85'C nicht   übersteigen ; im allgemeinen kann man sagen, dass durch Behandlung bei Temperaturen zwischen   65'und 75'C durch   drei Stunden mit innerhalb der vorstehend besprochenen Grenzen   zusammengesetzten Bädern   gute Weissfärbung erzielt wird. 



   Bekanntermassen kann Textilmaterial bis zu verschieden weitgehender   Weissfärbung   gebleicht werden. Im Falle des Leinen werden im allgemeinen drei Stufen unterschieden, welche mit Halbweiss, Dreiviertelweiss und Ganzweiss bezeichnet werden. Es wurde gefunden, dass bei Leinengarn normaler Qualität halbweisse   Färbung durch Behandlungen   in folgender, mit den allgemeinen. vorstehend dargelegten Prinzipien der Erfindung in Einklang stehenden Reihenfolge erzielt werden kann : a) Beuchen und Waschen, b) Behandlung mit der neutralen, gepufferten   Hypoehloritlösung, Spülen, Säuern   und Waschen,   c)   Behandlung mit der alkalischen Peroxydlösung. 



   Soll die Halbweissfärbung die endgültige sein, dann wird das Material   nunmehr   gewaschen, in gewünschter Weise   fertigbehandelt und getrocknet.   Wird jedoch weitergehende Weissfärbung ge- 
 EMI3.3 
 lösung und alkalischer Lösung vorzunehmen. Diese   Behandlungen können   mit neutralen   Hypoehlorit-   lösungen und alkalischen   Peroxydlösungen     durchgeführt   werden, wobei diese nach den bereits dargelegten allgemeinen Grundsätzen, jedoch mit geringerer Konzentration bereitet werden. Oder aber es werden in allgemein   üblicher   Weise   alkalisehe Hypoehloritlösungen verwendet   und alkalisehe Abbrühungen vorgenommen. 



   Im vorstehenden wurden die charakteristischen Eigenschaften der grundlegenden Verfahrensstufen des erfindungsgemässen Verfahrens eingehend beschrieben. Es erscheint jedoch nicht notwendig, 
 EMI3.4 
 näher auszuführen, da sie bei der Behandlung von Textilmaterial als allgemein bekannt vorausgesetzt werden können. Aus dem gleichen Grunde wurde auf die jedem Fachmanne der Bleicherei und der Bearbeitung von Zellulosefasern bekannten Vorsichtsmassregeln nicht hingewiesen, welche zur Verhütung von Schäden bei der Behandlung von solchen Fasermaterialien mit Säuren und Alkalien beobachtet werden müssen. 



   Im folgenden wird das Verfahren nach der Erfindung durch einige Ausführungsbeispiele erläutert : 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
Beispiel 1 :   258#5 kg Leinengarn werden während   drei Stunden bei ungefähr 65  C in 3540l   Flüssigketi gebeucht, welche 20#4 kg kalziniere Soda enthält,   und hierauf gewaschen. Die Garnsträhne werden auf eine Haspelmaschine aufgebracht und während 30 Minuten bei einer Temperatur von 14  C und bei gedämpftem Licht mit neutraler   Hypochloritlösung   behandelt. Hiefür werden 4095 l   Flüssigkeit verwendet, welche zq Beginn 3#5 g wirksames   Chlor im Liter und einen pH-Wert von 6'5 besitzt.

   Man erhält dieses Bad in der Weise, dass man zum gleichen Zwecke bereits einigemal ver-   wendeter Flüssigkeit von Bleichpulver-Vorratslosung,   bis   der gewünschte   Gehalt von   3'5 g an wirk-   samem Chlor pro Liter erreicht ist, und von Natriumbikarbonat-Vorratslösung zusetzt. Die zugesetzten 
 EMI4.1 
 an   wirksamem   Chlor und an   Natriulibikarbonat   einander gleich sind. Während des Haspelvorganges wird der Umdrehungssinn einigemal umgekehrt ; die Anordnung wird in der Weise getroffen, dass jede Strähne stets ungefähr 40   ein   tief in die   Flüssigkeit eintaucht   und die lineare Geschwindigkeit, mit welcher die Strähne durch die Flü sigkeit bewegt werden, 180 cm pro Minute beträgt.

   Nach Schluss der Behandlung wird die Hypoehloritlösung rasch abgelassen und das Garn sofort unter dreimaligem Wasserwechsel in derselben Maschine mit kaltem Wasser ausgewaschen. Hierauf wird es von der 
 EMI4.2 
 stoffsäure unterworfen und gewaschen. 



   Ein alkalisches Peroxydbad wird in der Weise bereitet, dass   8#16   kg Natriumperoxyd in 3185 l Wasser, welches 91 l Schwefelsäure von   65'9"Be enthält, gelost   und hierauf   18#2 l Natriumsilikat-   lösung von   42#7@ Bé zugesetzt   werden. In diesem Bad wird das Garn drei Stunden lang auf   650 C   gehalten, hierauf wird es ausgeweschen und getrocknet. 



   Das trockene Garn besitzt eine gute   Halbweissfärbung und wiegt 231#3 kg.   Die Resultate von Messungen der Löslichkeitszahl und Zarreisstestigkeit des Garns, welche vor und nach dem Bleichprozess vorgenommen wurden. lauten   folgendermassen   : 
 EMI4.3 
 
<tb> 
<tb> Lösliehkeitszahl <SEP> Zerreissfestigkeit
<tb> braunes <SEP> Garn <SEP> 2#9 <SEP> .................................... <SEP> 1#07 <SEP> kg
<tb> gebleichtes <SEP> Garn <SEP> 3#8 <SEP> ......................... <SEP> 0#98 <SEP> kg
<tb> 
 
Beispiel 2 :

   Die bei diesem Beispiel verwendete Hypochloritlösung wird durch Zusatz von   273 ! Bleichpulver-Vorratslosung   mit einem Gehalt von   4-5% wirksamem   Chlor und einer Lösung 
 EMI4.4 
 mischung wird der   pu-vert   durch Zusatz einer geringen Menge kaustischer Sodalösung auf 6'8 eingestellt. 



   Das Peroxydbad wird. wie in Beispiel 1 beschrieben, hergestellt. 



   Der Bleichvorgang wird in der bei   Beispiel l angegebenen ähnlichen   Weise   durchgeführt.   Eine Partie Leinengarn wird in einer 10 Gewichtsprozente des Garns kalzinierte Soda enthaltenden Lösung bei 65  C zweieinhalb Stunden gebeucht und gründlich gewaschen. Dann wird das Garn 30 Minuten bei 15  C in der Hypochloritlösung gehaspelt. mit kaltem Wasser ausgewaschen. mit   0'5% figer   Chlorwasserstoffsäure 15 Minutern lang gesäuert und wieder gewaschen. Hierauf folgt   das Bleichen während     zweieinhalb Stunden in   der Peroxydlösung bei 65  C, worauf das Material   ausgewaschen   und getrocknet wird.

   Das Garn ist etwas besser als   Halbweiss   und besitzt die   Löslichkeitszahl 3#7.   
 EMI4.5 
 65  C in einer Peroxydlösung gebleicht, welche in einer der vorstehend beschriebenen Weise, jedoch unter Verwendung von nur den halben   Mengen Peroxyd   und Säure, hergestellt wurde. Nachdem das Material gewaschen wurde, wird es wieder für die gleiche Zeit und bei derselben Temperatur in neutrale Hypochloritlösung gebracht, wobei die Flüssigkeit jedoch nur   0#35   g wirksames Chlor im Liter enthält.   Schliesslich wird   es gewaschen, einer Antichlorbehandlung mit   0#1%iger Natriumthiosulfatlösugn   unterzogen, ausgewaschen und getrocknet.

   Das nunmehr   Ganzweissfärbung   besitzende Garn hat 
 EMI4.6 
 mit Wasser, bis eine   0'1  H2O2   enthaltende Flüssigkeit entsteht, und Zusetzen von Alkali. Hiebei kommen als Alkali auf je 455 l des Bades   4'55l Natriumsilikat   von   33#3@ Bé und 1#13 kg kaustische   Soda. 



   Das hanfgarn wird in einer   0#5%igen Lösung   von kaustischer Soda bei   70  C   drei Stunden   lang gebeucht und dann gewaschen. Hierauf wird es, wie in den vorhergehenden Beispielen beschrieben, in neutraler Hypochloritlösugn von 15'" C 30 Minuten gehaspelt, gespült, gesäuert und in kaltem Wasser   

 <Desc/Clms Page number 5> 

 gewaschen. Das Bleichen im Peroxydbad bei 65  C dauert drei Stunden, worauf das Garn wieder ausgewaschen und nunmehr getrocknet wird. Die Farbe ist dreiviertelweiss, und ,,sprit" sit nicht zu beobachten. 



   Beispiel 5 : Dieses Beispiel zeigt das Bleichen eines Garns,   welches ein 50% iges Gemisch   aus Flachs und Jute dargestellt. Zur Herstellung von 4095 l neutraler Hypochloritlösung werden 273 l 
 EMI5.1 
   10% igen Losung   von Natriumbikarbonat (NaHCo3) verwendet. Die Peroxydlösung wird genau in gleicher Weise und mit derselben Stärke bereitet   wie in Beispiel 4 bes eilrieben.   



   Das Garn wird vorerst in einer 1%igen kaustischen Sodalösung bei 60  C während drei Stunden gebeucht und dann gewaschen. Hierauf wird es bei normaler Temperatur 30 Minuten lang in der 
 EMI5.2 
 Verwendung gelangende   Hypochloritlösung   wird in im wesentlichen gleicher Weise, wie in den Beispielen 1, 3,4 und 5 beschrieben, bereitet, während das Peroxydbad, wie in den Beispielen 4 und 5 
 EMI5.3 
 
Die Reihenfolge der Behandlungen ist die folgende : Zweimaliges Beuchen während fünf Stunden bei 75  C in einer Lösung von   kalzinierter   Soda, wobei der Sodagehalt der zuerst verwendeten Lösung 4'5% des Gewichtes des   Bleichgutes,   der der zweiten jedoch 3'5"   beträgt.

   Waschen, Behandlung   
 EMI5.4 
 bei normaler Temperatur, Spülen, S'iuern in   0#5%iger Chlorwasserstoffsäure   und Waschen. Fünf-   stündiges Bleichen   in 0'1%   ELO   enthaltender Peroxydlösung bei 75-80'C, Spülen, Säuern und Waschen. Behandlung in neutraler kalter Hypochloritlisung, welche 0'5 g wirksames Chlor im Liter enthält, während drei Stunden, Waschen,   S'iuern   und wieder Waschen.   Nochmaliges Bleiehen in   Peroxydlösung wie vorstehend, Spülen, Säuern und Waschen. Behandlung mit neutraler   0'3 g wirk-   sames Chlor im Liter enthaltender   Hypochloritlösung,     Waschen, B@handlung   mit Antichlor und Auswaschen. 



   In den angeführten Beispielen wurde durchgehend zur Herstellung der   Hypochloritlösung   die 
 EMI5.5 
 Natriumhypochlorit oder Kalinmhypochlorit. 



   Zur Aufrechterhaltung der gewünschten, im wesentlichen neutralen Reaktion der Hypochloritlösung können an Stelle von Natriumbikarbonat oder Phosphaten, welche erwähnt wurden, andere Salze, die die gewünschte. Pufferwirkung ausüben, verwendet werden, z. B. die entsprechenden Kaliumsalze,   ab9r   auch   Natrium-oder Kaliumborate.  

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern, wie Leinen, Hanf, Jute usw., unter Verwendung von Hypochlorit-und Peroxydbädern, dadurch gekennzeichnet, dass das Bleichgut, gegebenenfalls nach einer vorhergehenden Beuchbehandlung oder nach einer andern Reinigung, vorerst mit im wesentlichen neutraler Hypochloritlösung, deren pH-Wert zwischen 5'8 und 8'2 und vorzugsweise zwischen 6'0 und 6'5 liegt und die durch Zusatz eines Puffersalzes in diesem pH-Bereich gehalten wird, und hierauf, zweckmässig nach einem geeigneten zwischengeschalteten Waschvorgang, Säurebad od. dgl. mit alkalischer Peroxydlösung behandelt wird.
AT158996D 1937-01-23 1938-01-22 Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern. AT158996B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
GB158996X 1937-01-23

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT158996B true AT158996B (de) 1940-06-25

Family

ID=10067555

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT158996D AT158996B (de) 1937-01-23 1938-01-22 Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT158996B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
AT158996B (de) Mehrstufiges Verfahren zum Bleichen von Bastfasern.
DE900807C (de) Verfahren und Mittel zur Herabsetzung der Schrumpfneigung von ganz oder teilweise aus Wolle bestehenden Geweben oder Faserstoffen
DE582239C (de) Verfahren zum Bleichen von Bastfasern, insbesondere von Leinen und Hanf, in Form von Garnen und Geweben wie auch in Form von Rohfasern unter Verwendung von Superoxyd- und Hypochloritbaedern
DE912564C (de) Verfahren zum Bleichen und gegebenenfalls Reinigen von Cellulose-Textilmaterialien
DE711350C (de) Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus rohen Hartfasern
DE597182C (de) Verfahren zur Behandlung tierischer Fasern
DE753531C (de) Verfahren zum Bleichen von Zellstoff
AT88372B (de) Verfahren zum Haltbarmachen von ätzalkalischen Wasserstoffsuperoxydlösungen und die Verwendung der haltbar gemachten Lösungen zum Bleichen.
DE653989C (de) Verfahren zum Bleichen von Stueckware aus pflanzlichen Fasern
DE1033173B (de) Verfahren zum Entschlichten von Textilien aus Cellulose
DE2515434C3 (de) Flüssigkeit zur oxydierenden Behandlung von Wolle oder anderen keratinhaltigen Fasern
AT231394B (de) Verfahren zur Behandlung von Keratintextilfasern gegen das Verfilzen
AT151635B (de) Verfahren zur Erzielung eines weißen Farbtones bei Textilien und Stärkepräparat.
AT141134B (de) Verfahren zur Reinigung und Bleichung von Pflanzenfasern.
DE507759C (de) Verfahren zum Bleichen ungebaeuchter Pflanzenfasern (insbesondere Baumwolle) mit aetzalkalischen Wasserstoffsuperoxydloesungen
DE658703C (de) Verfahren zur Behandlung von Faserstoffen
DE561455C (de) Verfahren zum Veredeln von Furnierhoelzern
AT147146B (de) Verfahren zum Bleichen von Bastfasern.
AT233506B (de) Verfahren zur Behandlung von Keratintextilfasern gegen Verfilzen
DE654991C (de) Verfahren zum Bleichen von durch alkalischen Aufschluss gewonnenem Zellstoff
DE710443C (de) Verfahren zum Bleichen von Leinen oder anderen Bastfasern auf Kreuzspule oder Kettbaum
AT154603B (de) Verfahren zum Bleichen von pflanzlichen Fasern.
DE1815171A1 (de) Verfahren zum Bleichen von textilen Stoffen,die mit empfindlichen Farbstoffen gefaerbte Anteile enthalten
DE1444011C3 (de) Verfahren zur Entfernung von Chlordioxydresten aus mit wäßrigen Chlordioxydlösungen gebleichten Textilien und Zellstoff
DE547827C (de) Verfahren zum Bleichen von Sisalhanf