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Durchzugsstreckwerk.
Bei Durchzugsstreckwerken mit grossem Verzug darf die Pressung an der Durchzugsstelle nur sehr klein sein, damit Fasern nicht beschädigt werden, die länger sind als die Entfernung des Druckpunktes der Durchzugswalze vom Druckpunkt der Streckwalzen, welche Entfernung klein gemacht wird, um die Anzahl schwimmender Fasern möglichst zu verringern. Beiden Bedingungen wird bei den bekannten Durchzugsstreekwerken dadurch entsprochen, dass die Durchzugsdruckwalze bei kleinem Durchmesser sehr leicht gemacht wird. Ihren Antrieb erhält sie teils durch die Reibung an der Lunte, teils durch die Reibung am Unterzylinder und sie dreht sich daher mit stark wechselnder Umdrehungszahl, weil die Geschwindigkeiten der beiden Antriebsorgane verschieden sind.
Dieser Umstand hat auf den Streckvorgang einen schädigenden Einfluss, der noch dadurch gesteigert wird, dass auf die leichte Durchzugdruckwalze auch alle Zufallskräfte, denen die Maschine ausgesetzt ist, z. B. Erschütterungen, einwirken.
Um die erwähnten Übelstände zu beseitigen, hat man versucht, die Durchzugsstreckwalze vom 1 ! nterzylinder zwangläufig anireiben zu lassen. Nach einem Vorschlag (österr. Patent Nr. 105923) wird die Druckwalze an den Enden mit einer feinen Verzahnung versehen, die in die Riffelung des Unterzylinders eingreift. Gemäss einem zweiten Vorschlag (österr. Patent Nr. 100056) sind die Druckwalzen als lose Gleithülsen ausgebildet, die mit einem auf dem Unterzylinder laufenden Mittelteil der Gleithülsenachse durch Lederhosen verbunden sind. Beide Vorschläge haben sich in der Praxis nicht vollkommen bewährt.
Ursache der unvollkommenen Wirkung ist der kleine Trägheitswiderstand der Druckwalze. Eine Vergrösserung dieses Widerstandes ist aber nur dann Erfolg versprechen, wenn nicht dadurch auch die Pressung vergrössert wird, die die Lunte erfährt. Im Sinne der Erfindung wird die Aufgabe dadurch gelöst, dass die Druckwalze als Gleithülse ausgebildet und nur an einer abseits der durchlaufenden Lunte gelegenen Stelle mit Spiel auf der Achse geführt ist, so dass sie sich unter Belastung zum Unterzylinder schräg einstellt und mit einer Kante auf dem Unterzylinder läuft. Die Kraft. mit welcher die Druckwalze auf die Lunte drückt, ist vom Gewicht der Druckwalze, vom Abstand der die Druckwalze belastenden Kraft an der Laufkante, von der die Achse belastenden Kraft selbst und vom Abstand der Lunte von der Laufkante abhängig.
Man hat es durch entsprechende Wahl dieser Entfernungen in der Hand, die Pressung auch bei grosser Belastung bzw. Gewicht der Walze beliebig klein zu machen. Da aber die Druckwalze einen grossen Trägheitswiderstand aufweist, bleiben a le Zufallskräfte ohne Einfluss. Gleich- zeitig wird die Druckwalze an der abgestützten Kante mit verhältnismässig hohem Druck an den Unterzylinder angepresst, wodurch die Gewähr geschaffen wird, dass der Eingriff ständig erhalten bleibt. Durch Zahnung, Riffelung, Rillung od. dgl. der Druckwalze, gegebenenfalls auch des Unterzylinders, kann der Antrieb der Druckwalze durch den Unterzylinder durchaus zwangläufig gemacht werden.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele des Erfindungsgegenstandes schematisch im Schnitt dargestellt.
1 ist die Druckwalze, 2 die Achse derselben und 3 der Unterzylinder. Die Druekwalze ist als Gleithülse ausgebildet und abseits der Lunte L an einem Bund 4 der Achse mit Spiel geführt. Das hat zur Folge, dass sich die Druckwalze zur Achse 2 und zur Achse des Unterzylinders schräg einstellt, wie dies die Zeichnung in übertriebenem Masse erkennen lässt. Ist P die am Bund 4 angreifende Komponente der die Achse belastenden Kraft, so ergibt sich der Druck D auf die Lunte aus der Beziehung : P. a = D. b, wobei a den Abstand der Kraft von der abgestützten Kante und b den Abstand der Lunte von dieser Kante bezeichnet.
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Die Entfernung des Bundes 4 von der gestützten Kante wird klein gemacht, um die Pressung, unter der die Druckwalze mit dem Unterzylinder in Eingriff gehalten wird, möglichst gross zu machen. Durch Anordnung von Rillen an der Eingriffsstelle von Druckwalze und Unterzylinder (Fig. 2), kann der Eingriff noch verbessert werden. An Stelle der Rillen können Zähnchen vorgesehen sein, auch können Rillen und Riffelungen kombiniert werden. Schliesslich können auch andere Organe dieser Art als Mittel zur Verbesserung des Eingriffes zur Anwendung kommen.
Rillen an den in Eingriff stehenden Teilen des Ober- und Ul1terzylinders sind bei Durchzugsstreckwerken mit achsenparallel geführter Druckwalze an sich nicht neu ; die Erfindung beschränkt sich mithin auf die Anwendung dieser Riffelung beim Streckwerk, dessen Oberwalze sich unter Belastung schräg zum Unterzylinder einstellt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Durchzugsstreekwerk, dadurch gekennzeichnet, dass die Durchzugsstreckwalze als Gleithülse
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2. Durchzugsstreekwerk, dadurch gekennzeichnet, dass die in Eingriff stehenden Teile der Druckwalze und des Unterzylinders mit Rillen ausgestattet sind.
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