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Verfahren und Heftkopf zum Heften von gefalzten Bogen an Bundbänder.
Es ist bereits eine Vorrichtung bekannt, um die aus gefalzten Bogen bestehenden Lagen eines Buchblockes mittels im letzten Bruch (Falz) der gefalzten Bogen angeordneter Heftklammern unter Zuhilfenahme einer Druckplatte an Bundbänder zu heften.
Diese Druckplatte hat aber den Nachteil, dass die Heftklammerschenkel beim Aufstossen ihrer Endhaken auf die Bundbänder seitlich ausweichen, was eine fehlerhafte Heftung zur Folge hat.
Gegenstand der Erfindung ist ein Heftkopf zum gleichzeitigen Heften der Bogenlagen eines Buchblockes an Bundbänder mittels in den letzten Brüchen der Bogen angeordneter Heftklammern, deren Schenkelenden in Reihen aus dem Buchblockrücken herausragen und mit Endhaken ausgebildet sind, wobei in ihrer Dicke der Breite der Heftklammern entsprechende Stosslamellen und zwischen diese greifende in ihrer Dicke dem Abstand der Stosslamellen voneinander entsprechende Führungslamellen den Heftklammern entsprechend in Reihen vorgesehen sind, derart, dass die Endhaken der Heftklammern, während des Einpressens mittels der Stosslamellen durch die Führungslainellen so geführt werden, dass einem seitlichen Ausweichen derselben vorgebeugt wird.
Der Erfindungsgegenstand ist in der Zeichnung in einem Ausführungsbeispiel dargestellt, u. zw. zeigt :
Fig. 1 eine Vorderansicht der wesentlichen Teile desselben, Fig. 2 ein Grundriss zu Fig. 1, Fig. 3 ein Schnitt nach der Linie 5-3 der Fig. 1, Fig. 4 und 5 zeigen Einzelheiten in Seitenansicht Fig. 6 zeigt eine Einzelpartie in grösserem Massstabe, Fig. 7 und 8 zeigen eine Einzelheit in Seiten-und Vorderansicht, Fig. 9 und 10 eine Einzelheit in Seitenansicht und Grundriss, Fig. 11 und 12 eine Einzelheit in Seiten-und Vorderansicht, Fig. 13 eine weitere Einzelheit in Seitenansicht, Fig. 14-19 zeigen einen Schnitt nach der Linie 14-14 der Fig. 6 bei verschiedenen Stellungen der einzelnen Teile.
Der rechteckige Rahmen 20 ist mittels eines Bügels 21 in senkrechter Richtung verstellbar angeordnet, welcher Bügel um die die Maschinenrahmenteile 22 verbindende Verbindungsstange 23 schwenkbar ist. Am Arm 24 des Bügels 21 ist eine Laufrolle 25 vorgesehen.
Diese Laufrolle 25 läuft auf einer unrunden Scheibe 26, welche auf der Welle 27 festsitzt, die in den beiden Maschinenrahmenteilen 22 drehbar gelagert ist. Über dem Rahmen 20 ist ein rechteckiger Rahmen 28 angeordnet, in welchen der erstere von unten her eingeführt werden kann und in dem Rahmen 20 ist eine Stossplatte 29 in senkrechter Richtung mittels einer Schraubenspindel 30 verschiebbar angeordnet, welche zur Führung des Rahmens 20 dient. Der Rahmen 28 ist durch Rundstangen 31 geführt und mittels eines Bügels 32, der um die die beiden Maschinenrahmenteile 22 miteinander verbindende Verbindungsstange 33 schwenkbar ist, in seiner Höhe verstellbar. Er ist mit einer Gabel 34 versehen, an deren freien Enden zwei Laufrollen angeordnet sind, welche auf den unrunden Scheiben 36 laufen, die seitlich der unrunden Scheibe 26 auf der Welle 27 festsitzen.
Die Welle 27 kann mittels einer Antriebsscheibe 37 (Fig. 2) von einer nicht gezeichneten Antriebswelle aus gedreht werden.
Auf der Stossplatte 29 sind der Anzahl der Heftklammerreihen entsprechend senkrechte Stossschienen 38 aufgesetzt. Diese überqueren die Stossplatte und tragen auf ihrem Rücken Führungslineale 39, welche zum genauen Aufsetzen von mit abgestuften Aussparungen 41 versehenen Presslamellen 40 (Fig. 11,12) dienen. Zwischen den Presslamellen 40 sind Distanzstücke 42 (Fig. 7,8) angeordnet. Die Presslamellen 40 entsprechen in ihrer Dicke d (Fig. 12) dem Durchmesser bzw. der Breite der Heftklammern, während die Dicke dl des Distanzstückes 42 (Fig. 8) dem Abstand der Heftklammern voneinander entspricht, und je nach der Papierdicke und der Anzahl der einzelnen Bogen geändert werden kann. Die Presslamellen 40 und die Distanzstücke 42 sind mit zusammenpassenden Durchbohrungen 43 versehen.
Durch diese sind Dorne 44 hindurchgesteckt, die mit ihrem einen Ende in die Verlängerungen 45 der Stossschiene 38 eingeschraubt sind, und mit dem andern Ende in Pressschrauben 46 eingeführt sind, die ihrerseits wieder mit ihrem einen Ende in die Verlängerungen 47 der Stossschienen 38 eingeschraubt sind und mit ihrem andern Ende die Presslamellen 40 und die Distanzstücke 42 unter sich zusammen und gegen die Verlängerungen 45 der Stossscheiben 38 pressen.
48 sind zwischen die Presslamellen 40 greifende Führungslamellen. Sie sind in Rahmen 49 befestigt, wozu ihre unteren Enden unter Zwischenlegung von Distanzplättchen 52 in Längsnuten 50 der unteren Rahmenteile 51 der Rahmen 49 eingesetzt sind. Die Führungslamellen 48
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die Längsnuten 50 begrenzende Anschläge 54 geklemmt.
Im weiteren sind die Führunglamellen am oberen Rahmenteil 55 des Rahmens 49 unter Zwischenlegen von Distanz-
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Die Rahmen 49 sind mittels beidseitiger Zapfen 57 in Verlängerung der unteren Rahmen- teile 51 in Bohrungen des Rahmens 20 schwenkbar gelagert und mittels Zapfen 58 in Ver- längerung des oberen Rahmenteiles 55 in Schlitzen 59 des Rahmens 28 geführt und paar- weise so angeordnet, dass sich zu beiden Seiten der Stossschienen 38 je ein Rahmen 49 be- findet, dessen Führungslamellen 48 zwischen die Stosslamellen zum Eingreifen gebracht werden können0 Die Köpfe 60 der Führungslamellen 48 sind an den gegeneinander gerichteten Enden jedes Rahmenpaares mit scharfen Kanten 61 versehen, damit die Lamellen ungehindert zwischen die Endhaken der Heftklammern eingeführt werden können.
Die Längsteile des Rahmens 28 sind durch ihn etwas überragende Stege 62 verbunden, welche dem auf gemeinsamen Bundbändern zu heftenden Buchblock mit den Auflagestäbchen 63 beim Einlegen des Buchblockes zur Auflage dienen. Die Auflagestäbchen 63 liegen parallel zu den Stegen 62 und sind in am oberen Rand der Längsteile des Rahmens 28 angeordneten
Führungen nach ihrer Längsrichtung verschiebbar gelagert.
Die Enden der Auflagestäbchen 68 stehen über die ihrer Führung dienenden Rahmenteile vor und auf der einen Seite sind sie hakenartig abgebogen und in eine Schiene 64 eingesetzt, welche auf am Rahmen 28 angeordneten Tragbolzen 65 verschiebbar ist und nach dem Verschieben unter Wirkung von dabei gespannten Federn 66 in seine Ausgangslage zurückgeführt wird, wodurch auch ein
Zurückbringen der verschobenen Auflagestäbchen 63 in ihre Ausgangslage bewirkt wird.
67 ist ein verstellbarer und 68 ein verschiebbarer Pressbacken (Fig. 3). Diese Pressbacken sind dazu bestimmt, den Buchblock während des Heftvorganges festzuhalten.
Bei der in der Zeichnung dargestellten Ausführungsform können die Bogen eines Buch- blockes gleichzeitig je an vier Stellen auf Heftbänder geheftet werden, indem der Heftkopf vier Werkzeuggruppen zum Einpressen und Führen der in Reihen liegenden an den letzten
Bogenbrüchen angeordneten Heftklammern zeigt, wobei eine Werkzeuggruppe wenigstens je eine
Pressschiene 38 mit den auf ihr sitzenden Presslamellen 40 und Distanzstücken 42 und ein Paar Rahmen 49 mit Führungslamellen 48 und Distanzplättchen 56 umfasst. Selbstverständlich könnten auch mehr als vier oder auch weniger Werkzeuggruppen an einem Heftkopf vorge- sehen sein, indem sich deren Zahl nach derjenigen der notwendigen Heftklammerreihen regelt, welche ihrerseits abhängig ist vom Buchformat, das auch für den Abstand zwischen den einzelnen
Werkzeuggruppen massgebend ist.
Das Heften erfolgt zweckmässig in der Weise, dass erst ein zu einem Buch zusammen- zuheftender Buchblock 70 mit in den letzten Brüchen der einzelnen Bogen angeordneten Heft- klammern 71, deren Schenkel 72 von den Bogenrücken abstehen und zu Endhaken 73 aus- gebildet sind, so zwischen die Pressbacken 67 und 68, deren Pressflächen bis in die Linie G der Fig. 14-19 ragen, gelegt wird, dass die durch die Bruchfalze gebildeten Bogenrücken, welche durch die Linie L in den Fig. 14-19 dargestellt sind, auf den Stegen 62 und den Auflagestäbchen 63 aufliegen. Die Bogen bzw. die Heftklammern 71 sind dabei so anzu- ordnen, dass die Symmetrieebene der letzteren mit denjenigen der Stosslamellen 40 zusammen- fallen, was durch besondere, hier nicht in Betracht fallende Maschinenteile bewirkt werden kann.
Diese Ausgangslage ist in der Fig. 14 ersichtlich.
Infolge Drehens der Welle 27 im Sinne des Pfeiles P (Fig. 3) wird zuerst mittels der unrunden Scheibe 36 der Rahmen 28 so weit angehoben, dass die Stege 62 und die Auf- lagestäbchen 63 an den Pressbacken von unten her anliegen. Dadurch wird der Buchblock in die richtige Arbeitshöhe gebracht. In der Zeichnung fallen die beiden Linien G und L nun in eine zusammen (Fig. 15). Dieser Anhub des Rahmens 28 ist so bemessen, dass die Zapfen 58 der Rahmen 49 nicht in die schräg gerichtete Bahn der Schlitze 59 gelangen, so dass kein
Verschwenken der Führungslamellen 48 stattfindet und die Haken ohne an den Köpfen 60 der
Führungslamellen 48 anzustossen, seitlich, d. h. parallel zu den Stegen 62 verschoben werden können.
Im Anschluss an das Anheben des Rahmens 28 findet das Festklemmen des Buch- blockes unter Zusammenpressen desselben durch die Pressbacken 67 und 68 statt, welche Lage in Fig. 15 dargestellt ist. Das Zusammenpressen des Buchblockes findet in der Weise statt, dass der Pressbacken 68 gegen den Pressbacken 67 verschoben wird, mittels weiter nicht in
Betracht kommender Mittel. Dabei werden die Auflagestäbchen 63 durch eine unter dem Press- backen 68 angeordnete Leiste 681 unter Spannen der Federn 66 gegen diese hin verschoben.
Der Zweck der Auflagestäbehen 63 ist, ein Hinunterfallen einzelner Bogen während des Einsetzens zwischen die Pressbacken zu verhindern, z. B. wenn der Pressbacken 68 über die
Stege 62 bzw. den Rahmen 28 hinausgezogen würde.
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Beim Weiterdrehen der Welle 27 hebt die unrunde Scheibe 26 in einer ersten Stufe den Rahmen 20 so weit an, dass die Köpfe 60 der Führungslamellen 48 ganz nahe an den Buchrücken gelangen. Während dieses Vorganges bleibt der Rahmen 28 in der angehobenen Lage (Fig. 16). Alsdann senkt sich unter Wirkung der unrunden Scheiben 36 der Rahmen 28, während der Rahmen 20 noch in der angehobenen Lage verbleibt, in seine Ausgangslage zurück, so dass die Zapfen 58 in die Schrägteile der Schlitze 59 gelangen und die Köpfe der Führungslamellen sich so weit nähern, dass ein das Bundband 74 zwischen den Buchrücken und die Schenkel 72 der Heftklammern 71 einführender Maschinenteil 75 zwischen den Führungslamellen hindurchgeführt werden kann (Fig. 17).
Nach dem Zurückziehen des Maschinenteiles 75, ohne das Bundband 74 mitzunehmen, wird mittels der unrunden Scheiben 26 der Rahmen 20 nochmals etwas angehoben, so dass die scharfen Kanten 61 der Köpfe 60 der Führungslamellen 48 paarweise einander ganz nahe gegenüber stehen. Gleichzeitig wird auch mittels der Schraubenspindel 30 der Abstand zwischen den Presslamellen 40 und den Buchrücken vergrössert, um eine grössere Bahn der Presslamellen und damit ein wuchtigeres Einpressen der Haken zu ermöglichen (Fig. 18).
Nach Erreichen der Tiefstlage der Presslamellen werden diese mittels der Schraube 30 nach oben geführt und durch die Stossplatte 29 und die Stossschienen 38 gegen die Bogenrücken gepresst, wobei die Heftldammernschenkel 72 gegen die Bogenrücken gepresst und deren Endhaken durch die Bundbänder in die Bogenrücken eingepresst und in sich geschlossen werden.
Bei diesem Pressvorgange gleiten die Presslamellen 40 zwischen den Führungslamellen 48 nach oben. durch welch letztere die Heftklammerschenkel 72 mit den Haken 73 während des Einpressens geführt werden, so dass ein seitliches Ausweichen derselben verhindert wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Heften von gefalzten Bogen an Bundbänder, dadurch gekennzeichnet, dass sämtliche zu einem Buchblock zusammengetragenen, gefalzten Bogen unter hohem, ein Zurückweichen der Mittelstege der Klammern (71) verhinderndem Klemmdruck und unter Verhinderung des seitlichen Ausweichen der Klammerschenkel (72), durch gleichzeitiges Zudrücken sämtlicher aus dem Bogenrücken herausragenden Klammerschenkel (72) ¯an alle Bundbänder geheftet werden.