AT158258B - Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden, wie künstseide, Kunstspinnfasern, Roßhaar, Bändchen, Filme, u. dgl., aus Kasein oder aus Pflanzenkasein. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden, wie künstseide, Kunstspinnfasern, Roßhaar, Bändchen, Filme, u. dgl., aus Kasein oder aus Pflanzenkasein.

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  Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden, wie Kunstseide, Kunstspinnfasern, Rosshaar,
Bändehen, Filme u. dgl., aus Kasein oder aus Pflanzenkasein. 



   Die Versuche, aus Eiweissstoffen Kunstfasern u. dgl. herzustellen, sind alt. Es sind dafür schon eine ganze Reihe Verfahren angegeben worden, die sich aber alle in der Praxis nicht bewährt haben, da die Eigenschaften der so hergestellten Stoffe nicht den an sie gestellten Anforderungen entsprachen. Die Hauptschwierigkeiten bestanden bisher darin, einerseits die Eiweisskörper in die zur Verarbeitung geeignete Form zu bringen und anderseits dem durch die Verarbeitung entstandenen Produkt die nötige Festigkeit und Elastizität zu geben. 



   Für die Herstellung von Kunstfasern, insbesondere aus Fibroinlösungen, ist schon vorgeschlagen worden, den Spinnlösungen Stoffe wie Methyl-, Äthyl-, Propyl-oder Amylacetat zuzufügen oder andere Alkylester von Ameisensäure, Oxalsäure, Zitronensäure u. dgl. oder auch Alkylchlorid, um die Viskosität der Lösungen zu erniedrigen. Ferner ist auch schon vorgeschlagen worden, wässerigen Spinnlösungen von Globulin oder Kasein Harnstoff und bestimmte Spinnhilfsmittel zuzufügen, wie Glyoxalpolymere u. dgl., ferner auch Benzaldehyd und Monoalkyläther des Glykols sowie   Polyglycid   oder Gelatine. Schliesslich ist auch schon vorgeschlagen worden, zu Kaseinlösungen Schwefelkohlenstoff zur Bildung von Xanthogenat, in ähnlicher Weise wie das bei der Herstellung von Zellulosexanthogenat beim Viskoseverfahren üblich ist, zuzufügen. 



   Demgegenüber bezieht sich das vorliegende Verfahren auf die Herstellung von Kunstfasern und künstlichen Gebilden überhaupt als Kasein, auch aus Pflanzenkasein, dem ganz bestimmte, bisher für diese Zwecke nicht verwendete Stoffe zugefügt werden. Bei den   Kasein-usw.-lösungen   besteht keinerlei Gefahr, dass die Viskosität zum Verspinnen zu hoch wird. Die gemachten Zusätze haben also nicht den Zweck und auch nicht die Wirkung, die Viskosität etwa zu erniedrigen. 



   Es hat sich gezeigt, dass durch den Zusatz von Karbonsäuren mit mindestens 3 Kohlenstoffatomen zur Lösung des Eiweisskörpers eine Viskosität fast willkürlich eingestellt werden kann, so dass die daraus auf einem der bekannten Wege gefällten Produkte eine bisher fast unerreichte Festigkeit und Elastizität besitzen. Als Eiweisskörper kommt vor allen Dingen Kasein in Betracht, beispielsweise Milehkasein, aber   auch Pflanzenkasein"wie   Eiweiss aus Sojabohnen. 



   In fast gleicher Weise wie die genannten Stoffe wirken auch Zusätze von ein-und mehrwertigen aliphatischen Aminen, z. B. n-Propylamin, Allylamin u. a. Man kann mit recht gutem Erfolg auch
Gemische der beiden genannten Stoffarten, also Gemische von ein-und mehrwertigen aliphatischen Aminen mit Karbonsäuren, verwenden bzw. deren Ester oder andere Derivate, einzeln oder im Gemisch, die ihrerseits ebenfalls mindestens 3 Kohlenstoffatome enthalten. 



   Gegenüber dem Verfahren der österr. Patentschrift Nr. 132027 liegt der überraschende Effekt des erfindungsgemässen Verfahrens darin, dass die Viskosität der Spinnlösung durch den Zusatz von Säureamiden mit mindestens 3 C-Atomen nicht, wie man nach der angezogenen Patentschrift annehmen müsste, erniedrigt wird, sondern hiedurch eine Erhöhung der Viskosität von Kaseinspinnlösungen erreicht wird. 



   Ferner wird die Spinnbarkeit solcher Lösungen in ausgezeichneter Weise beeinflusst, wenn man denselben vor oder nach den vorstehend erwähnten Zusätzen geringe Mengen Schwefelkohlenstoff, beispielsweise 2-3% auf angewendeten Eiweissstoff, z. B. Kasein, zufügt. 



   Als Zusatz zur Spinnlösung wird beispielsweise ein Zusatz von 1'2% Propionsäure oder von   2% Stearinsäure unter sorgfältigem Rühren zugegeben. Die mit diesen Zusätzen versehenen Eiweisslösungen (Kaseinlösungen) ergeben beim Verarbeiten Fäden von erhöhter Zugfestigkeit und Wasser-   

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   beständigkeit   bei verminderter Sprödigkeit, ohne dass die Ursache für diese vorteilhafte Lösung bisher wissenschaftlich geklärt werden konnte. Bemerkenswert ist auch, dass die Viskosität der Eiweiss- 
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 spinnbar. 



   Bei sauren Eiweisslösungen, z. B. einer Lösung von Säurekasein in Schwefelsäure, verwendet man zweekmässigerweise Karbonsäuren, die   wasserlöslich   sind, eventuell deren Ester. 



   Gute Ergebnisse werden beispielsweise auch erhalten bei Zusatz von Heptylsäure, n-Kapronsäure oder n-Kaprylsäure in Mengen von etwa 0-5 bis 3'5%. Diese Zusätze verbessern insbesondere auch die Spinnbarkeit der hergestellten Kaseinlösung und die Eigenschaften des Fertigproduktes. 



   Beispiel :
Eine Spinnlösung wird hergestellt aus 200 g Säurekasein, mit 600 em3 Wasser angeteigt, wobei darauf zu achten ist, dass durch langsame Zugabe des Wassers unter ständigem Rühren eine sämige Masse entsteht. Zu dem so vorgequollenen Säurekasein gibt man langsam 300   em3 10%iger Kalilauge   unter Rühren hinzu. Zur besseren Verspinnbarkeit können in die Lösung noch 6 g Schwefelkohlenstoff zugefügt und das Gemisch innig verrührt werden. Der so hergestellten Spinnlösung wird das Amin zugefügt, beispielsweise   1-8% n-Propylamin, Allylamin   oder n-Butylamin. 



   Anstatt nur 1-8% der letztgenannten Amine zuzufügen,. kann man derselben Lösung noch 
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 Derivate derartiger Säuren (z. B. Propionsäureamid), auf Kasein berechnet, unter sorgfältigem Rühren hinzugeben. 



   In manchen Fällen, insbesondere dann, wenn eine glänzende Faser erzielt werden soll oder das verwendete Eiweiss zu stark fetthaltig ist, empfiehlt es sich, vor Herstellung der Lösung eine Befreiung vom Fett vorzunehmen. Die so hergestellte Lösung wird in an sich bekannter Weise in ein   Fällbad,-   das ungefähr 30 g Schwefelsäure im Liter enthält, bei   32-400 C   und einer Schleppstrecke von etwa 35 cm durch Düsen von etwa   0#1     ? 11m Lochweite   mit einer Abzugsgeschwindigkeit von 40 bis 50 m eingesponnen. Das auf diese Weise ersponnene Produkt wird unter Spannung getrocknet und in einem 5%igen Formalinbad gehärtet. 



   Bei Verwendung des Trockenspinnverfahrens spinnt man die Spinnmasse in an sich bekannter Weise in einen   zweckmässig   auf höhere Temperatur gehaltenen Kanal, durch welchen Dämpfe von Aldehyden, beispielsweise von Formaldehyd, bzw. Gemische von Dämpfen von Aldehyden und Säuren hindurchgeführt werden. Als Säuredämpfe können sowohl Dämpfe organischer Säuren als auch   flüch-   tiger anorganischer Säuren benutzt werden. 



   Die mit vorgenannten Zusätzen versehenen Eiweisslösungen ergeben beim Verarbeiten Fäden von erhöhter Festigkeit und Elastizität. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von künstliehen Gebilden, wie Kunstseide, Kunstspinnfasern, Rosshaar,   Bändehen,   Filme u. dgl., aus Kasein oder aus Pflanzenkasein, dadurch gekennzeichnet, dass man diesen Lösungen gesättigte   einbasische     aliphatisehe   Karbonsäuren mit mindestens 3 Kohlenstoffatomen bzw. deren Ester zusetzt, wobei die Esterradikale ebenfalls mindestens 3 Kohlenstoffatome enthalten, oder andere Derivate dieser Säuren, einzeln oder im Gemisch, gegebenenfalls auch im Gemisch mit aliphatisehen Aminen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch den Zusatz von sauerstoffreien aliphatisehen Aminen, die gegebenenfalls auch für sieh allein als Zusatz verwendet werden können.
    3. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden gemäss Anspruch 1 und/oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnlösung Schwefelkohlenstoff in Mengen von etwa 2 bis 5%, auf Eiweiss berechnet, zugesetzt wird.
AT158258D 1937-11-13 Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gebilden, wie künstseide, Kunstspinnfasern, Roßhaar, Bändchen, Filme, u. dgl., aus Kasein oder aus Pflanzenkasein. AT158258B (de)

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