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Die Erfindung hat eine Abfüllwaage mit einem die Füllgutzufuhr elektromagnetisch steuernden Verschluss zum Gegenstande, die eine rasche und sehr genaue Einstellung auf die jeweils abzufüllende Menge ermöglicht und leicht in jede bestehende Neigungswaage od. dgl. eingebaut werden kann. Die Erfindung besteht in erster Linie darin, dass der die Verschlussklappe des Füllstutzens betätigende Elektromagnet durch ein Relais gesteuert wird, das vom Zeiger der Waage ausgelöst wird. Gemäss einem bevorzugten Ausführungsbeispiel der Erfindung ist das den Verschluss steuernde Relais derart verschiebbar in das Gehäuse der Waage eingebaut, dass ein am Relais vorgesehener, mit dem Zeiger der Waage zusammenwirkender Anschlag längs der Gewichtsskala der Waage verstellbar ist.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung veranschaulicht. Fig. 1 zeigt die Abfüllwaage in Vorderansicht, die Fig. 2 stellt das Relais in Draufsicht dar, die Fig. 3 veranschaulicht in einem grösseren Massstabe das Relais und die zu seiner Verschiebung dienende Einrichtung in schaubildlicher Darstellung und die Fig. 4 zeigt das Schaltschema.
Die Abfüllwaage besteht aus einer Füllvorrichtung Li mit elektromagnetisch gesteuertem Verschluss, einer unter ihr befindlichen Waage B, z. B. einer Neigungswaage bekannter Art, und einem durch den Wiegevorgang in Tätigkeit gesetzten Relais C zur Steuerung der Füllvorrichtung.
Die Füllvorrichtung weist einen an einen das abzufüllende Gut enthaltenden Behälter angeschlossenen lotrechten Füllstutzen 1 auf, der an seinem unteren Ende schräg abgeschnitten und durch eine Klappe 2 verschliessbar ist. Diese Klappe steht unter Vermittlung eines Armes 3 mit einem bei 4 schwenkbar gelagerten Hebel 5 in Verbindung, an dessem freiem Ende ein- als Anker eines Elektromagneten 6 ausgebildetes Gegengewicht 7 befestigt ist, das die Klappe 2 gegen den Druck des Füllgutes in der Schliessstellung hält. Bei Einschaltung des Magneten 6 wird der Anker 7 angezogen, hiedurch die Klappe geöffnet und das Gut fliesst in die Lastschale 8 der Waage bzw. in einen auf diese aufgesetzten Behälter od. dgl.
Sobald der Stromkreis des Elektromagneten 6 unterbrochen wird, geht die Klappe 2 durch die Wirkung des Gewichtes 7 wieder in die Schliessstellung und unterbricht dadurch die Füllgutzufuhr. Der Hebel 5 wirkt mit einem von Hand aus verstellbaren Anschlag, z. B. mit einer exzentrisch gelagerten, mittels eines Handgriffes einstellbaren Rolle 9, zusammen, mittels welcher der maximale Öffnungswinkel der Verschlussklappe 2 und damit die Ausflussgeschwindigkeit des Füllgutes verändert werden kann. Die Klappe 2 kann auch mittels einer Nocke 10 von Hand aus geöffnet werden.
In den Stromkreis des Elektromagneten 6 ist ein Kontakt 11 geschaltet (Fig. 2), dessen Betätigungsstift 11'in einer Hülse 12 axial verschiebbar ist und unter der Einwirkung einer Feder 13 steht.
Befindet sich der Stift 11'in der äusseren Endlage, so ist der Stromkreis des Magneten 6 geschlossen, wird er jedoch gegen die Wirkung der Feder 13 in die Hülse 12 geschoben, so wird der Stromkreis unterbroche. Zur Überführung des Stiftes 11'aus der Stromschliess-in die Stromunterbrechungsstellung dient folgendes Relais.
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Die Magnete 15 und 16 sind so geschaltet, dass sie mittels eines und desselben Schaltorgans, z. B. eines Schalthebels 21 (Fig. 4), abwechselnd ein-und ausgeschaltet werden können. Der Schalthebel 21 wirkt mit drei Kontakten 22, 23 und 23'zusammen. Der Kontakt 22 ist in den Stromkreis des Elektromagneten 16 geschaltet, die Kontakte 23 und 23'in den Stromkreis des Magneten 16, so dass bei Einstellung des Schalthebels 21 auf den mittleren Kontakt 22 der Magnet 16 und bei Einstellung des Schaltorgans auf einen der beiden Kontakte 23 oder 231 der Magnet 16 unter Strom gesetzt ist.
Die Feldstärke der beiden Magnete 15 und 16 ist so bemessen, dass der Anker 151 bei Einschaltung des Magneten 15 sogleich angezogen wird, der Anker 161 jedoch nach Ausschaltung des Magneten 15 und Einschaltung des Magneten 16 erst dann durch den Magneten 16 angezogen wird, bis dem Hebel 17 auf eine noch zu beschreibende Weise ein kleiner mechanischer Bewegungsimpuls in der Richtung gegen den Magneten 16 erteilt wird. Wird somit bei der in Fig. 2 mit vollen Linien gezeichneten Stellung des Hebels 17 der Magnet 15 aus-und der Magnet 16 eingeschaltet, so befindet sich der Anker 16'ausser- halb des Feldes des Magneten 16 und muss erst durch den zusätzlichen Bewegungsimpuls in das Feld des Magneten 16 überführt werden, worauf er von diesem angezogen wird und den Kontakt 11 unterbricht.
Zur Herbeiführung dieses Bewegungsimpulses dient die im folgenden beschriebene Einrichtung.
Bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist die eben beschriebene Einrichtung in das Gehäuse 24 der Anzeigevorrichtung der Waage eingebaut. An dem dem Magneten 16 zugekehrten Arm des Hebels 17 ist ein Anschlag 25 vorgesehen, der bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel durch den Zeiger 26 der Neigungswaage ausgelöst wird. Zu diesem Zwecke ist die Einrichtung so getroffen, dass der Anschlag 25 bei der in Fig. 2 mit vollen Linien gezeichneten Stellung in die Bahn des längs der Gewichtsskala 27 spielenden Zeigers 26 reicht, so dass dieser beim Wägevorgang auf den Anschlag auftrifft und dadurch den Hebel 17 ein kleines Stück gegen den Magneten 16 zu verschwenkt, wodurch er in das Feld des Magneten 16 gelangt.
Der Anschlag 25 hat die Form eines flachen, an seiner Spitze abgerundeten Kegels, so dass der Zeiger leicht, und ohne eine nennenswerte Arbeit zu leisten, am Anschlag vorbeigleiten kann und diesem nur einen kleinen Bewegungsimpuls erteilt. Der Hebel 17 ist mittels der
Spitzen 19 so empfindlich gelagert, dass er beim Auftreffen des Zeigers auf den Anschlag 25 sogleich verschwenkt wird, so dass hiedurch der Zeiger in seiner Bewegung nicht abgebremst wird und ungehindert in seine, dem Gewicht des abzufüllenden Gutes entsprechende Endstellung gelangen kann. Durch den Umstand, dass der Zeiger dem Relais C einen mechanischen Bewegungsimpuls erteilt, wird somit die Eichfähigkeit der Waage nicht beeinträchtigt.
Der Zeitpunkt, in welchem der Zeiger 26 nach dem Öffnen der Klappe 2 auf den Anschlag 25 auftrifft, hängt von der Entfernung des letzteren vom Nullpunkt der Gewichtsskala 27 ab. Um den Anschlag entsprechend der jeweils abzufüllenden Menge einstellen zu können, ist das Relais zur Steuerung des Kontaktes 11 bei dem dargestellten Ausführungsbeispiel verschiebbar angeordnet. Zu diesem Zwecke ist die Platte 14, auf welcher das Relais montiert ist, auf einem Träger 28 befestigt, der längs einer zur. Gewichtsskala 27 konzentrischen Führung 29 verschiebbar ist. Der Träger 28 ist hiezu mit einem Führungsschlitz 30 für die Führung 29 versehen (Fig. 3) und ruht mit einem Querstift 31 auf der Führung 29 auf.
In den Träger 28 ist ferner eine Mutter 32 axial verschiebbar eingebaut, in die eine mittels eines Einstellknopfes 33 von aussen verdrehbare Gewindespindel 34 eingreift. Bei Verdrehung des Knopfes 33 wird der Träger 28 und somit das Relais längs der Führung 29 verschoben und dadurch die Entfernung des Anschlages 25 vom Nullpunkt der Gewichtsskala 27 entsprechend der abzufüllenden
Menge und damit die Zeit, nach der der Stromkreis des Elektromagneten 6 unterbrochen wird, verändert.
Hiebei bewegt sich der hinter der durchsichtigen Vorderwand des Anzeigegehäuses der Waage sicht- bare Anschlag 25 unmittelbar unter der Gewichtsskala, so dass er beim Verschieben des Relais auf einen entsprechenden Teilstrich dieser Skala einstellbar ist.
Die Abfüllvorrichtung kann für alle gebräuchlichen Starkstromarten verwendet werden. 35 ist der Hauptschalter zum Einschalten der Stromquelle (Fig. 4). In den Stromkreis der Magneten 15 und 16 ist ein Widerstand 36 eingeschaltet.
Wird das Relais zur Steuerung des Elektromagneten 6 durch Verdrehung des Knopfes 33 ent- sprechend der abzufüllenden Menge eingestellt und der Schalthebel 21 auf einen der Kontakte 23 oder
23'gestellt, so wird beim Einschalten des Hauptschalters 35 der Magnet 16 unter Strom gesetzt, wo- durch der Hebel 17 des Relais den Stift 77'niedergedrückt und somit den Kontakt 11 offen hält. Die
Verschlussklappe 2 wird durch das Gewicht 7 geschlossen gehalten. Nun wird der Schalthebel 21 von dem einen Endkontakt über den mittleren Kontakt 22 zum andern Endkontakt bewegt. Sobald der
Schalthebel zum Kontakt 22 gelangt, wird der Stromkreis des Magneten 15 für einen Augenblick geschlossen, dadurch der Anker 15'angezogen und der Hebel 17 in die in Fig. 2 mit vollen Linien gezeich- nete Stellung verschwenkt, in welcher der Anschlag 25 in die Bahn des Zeigers 26 gelangt.
Der Hebel 17 bleibt jedoch trotz der sofortigen Ausschaltung des Magneten 15 und Einschaltung des Magneten 16 zunächst in seiner Stellung, da sich der Anker 161 ausserhalb des Feldes des Magneten 16 befindet und daher von diesem nicht angezogen wird. In dem Augenblick, in dem der Magnet 15 eingeschaltet und dadurch der Hebel 17 in die in Fig. 2 mit vollen Linien gezeichnete Stellung verschwenkt wurde, wurde der Stift 11 freigegeben und dadurch der Kontakt 11 geschlossen und hiedurch die Verschlussklappe 2 geöffnet.
Das in die Lastschale fliessende Gut bewegt nun den Zeiger 26 der Waage, der hiebei auf
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den Anschlag 25 auftrifft, über diesen sanft hinweggleitet und dadurch dem Hebel jf einen Bewegungsimpuls gegen den Magneten 16 zu erteilt. Hiedurch gelangt der Anker 16'in das Feld des Magneten 16, wird von diesem angezogen und der sich in die strichliert angedeutete Stellung (Fig. 2) verschwenkende Hebeln verschiebt den Stift 11'in die Stromunterbrechungsstellung des Kontaktes 11. Der Stromkreis des Elektromagneten 6 wird daher unterbrochen und das Gewicht 7 schliesst die Klappe 2. Die Füllgutzufuhr bleibt so lange unterbrochen, so lange sich der Schalthebel 21 auf dem Kontakt 23' befindet.
Nun wird der Wägevorgang wiederholt, indem der Schalthebel 21 über den Kontakt 22 zum andern Endkontakt 23 bewegt wird. Hiedurch wird zunächst der Stromkreis des Magneten 6 unterbrochen, also die Klappe 2 wieder geöffnet, beim Vorbeigang des Schalthebels 21 am Kontakt 22 der Magnet 15 ein-und sogleich wieder ausgeschaltet und beim Einlangen des Schalthebels 21 am andern Endkontakt 23 wieder der Magnet 16 eingeschaltet.
Der Anker 7 ist zweckmässig durch ein nicht magnetisches Metall abgeschirmt, da sonst durch den remanenten Magnetismus die Klappe 2 nach Ausschaltung des Magneten (6) unter Umständen nicht sogleich in die Schliessstellung überführt würde. Aus den gleichen Gründen sind die Anker 15' und 16'durch ein nicht magnetisches Metall abgeschirmt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Abfüllwaage mit einem die Füllgutzufuhr regelnden elektromagnetisch steuernden Verschluss, dadurch gekennzeichnet, dass der die Verschlussklappe (2) des Füllstutzens (1) der Füllvorrichtung (A) betätigende Elektromagnet (6) durch ein Relais gesteuert wird, das von dem Zeiger (26) der Waage ausgelöst wird.