AT133517B - Verfahren zur Herstellung von Papier und Karton mit Hilfe von Gummimilch od. dgl. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Papier und Karton mit Hilfe von Gummimilch od. dgl.

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AT133517B
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Antonio Ferretti
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Antonio Ferretti
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  Verfahren zur Herstellung von Papier und Karton mit Hilfe von Gummimilch od. dgl. 
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 Holländern erzeugt und, sobald der Brei die gewünschte Feinheit erreicht bat, diesen im Holländer die nötige Latexmenge zugesetzt, worauf so lange gemischt wird. bis der Latex   gleichmässig dem Papierbrei   einverleibt ist. Nach Fertigstellung des Gemisches aus Latex und Zellulose wird eine Aluminiumsulfatlösung   hinzugefügt, ut   den Latex auf den Fasern zu koagulieren. Die   Koagulieiung   des Latex luft jedoch ein Zusammenkleben der Zellulosefasern hervor, was eine weitere Vermahlung zwecks Entfernung der Klumpen   nötig   macht. 



   Diese nach der Einverleibung des Latex in den Papierbrei und Koagulieiung desselben notwendigen Vermahlung ist für die Festigkeit und Güte des Endproduktes   von grossem Nachteil,   da hiedurch das Klebevermögen des Latex nach der   Koagulierung   mit der Zeit fortschreitend vermindert wird. die zwischen dem Zeitpunkt der Koagulierung und dem Zeitpunkt des Aufgiessens des Breies auf die Netze zur Entfernung des Wassers und Herstellung des Papier-oder Pappeblattes verstreicht.

   Auch tritt eine   Ungleichmässigkeit   in der Güte des Produktes ein. da die im Holländer   enthaltene blasse   in wesentlich   verschiedenen Zeitpunkten   verwendet wird, so dass es vorkommt, dass der Latex bei   Entnahme der   ersten Portionen eine höhere Adhäsionskraft als in den nachher zur Verarbeitung kommenden Teilmengen aufweist ; zur Erzielung eines vollkommenen Produktes ist es wichtig. dass der Brei von Papier und Latex im geeigneten Augenblick verarbeitet wird. Diese gewünschte Vollkommenheit kann jedoch mit den   gebräuchlichen     Methoden nicht   erzielt werden, da die zwischen Anfang und Ende der Ver-   arbeitung   der im Holländer hergestellten Teigmenge   verstreichende   Zeit zu lang ist. 



   Die Erfindung beseitigt die beschriebenen Nachteile restlos und gestattet nicht nur die Erzielung eines in jeder Hinsicht einwandfreien   Endproduktes,   sondern sichert auch eine Wirtschaftlich günstige Herstellung, indem an teurem Latex bedeutend gespart wird. 



   Es wurde nämlich gefunden, dass durch Hinzufügen von Aluminiumsulfat oder   ähnlichen Zusätzen   zum Papierbrei vor der Zugabe des Latex, anstatt nachher, erstere nach Art der Beizmittel wirken, so dass der darauf zugesetzte Latex auf den Fasern koaguliert.   öl ne   eine Fällung und ohne ein   Zusammen-   ballen der Fasern hervorzurufen. 
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 koagulieren lässt. Bei Verwendung dieser Koagulierungsmittel kann also das vorherige Behandeln der Fasern mit   Aluminiumsulfat   ganz oder teilweise entfallen. Die Verwendung von (hlornatrium, Chlorammonium für die   Koagulieiung   wird später noch näher beschrieben werden. 



   Als vorzügliche Koaguliermittel des Latex haben sich auch Magnesiumsalze, wie Magnesiumsulfat, Chlormagnesium u. dgl., erwiesen. 



   Die angeführten Mittel zur Koagulierung sind an sich bekannt, doch   handelt es sich im vorliegenden   Falle darum, zur   Erzielung eines entsprechenden Endproduktes   die Wirkung   im richtigen Zeitpunkte   eintreten zu lassen. 



   Diese Merkmale der Erfindung sind, wie später   ausführlich   gezeigt werden soll. bei der Herstellung von Latexpapier von grösster Wichtigkeit, indem sie eine   Klumpenbildung und damit   eine zweite Ver- 
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 machen. 



   Im folgenden soll das Verfahren gemäss der Erfindung beispielsweise beschrieben werden. 
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 zugesetzt, wie   Aluminiumsulfat   u. dgl.; nach abermaliger Durchmischung lässt man den Brei in den Entnahmetrog einlaufen, ohne dem Brei Latex   hinzuzufügen.   Aus dem   Entnalmetrog wird der Brei   je nach   Stärke des zu erzielenden   Papiers durch geeignete Speisekanäle den   Papiermasel   inen zugeführt. 



   In einem zweiten Trog wird eine   Latexlösung hergestellt   und diese in genau bemessener Menge dem Speisekanal für den   Papierbrei zugeführt,   mit dem der Latex durch geeignete Mittel auf dem Wege zu den Papiermaschinen innig vermischt wird. 



   Es ist deshalb ohne weiteres möglich, durch geeignete Vorrichtungen den günstigsten Zeitraum zwischen der Vermischung des Latex mit dem Brei und dem Aufgiessen des Gemisches auf die Netze der Papiermaschinen zu erzielen. 

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   Bei Verwendung von   Chlornatrium,     Chlorammonium   u. dgl. als   Koagulieirnittel   wird die Lösung dieser in einem getrennten Behälter bereitet, genau dosiert entnommen und in den Speisekanal für den bereits mit Latex   gemischten Brei gedrüekt, wobei die KoaguHerung während   des   Durchganges   des 
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 Brei, Latex und Koagulierungsmittel zur Papiermaschine in dem zur Erzielung einer vollkommenen Adhäsion des Latex auf den   Z (lhrlosefasern giinstigstpll Augenblick gelangt.   



   Es werden also die   verscl iedenen Bestandteile in genau   bestimmtem Verhältnis zueinander ohne Unterbrechung aus den einzelnen Entnahmetrögen ausgetragen, miteinander in Beliihrung gebracht 
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 Zwecke, die Vermahlung zu   erleichtern, eine bessere Zurichtung der Fasern zu erzielen, Verfilzung oder   Zusammenballen zu vermeiden und die Länge der   Fasrl n zu erhaltrn. wodurch   sich ein Produkt von ausserordentlicher Festigkeit ergibt. Hierauf wird das Alkali durch geeignete Mittel wieder entfernt und   schliesslich   das Latexpapier. wie zuvor beschrieben, hergestellt. 



   Das anfangs besonders feste   Latexpapier verändert sich mit   der Zeit, biisst an Festigkeit ein und zersetzt sich   sogar, wenn mcht   eine Vulkanisierung des den Fasern einverleibten Gummis erfolgt. 
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 aber auch schon bei dieser tritt Vulkanisierung ein. Erfindungsgemäss werden zur Vulkanisierung bzw. Stabilisierung von Latexpapier eine Oxydierung 
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 Dispersionen einer feinsten   Vermahlung   unterworfen werden. 



   Dies ist sehr wichtig, da es sonst nicht gelingt, im Brei die Vulkanisiermittel gleichmässig zu verteilen. 



  Als Suspensionsmittel werden Leim, Gelatine und Seifen verwendet. 



   Diese Bestandteile können schon dem Teig im Holländer während der Vermahlung zugesetzt werden, da bei dem neuen Verfahren kein Latex zugegen ist. Auch kann die kolloidale wässerige Vulkanisiersuspension in einem besonderen Behälter bereitet und dieses Gemisch in den   Speisekanal für   den Brei vor oder nach der Einbringung des Latex oder auch zusammen mit diesem zugefühlt werden. 



   Die besten Ergebnisse erzielt man indess, wenn die eine Hälfte der vorausbestimmten Vulkanisiermittel dem Teig während der Vermahlung im   Holländer   und die andere Hälfte den   koagulierenden   Mitteln (Chlornatrium, Chlorammonium usw.) zugesetzt wird, so dass der in den Brei eintretende Latex mit den bereits auf den Fasern abgesetzten   Vulkanisiermitteln   und in der Folge mit den später, sei es allein. sei es zusammen mit der Koagulierungslösung zugesetzten Vulkanisiermitteln in Berührung kommt. 



  Durch diese letztere Methode geht die Vulkanisierung sowohl vom Innern der Fasern nach aussen wie 
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 in denen die Temperatur für die Vulkanisierung je nach den verwendeten Beschleunigern geregelt wird. rasch und vor allem vollkommen vulkanisiert wird. Die Verwendung von Antioxydationsmitteln, Vul-   kanisierungsmitteln   und Vulkanisationsbeschleunigern an sieh ist natürlich bekannt. Für vorliegendes Verfahren ist jedoch der Zeitpunkt des Zusatzes und die Form, in der der Zusatz erfolgt, massgebend. 
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 in bezug auf Festigkeit und Güte ein   Optimum   dar ; es wurde aber gefunden, dass die Festigkeit und das Aussehen des Produktes noch wesentlich verbessert werden kann, wenn man das Papier oder die Pappe durch geeignete Walzen oder Pressen, vorzugsweise unter Erwärmung,   hindurchfÜhrt.   



   Will man schliesslich ein   geschmeidigen   weiches Latexpapier erhalten, so wird den Fasern ein   Nähimittel   zugesetzt, bestehend aus Substanzen, welche direkt oder durch geeignete Fixiermittel auf die Fasern aufziehen, wobei man den   Aufnahmeprozess   noch durch Wärmezufuhr befördern kann, sofern dies die verwendeten Ingredientien erfordern. Die verwendeten Substanzen können je nach dem angestrebten Zweck verschieden gewählt werden ; beispielsweise können Fette und Öle, gegebenenfalls mit andern Substanzen vermischt, verwendet werden, wenn eine erhöhte   Geschmeidigkeit   angestrebt wird ; aber auch nicht fette   organisehe   oder anorganische Körper könen auf den Fasern fixieit werden, wenn nur auf die Fülle der Fasern Wert gelegt wird.

   Auch hier sind die zu verwendenden Stoffe für den angewendeten Zweck an sich bekannt und kommt für die Erfindung nur der Zeitpunkt des Zusatzes 
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Zu diesem   Zweck können auch   die in der Färberei verwendeten Beizmittel, wie z. B.   vegetabilische   oder mineralische Gerbstoffe, zur Anwendung kommen. 



   Diese Zusätze können dem Papierbrei in jedem beliebigen Augenblick zugegeben werden. jedoch vorzugsweise noch bevor der Brei mit dem Latex und den entsprechenden Koaguliermitteln gemischt wird. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :   l.   Verfahren zur Herstellung von Papier oder Karton mit Hilfe von   Gummimilch   od. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass die   Guinmimilch   od. dgl. dem Brei aus verriebenen, allenfalls mit nach Art der Beiz- 
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 pflanzlichen Fasern fortlaufend   zugeführt   wird, nachdem dieser Brei auf dem Wege zur   Papiermaschine,   die die Faser   verreibende   Vorrichtung (Holländer) verlassen hat.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von Chlornatrium, Chlorammonium und anderer Alkalichlorid zur Koagulierung des Latex auf den vegetabilischen Fasern des Papierbreies.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von Magnesiumsulfat oder Chlormagnesium und andere Erdalkalisalze zur Koagulierung des Latex auf den vegetabilischen Fasern des Papierbreies.
    4. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die zur Herstellung des Papiers oder Kartons erforderlichen Stoffe getrennt zubereitet und in kontinuierlichem Strom durch getrennte Kanäle so zugeführt werden, dass deren Zusammentritt erst im Augenblick vor der Verwendung zur Bogenbildung erfolgt.
    5. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 4, gekennzeichnet durch die Verbindung der Beizung, der vegetabilischen Fasern des Papierbreies laut Anspruch 1 mit den Koagulierungsmitteln und den in Anspruch 2 bzw. 3 gekennzeichneten Methoden.
    6. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Verwendung von organsichen und anorganischen Antioxydiermitteln, Vulkanisierungsmitteln und Vulkanisationsbesehleunigern.
    7. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Vermahlung der Vulkanisierungsmittel im Verein mit Leim, Gelatine oder Seiten zwecks Herstellung wässeriger, kolloidaler Suspensionen.
    8. Verfahren nach Anspruch 1, gekennzeichnet durch die Hinzufügung der kolloidalen Vulkanisierund Antioxydationsdispersionen zum Papierbrei während oder nach der Vermahlung im Holländer und vor Eintragung des Latex in den Brei.
    9. Verfahren nach obigen Ansprüchen, gekennzeichnet durch die kontinuierliche Zufuhr in vorausbestimmter Menge der kolloidalen Vulkanisier-und Antioxydationsdispersionen zum Brei unmittelbar vor oder nach der Vermischung des Latex mit dem Brei in den Zufuhrkanal zu den Papiermaschinen.
    10. Verfahren nach obigen Ansprüchen, gekennzeichnet durch die Zugabe der Hälfte der vorausbestimmten Menge von Vulkanisienmgsmitteln zum Papierbrei vor oder nach der Vermahlung, aber vor dem Vermischen des Latex mit dem Brei laut Anspruch 8 und Zugabe der andern Hälfte in kontinuierlicher Zufuhr in vorausbestimmter Menge zum Brei unmittelbar nach der Vermischung zum Zufuhrkanal für den Teig nach den Papiermaschinen.
    11. Gemäss dem Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10 hergestelltes Papier oder Karton, dadurch gekennzeichnet, dass das Papier oder der Karton nach der Vulkanisierung vorzugsweise unter Wärme gewalzt oder gepresst wird.
    12. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass bei Verwendung von Textilfasern (Baumwolle, Hanf, Ramie usf. ) diese mit einer geeigneten, vorzugsweise heissen, alkalischen Lösung vorbehandelt werden, um die Verreibung zu erleichtern, eine bessere Parallellegung der Fasern zu erzielen und gleichzeitig eine zufriedenstellende Faserlänge zu bewahren, worauf das Alkali wieder entfernt und die Fasern weiterverwendet werden.
    13. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass zu dem Zweck. ein geschmeidiges und weiches Papier zu erzielen, den Fasern-vorzugsweise bevor dem Brei die die Milch EMI3.2
AT133517D 1930-03-31 1931-03-21 Verfahren zur Herstellung von Papier und Karton mit Hilfe von Gummimilch od. dgl. AT133517B (de)

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