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Verfahren und Vorrichtung zum Gerben von Häuten u. dgl.
Vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren zum Gerben von Häuten u. dgl., wobei das zu gerbende Gut in an sich bekannter Weise in einem geschlossenen Behälter der Einwirkung von Vakuum ausgesetzt wird, während die Gerbflüssigkeit mittels einer Pumpe od. dgl. veranlasst wird, durch den genannten das Gerbgut enthaltenden Behälter zu zirkulieren, und wobei die bei dieser Vakuumbehandlung weggesaugten Dämpfe u. dgl. kondensiert werden.
Es hat sich herausgestellt, dass mit den während der Vakuumbehandlung weggesaugten Dämpfen verschiedene mehr oder weniger flüchtige Säuren und andere wirksame Stoffe den Dämpfen der Gerbflüssigkeit folgen, deren Gehalt an solchen Stoffen also während der Behandlung allmählich herabgesetzt wird. Die vorliegende Erfindung bezweckt, diesen Übelstand zu beseitigen, und besteht in der Hauptsache darin, dass das durch die Kondensation der Dämpfe gebildete Kondensat in dem Masse, als es gebildet wird, während des Fortganges des Gerbprozesses direkt in den Gerbbehälter wiedereingeführt wird, so dass der Gehalt der Gerbflüssigkeit an flüchtigen Säuren während des ganzen Gerbprozesses möglichst konstant beibehalten wird.
Für den Fall, dass das in den Behälter eingeführte Gerbgut zuerst auf eine geeignete Temperatur erwärmt und darauf der Einwirkung eines hohen Vakuums ausgesetzt wird, bevor die Gerbflüssigkeit in den Behälter eingeführt wird, wird das bei dieser ersten Vakuumbehandlung aus den Dämpfen ausgeschiedene Kondensat hauptsächlich Wasser und andere vom Gerbgute abgegebene Stoffe enthalten, welche natürlich während des Gerbprozesses nicht nützlich sind. In diesem Falle wird gemäss der Erfindung so verfahren, dass das erste Kondensat, welches während der Vakuumbehandlung des erwärmten Gerbgutes allein zur Ausscheidung gelangt, in einen Kondensatsammler geleitet wird, während das Kondensat, welches nach der Einführung der Gerbflüssigkeit in den Behälter ausgeschieden wird, direkt in den Gerbbehälter wieder eingeführt wird.
Auf der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens gemäss der Erfindung dargestellt, u. zw. zeigt Fig. 1 einen Gerbbehälter in Endansicht und Fig. 2 in Seitenansicht.
Nach der dargestellten Ausführungsform besteht die Vorrichtung aus einem Gerbbehälter 1, der mit einer Tür 2 zum Einführen des Gerbgutes versehen und im Innern nahe dem Boden eine Rohrschlange 3 enthält, in welche Dampf zum Erwärmen des Inhaltes des Behälters eingeführt werden kann. Eine Pumpe 4 dient dazu, die Gerbflüssigkeit in Zirkulation durch den Behälter zu versetzen. Für diesen Zweck ist die Pumpe mit dem unteren Teil des Behälters durch ein mit Absperrventil versehenes Saugrohr 5 und mit dem oberen Teil desselben durch ein Druckrohr 6 in Verbindung. Die Saugseite der Pumpe steht ferner durch ein mit Absperrventil versehenes Rohr 7 mit einem unter dem Behälter 1 angebrachten Behälter 8 in Verbindung, so dass in diesem Behälter zubereitete Gerbflüssigkeit mittels der Pumpe in den Behälter 1 eingepumpt werden kann.
Der obere Teil des Behälters 1 steht durch ein Rohr 9 mit einem Kondensator 10 in Verbindung, der durch ein Rohr 11 mit einer nicht dargestellten Vakuumpumpe verbunden ist. Vom unteren Teil des Kondensators führt einerseits ein mit Absperrventil 12 versehenes Rohr 13 in den Gerbbehälter 1, welches Rohr 13 an seinem in den Behälter mündenden Ende zweckmässig mit einem Rückschlagventil versehen sein kann, und anderseits führt ein mit Absperrventil 14 versehenes Rohr 15 nach einem Kondensatsammler 16.
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Während das Gerbgut mit der von der Pumpe 4 in Zirkulation durch den Behälter versetzten Gerbflüssigkeit behandelt wird, wird der Behälter die ganze Zeit unter Vakuum gehalten, und die durch das Rohr 9 weggesaugten Dämpfe werden im Kondensator 10 kondensiert. Gemäss der Erfindung wird das hiebei gebildete Kondensat durch das Rohr 13 direkt in den Gerbbehälter 1 wieder eingeführt, so dass mit den Dämpfen abgehende wirksame saure Bestandteile sofort wieder in die Gerbflüssigkeit eingeführt werden und diese also ihre volle Wirksamkeit beibehält. Das Ventil 14 wird dabei geschlossen gehalten, so dass kein Kondensat nach dem Kondensatsammler 16 entweicht.
Für den Fall, dass das in den Behälter 1 eingeführte Gerbgut zuerst auf geeignete Temperatur erwärmt und darauf der Einwirkung eines hohen Vakuums ausgesetzt wird, bevor die Gerbflüssigkeit in den Behälter eingeführt wird, werden auch die bei dieser ersten Vakuumbehandlung des Gerbgutes abgegebenen Dämpfe im Kondensator 10 kondensiert. Das hiebei gebildete Kondensat enthält aber hauptsächlich Wasser und andere vom Gerbgute abgegebene Stoffe, und da diese während des folgenden Gerbprozesses nicht von Nutzen sind, so wird dieses bei dieser ersten Vakuumbehandlung gebildete Kondensat durch das Rohr 15 nach dem Kondensatsammler 16 geleitet. Das Ventil 12 wird hiebei geschlossen gehalten.
Wenn diese vorbereitende Behandlung beendet und die Gerbflüssigkeit in den Behälter eingeführt worden ist, so wird das Rohr 15 vermittels des Ventils 14 abgesperrt und das Ventil 12 geöffnet, so dass das während des folgenden Gerbprozesses gebildete Kondensat in den Gerbbehälter wieder eingeführt wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zum Gerben von Häuten u. dgl., bei welchem das in einen Behälter eingeführte Gerbgut der Einwirkung von Vakuum ausgesetzt wird, während die Gerbflüssigkeit durch den Behälter zirkuliert und wobei die bei der Vakuumbehandlung weggesaugten Dämpfe u. dgl. kondensiert werden, dadurch gekennzeichnet, dass das gebildete Kondensat während des Fortganges des Gerbprozesses direkt in den Gerbbehälter wiedereingeführt wird, zum Zweck, den Gehalt der Gerbflüssigkeit an flüchtigen Säuren während des ganzen Gerbprozesses möglichst konstant zu halten.