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Es ist bekannt, dass für die Herstellung von Radreifen oder ähnlichen Schmiedestücken zwei grundlegende Kokillenformen angewendet werden. Die eine Form (Fig. 1) ist eine nach oben offene, mehr oder weniger zylindrische i mit einem meist abgerundeten oder auch ohne Boden B, bei welcher sowohl von unten als auch von oben gegossen werden kann. Sie hat den Vorteil, dass durch Angiessen mit Stahl auf verschiedene Höhe Rohlinge von verschiedenem Gewichte hergestellt werden können, eine Forderung, die durch die grosse Zahl von Ringen-
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park auf eine bis zwei Sorten verschiedener Grösse.
Dir Nachteil besteht erstens darin. dass der Lunker C im Oberteile des Blockes D eine ziemlich breite Form einnimmt und in der Fabrikation nicht restlos entfernt werden kann, wodurch sich grösserer Ausfall ergibt oder aber Lunkerreste in mehr oder weniger verschweisstem Zustande im fertigen Radreifen verbleiben.
Zweitens kommen die aufsteigenden Unreinlichkeiten des Stahles, wie Schamotte-oder Schlackenteilchen, Desoxydations-und Saigerungsprodukte. in einen Teil des Blockes, der nachher einen Teil des fertigen Radreifen bildet, und geben so zu Fehlern Anlass, welche diesen ganz oder teilweise unverwendbar machen. Die zweite gebräuchliche Form ist eine geschlossene Hohlform (Fig. 2). Sie besteht aus einem Unterteil B. welcher dem abgerundeten Boden des Blockes entspricht, und aus einem Oberteil A. welcher eine zylindrische Form besitzt, die am obersten Ende scharf zusammengezogen ist. Auch bei dieser Form kann von oben oder von unten gegossen werden. Sie hat den Vorteil, dass durch die Verengung im Oberteil der Lunker C genau in der Mitte des Blockes D zentriert wird.
Wenn auch hier die Unreinlichkeiten in den oberen Blockteil kommen. so werden sie doch mehr in den engeren Teil geleitet, welcher im Laufe der Fabrikation der Mitte des Rohlings entspricht, die ausgestanzt wird, um die ring-
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scheinlichkeit ein fehlerfreies Enderzeugnis hergestellt werden kann. Der Nachteil dieser Form besteht darin, dass für jedes gewünschte Blockgewicht eine eigene Kokille vorhanden sein muss, so dass für die gebräuchlichen Gewichte 1 bis 18 verschiedene Sorten von Kokillen auf Lager gehalten werden müssen.
Abgesehen von dem grossen Lagerplatz und der umstand- liehen Manipulation, welche mit dem steten Wechsel der Kokillensorten verbunden ist, bedeutet ein so grosser Kokillenpark (bei 12 Sorten je 60 Stück ==720 Stück = etwa 240. 000/y) ein festgelegtes Kapital sowie eine Verlegenheit im Nachschaffen der Kokillen, wenn dieselben unbrauchbar geworden sind. da meist nicht genau bekannt ist, welche Blockgewichte in der
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nimmt, müssen, will man ein noch grösseres Lager vermeiden, Lieferungsverzögerungen entstehen. In diese Gruppe gehören auch die Gussformen gemäss den englichen Patentschriften Nr. 878 A. D. 1865 und Nr. 1975 A. D. li65, welche haubenförmig oder pyramidenförmig mit eingezogenem Hals gestaltet sind.
Die vorliegende Erfindung betrifft eine Kokillenform (Fig. 3), welche infolge ihrer Eigenart die Vorteile beider gebräuchlichen Kokillenformen und noch eine Reihe weiterer Vorzüge in sich vereint, ohne jedoch die geschilderten Nachteile nach sich zu ziehen.
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Form nach oben allmählich sehr stark verjüngt, während sie nach unten in eine zylindrische Form übergeht.
Bei einer beispielsweisen Ausführungsform ist das sich nach oben allmählich verjüngende Ende in Form eines Zapfens noch weiter fortgesetzt, welcher so dimensioniert ist. dass der ihm entsprechende Teil des Blockes D von Hand aus abgeschlagen werden kann. Bei dieser Form wird der Lunker C genau in der Mitte zentriert. Die allmähliche. bereits früher einsetzende Verjüngung bewirkt jedoch, dass der Lunker ausserdem eine ganz besonders schmale und lange Form annimmt, so dass er im Wege der Fabrikation mit grösster Sicherheit und mit einem Minimum an Stanzgewicht ausgelocht werden kann. Die allmähliche Verjüngung bewirkt auch, dass die aufsteigenden Verunreinigungen nach und nach in die Mitte des Blockes geführt werden und nicht an der Kokillenwandung hängenbleiben. Die Unreinliehkeiten.
Schamotte-und Schlackenteilchen, Desoxydations-und Saigerungsprodukte, werden leicht in den obersten, sehr schmalen Teil des Blockes geführt und beim Lochen entfernt. Bei der erwähnten Ausführungsform werden die meisten Unreinlichkeiten in dem Zapfen des Gussstückes angereichert, welcher vor der Verarbeitung abgeschlagen wird, so dass ein solcher Rohling das denkbar günstigste Ausgangsprodukt darstellt.
Die spitze Form der Kokille bewirkt bei der Erstarrung des Blockes eine sehr frühzeitige und leichte Trennung von Block und Kokille. was eine sehr günstige Kristallisation hervorruft und auch die Haltbarkeit der Kokillen günstig beeinflusst.
Mit Rücksicht auf die grossen Anforderungen, welche an das aus diesen Kokillen hergestellte rollende Eisenbahnmaterial gestellt werden müssen, ist als besonderer Vorteil hervorzuheben, dass die erfindungsgemässe Kokille Blöcke liefert. welche bei der Warmverarbeitung in jenem Teile, welcher erfahrungsgemäss der schlechteste jedes Stahlblockes ist, d. i. in der Nähe des Lunkers, in vorliegendem Falle also in dem spitzen Oberteil, infolge seines geringen Durchmessers die beste Durchwärmung und infolge der grössten Höhe im Blocke die grüsste
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Ein wesentlicher Teil der Erfindung sind die Ringe B von beliebiger Höhe. welche genau passend unter die Kokille gelegt werden. Sie gestatten, trotz der angeführten Vorteile. mit der gleichen Kokille Rohlinge von jedem gewünschten Gewichte herzustellen.
Hiefür ist es nur nötig, eine entsprechende Zahl von Ringen auf Lager zu legen. Diese Ringe nehmen einen sehr geringen Raum ein. da sie sehr leicht übereinandergeschlichtet werden können. Sie stellen auch nur ein geringes Gewicht vor, da der einzelne Ring sehr wenig wiegt. Hiedurch kann das Giessen der verschiedensten Blockgewichte, für welche bisher ein Kokillenpark von 12 bis 18 Gattungen notwendig war, mit 1 bis 2 Gattungen und einer entsprechenden Anzahl Ringen durchgeführt werden. Endlich ist die Nachschaffung dieser Ringe äusserst einfach. Man hat es nicht nötig, zahlreiche Reserveringe verschiedener Höhe vorrätig zu halten.
Es genügt, längere Rohre von den Innen-und Aussenmassen der Ringe, die für alle Ringe die
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ringe in der gewünschten Höhe abgestochen werden können.
Bei der vorliegenden Form kann von oben oder von unten gegossen werden. Sie entspricht allen bei diesem Fabrikationszweige gestellten Forderungen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
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Erzeugnisse, dadurch gekennzeichnet, dass sie laschenartig mit spitzbogenförmigem Querschnitt gestaltet und in ihrem zylindrischen Unterteil, der auf einer Gussplatte aufruht, offen ist.