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Streckwalze oder Durchzugswalze für Garnzurieht-und Spinnmasehinen.
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in erster Linie die Ausbildung der Oberwalzen von Streckwerken. Es sind bereits zahlreiche Vorschläge. betreffend die Ausbildung solcher Walzen, gemacht worden, die bezwecken, einen möglichst schonenden, gleichmässigen und hohen Verzug des Fasermaterials zu ermöglichen. So hat man, insbesondere bei den Durchzugswalzen der Hochverzugsstreckwerke, die übliche, meist mit Leder bekleidete Oberwalze durch eine mit schraubenförmig oder ringförmig umlaufenden Nuten versehene Walze oder auch durch Paare von solchen Walzen ersetzt, um eine kämmende Wirkung auf das Vorgarn auszuüben und dieses zwecks ausgiebigerer Streckung teilweise aufzulösen.
Werden aber derartige Nuten durch den Gebrauch ausgezackt oder unvollkommen, so muss die ganze Walze ausgetauscht werden, wenn genaue Ergebnisse erzielt werden sollen. Auch ist für jede Nutentiefe eine besondere Walze nötig, und solche verschiedene Nutentiefen werden je nach der Art und dem Zustande des behandelten Garnes oder je nach dem Stadium der Zurichtung desselben gebraucht.
Mit der erfindungsgemässen Walze wird sowohl bei gewöhnlichen als auch bei Hoehverzugsstreck- werken ein gleiches, in manchen Fällen vielleicht auch ein besseres Ergebnis erzielt als mit den üblichen genuteten Walzen. Sie besteht aus einer Spindel, auf welche eine Anzahl von gleich grossen Scheiben aus Metall oder sonstigem geeignetem Werkstoff mit einem inneren Durchmesser aufgesteckt werden, der ein geringes Spiel gegenüber der Spindel ermöglicht. Diese Scheiben werden in der Richtung der Spindelachse durch eine Kraft von regelbarer Grösse elastisch zusammengepresst.
In rein baulicher Hinsicht ist eine solche Anordnung nicht neu. Es besteht bereits ein ähnlicher Vorschlag (britische Patentschrift Nr. 17587 A. D. 1904), betreffend die Ausbildung der Oberwalzen von Streckwerken, nach welchem auf einer Spindel eine Anzahl von axial ineinandergeschachtelten konischen Hülsen aufgereiht wird, deren Innendurchmesser ebenfalls ein kleines Spiel gegenüber der Spindel gestattet und die durch axial wirkende Schraubenfedern mit regelbarer Kraft aneinandergepresst werden können, die ihrerseits durch auf dem Gewinde der Walzenspindel verstellbare Schraubenmuttern gespannt werden. Diese Walze unterscheidet sich aber von der erfindungsgemässen Einrichtung grundsätzlich in ihrer Wirkungsweise.
Die bekannte Einrichtung soll lediglich bewirken, dass beim Durchgang von dickeren Stellen des Faserbandes die konischen Hülsen dem Faserdruck senkrecht zur Walzenachse ausweichen, dabei aber dennoch infolge der eigenartigen Konstruktion der Walze im Durchgangsquerschnitt sich über den ganzen Umfang an die Verdickung des Faserbandes anschmiegen, wobei eine grössere Oberfläche des zu verziehenden Materials den Walzen dargeboten und gleichzeitig einem zu starken,
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Die erfindungsgemässe Walze lässt nämlich im Gebrauche die Fasern des Garnbandes ihren eigenen Weg zwischen den einzelnen Seheiben entgegen einem einstellbarenWiderstand finden und nehmen, d. h. die Scheiben sitzen mit genügend grossem Spiel auf der Walzenspindel, um sich entsprechend dem ver- änderliehen Winkel, unter dem das Faserband oder Vorgarn infolge seiner Hin-und Herbewegung einläuft, schräg stellen zu können, was natürlich nur möglich ist, wenn der Widerstand der die Scheiben zusammenpressenden Elemente entsprechend geregelt wird. Da dieser Widerstand veränderlich ist,
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kann er leicht den vorhandenen Arbeitsverhältnissen angepasst und entsprechend diesen gewählt werden.
Im Betriebe erweisen sich die neuen Walzen sehr zufriedenstellend und durchaus geeignet.
In der Zeichnung zeigt Fig. 1 in Ansicht den als Grundteil gezeichneten Teil eines wie gewöhnlich aus zwei in üblicher Weise angeordneten Walzen bestehenden Satzes, wobei die Verbindung zwischen den Walzen zwecks Raumersparnis abgebrochen dargestellt ist. Fig. 2 zeigt teilweise im Schnitt die weitere Stufe in der Herstellung der Walzen. Fig. 3 zeigt in Seitenansicht eine Scheibe und Fig. 4 einen Schnitt durch dieselbe. Die Fig. 5 und 6 zeigen im Schnitt, teilweise in Ansicht die fertigen erfindungsgemässen Walzen und Fig. 7 zeigt eine in Einzelheiten etwas geänderte Ausführung einer erfindungsgemässen Walze.
Obgleich in der Zeichnung je zwei Oberwalzen zu einem Stiiek vereinigt dargestellt sind, ist klar, dass die Erfindung auch eine einzelne Walze oder einen aus mehr als zwei Walzen bestehenden Satz einbegreift.
Der Grundteil der Walzen besteht aus Spindeln 1 und 2 und einem zentralen Verbindungsstück. 3 sowie einem Zapfen 4 zum Einstecken in die üblichen Oberwalzenträger. Die Spindeln 1 und 2 sind bei 6 bzw. 5 mit Gewinden versehen. Über die Spindeln 1 und 2 sind Hohlkappen 7 aufgeschoben, die sich gegen Schultern des Verbindungsstückes 3 anlegen und in ihrer Ausnehmung ein kurzes Stück einer Schraubenfeder 8 enthalten.
Der auf das Garn einwirkende Teil der Walzen ist in der erforderlichen Länge aus einer Reihe oder einer Anzahl dünner Scheiben 9 aus Metall od. dgl. (Fig. 3,4 und 5) hergestellt. Diese Scheiben sind in Fig. 5 zur Vermeidung von Verwechslungen absichtlich nicht schraffiert. Jede Scheibe besitzt eine zentrale Öffnung 10, damit sie leicht und lose über die zugehörige Spindel geschoben werden kann.
Wenn die notwendige Zahl von Scheiben aufgebracht ist, wird ein weiteres kurzes Stück einer Schraubenfeder 11 über die Spindeln geschoben, so, dass sie sich gegen die Endscheiben anlegen, und schliesslich wird auf den Gewindeteil der Spindeln 1 und 2 eine kappenartige Mutter 12 bzw. 13 aufgeschraubt. Die Mutter 13 ist mit einem vorspringenden Lagerteil 14 versehen, welcher den Drehzapfen bildet, der in ein
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der Spindel 2 durch einen zulaufenden Stift 16 verkeilt.
Es ist klar, dass die Dicke der Scheiben und auch ihre Ausbildung je nach den Arbeitsverhältnissen geändert werden kann und dass, wenn eine oder mehrere Scheiben brechen oder abgenutzt werden, sie durch eine oder mehrere andere Scheiben ersetzt werden können, ohne dass der Grundteil der Walze oder des Walzensatzes mitausgewechselt werden müsste.
Die Nachgiebigkeit zwischen den Scheiben kann man durch Einstellung der Muttern 12 und 1.'3 leicht ändern, und man kann auch, falls erwünscht, Federn verschiedener Art und Stärke zur Anwendung bringen.
Im Betriebe drücken die Garnfasern die Scheiben etwas auseinander und pressen sich zwischen denselben hindurch. Das Ausmass dieses Auseinanderrüekens der Scheiben hängt von dem ihnen erteilen Aussendruck und von der Art des behandelten Garnes ab.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Streckwalze oder Durchzugswalze für Garnzurieht-und Spinnmaschinen, bei welcher der wirk- same Teil aus einer Anzahl von auf der Spindel lose aufgereihten Elementen besteht, die durch eine regelbare Kraft in der Achsenrichtung der Walze zusammengepresst werden, dadurch gekennzeichnet, dass diese Elemente als auswechselbare, kreisringförmige, ebene Scheiben ausgebildet sind, zum Zwecke, auf das Fasermaterial nicht nur eine streckende, sondern auch gleichzeitig eine kämmende Wirkung auszuüben.