AT132283B - Verfahren zur Herstellung von umfangreichen Mustern auf Webstühlen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von umfangreichen Mustern auf Webstühlen.

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AT132283B
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section
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Marcel Delamare-Deboutteville
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Marcel Delamare-Deboutteville
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   Verfahren. zur Herstellung von umfangreichen Mustern auf   Webstiihlen.   



   Die Erfindung bezweckt, Muster von grosser Mannigfaltigkeit auf einfachen   Schaftmaschinen   mit verhältnismässig nur wenigen Schäften zu weben, welche Muster bisher nur auf   Jacquardmasehinen   gewebt werden konnten. 



   Bei den bekannten Webverfahren unter Verwendung von Schaftmaschinen werden die   Kettfäden   durch die Litzenaugen der aufeinanderfolgenden   Schäfte     geradedurch,   spitz oder nach einem   ändern.   
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Schäfte gezogenen Kettfäden darstellen. Der linke Teil der Figur zeigt einen Einzug geradedurch und der rechte Teil einen Spitzeinzug. Durch Vereinigung   aller gemeinsamen gleichartig fachbildenden   Faden in einem Schaft war die Möglichkeit gegeben,   Schäfte   zu sparen und demnach verhältnismässig grosse Muster herzustellen.

   Bei den sogenannten teiligen Einzügen kann man die Gesamtzahl der   Schäfte,   das
Geschirr, in zwei oder mehrere Teile, Gruppen oder Chöre, einteilen, in welche die Kettfäden gruppenweise geradedurch oder spitz eingezogen werden. Derartige Einzüge fanden bisher im allgemeinen bei der Herstellung von Geweben aus mehreren Ketten und Schusssystemen Verwendung, indem z. B. bei der Anfertigung von Winterpaletotstoffen und dreiteiliger Anordnung der Schäfte in die erste Gruppe die Bindkettenfäden, in die Mittelgruppe die Oberkettenfäden und in die letzte Gruppe die Unterkettenfäden eingezogen werden. Diese Gruppierung muss aber durch das ganze Gewebe beibehalten bleiben. 



   Auch bei der Schaftanordnung gemäss der Erfindung werden die   Schäfte   ersetzt durch Schaftgruppen-Abschnitte genannt-, von denen jeder Abschnitt in der Regel eine verschiedene und ver- änderliehe Anzahl von Schäften aufweist. Die einzelnen Schaftgruppen steuern jedoch nicht   ständig   Kettfäden ein und desselben Systems, sondern es tritt bei jedem Trittweehsel eine Neugruppierung ein, insofern als ein Sehaftabsehnitt, der eben Fäden für den Gewebegrund steuerte, bei dem folgenden Anheben Kettenfäden für das Muster beeinflusst. 



   Jeder der aufeinanderfolgenden Kettenfäden wird in einem der Schäfte eines dieser Abschnitte eingezogen. Die Ordnung, in der die Abschnitte selbst und die Schäfte innerhalb eines Abschnittes auf-   einanderfolgen, nennt man die "allgemeine Ordnung" der Abschnitte und der Schäfte. Diese Ordnung soll weiter unten beschrieben werden. Der Einzug der Kettfäden in die Schäfte wird durch das Einzug-   schema. d. h. durch eine in bezug auf Form und Aussehen beliebig zu wählende gerade oder gebrochene Linie, dargestellt. 



   Um den Grund des Gewebes herzustellen, werden bestimmte Abschnitte allein oder mehrere gleichzeitig gehoben. Um das Muster zu weben, welches sieh von dem Grunde abheben   muss.   werden gleichzeitig ein oder mehrere Schäfte derjenigen Abschnitte, die nicht den Grund weben, gemäss einer Trittfolge gehoben, die man graphisch durch eine Linie veränderlicher Form darstellt. 



   Ein Ausführungsbeispiel ist im folgenden an Hand der Fig. 2-4 beschrieben. Es veranschaulicht Fig. 2 die Unterteilung der Schäfte in Abschnitte, z. B. A, B, a. Die Fig. 3 zeigt das Einzugs- und Trittschema in schematischer und   ausführlicher   Darstellung. Fig. 4 zeigt verschiedene Ordnungen der Abschnitte und Schäfte. 



   In Fig. 2 ist angenommen, dass die Schäfte in drei Abschnitte geteilt sind. von denen   Abschnitt J.   vier, Abschnitt B sechs und Abschnitt C vier   Schäfte   umfasst. 



   Anstatt die aufeinanderfolgenden   Kettfäden   in einen Schaft nach dem ändern einzuziehen wie in Fig. 1, zieht man sie in einen Abschnitt nach dem andern und in jedem Abschnitt durch einen bestimmten Schaft, wie dies im linken Teil der Fig. 2 veranschaulicht ist, indem man beispielsweise einen   Spitzeinzus   
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 wie dies in Fig. 2 rechts dargestellt ist. Um den jeweils anzuwendenden Einzug der Kettfäden in die   Schäfte   zu bestimmen, verwendet man eine graphische Methode, die in folgendem beschrieben und in Fig. 3 veranschaulicht wird und die das sogenannte   Einzugssehema   darstellt. 



   Die senkrechte Ziffernreihe, im Einzugsschema Fig. 4 links, für die   Schäfte   stellt   die"allgemeine   Ordnung"der Abschnitte und der Schäfte in dem betrachteten Beispiel dar. Die   Schäfte   jeder der drei Abschnitte werden durch ihre Ordnungsnummer in einer senkrechten Reihe   angezeigt. Die Nummern   der ersten Reihe stellen also die   Schäfte   Nr. 1, Nr. 2, Nr. 3... des Abschnittes C dar. Die Zahlen der zweiten Reihe stellen ebenso die Schäfte Nr.   1. Nr.   2,   Nr. 3...   des Abschnittes B dar usw. Zur Verein- 
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 erkennbar, wiederholen sieh die   Schäfte   in jedem Abschnitt in der Aufeinanderfolge :   1-2-j-4     3-4-J-6 usw.

   Man   kann also sagen, die Ordnung der Schäfte ist gerade durch (vgl. auch Fig. 4. 1). 



  Folgen sieh die Abschnitte dagegen regelmässig mit Umkehr ihrer Ordnung, nämlich erst Abschnitt A. 
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 ihrer Form beliebig, d. h. gradlinig oder, wie dargestellt, beliebig gebrochen, gewählt werden. 



   In diesem Schema werden durch das   Zeichen,, +" die   Kettenfäden dargestellt, welche in die Schäfte des Abschnittes C eingezogen sind. Durch das   Zeichen,, 0" sind   die Kettenfäden dargestellt, welche in die Schäfte B, und durch das Zeichen"x"die Kettenfäden, welche in die Schäfte des Abschnittes   A   eingezogen sind. 



   Vergleicht man die Lage der einzelnen Punkte des Schafteinzugsschemas mit den Zahlen der   #allgemeinen Ordnung" der Schdäfte, welche rechts   neben ihnen angegeben sind, so ergibt sich, dass Kettfäden Nr. 1 in den Schaft 4 des Abschnittes   G,   Kettfäden Nr. 2 in den Schaft. 3 des Abschnittes B,
Kettfäden Nr. 3 in den Schaft 4 des Abschnittes A. Kettfäden Nr. 4 in den Schaft 2 des Abschnittes B gezogen sind usw. Der erste Faden liegt in Fig. 3 rechts beim Buchstaben a. 



   Es ist verständlich, dass jede andere Linie des Einzugschemas an Stelle der Linie ab b   c d e f usw.   gewählt werden könnte, die auf dem oberen Teile Fig. 3 dargestellt ist. Für eine gegebene Ordnung der Abschnitte und   der Schäfte   kann man eine unendlich grosse Anzahl von Einzugschemen erzielen, welche mit geeigneten Trittfolgen verschiedene Musterfamilien ergeben wurden, wobei unter Musterfamilie die
Gesamtheit derjenigen Muster zu verstehen ist, sie sich bei   gleichem   Ketteneinzug durch verschiedene Trittweisen ergeben. 



   In der Ordnung der Abschnitte und der   Schäfte   wird   als "Kombination" die Aufeinanderfolge   der   Schäfte   in einer vollständigen Reihe aller vorhandenen aufeinanderfolgenden Abschnitte bezeichnet.
So besteht in dem in Fig. 3 dargestellten Beispiel bei Anordnung der Abschnitte   in "spitz" die   Ordnung der Abschnitte und der   Schäfte   aus den Kombinationen   AiBi 7i, CiB2A2, A2B C usw.   



   Betrachtet man aus den dargestellten Kombinationen die Kombination   jdi     Bg ( ? i so   sieht man, dass 
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 um eine Kombination zu finden, die einen   gemeinsamen Schaft R ;   mit der betrachteten Kombination hat. Dieser Abstand, der durch die Anzahl der   Schäfte   gemessen wird, welche die beiden aufeinanderfolgenden Wiederholungen von B3 trennt, wird   die #absollute Freiheit" genannt.   Diese ist hier gleich zwölf.

   Um reine scharfe Musterlinien zu erzielen, ist es erforderlich, dass in jeder Ordnung von Abschnitten und Schäften eine jede Kombination wenigstens mit der folgenden Kombination keinen Schaft gemeinsam hat. 
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 für die Grundbindung gehoben, für den   Mustersehaft     A4   wird Abschnitt B für die   Bindung gehoben, für   den Musterschaft B2 werden Abschnitte   A   und 0 für die Grundbindung gehoben usw. für   die folgenden   Sehiisse. 



   Auf diese Weise erhält man einen   Leinwandgrund,   auf dem sich das Muster sehr scharf abhebt und der nicht nur nicht das Muster stört, sondern es noch verstärkt, indem er die Musterlinie verdrei- 
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 je nachdem ob sie durch einen Schaft der Abschnitte-4, B oder   0   gehoben sind, durch die beiderseits daneben liegenden angehobenen und als solche mit   einem #o" gekennzeichneten Grundkettenfäden   verdreifacht wird. 
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 in der Zeichnung durch eine fortlaufende dicke schwarze Linie umrandet ist. 



   Neben diesem Hauptmuster entsteht noch ein sekundäres, weniger scharf   hervortretendes   Muster, welches durch das Heben der   Kettenfäden   entsteht, die zu andern Teilen der Linie abcd usw. des Schafteinzugs als zu dem Teil gehören, der dem betrachteten Teile der Linie mno p usw. der Trittfolge entspricht. Um eine klare Trennung des Hauptmusters von den Nebenmustern zu erreichen,   müssen   die   Schäfte   in jedem Abschnitt so geordnet werden, dass eine bestimmte Kombination soweit als möglich von den Kombinationen entfernt ist, die einen oder mehrere Schäfte mit ihr gemeinsam haben. Massgebend für eine klare Trennung des Hauptmusters von den Nebenmustern ist die Grösse   der.. absoluten   Freiheit". 



   In Fig. 4 sind als weitere Beispiele, von denen es unendlich viele gibt, drei andere Ordnungen dargestellt : eine   Ordnung #gerade durch" über vier Schaftabschnitte und#   gerade durch" in der Ordnung der   Schäfte   in jedem Abschnitt, ferner   eine"spitze"Ordnung   über drei Abschnitte und.. gerade durch" in der Ordnung der Schäfte in jedem Abschnitt und schliesslich   eine #spitze" Ordnung über   drei Schaftabschnitte und"spitz"in der Ordnung der   Schäfte   in jedem Abschnitt. 



   Wie oben angegeben, versteht man   unter #Kombination" eine   Folge von   Sehäften,   bei der jeder Schaft zu einem andern, darauffolgenden Abschnitt gehört. Beispiel Fig. 4 unter I : Für die zusammen, hängende Ordnung in den   Abschnitten il   B   0   D und den   Schäften   4, 6, 4, 6 sind die einander folgenden 
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   Die Anfangskombination Al B1C1D1 erscheint hierin nach zwölf Kombinationen von neuem oder nach 12 x 4 = 48 Sehäften. 48 bezeichnet man als "relative Freiheit". 



   Die absolute Freiheit"wird, wie oben angegeben, durch die Anzahl der   Schäfte   bestimmt, die zwei aufeinanderfolgende Wiederholungen von dem gleichen Schaft in dem kürzesten Abschnitt trennt. 



  Für die Anordnung nach Fig. 4,   I, würde sich hiefür der   Wert 16 ergeben, da von   J. j   der Kombination 
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   Mass   der absoluten Freiheit für diese Ordnung. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von umfangreichen Mustern auf Webstühlen. dadurch   gekennzeichnet,   dass die   Schäfte   in Abschnitte gleicher oder verschiedener Schaftzahl eingeteilt, die Kettenfäden in die einzelnen   Absehnitte   sowie innerhalb der Abschnitte in die einzelnen Schäfte in einem der bekannten 
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 gleichzeitig zur Bildung des Grundes dienen.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Ordnung, d. h. die Aufeinanderfolge der Abschnitte sowie diejenige der Schäfte in den Abschnitten, so gewählt wird, dass mindestens zwei aufeinanderfolgende Kombinationen von Schäften, d. h. Aufeinanderfolge der Schäfte in einer vollstän- digen Reihe aller vorhandenen, aufeinanderfolgenden Abschnitte, keinen gemeinsamen Schaft haben und dass eine bestimmte Kombination soweit als möglich von den Kombinationen entfernt ist, die einen odermehrere Schäfte mit ihr gemeinsam haben.
AT132283D 1927-03-04 1928-03-01 Verfahren zur Herstellung von umfangreichen Mustern auf Webstühlen. AT132283B (de)

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