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Verfahren zum Herstellen eines leimhaltigell Zellstoffes.
Man kennt bereits mehrere Verfahren zum Herstellen von geleimtem Papier, d. h. von Papier, wie es namentlich als Schreibpapier verwendet wird. Diese Verfahren lassen sich in zwei Gmppen zerlegen.
Die Verfahren der ersten Gruppe, die man als Bahnleimung"bezeichnen kann, bestehen im wesentlichen darin, dass man die Papierbahn während oder nach der Beendigung ihrer Herstellung durch ein Bad eines Leimungsmittels laufen lässt, mit dem sie sich tränkt. Man kann indessen die Papierbahn auch in anderer Weise, als mittels des Hindurchführens durch ein Bad tränken, z. B. durch Berührung mit einer Walze, die das Leimungsmittel zuführt, oder durch Pulverisieren des letzteren auf dem Papier.
Diese Verfahren zum Leimen von Papier in Bahnform benötigen also ein besonderes Leimungsmittel und eine zusätzliche Behandlung. Sie stellen sich also kostspielig, verursachen überdies viele Abfälle
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Die Verfahren der zweiten Gruppe, die man als Masseleimung"bezeichnen kann, beruhen im wesentlichen darauf, dass den Bestandteilen des Papiers während ihrer Vermahlung Leimungsmittel einverleibt werden und setzen sich aus mehreren, notwendig vorzunehmenden Stufen zusammen. Die erste Stufe besteht darin, dass Leimungsmittel in den Zustand einer starken Dispersion zu bringen, bevor es in die Mahlvorrichtung eingebracht wird. Diese vorher vorzunehmende Dispersion kann auf verschiedene Weisen erfolgen, die untereinander hauptsächlich in der Beziehung verschieden sind, dass die einen die Dispersion durch rein chemische Mittel herbeiführen und die andern diesen chemischen Mitteln noch mechanische Mittel hinzufügen, während manche Weisen fast ganz mechanischer Art sind.
Die zweite Stufe besteht darin, dass man das dispejgieite Leimungsmittel in die Mahlvorrichtung
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Kenntnisse elektrostatischen Kräften zugeschrieben wird. Diese Fixierung muss hinreichend kräftig sein, damit das Leimungsmittel bei dem Egouttieren auf dem Maschensieb nicht wieder ausgewaschen wird,
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festsetzen kann.
Das ist im wesentlichen das Verfahren der Masseleimung, das man heutigen Tages bei dem Leimen von Papier verwendet.
So hat man bereits vorgeschlagen, fein gemahlene Leimungsstoffe, als welche Paraffin, Wachs oder Gemische des letzteren mit Harzen, Ölen oder Stärke genannt werden, frühestens im Holländer oder in einer andern Vorrichtung, in der die Verarbeitung des Zellstoffes auf Papier beginnt oder in irgendeinem späteren Stadium der Papierherstellung zuzusetzen. Nach einem andern Vorschlag soll dem wässerigen, aus Holzschliff und Zellstoff bestehenden Faserbrei Leim und gegebenenfalls auch Farb-
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auf den Fasern niederschlägt, worauf der Stoff in die Papierbiitte fliessen soll.
Das Verfahren der Masseleimung ist indessen trotz des Grades der Vollkommenheit, den die gegenwärtige Technik erreicht hat, noch immer mit zahlreichen Missständen behaftet.
Das in der Regel als Leimungsmittel verwendete Harz, übrigens auch andere Leimungsmittel, färben das-Papier gelblich und ihre Dispersion bedarf einer besonderen Überwachung. Ihre Fixierung
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auf den Fasern ist nur beim Vorhandensein einer genau bestimmten Azidität möglich. Man muss also sorgfältig darauf achten, dass der Ph-Grad während der verschiedenen Stufen der Bildung der Bahn gleich bleibt. Diese Azidität verursacht einen beträchtlichen Verbrauch des Leimungsmittels und ist bei dem Raffinieren des Papierbreies störend, das besser in einer neutralen oder alkalischen Flüssigkeit auszuführen ist. Tritt zufällig ein zu hoher Ph-Grad ein, so kann die Beständigkeit des Papiers darunter leiden.
Die Anwesenheit alkalischer Verunreinigungen, die Beschaffenheit des Wassers usw. können die Fixierung des Leimungsmittels mehr oder weniger ungewiss machen. Zusammenfassend beansprucht also dieses Verfahren eine recht sorgfältige Überwachung, schadet dem Leimungsmittel und beeinträchtigt die Beschaffenheit des Papiers.
Das Verfahren gemäss der Erfindung vermeidet diese Nachteile vollkommen und beruht auf einem durchaus andern Grundgedanken, indem bei ihm die Leimung in die Zellstoffabrik verlegt und ein leimhaltiger Zellstoff erzeugt wird, der bei seiner Verarbeitung zu Papier ohne zusätzliche Leimund Fällungsmittel geleimtes Papier ergibt. Der Papierfabrikant wird somit von seinen Sorgen um die Leimung vollkommen befreit.
Gemäss dem neuen Verfahren wird dem Zellstoff nach der Kochung, spätestens beim Trocknen in Blattform, ein wasserunlösliches, von der Faser adsorbierbares, wachsartiges Leimungsmittel, wie z. B. Paraffin, zugesetzt, das also auf den Fasern während des Vermahlens für die Verarbeitung zu Papier harten bleibt, selbst wenn sie mit neutralen oder alkalischen Stoffen in Berührung kommen.
Man kann beispielsweise in der Weise verfahren, dass man eine kleine Menge Paraffin in Form einer Emulsion dem Zellstoff vor dem Durchgang durch die Entwässerungspresse zusetzt oder dass man eine kleine Menge Paraffin in Form einer Emulsion oder Lösung oder in geschmolzenem Zustande, in pulverisierter Form oder durch Übertragung mittels einer Walze oder einer beliebigen beweglichen Vorrichtung dem Zellstoff während des Durchganges durch die Entwässerungspresse zusetzt. Wenn die so erhaltene Dispersion des Leimungsmittels nicht ausreichen sollte, so setzt sie sich im Laufe der Herstellung des Papiers aus dem, in der angegebenen Weise vorbehandelten Zellstoff selbsttätig fort.
Die Mengenverhältnisse der Leimungsmittel, die dem Zellstoff einverleibt werden, können je nach dem gewünschten Grade der Leimung offenbar verschieden sein.
Man kann ferner bei der Herstellung von Papier auch von einem Stoffgemisch ausgehen, das teils aus gewöhnlichem, teils aus solchem Zellstoff besteht, dem, wie vorstehend angegeben, ein Leimungsmittel zugesetzt ist.
Aus der österr. Patentschrift Nr. 116514 ist zwar bereits ein Verfahren zum Herstellen von Zellstoff aus Stroh, Esparto, Schilf und ähnlichen Rohstoffen in der Weise bekannt, dass der Rohstoff einer Kochung mit Natronlauge, mit oder ohne Zusatz von Schwefelnatrium bei einer Temperatur, die über 1000 liegt, aber 1400 nicht Übersteigt, unterworfen wjrd, um zu verhÜten, dass die im Rohstoff vorhandenen, leimend wirkenden Stoffe zerstört werden. Dieses Verfahren beschränkt sich indessen auf die Verarbeitung solcher Ausgangsmaterialien, die kein Lignin enthalten und ist für die ligninhaltige Holzzellstoffe nicht brauchbar.
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