AT150990B - Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen.

Info

Publication number
AT150990B
AT150990B AT150990DA AT150990B AT 150990 B AT150990 B AT 150990B AT 150990D A AT150990D A AT 150990DA AT 150990 B AT150990 B AT 150990B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
volts
electrolyte
water
soluble
colored
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Johannes Dr Fischer
Original Assignee
Siemens Ag
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Siemens Ag filed Critical Siemens Ag
Application granted granted Critical
Publication of AT150990B publication Critical patent/AT150990B/de

Links

Landscapes

  • Chemical Treatment Of Metals (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Sehutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen. 



   Es ist bekannt, auf Magnesium mit Hilfe des elektrischen   Stromes Überzüge   zu erzeugen, die dieses wertvolle Leichtmetall vor korrodierenden Einflüssen aller Art   schützen.   Das gelingt z. B. durch
Schmelzflusselektrolyse in einem Fluoridelektrolyten. Die Schwierigkeiten und Nachteile der Behandlung schmelzflusselektrolytischer Bäder sind so allgemein bekannt, dass es sich erübrigt, auf diese näher einzugehen. Es war verständlich, dass die Entwicklung dahin drängte, den Schmelzflusselektrolyten durch einen Elektrolyten zu ersetzen, der bei normaler Temperatur betrieben werden kann. 



   Die Versuche,   Schutzilberzüge   auf Magnesium oder seinen Legierungen in wässeriger Lösung herzustellen, führten zu der bekannten Regel der Benutzung alkali-bzw. erdalkalihydroxydhaltiger
Bäder. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese Regel nicht ohne weiteres brauchbar ist. Benutzt man z. B. einen Elektrolyten, der ausschliesslich Natronlauge enthält, so ergibt sich nachweisbar kein Überzug von praktischer Anwendbarkeit. Sehr häufig treten sogar Anfressungen auf. 



   Es sind demzufolge Forschungen unternommen worden, die das ätzende Alkali durch andere alkalisch reagierende Substanzen zu ersetzen bestrebt waren. Dabei zeigte sich, dass auch die Versuche mit kohlensaurem Alkali als Elektrolytbestandteil fehlschlugen. Auch die Elektrolyse in Cyanidbädern führte zu keinem befriedigenden Ergebnis. 



   Überraschenderweise zeigte sich aber, dass man gemäss der Erfindung mindestens drei Komponenten im Elektrolyten haben muss, um stets befriedigende und immer wieder herstellbare Überzüge zu erhalten. Die drei nach der Erfindung notwendigen Elektrolytkomponenten sind jeweils aus Gruppen von Verbindungen zu wählen, die untereinander eine gewisse chemische Verwandtschaft aufweisen. Zur ersten Gruppe gehören ausser den vorzugsweise angewendeten Alkalihydroxyden auch die Erdalkalihydroxyde und die wässerige Lösung von Ammoniak. Die zweite Gruppe von Stoffen umfasst wasserlösliche Karbonate, Silikate und Borate, wobei zu bemerken ist, dass auch die Salze der Polyborsäuren zur Anwendung gelangen können. Schliesslich sind in der dritten Gruppe die Cyanide, Rhodanide und Cyanate zu erwähnen. 



   Die nach der Erfindung aus mindestens drei Stoffen der drei Gruppen zusammengesetzten Elektrolyte ergeben bei der elektrolytischen Behandlung des Magnesiums und seiner Legierungen vorzügliche Schutzschichten, die, mit anorganischen oder organischen Nachdichtmitteln überzogen, den Unterlagemetallen eine hohe Korrosionsfestigkeit erteilen. Als Naehdiehtmittel sind alle Lacke, Fette, Öle, Wachse, kolloidale Hydroxyde, Silikagel usw. verwendbar. 



   Die Porigkeit der neuen Schichten ermöglicht ihre für gewisse Zwecke erwünschte Anfärbung. 



  Natürlich kann man statt der Farblösungen auch beliebige andere Füllstofflösungen zur Behandlung der elektrolytisch vorbereiteten Gegenstände aus Magnesium oder Magnesiumlegierungen benutzen. 



  Beachtlich ist, dass diese Porigkeit der neuen Schichten mit der Zeit abnimmt. Es zeigte sich, dass frisch erzeugte Schutzschichten eine erheblich stärkere Adsorptionskraft gegenüber Farbstoffen aller Art aufwiesen als abgelagerte   Schutzüberzüge.   Hiedurch ergeben sich Möglichkeiten bezüglich der Regelung der Farbtiefe. Als Farbstoffe kommen alle organischen Farblösungen ebenso in Frage wie in der Schicht ausgefällte gefärbte anorganische Stoffe. 



   Die Spannung wird vorzugsweise zu 16 Volt gewählt. Es konnten aber auch Erfolge mit stufenweiser Spannungsänderung erzielt werden ; so wurde z. B. zunächst mit 16 Volt gedeckt und dann bei   60 oder 110 Volt die Schicht verstärkt. Die Verstärkung der Schicht ist infolge des sich bei höheren Spannungen ergebenden höheren Reststromes möglich. Schliesslich kann auch unter Umständen mit   

 <Desc/Clms Page number 2> 

 ansteigenden Spannungen gearbeitet werden. Hiebei beginnt man z. B. bei 1 Volt und steigert allmählich bei konstanter Stromstärke auf 60 bzw. 110 Volt. 



   Die Temperatur während der Behandlung wird zweckmässig etwa zwischen   200 und 250 gewählt,   da bei höheren Temperaturen Anfressungen zu verzeichnen sind. Es ist daher notwendig, beim Stromdurchgang Kühlung zu benutzen. Bei Temperaturen, die zu weit unter   200 liegen,   tritt zu schnelle Sperrung des Stromdurchganges ein, und die Ausbildung einer dickeren, gut saugfähigen Schicht wird verhindert. Diese Erscheinung geht darauf zurück, dass bei niederen Temperaturen der Reststrom wesentlich geringer ist. Die Stromdichte nimmt in den ersten Sekunden der Behandlung rapide um   80%   ab. Sie wird auf dem niedrigen Wert zweckmässig während 60 Minuten gehalten. Nach dieser Behandlungsdauer ist der elektrolytische Prozess als beendet anzusehen.

   Es folgt dann in den besonderen Fällen, wo gefärbte   Überzüge   gewünscht werden, die Behandlung mit der Farbstofflösung und   schliesslich zwecks Sicherung   gegen Korrosion die Nachdichtung, z. B. Lackierung. 



   Während die drei weiter oben genannten Gruppen von Stoffen in dem Elektrolyten vertreten sein müssen, können weitere Zusätze aus einer vierten Gruppe bei der Zusammensetzung des Elektrolyten benutzt werden, die dann zu einer noch besseren Ausbildung des Überzuges Veranlassung geben. Diese vierte Gruppe von Stoffen umfasst die wasserlöslichen Sulfate, Nitrate, Phosphate, Halogenide,   Halogenate,   Fluorsilikate, Chromate, Wolframate u. ä. 



   Hinsichtlich der anzuwendenden Konzentrationen ergibt sich insofern ein gewerblich gut ausnutzbarer Vorteil, als gerade die auf dem Markt erhältlichen sogenannten   Entfettungsbäder   der Galvano- 
 EMI2.1 
 



   Die Kationen, im wesentlichen die Alkalien, können beliebig miteinander vertauscht oder einheitlich gewählt werden. Hievon bildet lediglich das Ammonium eine Ausnahme, da sich bei durchgehender Anwendung von Ammonverbindungen ein schlechter   Niedersehlag ergab.   



   Ausführungsbeispiele :
1. In einem Elektrolyten mit   5% NaOH, 5% Na2C03, 2% KCN   und 0-1% Na2WO4 wurde ein Blech aus einer Magnesiumlegierung bei   200 C anodisch   der Einwirkung des Stromes unterworfen. 



  Bei einer Spannung von 16 Volt ergab sich in den ersten 30 Sekunden eine Stromdichte von 5Amp/dm2, die in der genannten Zeit auf 1   Amp/ <    herabging. Die Strombehandlung wurde eine Stunde lang durchgeführt, das Blech mit der frischen Schicht in eine Farbstofflösung getaucht und dann mit Lack überzogen. Die erzeugte Schicht war ausgezeichnet dicht und gleichmässig angefärbt. 



   2. An Stelle des im Ausführungsbeispiel 1 als Elektrolytzusatz benutzten Natriumwolframats wurden nacheinander Versuche unternommen, die bei ebenfalls   0'1% figer   Konzentration Kaliumjodid, Kaliumchromat, Natriumchlorid, Kaliumchlorat, Kaliumnitrat, Natriumsilikat und Natriumsulfat als Elektrolytzusatz verwendeten. Besonders saugfähige Schichten ergaben sich in dieser Reihe bei dem Kaliumjodid-,   Kaliumchlorat-und Kaliumnitratzusatz. Anfressungen   an der Flüssigkeitsgrenze zeigten sich bei   Kaliumjodid-und   Natriumsilikatzusatz. Das letztgenannte Ausführungsbeispiel ergab eine verhältnismässig schwache Porigkeit des Überzuges. 



   3. Das erfindungsgemässe Verfahren wurde ohne Zusatz eines Stoffes aus der vierten Stoffgruppe durchgeführt, wobei an Stelle der 5% Na2CO3 auch 5% Borax, Na2B407, und   5% Wasserglas, Na2Si03,   verwendet wurden. Der Elektrolyt aus Kalilauge, Soda und Zyankali ohne Zusatz ergab vorzügliche Resultate, die jedoch durch den Ersatz der Soda durch Borax noch verbessert werden konnten. Die Verbesserung bezieht sich dabei auf die Porigkeit des Niederschlages. Die Wasserglas enthaltenden Elektrolyte ergaben auch ohne Zusatz eines Stoffes aus der vierten Gruppe eine geringere Porigkeit der Schicht. 



   4. Weiter wurden Schutzschichten in einem Elektrolyten hergestellt, der an Stelle der 2%   KCN   2% KCNS und 2% KCNO enthielt. Im ersten Falle ergab sich ein sehr harter Überzug, der nahezu porenfrei war. Die Ausführungsform mit KCNO als Elektrolytkomponente ergab ein gutes Durchschnittsergebnis. 



   5. Schliesslich wurde bei allen Komponenten das gleiche Kation zur Anwendung gebracht. Es wurde ein Versuch mit   5% KOH, 5% K2C03, 2% KCN   und   0-1% K2SO4 durchgeführt.   Die Aufsaugfähigkeit der so erzeugten Schicht   war überdurchschnittlich   gut. 

**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.

Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRÜCHE : EMI2.2 durch elektrolytische Behandlung in einem Alkali-bzw. Erdalkalihydroxyd enthaltenden Bad, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus mindestens drei Komponenten zusammengesetzter Elektrolyt benutzt wird, wobei die Komponenten zu drei verschiedenen Stoffgruppe gehören, welche 1. die wasserlöslichen Hydroxyde, 2. die wasserlöslichen Karbonate, Borate und Silikate und 3. die wasserlöslichen Cyanide, Rhodanide und Cyanate umfassen. <Desc/Clms Page number 3>
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass zu den drei Komponenten des Elektrolyten gemäss Anspruch 1 noch ein Zusatzstoff zugesetzt wird, der einer vierten Stoffgruppe entnommen ist, welche die wasserlöslichen Sulfate, Nitrate, Phosphate, Halogenide, Halogenate, Chromate, Wolframate und Fluorsilikate umfasst.
    3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass der Elektrolytzusatz in geringerer Konzentration angewandt wird als die Hauptkomponenten des Elektrolyten.
    4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass Temperaturen zwischen 200 und 250 eingehalten werden.
    5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass etwa 16 Volt Spannung verwendet werden.
    6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass zwei Spannungsstufen von 16 Volt und 60 Volt bzw. 110 Volt benutzt werden.
    7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass ansteigende Spannungen, vorzugsweise zwischen 1 Volt und 60 Volt bzw. 110 Volt angewendet werden.
    8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, dass die elektrolytische Behandlung eine Stunde lang durchgeführt wird.
    9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass zum Zwecke der Korrosionsbeständigkeit die Überzüge, vorzugsweise wenn sie frisch sind, mit anorganischen oder organischen Nachdichtmitteln überzogen werden.
    10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung tiefgefärbter Überzüge die frisch erzeugten Schichten gefärbt werden.
    11. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zur Erzielung schwach gefärbter Überzüge die abgelagerten Schutzschichten gefärbt werden.
AT150990D 1935-06-01 1936-04-30 Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen. AT150990B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE150990X 1935-06-01

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT150990B true AT150990B (de) 1937-10-11

Family

ID=5674224

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT150990D AT150990B (de) 1935-06-01 1936-04-30 Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT150990B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE2457582C3 (de) Wäßriges, saures, galvanisches Chrombad auf Cr (IH)-Basis
DE2812116C2 (de) Verfahren zum Aufbringen eines härtbaren Überzugs auf eine gedichtete anodische Oxidschicht auf Aluminium
DE1496917A1 (de) Elektrolytbaeder sowie Verfahren fuer die Herstellung galvanischer UEberzuege
DE2723943C2 (de) Thiocyanato-Chrom (III)-Komplex-Lösung für ein Bad zum Elektroplattieren von Chrom oder Chromlegierungen, Verfahren zur Herstellung und Anmeldung des Bades
DE1017000B (de) Bad und Verfahren fuer die elektrolytische Abscheidung von Kupferueberzuegen
AT150990B (de) Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen.
DE635720C (de) Verfahren zur Herstellung von Schutzueberzuegen auf Magnesium und seinen Legierungen
CH198158A (de) Verfahren zur Herstellung von Schutzüberzügen auf Magnesium und seinen Legierungen.
DE1521292C3 (de) Verfahren zur Vergütung der Oberflächen von Metallgegenständen
DE2728650C2 (de) Verfahren zur Vorbehandlung von Stahloberflächen für das nachfolgende Überziehen
DE833287C (de) Verfahren zum elektrolytischen Polieren von Nickel und Kupfer und Elektrolyt zur Durchfuehrung dieses Verfahrens
DE893740C (de) Verfahren zur Herstellung von Schutzueberzuegen auf Metallen, wie Magnesium und seinen Legierungen
AT144637B (de) Verfahren zur anodischen Behandlung von Gegenständen aus Aluminium oder Aluminiumlegierungen.
DE606052C (de) Verfahren zur Herstellung von elektrolytischen Platinniederschlaegen
DE692124C (de) Verfahren zur elektrolytischen Oxydation von Eisen und Stahl
DE843785C (de) Verfahren zur Herstellung harter galvanischer Silberueberzuege
AT122458B (de) Verfahren zur Erzeugung elektrolytischer Niederschläge von Metallen der Platingruppe.
DE474211C (de) Verfahren zur elektrolytischen Faellung von Gadmium
DE646421C (de) Verfahren und Vorrichtung zur elektrolytischen Herstellung von Bleiweiss
AT127368B (de) Verfahren zur Erzeugung elektrolytischer Niederschläge von Metallen der Platingruppe.
AT129716B (de) Verfahren zur elektrolytischen Abscheidung von Schwermetallen.
AT167422B (de) Verfahren zur anodischen Polierung (Glänzung) von Nickel und seinen Legierungen
DE624979C (de) Verfahren zur Herstellung von Elektrolyten
AT119022B (de) Verfahren zur elektrolytischen Goldabscheidung.
AT167637B (de) Verfahren zur elektrolytischen Polierung (Glänzung) von Kupfer