AT157091B - Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern.

Info

Publication number
AT157091B
AT157091B AT157091DA AT157091B AT 157091 B AT157091 B AT 157091B AT 157091D A AT157091D A AT 157091DA AT 157091 B AT157091 B AT 157091B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
casein
acid
solution
coagulation
fibers
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Antonio Ferretti
Original Assignee
Antonio Ferretti
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Antonio Ferretti filed Critical Antonio Ferretti
Application granted granted Critical
Publication of AT157091B publication Critical patent/AT157091B/de

Links

Landscapes

  • Artificial Filaments (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 
 EMI1.1 
 



   Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gespinstfasern. 



   Die in der ganzen Welt gegenwärtig in grossem Massstab hergestellten künstlichen Gespinstfasern bestehen ausschliesslich aus Cellulose, die durch verschiedene zweckmässige Methoden zu einer 
 EMI1.2 
   Baumwolle ; welche   aus reiner Cellulose besteht. 



   . Folglich sind-abgesehen von einigen Unterschieden in dem äusseren Aussehen-auch die 
 EMI1.3 
 für. did Fasern tierischer Herkunft, wie Wolle und Tierhaar, im allgemeinen gebräuchlichen Farbstoffen nicht färben, enthalten keinen Stickstoff usw. 



   Der Zweck der vorliegenden Erfindung besteht in der Herstellung künstlicher Gespinstfasern, welche   ausschliesslich   aus einer stickstoffhaltigen Substanz tierischer Natur bestehen, deren elementare Zusammensetzung, wie weiter unten gesehen werden wird, derjenigen der natürlichen Wolle praktisch gleich ist. Diese künstliche Gespinstfaser ist daher warm wie die natürliche Wolle, ist nicht entzündbar, 
 EMI1.4 
 Gehalt an Stickstoff usw.

   Diese neuen künstlichen Fasern können deshalb mit Berechtigung als ,,synthetische Wolle" bezeichnet werden, weil sie sieh zu der natürlichen Wolle in derselben Weise verhalten wie die künstlichen Gespinstfasern aus Cellulose zu den pflanzlichen Gespinstfasern im allgemeinen-undzu'der'Baumwolle im besonderen. 
 EMI1.5 
 Alkali gelöstem und in der   alkalischen L@suung gereiftem Kasein   besteht, in Spinndüsen einführt und die Fäden in sauren Bädern koaguliert, in einem Entquellungsbad mit einem   Härtungsmittel,   vorzugsweise Furmaldehyk, behandelt, wäscht und gegebenenfalls   nachbehandelt. J,     .

   Die obigen und weitern Merkmale und Vorzüge der Erfindung werden klar aus der nachstehenden   Angabe der Grundstoffe und der bei der Herstellung von Gespinstfasern nach der Erfindung aufeinanderfolgendenPhasendesVerfahrenshervorgehen. 



  Bei der Erzeugung von Kunstfasern nach der Erfindung ist der   Herstellungsprozess   in die 
 EMI1.6 
 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 Elementare Zusammensetzung : 
 EMI2.1 
 
<tb> 
<tb> Natürliche <SEP> Wolle <SEP> Kasein
<tb> Kohlenstoff <SEP> ...................................... <SEP> 49#25% <SEP> 53#00%
<tb> Wasserstoff <SEP> ...................................... <SEP> 7#57% <SEP> 7#00%
<tb> Sauerstoff <SEP> ...................................... <SEP> 23#66% <SEP> 23#00%
<tb> Stickstoff.................................... <SEP> 15-86% <SEP> 15-50%
<tb> Schwefel...................................... <SEP> 3-66% <SEP> 0-70%
<tb> Phsphor <SEP> ........................................

   <SEP> - <SEP> 0#80%
<tb> 'Zusammen <SEP> 1o0-00% <SEP> 100-00%
<tb> 
 
Die verschiedenen Kaseinarten, welche   gegenwärtig   in den Molkereien erzeugt werden, sind jedoch wenig geeignet für eine geregelte Herstellung kÜnstlicher Gespinstfasern. 



   Das aus der mittels Labferments erzielten Koagulierung der   abgerahmten   Milch gewonnene Kasein wird bekanntlich zur Fabrikation von   Kunsthorn verwendet.   Dieses Kasein ist nicht löslich in Alkalien und somit ist auch nur ein Versuch, dasselbe bei der Herstellung von Gespinstfasern zu verwenden, unmöglich. 



   Die andern mittels saurer Koagulierung der abgerahmten Milch gewonnenen Kaseine (die mehr oder weniger entmineralisiert sind) sind in Alkalien löslich und eignen sieh für die Bereitung viskoser Leime, zur Herstellung von Sperrholz, von satiniertem Papier, von Gewebesehliehten usw. 



   Nach zahlreichen Versuchen wurde festgestellt, dass diese Kaseine mit dem erfindungsgemässen Verfahren sich zwar zu Garnen und Fasern verarbeiten lassen, im allgemeinen aber, unter anderm, 
 EMI2.2 
 Garne voneinander schwer zu trennen sind ; häufig kleben sie zusammen, und in diesem Falle ergeben sie nach ihrer Trocknung ein festes, hartes und sprödes Bündel. 



   Diese Schwierigkeiten stellen sieh sowohl bei Verwendung laktisehen Kaseins ein, d. h., des Kaseins, welches durch Koagulierung der abgerahmten Milch mittels spontaner Säuregärung oder durch Fermentierung bei entsprechenden Temperaturen gewonnen worden ist, als auch bei Verwendung solchen Kaseins, das durch unmittelbares Absäuern der Milch mittels Zusatz von Säuren nach den allgemein bekannten Methoden gewonnen worden ist. Daher besteht die Notwendigkeit, ein Verfahren für die Schaffung eines Textilkaseins zu entwickeln, d. h. eines Kaseins, welches für eine regelmässige Fabrikation künstlicher Textilfasern vollkommen geeignet   ist..   



   Bei der Gewinnung des laktischen Kaseins bewirkt man die Koagulierung mittels der Milchsäure, welche durch die in der Milch vorhandenen Fermente fortlaufend erzeugt wird. Die Koagulierung des Kaseins vollzieht sieh in einem Zeitraume, der je nach der Temperatur und der Menge der in der Milch enthaltenen Fermente wechselt. Wird die Temperatur zwischen 25 und   30  C   gehalten und enthält die Milch eine normale Menge von Fermenten, so erfolgt die Koagulierung im allgemeinen   in 12-24   Stunden vom Gärungsanfang an gerechnet. 



   Nach erfolgter Koagulierung hört die Entwicklung   der Milchsäure   von selbst auf, weil diese Säure die Fermente, denen sie ihre Entstehung verdankt, allmählich unwirksam macht. 



   Jetzt erwärmt man das Kasein in seiner Molke, aber nicht über 650 C hinaus, um die 
 EMI2.3 
 aus, das zum Schluss getrocknet und gemahlen wird. 



   Gegenwärtig wird das entmineralisierte Kasein im allgemeinen nach dem oben angegebenen Verfahren hergestellt, d. h. durch spontane Säuerung der abgerahmten Milch (laktisches Kasein). In einigen Gegenden jedoch stellt man das Kasein, um die Koagulierungszeit zu verkürzen, dadurch her, dass man der abgerahmten Milch mineralische oder organische Säuren zusetzt, wodurch eine sofortige Koagulierung erzielt wird   (Säurekasein).   Die Menge der der Milch zugesetzten Säure wechselt je nach der benutzten Säure und nach der Temperatur der Milch zu dem Zeitpunkt, in dem die Säure zugesetzt   wird..   Je hoher die Temperatur der. Milch, desto geringer ist die Säuremenge. die erforderlich ist, um 
 EMI2.4 
 wird, z.   B.   Schwefelsäure, die erforderliche Säuremenge weit geringer, als wenn eine schwache-organische Säure, z. B.

   Milch   oder-Essigsäure, verwendet   wird. 
 EMI2.5 
   Säureüberschusses,, welcher die von allen Milehfachleuten und Milchteehnikem behauptete sogenannte ,,saure Widerauflösung des Kaseins" zur Folge haben würde.   

 <Desc/Clms Page number 3> 

 



   Das laktisehe Kasein bleibt notwendigerweise eine längere Zeit in Berührung mit der in seiner Molke enthaltenen Säure, und dieser Umstand fördert die Entmineralisierung, die erwünscht ist, wenn man ein Kasein gewinnen will, das gute, viskose Leime ergibt. Auch bezüglich der Herstellung des sauren Kaseins wird von einigen Seiten der Vorschlag gemacht, die Dauer der Berührung des koagulierten Kaseins mit der der Milch zugesetzten Säure zu verlängern, zuweilen unter starkem   Umrühren   des Kaseins in der sauren Molke, immer zu dem ausschliesslichen Zweck, eine bessere Entmineralisierung zu erreichen. In diesem Falle jedoch verliert man natürlich einen guten Teil der Zeit, der durch die rasche saure Koagulierung erspart worden war. 



   Das mit den oben beschriebenen Verfahren gewonnene saure und   laktische   Kasein ist genügend entmineralisiert und enthält für gewöhnlich nur 2-3% Asche. 



   Um ein reines, d.   h.   beinahe vollständig aschefreies Kasein zu gewinnen, wird das laktische oder saure Kasein in Alkali wieder aufgelöst und dann von neuem mit Säure niedergeschlagen. Dieses Vorgehen kann man zwei-oder dreimal wiederholen und damit ein im wesentlichen reines Kasein erhalten. Die Kosten dieses reinen Kaseins sind aber so hoch, dass es sich nie hat in der Technik einbürgern können. 



   Versuche, dieses so gereinigte Kasein der Herstellung künstlicher Fäden zuzuführen, schlugen aber ebenfalls fehl. Selbst ein solches Kasein weist noch die gleichen Nachteile auf wie die andern Handelskaseine. 



   Um nun Kaseine zu erhalten, die für die Fabrikation künstlicher Gespinstfasern geeignet sind, muss erfindungsgemäss ein   Säureüberschuss   in die abgerahmte Milch über jene Säuremenge hinaus eingeführt werden, die eben erforderlich ist, um die Koagulierung des Kaseins zu bewirken. 



   Die saure Koagulierung des Kaseins wird erfindungsgemäss so ausgeführt, dass man gerade das, was man bei der Herstellung der Handelskaseine sorgfältig zu vermeiden trachtet und was von den Autoren und Fachleuten unrichtig als"saure Wiederauflösung des Kaseins" bezeichnet worden   ist, zustandebringt, denn nach zahlreichen vom Erfinder aufgestellten Versuchen erfolgt diese Wiederauflösung nicht tatsächlich, sondern nur dem Anschein nach.     achfolgende Beispiele   mögen das oben Ausgeführte näher erläutern :
Beispiel 1 :

   Um   100 l   abgerahmter und auf   40    C erwärmter Milch zu koagulieren, genügen   110 cm3 Schwefelsäure   von   660 Bé,   denen   990cm"Wasser   im voraus zugesetzt worden sind ; die   Acidität   der Molke im Zeitpunkt der Koagulierung beträgt etwa 4'9-5 pH. Das auf diese Weise erhaltene Kasein ist unter anderm wenig entmineralisiert und durchaus ungeeignet für eine regelmässige und wirtschaftliche Erzeugung von Gespinstfasern. 



   Beispiel 2 : Um dieselben   100 1   abgerahmter, jedoch auf   200 C   erwärmter Milch zu koagulieren, braucht man ungefähr 160   cw"Schwefelsäure   66   Be,   denen 1440   em   Wasser im voraus zugesetzt worden sind ; am Koagulierungspunkt beträgt die Säurezahl der Molke ungefähr 4'6-4'7 pH. Dies ist der niedrigste pH, d. h. die höchste   Aeidität,   welche für die Koagulierung sämtlicher   laktischen   und sauren Handelskaseine verwendet wird. 



   Dieses Kasein ist besser, besonders hinsichtlich der Entmineralisierung, als das mit dem Verfahren nach Beispiel 1 gewonnene, weist aber bei der Herstellung   künstlicher   Gespinstfasern dieselben Nachteile und Schwierigkeiten auf, wie das   laktische   oder saure Handelskasein. 



   Unter Verwendung gleicher Mengen Schwefelsäure, wie im vorhergehenden, sind die folgenden Versuche ausgeführt worden :
Die Schwefelsäure wird in unterschiedlichen Mengen und zu verschiedenen Zeitpunkten in die abgerahmte Milch eingeführt ; das koagulierte Kasein wird in seiner Molke stehen gelassen ; das koagulierte Kasein wird in seiner Molke auf Temperaturen zwischen 20 und 69  C erwärmt, u. zw. für eine Dauer von 5 Minuten bis 96 Stunden ; das Kasein wird im bloss abgepressten oder auch pulverisierten Zustand reifen gelassen ; der gleiche Versuch wird durchgeführt mit Kasein in gewaschenem und nicht gewaschenem Zustande, bei Anwendung der verschiedensten Zeiten und Temperaturen ; das Kasein wird langsam oder rasch getrocknet, unter Änderung der Trocknungstemperaturen und der Lüftung. 



   In vielen Fällen wurde eine Verschlechterung der   gewünschten   Qualität festgestellt, in keinem 
 EMI3.1 
 

 <Desc/Clms Page number 4> 

 
 EMI4.1 
 dass das koagulierte Kasein sich wieder auflöst, jedoch nur scheinbar, u. zw. wegen. des Säure- überschusses. 



   Im Schrifttum wird vielfach die Ansicht vertreten, dass diese   Wiederauflosung   des Kaseins 
 EMI4.2 
 dass das nicht so ist, sondern dass es sich überhaupt um keine eigentliche Wiederauflösung handelt, sondern nur um eine äusserst feine Zerteilung der   Flöckchen   geronnenen Kaseins. Der Gerinnungs- 
 EMI4.3 
 in einem sauren Medium löst. Es kann somit aus seiner Molke abgeschieden und entfernt werden, wie gross auch immer die Menge der für seine Koagulierung benutzten Säure sein mag.

   Jedenfalls steht nach obigem fest, dass. die für rationelle und regelmässige Fabrikation künstlicher Gespinstfasern besonders geeigneten Kaseine dadurch gewonnen werden, dass man die abgerahmte Milch mit einem Säureübersehuss über die Menge, welche theoretisch ausreicht, um die Koagulierung des Kaseins bei der Temperatur von 20  C zu bewirken, koaguliert, d. h. man muss auf einen pH heruntergehen, der niedriger ist als der für die Koagulierung der laktisehen und sauren Handelskaseine (pH   4#7),  
Selbstverständlich kann man den Wert des   Säureübersehusses   über und unter den in Beispiel 3 angegebenen Wert von   56% einstellen,   u. zw. je nach den Wirkungen, die man zu erreichen wünscht. 



   Wenn man   z.   B., unter Festhaltung der übrigen Bedingungen 100 l abgerahmter und auf 20  C gebraehter Milch mit 250   cm3   Schwefelsäure von 66 Be koaguliert, so erhält man ein Textilkasein, d. h. ein Kasein, das geeignet ist, Gespinstfasern mit vorzüglicher Weichheit und Widerstandsfähigkeit zu liefern. Wird die Menge der für die Koagulierung verwendeten Säure stufenweise verringert, so   nimmt, die Widerstandsfähigkeit   der Fasern zu, ihre Weichheit aber entsprechend ab, bis die erhaltenen Fasern zusammenkleben und spröde sind (und daher keinen Wert mehr haben), wenn die Menge der verwendeten   Schwefelsäure   von   66'Be   auf die für die Erreichung der Koagulation streng erforderliche, also auf etwa 160 cm2 beschränkt wird, statt der oben genannten   250 em3.

   Umgekehrt wird durch   Verwendung grösserer Säuremengen die Weichheit der Faser bis zu einem gewissen Grade verbessert, doch zum Nachteil der Festigkeit, welche entsprechend der verwendeten grösseren Säuremenge abnimmt. 



    Alle starken mineralischen Säuren (Salpetersäure, Schwefelsäure u. dgl. ) sind verwendbar zur   Koagulierung eines für die Herstellung künstlicher   Gespinstfasern geeigneten Kaseins, selbstverständlich   unter Änderung der Säuremenge je nach deren Konzentration und deren grösserem oder geringerem Neutralisierungsvermögen, wobei die Notwendigkeit bestehen bleibt, die Koagulierung mit einem 
 EMI4.4 
 



   Die   organischen Säuren   sind zu dem vorliegenden Zweck ebenfalls verwendbar, aber sie sind weniger geeignet, und ausserdem würden die Kosten des Kaseins weit höher sein, einmal wegen der erforderlichen grösseren Säuremenge und dann wegen ihres höheren Preises. 



   Schliesslich ist hervorzuheben, dass die Koagulierung des Textilkaseins auch mit Hilfe von Gemischen aus zwei oder mehr mineralischen oder organischen Säuren   durchführbar   ist, vorausgesetzt, dass das Neutralisierungsvermögen des sauren Gemisches für je 100 l ahgerahmter Milch dem Neu- 
 EMI4.5 
 oder geringeren Menge derselben Schwefelsäure, die jeweils gebraucht werden soll, um eine grössere oder geringere Widerstandsfähigkeit bzw.. Weichheit der Fasern zu erzielen. 



   . So kann man   immer   unter der Annahme von   100l) filch   von 20  C Temperatur, z. B. 125 cm3 Schwefelsäure von 660 Be und   250cm ? gleichfalls   konzentrierte Salpetersäure verwenden. Das Ergebnis ist etwa dasselbe wie bei Verwendung von 250   ein     Schwefelsäure   von 66   Be,   die Kosten sind aber um ein vielfaches hoher als bei Verwendung der Schwefelsäure allein. 



   Ferner ist darauf hinzuweisen, dass man sowohl das laktisehe als auch das saure Handelskasein 
 EMI4.6 
 

 <Desc/Clms Page number 5> 

 Arbeit bedingen. Bei dem sauren Kasein ist diese Arbeit leichter ; denn wenn man einmal die'für die Koagulierung des normalen sauren Kaseins verwendete Säuremenge kennt, kann man leicht'die Ergänzungsmenge bestimmen, welche notwendig ist, um dasselbe in Textilkasein nach der Erfindung umzuwandeln. 



   Ferner sei bemerkt, dass es einige Fermentarten gibt, welche, wenn sie der   abgerahmten   Milch unter günstigen Temperaturverhältnissen zugesetzt werden, geeignet sind, eine so beträchtliche   Acidität zu erzeugen, dass diese zuweilen den für die Erzielung eines Textilkaseins notwendigen pH-Wert   erreichen kann.

   Nicht immer jedoch entspricht dieses Kasein den Forderungen, die für dessen Umwandlung in Gespinstfasern gestellt werden müssen, denn die   Acidität,   die ja durch die Wirkung von Mikroorganismen erzeugt ist. schwankt zuweilen innerhalb zu weiter Grenzen, so dass ein regelmässiger Verspinnungsbetrieb unmöglich sein würde : aber diese Möglichkeit, spezielle, einen hohen Säuregrad erzeugende Fermente zuzusetzen, sollte erwähnt werden, um das erfindungsgemässe Prinzip zu bekräftigen und um zu betonen, dass um ein Textilkasein zu gewinnen, die Milch mit einem   Säureüberschuss   innerhalb der oben angegebenen Grenzen koaguliert werden muss. 



   Auch die von einem ersten Posten koagulierte Milch übrig gebliebene saure Molke kann für 
 EMI5.1 
 Ergänzungssäure. 



   Nachdem das Kasein koaguliert worden ist, erwärmt man es, um das Abtropfen der Flüssigkeit sowie die darauffolgende Pressung zu erleichtern. 



   Für diese Arbeitsgänge können die Temperaturen sehr verschieden sein ; man soll es aber vermeiden, über 65-660 C hinauszugehen, weil schon bei   70  C   die Koagulierung des   Milcheiweisses   in der Molke einzutreten beginnt und dieses in erheblichen Mengen mit dem Kasein vermengte Eiweiss die nachfolgende Verspinnung stören würde. Es genügt z. B. das Kasein in   der Molke allmählich   bis auf   610 C   zu erwärmen und dann die Molke sofort abtropfen zu lassen, um das Kasein zu sammeln. 



  Man kann zwar die Dauer des Verbleibens des Kaseins in   610 C   warmer Molke auf eine halbe Stunde oder auch mehr ausdehnen, dies ist aber nicht wünschenswert ; ein übermässig langes Stehenlassen bei der besagten Temperatur verringert die Widerstandsfähigkeit der Fasern im Enderzeugnis. 



   Es ist ferner gefunden worden, dass es vorteilhaft ist, das Kasein in der Molke für die Dauer von einer Stunde auf eine Temperatur von 450 C zu erwärmen. Man kann durch Regelung der Temperatur oder der Erwärmungsdauer kleine Korrekturen des Viskositätsgrades und der Dichte der aufeinanderfolgenden kolloiden Kaseinlösungen herbeiführen. Es ist aber vorzuziehen, diese kleinen Korrekturen dadurch zu bewirken, dass die Temperatur während der Bereitung und der nachfolgenden Reifung der kolloiden alkalischen   Kaseinlösung   gewechselt wird.

   Selbstverständlich ist es, wenn man die Viskosität und Dichtigkeit der alkalischen   Kaseinlösung   im voraus ändern will, zweckmässig, in der Weise vorzugehen, dass man den   Säureübersehuss   während der   Koagulierung   der Milch, je nach dem gewünschten Ziel, vermehrt oder vermindert. 



   Nachdem das Kasein in der beschriebenen Weise koaguliert und dann erwärmt worden ist, scheidet man es aus der Molke aus und presst es mit geeigneten Mitteln, um die Menge der darin verbleibenden Flüssigkeit auf ein Minimum zu verringern. Die sauren oder laktisehen Handelskaseine werden vor der Pressung im allgemeinen ein oder mehrere Male gewaschen ; nach der Pressung werden sie getrocknet, um den Flüssigkeitsgehalt, welcher auch nach der Pressung noch 50-70% beträgt, 
 EMI5.2 
 
Für die Herstellung künstlicher Gespinstfasern ist es erlässlieh, das Kasein zu waschen,   um   dasselbe von der Molke zu befreien, noch braucht man es auszutrocknen. Es kann vielmehr nach der Pressung und darauffolgenden Zerreibung ohne weiteres für die Bereitung der alkalischen kolloiden Lösungen, aus denen man die Gespinstfasern gewinnt. verwendet werden.

   In diesem Falle muss natürlich, wie weiter unten beschrieben werden wird. der in dem Kasein verbliebene Gehalt an saurer Molke berücksichtigt werden bei der Bestimmung der   Ergänzungsalkalien,   die benötigt werden,   um   das Kasein 
 EMI5.3 
 des trockenen Kaseins nicht übersteigt, um einen genügenden Spielraum für die Lösungsmittel, die für die Bereitung der alkalischen kolloidalen Lösung zu verwenden sind, zu belassen. 
 EMI5.4 
 Gehalt an Molke stets eingehalten werden   muss.   um eine   gleichmässige   Arbeit zu erleichtern. 



   Es ist zweckmässig, dass das für die Herstellung der Gespinstfasern bestimmte Kasein während der der Koagulierung folgenden Arbeitsgänge keiner, auch nicht der geringsten Gärung ausgesetzt wird. Wenn das Kasein nicht gewaschen worden'ist und somit noch saure Molke enthält, bleibt es leicht'bei der Temperatur des fliessenden Wassers für einige Tage unversehrt, nämlich für ungefähr   die Zeit, die'für seine Beförderung nach der Fabrik und für seine anschliessende Verwendung bei der Bereitung der kolloidalen Losung erforderlieh ist. Wenn dasselbe, saure Molke enthaltende Kasein   

 <Desc/Clms Page number 6> 

   in geeigneten Troekenanlagen bei entsprechenden Temperaturen getrocknet wird, so besteht keine Gefahr, dass Gärungen hervorgerufen werden. 



  Wenn dagegen das Kasein gewaschen worden ist, so ist es zweckmässig, dem Kasein geeignete antiseptische oder Sterilisiermittel zuzusetzen, um Gärungen vorzubeugen, die leicht eintreten könnten, besonders bei Beginn des Trocknungsvorganges und während der Sommermonate. 



  Ein geeignetes Sterilisiermittel kann sowohl während der Koagulierung des Kaseins als auch nachher verwendet werden. 



  Im nachfolgenden soll ein Beispiel der Herstellung des für die Erzeugung von Gespinstfasern geeigneten Kaseins gegeben werden : In der ersten Phase des Verfahrens wird eine bestimmte Menge abgerahmter Milch in einen Behälter gefüllt, der mit. Rührwerk sowie mit Doppelboden und Doppelwänden für die Zirkulation des Wassers, das für die Regulierung der Temperaturen während des Koagulierungsvorganges benötigt wird, ausgerüstet ist. 



  Die Milch wird auf 20" C gebracht. In einem getrennten Behälter bereitet man eine Lösung von 250 cm3 Schwefelsäure von 66 Be, vorzugsweise mit der neunfachen Menge Wasser, verdünnt für je 100 l abgerahmter Milch. Auch diese saure Lösung wird auf 200 C gebracht. Selbstverständlich kann die Menge des der Säure beizugebenden Wassers innerhalb sehr weiter Grenzen geändert werden. 



  Man lässt das Rührwerk an, um die Milch in Bewegung zu halten und dadurch eine gleichmässige und durchgreifende Verteilung der sauren Lösung in der Milch zu erleichtern. 



  Jetzt setzt man eine Hälfte der vorbereiteten sauren Lösung der Milch langsam zu. zweckmässig mit Hilfe über die Milchmasse gleichmässig verteilter Glasröhrchen und unter fortwährendem Umrühren der flüssigen Masse. 



  Nachdem die Milch eine halbe Stunde lang in Berührung mit dem ersten Teil der Säure geblieben ist, setzt man in derselben Weise die restliche vorbereitete Säure zu. 



  Nach Beendigung der Säureeinführung kann man sofort mit der Erwärmung auf die gewünschte Temperatur beginnen, zweckmässig unter anhaltendem Betrieb des Rührwerks, um das Kasein in der Molke in Iischungszustand zu halten. Wie schon gesagt, kann man auch eine gewisse Zeit warten, bevor nach erfolgter Koagulierung mit der Erwärmung der Masse begonnen wird. 



  Nach beendeter Erwärmung scheidet man das Kasein aus der Molke aus, presst es, um seinen Feuchtigkeitsgehalt herabzusetzen und pulverisiert es, um die anschliessende kolloide Lösung zu erleichtern. 



  Das in der oben beschriebenen Weise erzeugte Kasein ist tauglich, Gespinstfasern mit vorzüglicher Festigkeit und Weichheit zu liefern. 



  Wenn es aus beliebigen Gründen erwünscht ist, Fasern von höherer Festigkeit und geringerer Weichheit zu erzeugen, setzt man die Menge der Schwefelsäure bis zu einem Mindestwert von etwa 170 cm3 je 100 ! Milch herab, wodurch man, entsprechend der verwendeten geringeren Säuremenge, stufenweise festere und weniger weiche Fasern erhält. 



  Jedoch schon bei dem genannten Mindestwert läuft man Gefahr, dass sieh die Herstellungsarbeit unregelmässig gestaltet und dass vor allem die Qualität des Enderzeugnisses verschlechtert wird.   
 EMI6.1 
 Weichheit der Faser zu steigern, so geschieht dies auf Kosten der Widerstandsfähigkeit. 



   Die Temperatur während der Koagulierung kann auch niedriger sein als die im Beispiel genannten   200 C   oder auch etwas höher. 



   Der zweite Arbeitsvorgang des Verfahrens besteht in der kolloiden Auflösung, der Verdünnung und der Reifung des Kaseins. 



   Alle Kaseine, ob   faktisch   oder sauer, einschliesslich des nach dem vorliegenden Verfahren gewonnenen Kaseins, sind, vorausgesetzt, dass sie genügend   entmineralisiert   worden sind, in sämtlichen Alkalien löslich und ergeben in Verbindung mit diesen mehr oder weniger viskose kolloide Lösungen. 



   Um aber aus einem Kasein eine spinnbare kolloide Lösung zu erhalten, sind nur das Natriumhydroxyd (Atznatron) und Kaliumhydroxyd (Ätzkali) geeignet. Alle andern Alkalien, auch miteinander in den verschiedensten Mengenverhältnissen kombiniert, ergeben nur kolloide Kaseinlösungen, die nicht spinnbar sind. 



   Diese bei zahlreichen Versuchen gemachte Feststellung gilt nicht nur für das erfindungsgemäss hergestellte Textilkasein, sondern für alle Handelskaseine, einerlei ob laktisch oder sauer. 



   In der Praxis ist es zweckmässiger, nur Natriumhydroxyd als Lösungsmittel zu verwenden, weil es wohlfeile als Kaliumhydroxyd ist, während die Ergebnisse die gleichen sind. Es wurde jedoch auch gefunden, dass auch ein Gemisch aus hydratisiertem Natrium und hydratisiertem Kalium in den verschiedensten Mengenverhältnissen verwendbar ist, wobei der einzige Unterschied in dem höheren Gestehungskosten besteht, entsprechend der Menge des an'Stelle des Natriumhydroxyds verwendeten Kaliumhydroxyds. 



   Es können auch geringe Mengen anderer Alkalien Verwendung finden, welche entweder direkt den   wässrigen   Lösungen des Natriumhydroxyds oder des Kaliumhydroxyds oder der Gemische aus beiden zugesetzt oder der mit Natriumhydroxyd oder mit Kaliumhydroxyd oder mit einem Gemisch 

 <Desc/Clms Page number 7> 

 aus beiden vorher hergestellten kolloiden   Kaseinlösung   beigegeben werden, um. geringe Änderungen der Eigenschaften der kolloiden   Kaseinlösung   zu bewirken ; dabei sollen jedoch diese Zusätze innerhalb enger Grenzen gehalten werden, weil sonst die kolloide Kaseinlösung ihre Verspinnungsfähigkeit   einbüsst.   



   Mit andern Worten : das für die kolloide   Kaseinlosung   benutzte alkalische Mittel soll vorwiegend aus Natriumhydroxyd oder Kaliumhydroxyd bestehen, wobei das Vorwiegen nicht auf das Volumen der als Lösungsmittel verwendeten Lösung, sondern ausschliesslich auf das Neutralisierungsvermögen desselben bezogen werden soll. 



   Die Menge des vorzugsweise zu verwendenden Natriumhydroxyds zur Erzielung einer kolloiden Kaseinlösung, die geeignet ist für die Herstellung künstlicher Gespinstfasern, kann beispielsweise auf Grund einer Temperatur von 240 C berechnet werden, welche für die Auflösung des Kaseins und für dessen nachfolgende Reifung gebräuchlich ist. Die Menge des Natriumhydroxyds kann jedoch etwas herabgesetzt werden, wenn die benutzte Temperatur höher ist als die angegebene und umgekehrt kann sie bei einer niedrigeren Temperatur etwas erhöht werden. Es. besteht jedoch kein direktes umgekehrtes   Verhältnis zwischen der verwendeten Alkalimenge und der angewendeten Temperatur, weil das Alkali vor allem auf die Lösbarkeit des Kaseins, die Temperatur dagegen hauptsächlich auf Viskosität, Dichte,   
Volumen und Reifungszeit der kolloiden Lösung einwirkt. 



   Bei gleicher Menge des verwendeten Natriumhydroxyds entsprechen einer höheren Temperatur, ein grösseres Volumen und eine grössere Dichte sowie eine geringere Viskosität und eine raschere Reifung der Kolloidlösung. 



   Es ist aber nicht empfehlenswert, von der Mitteltemperatur von 24  C stark abzuweichen. 



  Wenn z. B. die Temperatur von   350 C allmählich   überstiegen wird, so wird die Dichte allmählich übermässig im Verhältnis zu der für den Spinnvorgang notwendigen Viskosität, und vor allem läuft man
Gefahr, die Güte des Enderzeugnisses in schwerem Masse zu beeinträchtigen. Umgekehrt tritt unterhalb von 14  C eine übermässige und unnütze Verzögerung der Reifung ein und ausserdem fällt es schwer, um nicht zu sagen unmöglich, das gewünschte Volumen der Kolloidlösung zu erhalten. 



   Man kann zwar die Dichte der kolloiden Kaseinlösung steigern, ohne deren Verspinnbarkeit zu beeinträchtigen, ja zuweilen sogar unter Verbesserung derselben, u. zw. durch Verwendung spezifischer Verdünnungsmittel, die weiter unten angegeben sind. Diese Verdünnungsmittel beeinflussen jedoch stets in gleichem Masse die Dichte und das Volumen der Kolloidlösungen, welches auch die Bereitungsund Reifungstemperatur gewesen sein mag, und somit bleiben die   Dichte-und Volumenunterschiede   der bei verschiedenen Temperaturen erhaltenen kolloidalen Kaseinlösungen beinahe unverändert im Verhältnis zueinander. 



   Es seien nunmehr zwecks klaren Verständnisses dieses Teiles der Erfindung verschiedene Beispiele von kolloiden Lösungen textilen Kaseins gegeben. 



   Beispiel.   A   : Bei Verwendung getrockneten, nach der Koagulierung nicht gewaschenen Kaseins. 



   Eine bestimmte Menge trockenen und gemahlenen Kaseins wird in einen passenden Behälter eingebracht, welcher mit Rührwerk ausgerüstet ist sowie mit Doppelboden und Doppelwänden für den Anlauf des Wassers, welches für die Temperaturregulierung während der Auflösungs-, Verdünnungund Reifungsvorgänge der kolloidalen Kaseinlösung erforderlich ist. 



   Auf je 100 kg trockenen, einen normalen Feuchtigkeitsgehalt von   10%   besitzenden Kaseins werden   200 1   von auf 24  C erwärmtem Wasser in den Behälter gegossen, u. zw. in der Weise, dass das Wasser auf das ganze zuvor in den Behälter eingeführte Kasein gleichmässig verteilt wird. Man kann aber auch zunächst das Wasser und dann das Kasein in den Behälter giessen. 



   Nach zwei-bis dreistündigen Kontakt führt man in den Behälter, auf je 100 kg trockenen Kaseins wie oben, eine Lösung aus   23 1   Natriumhydroxyd von spezifischen Gewicht   1'32   und   77 1   Wasser ein, die vorher auf   240   C gebracht worden sind, u. zw. unter kräftigen Umrühren, um die Lösung des Natriumhydroxyds rasch und gleichmässig mit dem Kasein innig zu vermischen. Sobald das Gemisch gleichmässig geworden ist, kann das Rühren verlangsamt oder auch mit Unterbrechungen vorgenommen werden. Die Temperatur wird vorzugsweise auf 24  C konstant gehalten.

   Es sei erwähnt, dass an Stelle der Natriumhydroxydlösung von 35 Bé auch eine entsprechende Menge trockenen Natriumhydroxyds verwendet werden kann ; desgleichen kann an Stelle des Natriumhydroxyds Kaliumhydroxyd Verwendung finden, unter Berücksichtigung des Umstandes, dass bei gleichbleibender Temperatur von   240 C die   Menge des Kaliumhydroxyds der Alkalinität oder dem Neutralisierungsvermögen von   231   Natriumhydroxyd von 35 Be je 100 kg trockenen Kaseins mit   10%   Feuchtigkeitsgehalt entsprechen   muss.   Sollte der Feuchtigkeitsgehalt des verwendeten Kaseins höher oder niedriger sein, so muss selbstverständlich die Menge des dem Kasein zuzusetzenden Wassers und Alkalis entsprechend geändert werden. 



   Sobald das Kasein sich aufgelöst hat und die Masse allmählich dichter und viskoser geworden ist-was in wenigen Stunden geschieht, je nach der Art des verwendeten Kaseins, nämlich ob durch eine grössere oder geringere Säuremenge koaguliert.-, schreitet man unter Aufrechterhaltung der Temperatur von 24  C an eine langsame stufenweise Verdünnung, um die während der Reifung zunehmende   Dichte, der Kolloidlösung auszugleifhen.   

 <Desc/Clms Page number 8> 

 
 EMI8.1 
 allmählich, um eine augenblickliche   übermassige Verdünnung zu   vermeiden, was eine   Verzögerung   bei dem regelmässigen stufenweisen   Dichtwerden   der Lösung verursachen würde, wie es nötig ist,

   für die nachfolgenden Zusätze von   Verdünnungsmitteln   bis zur Erreichung des gewünschten Volumens der Kolloidlösung und ohne dass dieselbe an   ihrer Verspinnungsfähigkeit   Einbusse erleidet. 
 EMI8.2 
 zahl zu Wasser verstanden werden soll, sondern vielmehr ihre   Zähflüssigkeit-,   kann man einer weiteren Zunahme der letzteren dadurch Einhalt tun, dass man die   Lcsungstemperatur   etwas erniedrigt ; auf diese Weise ist die Lösung auf eine gewisse Zeit stabilisiert, so dass man dieselbe mit den vorbestimmten Eigenschaften und Charakteristiken zum Verspinnen bringen kann. Dies ist äusserst wichtig für eine 
 EMI8.3 
 
In Verbindung mit dem oben Gesagten kann die für die Auflösung.

   Reifung und Volumenzunahme der kolloiden   Kaseinlösnng   erforderliche Zeit innerhalb genügend weiter Grenzen geändert werden : denn diese Zeit richtet sich nicht nur nach dem gewünschten Volumen und der gewiinsehten Dichtigkeit, sondern auch nach den verwendeten Kaseinarten und nach der während der alkalischen Auflösung des Kaseins und der darauffolgenden Reifung angewandten Temperatur. 
 EMI8.4 
 von   240 C   aufgelöst und mit Leitungswasser   verdiinnt   worden ist, bedarf im allgemeinen einer 48stündigen Reifung, um eine für das Verspinnen passende Dichtigkeit und Viskosität zu erreichen. d.   It.   um ein Volumen von   550-COO   je 100 kg trockenen Kaseins zu erreichen.

   Ist ein geringeres   Volumen erwünscht,   so kann unter Beibehaltung   sämtlicher   andern Faktoren die Reifungszeit etwas verringert werden. Ist ein grösseres Volumen erwünscht, so kann die Reifungszeit verlängert werden. doch nur bis zu einer gewissen Grenze, denn z. B. nach 96 Stunden läuft man Gefahr, die Qualität der erhaltenen Gespinstfasern zu beeinträchtigen. 



   Auch die Menge, und in geringem   Masse   auch die Art der für die Koagulierung des Kaseins verwendeten Säure, spielt eine bedeutende Rolle in bezug auf die Viskosität, die Dichtigkeit und das Volumen der alkalischen   Kaseinlosung. Je grosser   die Menge der für die Koagulierung des Kaseins benutzten Säure ist, desto geringer sind und weniger schnell erreicht werden die Viskosität und Zähflüssigkeit 
 EMI8.5 
 kehrt entspricht einer geringeren Säuremenge eine schneller erreichte und grössere Viskosität, Zähflüssigkeit und ein grösseres Volumen der Lösung. Erfolgt   eine Übertreibung   in dem einen oder andern Sinne, so erhält man Lösungen, die sich schwer verspinnen lassen, abgesehen von der minderwertigen Qualität der erhaltenen Fasern. 



   Wenn deshalb Kaseine benutzt werden, die die verschiedenen oben angegebenen Eigenschaften 
 EMI8.6 
 nach dem Zusatz der   Natriumhydroxydlösung     400 1   je   100 kg   des verwendeten Kaseins. Dieses Volumen kann zwar etwas vergrössert oder verringert werden, jedoch nur innerhalb enger Grenzen, 
 EMI8.7 
 sonstigen Faktoren die vollständige Auflösung des Kaseins und die entsprechende Entwicklung der   Viskosität   und Dichtigkeit, die erforderlich sind, um die nachfolgenden Zusätze an Verdiinnungsmitteln einführen zu können. Wird ein zu grosses Anfangsvolumen angesetzt, so kann sogar der regelmässige Verlauf des Vorgangs hoffnungslos verdorben werden. Anderseits macht ein zu kleines anfäng- 
 EMI8.8 
 art.

   Für die Kaseine, welche mit einer grösseren Säuremenge koaguliert worden sind, ist es zweckmässiger, das Volumen der   Anfangslösung   etwas kleiner zu wählen und umgekehrt ist es bei den mit einer geringeren Säuremenge koagulieren Kaseine zweckmässiger, das genannte Volumen zu vergrössern. 



   Das vor der Trocknung gewaschene Kasein wird in derselben Weise aufgelöst wie das nicht gewaschene Kasein : nur wird die verwendete Alkalimenge verringert, entsprechend der infolge der 
 EMI8.9 
 zu erleichtern.. 



   Man bringt das Kasein in den schon beschriebenen Behälter, u. zw. ohne Wasserzusatz, denn   in Falle ist das Wasser durch die Molke ersetzt. Jetzt wird die Lösung des Natriumhydroxyds von 35 Be zugesetzt, welcher zuvor so viel Wasser zugegeben worden ist, wie erforderlich ist, um das   

 <Desc/Clms Page number 9> 

 
 EMI9.1 
 



   Zuweilen ist es wichtig, in die kolloiden   Kaseinlösungen   die Koagulierung beschleunigende   MitteLeinzuführen,   um eine raschere und vollkommene Koagulierung der Fäden, ohne Änderung des 
 EMI9.2 
 



   Z. B. kann man eine Seife in Gegenwart von Natriumhydroxyd und einer kleinen Wassermenge mit Schwefelkohlenstoff unter mässiger Erwärmung behandeln, nach erfolgter Reaktion setzt man weiteres Wasser hinzu, um die    gewünsehte Menge Seifenlösung   zu erhalten, die, wenn die Reaktion eine regelmässige gewesen ist, eine Orangefärbung angenommen haben wird. 



   Je na. ch. den gewünschten Wirkungen setzt man der kolloiden Kaseinlösung bestimmte Mengen dieser Seifenlösung zu und nur vorzugsweise wenige Stunden bevor man an das Verspinnen geht. 



   Es werden auf diese Weise drei Wirkungen gleichzeitig erzielt, nämlich : grösseres Volumen der kolloiden Kaseinlösung, ohne deren Zähflüssigkeit herabzusetzen ; Beschleunigung der Koagulierbarkeit trotz der verzögernden Wirkung der Seife ; grössere Weichheit der erhaltenen Gespinstfasern. 



  Es können. auch andere Stoffe zu demselben Zweck dienen, wie Glyzerin usw., stets aber unter Behandlung mit Schwefelkohlenstoff. 



   Wenn man dagegen keine Fette in die kolloide Kaseinlösung einführen will, so kann man die Natriumhydroxydlösung mit Schwefelkohlenstoff behandeln und diese Lösung statt der vorher besprochenen. verwenden, wobei man sich die Menge des verwendeten Natriumhydroxyds merken muss, um dieselbe wenigstens teilweise von der Alkalimenge die bei der vorangehenden   Kaseinlösung   gebraucht werden soll, in Abzug zu bringen. 



   Der Schwefelkohlenstoff kann auch vorzugsweise in der Form von Dämpfen unmittelbar in die kolloide   Kaseinlösung   eingeführt werden oder in, beliebiger anderer dem angestrebten Zweck ent- 
 EMI9.3 
 



   Endlich können den alkalischen Kaseinlösungen Lösungen, alkalischer Silikate hinzugefügt werden, vorzugsweise Natrium-oder Kaliumsilikate oder lösliche Metalle u. dgl. 



   Die kolloiden Kaseinlösungen werden vorzugsweise ein oder mehrere Male durch zweckmässige Mittel filtriert, bevor sie zum Verspinnen gebracht werden. 



   Wie oben beschrieben, besteht der erste Arbeitsgang des erfindungsgemässen Verfahrens in der Herstellung des basischen Kaseinmaterials und die zweite Phase in der Herstellung der kolloidalen Alkali-Kasein-Lösung. Der dritte Arbeitsgang des Verfahrens soll nun beschrieben werden : er besteht 
 EMI9.4 
 und in der Koagulierung der sich bildenden Fäden. 



   Für das Verspinnen der kolloidalen Kaseiplösung können dieselben Maschinen und Apparate   Verwendung,   finden, die schon für die Herstellung der Fäden nach der sogenannten Viskose- 

 <Desc/Clms Page number 10> 

   methode gebräuchlich sind, mit eventuellen geringen Änderungen an den Behältern für das lierungsbad, an dem die Spinndüse tragenden Rohr usw.   



   Die Spinngeschwindigkeit, d. h. die Geschwindigkeit der aus den in das saure   Koagulierugsbad   eingetauchten Spinndüsen austretenden Fäden kann von   60-120 mjmin wl'chseln, entsprechend   dem Viskositätsgrad der kolloiden   Kaseinlcsung.   Diese Geschwindigkeit ist beinahe zweimal so gross wie die bei der Herstellung der Kunstseide nach der   Viskosemethode   allgemein gebräuchlichen Geschwindigkeit. Hieraus entsteht eine erste Notwendigkeit, den Weg der verschiedenen Fäden im sauren Koagulierungsbad bei ihrem Austritt aus den Spinndüsen zu verlängern. 



   Ferner ist die Koagulierung der aus   Kaseinlosungen   gewonnenen Fäden langsamer und weniger leicht als die der'aus der Viskose gewonnenen Fäden. Aus diesem Grunde muss die   Acidität   des Koagulierungsbades grösser sein, d. h. die Säurekonzentration muss praktisch fast doppelt so gross sein, wie die für das Koagulierungsbad der Viskosefäden übliche. Auch die Temperatur muss höher sein und kann zwischen 48 und 580 C liegen, im allgemeinen arbeitet man jedoch bei   52-630   C. 



   Es ist zweckmässig, eine geringere   Acidität   und eventuell auch eine niedrigere Temperatur des Bades zu verwenden und dagegen den Weg und folglich auch die Dauer der   Eintauehung der   Fäden in dem sauren Koagulierungsbad zu verlängern. Wenn z. B. statt auf Spulen zu spinnen eine lose Stapel- faser synthetischer Wolle erzeugt werden soll, so kann man den Eintauehungsweg der Fäden im sauren Bad beträchtlich verlängern und dadurch eine sicherere und ruhigere Verarbeitung erzielen und den Abfall im Enderzeugnis gänzlich vermeiden oder auf ein Mindestmass herabsetzen. 



   Wenn man mit grosser Geschwindigkeit und unmittelbar auf Spulen spinnt, ist es zuweilen notwendig, die Fäden gleich nach dem Verlassen des Koagulierungsbades an einem Glas oder sonstigen Stab gleiten zu lassen, um sie von einem Teil des aufgenommenen Koagulierungsbades zu'befreien. 



   Die Koagulationsbäder können beispielsweise zusammengesetzt werden, wie folgt. 



   Beispiel a : Es wird eine wässrige Lösung von Schwefelsäure und Natriumsulfat hergestellt, 
 EMI10.1 
 sulfat enthält. Dieser Lösung kann man Aluminiumsalze, vorzugsweise Aluminiumsulfat oder Kaliumalaun, zusetzen ; auch geringe Mengen Zinnsalze, z. B. Zinnaeetat, können förderlich sein. 



   Beispiel b : Eine wässrige Lösung von Schwefelsäure, Aluminiumsulfat (oder Kaliumalaun) und Chlornatrium, so bemessen, dass sie auf je 1 l Bad 150 em3 Schwefelsäure von 66 Bé 150-200 g Aluminiumsulfat und 75   y Natriumchlorid enthalt.   Die Menge und das Verhältnis des Aluminiumsulfats und des Natriumchlorids lassen sich ändern entsprechend den gewünschten Effekten und unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die Wirkung der Aluminiumsalze darin besteht, die Fäden gleich nach ihrer Koagulierung zu härten und dass die Gegenwart des Natriumehlorids in der Lösung die unlöslichmaehende Wirkung der Aluminiumsalze unterstützt. Bei der Bereitung dieser Lösung muss darauf geachtet werden, dass keine übermässige Erwärmung stattfindet, um zu vermeiden, dass ein Teil der Schwefelsäure in Salzsäure verwandelt wird.

   Auch dieser Lösung können geringe Mengen anderer Salze zugesetzt werden. 



   Wenn die kolloide Kaseinlösung Schwefelkohlenstoff enthält, ist es   zweckmässiger,   das oben angegebene erste Bad als   Koaguliermittel   zu gebrauchen. 



   Der vierte Arbeitsgang des vollständigen Verfahrens zur Erzeugung von Gespinstfasern nach der Erfindung besteht in der Behandlung zur Unlöslichmaehung der erhaltenen Fäden oder Fasern und in deren Entsäuerung. 



   Die erhaltenen Fäden oder Fasern weisen nach dem Koagulierungsvorgang eine stark saure Reaktion auf, man muss dieselben deshalb entsäuren, da sonst das getrocknete Enderzeugnis beeinträehtigt würde. Um die Fäden und Fasern zu entsäuern, muss man dieselben in fliessendem Wasser waschen. Zu diesem Zweck sind wenige Stunden Wäsche ausreichend, wenn es sich um Stapelfasern handelt, dagegen sind   16--24   Stunden erforderlich, wenn die Fäden auf Spulen aufgewickelt sind. 



   Die Wäsche darf jedoch nicht gleich nach der Koagulierung der Fäden vorgenommen werden, weil sie sich   auflösen. Man   muss deshalb die Fäden vorher geeigneten Behandlungen unterwerfen, um dieselben unlöslich zu machen. 



   Zu diesem Zweck verwendet    man-wässrige Lösungen   des Formaldehyds, vorzugsweise unter Zusatz von Natriumchlorid, um das Quellen der Fasern während der ersten Phase des Arbeitsganges zu regulieren'oder überhaupt zu unterdrücken. 
 EMI10.2 
 

 <Desc/Clms Page number 11> 

 handlung der Fäden mit schwachen Konzentrationen beginnt, z. B. mit 99 Teilen einer wässrigen Lösung von Natriumehlorid und einem Teil   40%igen Formaldehyds,   um schrittweise höhere Konzentrationen zu   erreichen. Ähnlieh   verfährt man bei der eventuellen Hinzufügung der Aluminiumsalze, wogegen es bei dem Natriumchlorid besser ist, unter eine   10% igss Losung   zu gehen. 



   Die in der oben beschriebenen Weise vorbehandelten unlöslich machenden Lösungen kann man schwach säuern, vorzugsweise mit Schwefelsäure ; anderseits bewirkt die fortgesetzte Einführung saurer Fasern in   die unlöslich machende   Lösung eine fortlaufende Steigerung der Acidität dieser Lösung, so dass nach Festsetzung der gewünschten   Acidität   der   Aciditätsüberschuss   des Bades von Zeit zu Zeit mit Alkali neutralisiert   werden-muss.   



   Wenn das Verspinnen der kolloiden Alkali-Kasein-Lösungen nicht unmittelbar auf Spulen oder auf einer Zentrifuge erfolgt, was z. B. bei der Erzeugung von Stapelfasern der Fall ist, ist es ratsam, die losen Fasern beim Verlassen des Koagulierungsbades in ein Bad einzuführen, welches aus einer mehr als   10% igen. wässrigen Losung von Natriumehlorid   besteht. Setzt man dieser Lösung kleine Mengen Säure und Aluminiumsalze hinzu, selbst ohne Formaldehyd, so befinden sich die Fasern sofort in einem   vorzüglichen   vorbereitenden Unlösliehmachungsbad und trennen sich voneinander besser, als wenn sie in einem leeren Behälter gesammelt und dort während einer gewissen Zeit zurückgehalten werden, bevor sie den   Unlöslichmachungsbädern   zugeführt werden. 



   Die aus Kasein bestehenden Fasern erleiden, wenn sie nicht auf Spulen gespannt gehalten werden, in den   Unlöslichmachungsbädern   eine starke Verkürzung, besonders wenn nach der Koagulierung die Fasern in ein stark konzentriertes   Unlöslichmachungsbad   getaucht werden. Dies ist der Fall bei losen Fasern oder bei Stapelfasern, welche zwar eine   vorzügliche   Kräuselung erhalten, weil sie nicht gespannt sind, doch ein wenig an der denselben beim Spinnen erteilten Feinheit oder Titer einbüssen. Schon durch das Eintauchen dieser losen Fasern in ein erstes schwach konzentriertes Unlösliehmachungsbad wird die Verkürzung der Fasern grösstenteils verhindert.

   Will man jedoch die Verkürzung praktisch vollständig aufheben, so muss man vermeiden, die Fäden gleich nach der Koagulierung zu schneiden ; dagegen soll man die Fäden auf Käfighaspeln aufwinden und letztere in ein schwaches Unlöslichmaehungsbad eintauchen und dann eventuell in weitere Bäder mit zunehmender Konzentration bis zur Durchschnittskonzentration. Jetzt kann man die Fäden auf die gewünschten Längen schneiden und in losem Zustande den   anschliessenden     Unlöslichmachungsbädern   zuführen. Auf diese Weise erhält man gleichmässig gekräuselte und nur wenig verkürzte Fasern. 



   Nach dem Unlöslichmachen werden die Fäden in fliessendem Wasser bis zur vollständigen Entsäuerung gewaschen. 



     . Es   ist zweckmässig, die Fäden nach dieser Wäsche noch ein letztes Mal mit einem neutralen Unlöslichmachungsbad zu behandeln. 



   Die Herstellung der Textilfäden nach der Erfindung kann durch einen fünften Arbeitsgang vervollständigt werden, der eventuelle Behandlungen umfasst, um den weichen Griff der Fäden zu steigern. 



   Die in der oben beschriebenen Weise erhaltenen Gespinstfasern sind schon in jeder Hinsicht vorzüglich, es ist aber wünschenswert, dieselben noch mit einem weichmaehenden Bad bei geeigneten Temperaturen zu behandeln. 



   Zu diesem Zweck können wässrige Lösungen verwendet werden aus sulfurieinolen auch gemischt mit Seifen, mit emulgierten Mineralölen, mit Glyzerin usw. oder mit nach bekannten Verfahren emulgierten Ölen oder Fetten ; der 01-oder Fettgehalt ist veränderlich je nach der gewünschten Wirkung. 



   Vorzugsweise geschieht die Behandlung im Weichmachungsbad vor der Trocknung und selbstverständlich nach vollständiger Entsäuerung der Fasern ; die Badtemperatur kann zwischen 45 und   600 C   liegen. Natürlich erübrigt sich diese Behandlung, wenn die Weichmittel schon vor dem Verspinnen in die Kolloidlösung eingeführt worden sind. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von künstlichen Gespinstfasern aus gegebenenfalls mit Weichmachungsmitteln versetzten Alkali-Kasein-Lösungen durch Spinnen in saure Fällbäder und Nachhärten der Fäden in einem insbesondere Formaldehyd enthaltenden Bade, dadurch gekennzeichnet, dass als Ausgangsstoff ein aus Milch gefälltes und dabei oder danach mit einem Überschuss an Säure behandeltes Kasein verwendet wird, dass die unter Verwendung dieses Kaseins erhaltene Alkali-KaseinLösung reifen gelassen wird und dass solche Fällbäder benutzt werden, welche deren Dichte erhöhende 
 EMI11.1 


Claims (1)

  1. S. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass mit zugesetzter Säure aus Milch koaguliertes und dabei oder danach mit einem Überschuss an Säure behandeltes Kasein als Ausgangs- . stoff verwendet wird.
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, gekennzeichnet durch die Anwendung eines solchen Säure- überschusses über die zur Koagulation des Kaseins erforderliche Menge, dass. ein pB'-Wert'erneicht wird, der sich unterhalb desjenigen des jeeclektrischen Punktes des Kaseins von pH 4#6 befindet. <Desc/Clms Page number 12> EMI12.1 Kaseins, die vorzugsweise bei einer Temperatur von 20 C durchgeführt wird. verwendet wird. 5.
    Ausbildung des Verfahrens nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, dass das EMI12.2 menge nicht mehr als 20% betragen, wobei die Bereitung der alkalischen Lösungen vorzugsweise mit beliebig koaguliertem laktischem oder saurem Kasein erfolgt, das ungewaschen, gepresst und gemahlen ist und möglichst einen Gehalt an Molke enthält oder gewaschen, gepresst und gemahlen ist und dann vorzugsweise einen Feuchtigkeitsgehalt aufweist, der grösser ist als der normale Feuchtigkeitsgehalt trockenen Kaseins.
    EMI12.3 einen Gehalt von 20% trockenem Kasein bei einer nicht grösseren Abweichung als 20% hievon aufweist, wobei die Auflösung und Reifung der alkalischen Kaseinlösung bei Temperaturen zwischen 14 bis 34 C, vorzugsweise bei 240 C erfolgt, wobei diese Temperaturen nach der Reifung herabgesetzt werden. EMI12.4 tralisierte oder nicht neutralisierte) Molke, Lösungen von Natriumlaktat, Natriumformiat, Natriumbisulfit oder Seifenkösungen zugesetzt werden.
    9. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass der Spinnlösung EMI12.5 vermittler1. 1, wie Seife oder Glyzerin, zugesetzt werden.
    10. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 9. dadurch gekennzeichnet, dass die Formung der gesponnenen Lösung in saueren Koagulationsbädern erfolgt, deren Gehalt an Schwefelsäure nicht geringer ist als 9 l Schwefelsäure von 660 Bé auf 100 l Bad, wobei Aluminium-oder Zinnsalze sowie Natriumsulfat. Natriumehlorid oder Formaldehyd zugegen sein können.- 11. Verfahren nach den Ansprüchen 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, dass die geformten Fäden nach ihrer Koagulierung naehbehandelt werden in mehreren formaldehydhaltigen Bädern, die gegebenenfalls noch Natriumchlorid, Aluminiumsalze und/oder Säuren enthalten können, wobei diese EMI12.6
AT157091D 1935-08-28 1936-08-20 Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern. AT157091B (de)

Applications Claiming Priority (1)

Application Number Priority Date Filing Date Title
IT157091X 1935-08-28

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT157091B true AT157091B (de) 1939-09-25

Family

ID=11148174

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT157091D AT157091B (de) 1935-08-28 1936-08-20 Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT157091B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE886950C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden oder Fasern aus Milcheiweiss
DE662925C (de) Verfahren zur Herstellung von Kautschuk und organische Fasern enthaltenden Erzeugnissen
AT157091B (de) Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern.
DE911322C (de) Verfahren zur Herstellung von Kollagengebilden
DE1949335A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulose-Derivaten
DE711350C (de) Verfahren zur Gewinnung von Gespinstfasern aus rohen Hartfasern
DE898947C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden aus Erdnussglobulin
US2450889A (en) Manufacture of artificial textile fibers
DE573740C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Gebilden aus Fibroinloesungen
DE2326483C3 (de) Verfahren zur Strukturierung von Globulinen und Albuminen
AT100719B (de) Verfahren zur Herstellung von naßfesten, antiseptisch wirkenden Papieren.
AT167116B (de) Verfahren zur Herstellung von Fäden und Fasern aus Casein
AT160475B (de) Verfahren zur Herstellung künstlicher Gespinstfasern aus Kasein.
AT167115B (de) Verfahren zur Herstellung von künstlichen Fäden und Fasern aus pflanzlichen Eiweißstoffen, besonders Sojacasein
DE896843C (de) Verfahren zur Herstellung kuenstlicher, hohler Cellulosefaeden
DE501021C (de) Verfahren zur Herstellung von Kunstfaeden durch Verspinnen von Viskose in kapillaraktive Stoffe enthaltende Faellbaeder
AT124699B (de) Verfahren zur Herstellung künstlicher Seide.
DE826782C (de) Verfahren zur Herstellung von viscosen Loesungen von Erdnussglobulinen in Alkalilauge
DE1926506C3 (de) Verfahren zum Herstellen von kräuselfähigem Viskosereyon von hohem NaBmodul
AT147787B (de) Verfahren zum Verspinnen von Viskose.
AT159624B (de) Verfahren zur Herstellung geformter Gebilde aus Celluloseäthern.
DE925907C (de) Verfahren zur Herstellung von kuenstlichen Faeden oder Baendern aus Viscose
AT159718B (de) Verfahren zur Herstellung von Cellulosefasern aus eiweißhaltigen Viskoselösungen.
AT139456B (de) Verfahren zum Herstellen eines leimhaltigen Zellstoffes.
AT154898B (de) Verfahren zur Herstellung von Wollersatzfasern.