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Azotierbehälter zum Einsetzen in ortsfeste Kalkstickstofföfen Die
bekannten, zum Einsetzen in. ortsfeste Kalkstickstofföfen dienenden Azotierbehälter
haben meistens eine verhältnismäßig kurze Lebensdauer, da es schwierig ist, den
fertigen Kalkstickstoffblock aus ihnen zu entfernen, ohne sie zu beschädigen. Das
Wiederinstandsetzen, Ausbeulen derselben vsw. erfordert aber dauernde erhebliche
Kosten. Zur Beseitigung dieses übelstandes hat man bereits Azotierbehälter hergestellt,
bei denen die mit einer massiven Bodenplatte lösbar verbundenen Wandungen aus sehr
dünnem Eisenblech von nur einigen Zehntelmillimetern Stärke bestehen, die nach Beendigung
der Azotierung durch seitliches Öffnen oder Aufschneiden und durch Losreißen und
Abziehen vom Kalkstickstoffblock entfernt werden. Eine Wiederverwendung derartiger
Azotierbehälter ist nur in geringem Umfange möglich. Es besteht daher ein Bedürfnis
nach einem Azotierbehälter, der leicht und ohne Formänderung oder Zerstörung vom
Kalkstickstoffblock abgezogen und mehrmals wieder verwendet werden kann.
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Der den Gegenstand der Erfindung bildende Azotierbehälter zum Einsetzen
in ortsfeste Kalkstickstofföfen ist geeignet, diese übelstände in einfacher und
vollkommener Weise zu beseitigen. Der Azotierbehälter ist zweiteilig gestaltet.
Der obere freie Teil besteht aus dünnem Eisenblech von etwa z bis 3 mm Stärke, während
der untere Teil aus starkem Eisenblech von etwa romm Stärke besteht und mit der
Bodenplatte fest verbunden ist. Beide Teile sind gegeneinander schwach konisch erweitert,
also der obere Teil nach unten zu, der untere Teil dagegen nach obren zu. Dabei
wird der obere Teil in seiner Lage gegenüber dem unteren Teil, in welchen er hineinragt,
durch einige zweckmäßig am oberen Teil angebrachte Winkeleisenstützen gehalten.
Die Höhe des Oberteils beträgt etwa 3/4 der Gesamthöhe des Behälters.
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Es ist auch möglich, den Oberteil dieses Behälters zylindrisch herzustellen,;-
wobei er aber zweckmäßig in der ganzen Höhe oder äber nur im unteren Teil mit Dehnungsfalten
versehen ist, um das Abziehen desselben vom Kalkstickstoffblock zu erleichtern.
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Gegenüber den bisher üblichen einteiligen Azotierbehältern, welche
neben einer durchweg hohen Wandstärke eine starke Erweiterung nach oben aufweisen
müssen, um die Entfernung des Kalkstickstoffblockes aus denselben
zu
ermöglichen, zeigen die den Gegenstand der Erfindung bildenden Azotierbehälter folgende
Vorteile: z. erhebliche Werkstoffersparnis; 2. leichteres Entleeren ohne Zerstörung
öder Formänderung des Behälters, da der Oberteil wegen seiner Nachgiebigkeit leicht
abgezogen werden kann und der Unterteil infolge seiner im Verhältnis zur Gesamthöhe
geringen Bauhöhe das Herausziehen des fertig azotierten Kalkstickstoffblockes nicht
behindert; 3. Vermeidung von Unfällen, da das bei einteiligen Behältern sehr häufig
erforderliche Kippen hier fortfällt; q.. wesentlich längere Lebensdauer, da die
Behälter der vorliegenden Erfindung nicht mit Hämmern u. dgl. bearbeitet zu werden
brauchen, um den durch Ausbeulungen des Behälters festgehaltenen Kalkstickstoffblock
zu entfernen; 5. niedrigere Reparatur- und Unterhaltungskosten; 6. größeres Fassungsvermögen
des Azotiereinsatzes, da die Konizität der neuen Behälter geringer als bisher und
der Oberteil auch zylindrisch ausgebildet sein kann, wobei man im letzteren Falle,
wie erwähnt, zweckmäßig im Blechkörper einige Dehnungsfalten anbringt.
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Aber auch gegenüber der bisher vielfach üblichen einsatzlosen Azotierung
ergeben sich durch die Benutzung des Azotierbehälters gemäß der Erfindung eine Anzahl
Vorteile, und zwar i. die Einsätze können bald nach Beendigung der Azotierung aus
dem Ofen entfernt werden; 2. der Nachteil der Verschmutzung des Ofens durch zurückbleibenden
Kalkstickstoff und des Anbackens an den Ofenwandungen ist bei Benutzung des erfindungsgemäßen
Azotierbehälters vermieden; 3. beim einsatzlosen Azotieren muß der Ofen vor der
Wiederbesetzung erst erkalten, was bei der Neuerung nicht erforderlich ist, da der
Ofen gleich wieder besetzt und die vorhandene Ofenwärme für den neuen Besatz ausgenutzt
werden kann. Durch den Fortfall der Abkühlung wird auch ein größerer Durchsatz erzielt.
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Der den Gegenstand der Erfindung bildende Azotierbehälter ist in der
Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel veranschaulicht, und zwar zeigt Abb. i eine
Seitenansicht des neuen Azotierbehälters, linke Hälfte im senkrechten Querschnitt,
Abb. 2 eine Draufsicht auf den zylindrischen Azotierbehälter nach Abb. i zur Darstellung
der Dehnungsfalten, Abb. 3 den Behälter nach A nb. z nach er-. folgter Dehnung.
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Wie aus Abb. i ersichtlich, besteht der Behälter a aus einem
Oberteil b, der nach unten zu etwas konisch erweitert ist, und einem verhältnismäßig
niedrige: Unterteil c mit daran befestigtem Bodenblech, welches im Gegensatz zum
Oberteil b nach oben zu erweitert ist. Der Oberteil b ragt in den Unterteil c etwas
hinein und wird in seiner Lage durch Winkeleisen gestützt, die zweckmäßig am Oberteil
b befestigt sind. Am Unterteil c befinden sich noch die Lamellen/ mit den oberen
öffnungen e, deren Zweck noch erläutert werden wird. In der Mitte des Unterteils
c ist das durchlochte Mittelrohr k, welches unten mit Winkeleisen h versehen ist,
lose hineingestellt und besitzt oben die Öffnungen g.
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Ist der obere Teil b des Azotierbehälters zylindrisch ausgeführt,
so bringt man zweckmäßig an demselben Dehnungsfalten m nach Abb. 2 an, und zwar
entweder in seiner ganzen Höhe oder aber nur im unteren Teil desselben. Abb.3 zeigt
denselben Azotierbehälter nach erfolgter Dehnung. Auf diese Weise ist auch bei zylindrischen
Behältern eine leichtere Entleerung des Kalkstickstoff blockes möglich.
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Das Beschicken des neuen Azotierbehälters erfolgt in der üblichen
Weise. Dagegen wird die Entfernung der Azotiereinsätze aus dem Ofen nach Beendigung
der Azotierung und das Entleeren dieser Einsätze wie folgt vorgenommen:.
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Dei gesamte Behälter a wird an den öffnungen e der Lamellen f angehoben
und. aus dem Ofen entfernt. Darauf wird durch Angreifen an den Öffnungen d am oberen
Rande zunächst der Oberteil b vom Kalkstickstoffblock abgezogen, was wegen seiner
dünnen Blechstärke und der dadurch bedingten Nach. giebigkeit leicht erfolgen kann.
Sodann wird der Kalkstickstoff block durch Angreifen an den Öffnungen g des mittleren
Rohres k aus dem Unterteil c abgehoben, wobei die Winkeleisen h verhindern, daß
er sich vom Rohr k löst. Beim Umstürzen kann dann das Zerkleinern des Kalkstickstoffblockes
in Stücke erfolgen, die für die Brecher geeignet sind. So können beispielsweise
nach Patent 625 262 und Zusatzpatent 669 301 Wellpappegitter in den Kalkstickstoff
eingelegt werden, die das Zerfallen desselben beim Stürzen erleichtern.