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Verfahren und Vorrichtungen zum Bedrucken von Stoff- und Papierbahnen aller Art mit veränderlichen Mustern.
Die Erzeugung von Druckmustern mittels Schablonen und Farbvorrichtungen, wie Spritzdüsen. Farb-oder Bürstwalzen, ist bekannt. wobei im allgemeinen die Muster in Form und Flächenausdehmmg mit den Schablonenausschnitten genau übereinstimmen, ebenso ist auch die Herstellung von Druckmustern mit verschmieren oder verwischten Randformen nicht mehr neu.
Die Erfindung hingegen bezieht sich auf Verfahren und Vorrichtungen zur Erzeugung von veränderlichen Mustern auf Stoff-und Papierbahnen u. dgl. und besteht darin, dass die Musterschablonen gegenüber der Warenbahn mit einer einstellbaren Geschwindigkeit sich bewegen und die Schablonen in beliebig wählbarem, während des Druckens gleichbleibendem oder ver- änderlichem Winkel gegenüber der Laufrichtung der Warenbahn und ebenso die Farbvorrichtung in einem beliebigen Winkel gegenüber der Bewegungsrichtung der Schablone sowohl wie der Warenbahn eingestellt oder in wahlweise bestimmbarer Bewegungsart gedreht werden.
Die Mnsterverändernngen und auch die Randverschwommenheiten der Druckmuster entstehen hiebei als eine Folge kinematischer Vorgänge, im Gegensatz beispielsweise zum Schleifdruck, bei welchem die verwischten Ränder dem teilweisen Verschmieren der aufgebrachten Druckfarbe unter körperlicher Berührung von Warenbahn und Druckwalze bzw. Schablone ihre Entstehung verdanken. Bei dem Verfahren und den Vorrichtungen nach der Erfindung hingegen erfordert die Erzeugung der Musterveränderung bzw. Verzerrung keine Berührung von Stoffbahn und Schablone. Vielmehr ist die Dichtberührung, sofern die Farbgebung nicht durch Farb-oder Bürstwalzen erfolgt, insoweit erforderlich. als eine Berührung zu unerwünschtem Verwischen führen würde.
Dieser Zweck wird durch die an sich bekannten Mittel der regelbaren Abstandund Straffhaltung von Stoff-und Schablonenbahn erreicht, z. B. durch Zwischenlagerung von die Schablone stützenden Rollen oder Stäben wählbarer Abmessungen. Stütz-oder Spannketten, Führungsschienen od. dgl. Derartige Hilfsmittel sind einfachheitshalber in die Fig. 1 und 3, 4. 5 nicht mit aufgenommen worden, erscheinen aber in den Fig. la und 1b veranschaulicht.
In den Fig. 1 und 3. 4. 5 sind zwei beispielsweise Ausführungsformen der Vorrichtungen zur Ausübung des Verfahrens dargestellt, u. zw. veranschaulicht Fig. 1 eine Zeugdruckmaschine mit über eine Trommel geführter Stoffbahn und mit endloser Schablone. Nach der Erfindung erhält hier die Schablone eine regelbare, gegenüber der Geschwindigkeit der Stoffbahn ver- änderliche Geschwindigkeit. Die Geschwindigkeit der Schablone kann kleiner oder grösser als die der Stoffbahn sein und dauernd oder zeitweise gleiche oder entgegengesetzte Richtung haben wie die Bewegung der Stoffbahn.
Zeugdruckmaschinen mit über eine Trommel laufender Stoffbahn und mehreren übereinanderliegenden endlosen Schablonen. welche zwecks Erzeugung beständig wechselnder Muster gegeneinander verschoben werden, sind an sich bekannt. Aber abgesehen davon, dass diese Maschinen wegen der Übereinanderlagerung mehrerer Schablonen verwickelter und in der Handhabung schwieriger sind als die Maschine nach der Erfindung, ist bei den bekannten Maschinen auch die Länge des Musters durch die Länge des längsten der zur Überdeckung kommenden Schablonenausschnitte begrenzt, zuzüglich etwa der Dehnung einer oder der andern der einander überdeckenden, für diesen Fall aus elastischem Stoff gefertigten Schablonen.
Auf den Zeugdruckmaschinen nach der Erfindung können mit nur einer Schablone und bei
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unverändertem Sehablonenausschnitt Muster erzeugt werden, deren Länge von der Länge des Schablonenausschnittes beliebig abweichen, d. h. grösser oder kleiner als diese sein kann. Wird eine derartige Verzerrung genügend weit getrieben, so kann dadurch der Charakter der Muster vollständig verändert werden. Natürlich können-mehrere Druckwerke nacheinander in geeigneten Abständen auf dieselbe Warenbahn einwirken, so dass zusammengesetzte Muster in beliebigen Farben entstehen. Besondere Bildwirkungen lassen sieh durch Vereinigung der Anwendung von Schablonen mit verschiedenfarbig gespeisten Spritzdüsen oder Düsenreihen oder Düsenfeldern hervorbringen.
In den Figuren ist die Erfindung beispielsweise erläutert : Fig. 1 zeigt einen senkrechten Schnitt durch die Maschine, Fig. la und 1b verdeutlichen zwei Beispiele der Schablonenführung zwecks wählbarer Abstand-und Straffhaltung der Schablone von der Warenbahn. In Fig. 2 sind einige mit der Maschine verwandelte Druckmuster vorgeführt.
Die neue Ausbildung ermöglicht es, in besonders einfacher Weise beliebig verzerrte Bilder auf laufenden Stoffbahnen zu erzeugen. Die Maschine eignet sich daher auch besonders zum ein-oder zweiseitigen Bedrucken von Geweben, Stoff-oder Papierbahnen, Garnen oder Garnketten u. dgl. Die sonst üblichen Druckwalzen oder Druckplatten werden in diesem Falle durch endlose oder endlos aneinandergereihte Schablonen ersetzt.
Da Schablonenbänder billiger herzustellen und bequemer aufzubewahren sind als Druckwalzen, ausserdem aber nach der Erfindung mit einer einzigen Schablone eine grosse Anzahl verschiedener Muster durch Ver- änderung des Geschwindigkeitsverhältnisses zwischen der Bewegung der Schablonen und der der Warenbahn hervorgebracht werden kann, wie dies sonst nur bei Anwendung überaus zahlreicher, verschieden gravierter Druckwalzen möglich ist, so lassen sich bei Anwendung der Maschine nach dem vorliegenden Verfahren erhebliche Ersparnisse an Raum und Inventar erzielen.
Die Schablonen können, wie erwähnt und in den Fig. la und 1b veranschaulicht, auch in geringem Abstande über die Warenbahn geführt werden, so dass die Schablone auch entgegen oder schräg zu der Bewegungsrichtung der Ware geführt werden kann, wodurch sich die Mannigfaltigkeit der Verzerrungseffekte noch weiter steigern lässt. Gegebenenfalls kann aber auch bei dicht anliegender Schablone eine rückläufige Bewegung der Schablone gegenüber der Warenbahn erfolgen, wodurch eine zuweilen erwünschte Bildwirkung infolge Verwischens der Farbe auf der Ware entsteht.
Zwecks weiterer Veränderung der Druckbilder kann auch die Farbvorrichtung (Farb- oder Bürstwalze, Düsenreihe usw. ) in gleicher oder entgegengesetzter Richtung zur Bewegung- richtung der Warenbahn bzw. der Schablone und mit beliebiger Bewegungsart und regelbarer Geschwindigkeit beweglich gestaltet werden. Die hiefür dienende Einrichtung wurde zur Vereinfachung nicht eingezeichnet.
In der Fig. 1 wird von der in dem ortsfesten Maschinengestell 58 drehbar gelagerten Hauptwelle 93 durch Kegelradgetriebe 92 die Welle 91 und durch Planetengetriebe 68, 69 die Welle 67 und Zahnrad 66 angetrieben, welches das mit der Trommel 59 fest verbundene Zahnrad 65 antreibt. Um die Trommel wird die von den Vorratsballen 76 ablaufende Warenbahn 77 unter Mitnahme des Mitläufers 78 und des Druektuches 79 herumgeführt (letztere sind nur bedingt erforderlich, etwa bei gleichzeitigem Druck mittels Musterwalzen). Die endlosen Schablonenbänder S, S, welche durch Walzen 60, 61 bzw. 62, 63 und 64 gefihrt sind. legen sich hiebei an den Trommelumfang.
Bei der linksseitigen Schablone S erfolgt die Farbgebung durch Einfärbung der als Druckwalze ausgebildeten Führungsrolle 61 von der Farci- walze 80 aus, die sich in einem Farbtrog dreht. Bei der rechtsseitigen Schablone S'dienen Spritzdüsenreihen 83 zur Farbgebung. Diese werden aus Farbbehältern 81 durch Leitungen 82 mit Farbe gespeist. Die Schablonenbänder erhalten hier eine regelbare, gegenüber der Umdrehungsgeschwindigkeit der Trommel 59 veränderliche Umlaufgeschwindigkeit durch verstellbare Konusgetriebe 70, 71 bzw. 72, 73, auf denen Kupplungsriemen 85 durch Stellhebel 86 bzw. 87 derart verschoben werden können, dass die die Wellen 74 bzw. 75 der Schablonenantriebe treibenden Zahnräder bestimmte veränderliche Geschwindigkeiten erhalten.
In Fig. la ist beispielsweise eine Schablonenführung dargestellt, welche veranschaulicht, in welcher Weise das Schablonenband um einen Teil des Trommelumfanges an der Warenbahn vorbeigeführt wird, wobei der Abstand der Schablone von der Warenbahn wahlweise einstellbar ist. Das über die Walzen 62, 6'3, 64 gespannte Schablonenband S'liegt mit seinen Rändern auf Reifen 120 auf, die auf drehbaren Kugeln, Rollen oder Stäben 123 drehbar gelagert, einen etwas grösseren Durchmesser aufweisen als die Trommel 59.
Dadurch wird ein bestimmter Abstand zwischen Schablone und Warenbahn hergestellt. 83 ist eine der Spritz- düsen, 124 deutet eine, die wirksame Spritzbreite (Färbezone) in Laufrichtung der Warenbahn bzw. der Schablone regelnde Einrichtung bekannter Art an, wie etwa zwei, einen verstellbaren
Schlitz bildende Bleche od. dgl.
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In Fig. 1b ist eine andere Art der Schablonenanordnung dargestellt, bei welcher die über die Rollen 62, 63, 64 gespannte Schablone tangential zu der um die Trommel laufenden Warenbahn geführt wird. Diese Art der Anordnung gestattet durch regelbare Annäherung oder Entfernung der Führungsrollen 63, 64 von der Trommel 59 in besonders einfacher Weise die Einstellung eines wahlweisen Abstandes zwischen der Schablone und der Warenbahn, u. zw. von körperlicher Berührung an bis zu beliebiger Entfernung.
Die endlosen Schablonen können auch aus Einzelelementen zusammengesetzt sein, z. B. aus einzelnen Blechtafeln bestehen, die auch in Sonderfällen einzeln für sich gebraucht werden können und welchen beispielsweise eine hin und her gehende Bewegung während des Arbeitsvorganges erteilt werden kann.
Im Beispiel nach Fig. 2 ist das ursprüngliche Muster, das dem Ausschnitt in der Schablone entspricht, in der obersten Reihe veranschaulicht : a bzw. b, c, cl, e, f. Die andern Muster stellen Verzerrungen dar, wie sie durch Veränderungen der Geschwindigkeitsverhältnisse zwischen Stoffbahn und Schablone entstehen der Vereinfachung wegen ohne Berücksichtigung abklingender Farbtiefe der Anfangs- und Endränder, deren Breite in Laufrichtung der Stoffbahn mittels wahlweiser Anpassung der wirksamen Spritzstrahlbreite (oder Färbezone) regelbar ist.
Es zeigen die Fig. 2 b, c, d, e', f'die vorigen Muster auf ein Drittel ihrer Höhe, also ihrer Länge in der Laufrichtung der Stoffbahn, zusammengedrückt, welche Wirkung dann eintritt, wenn sich die Schablone mit der dreifachen Geschwindigkeit von der Stoffbahn unter der Farbvorrichtung fortbewegt bzw. die Stoffbahn nur mit einem Drittel der Geschwindigkeit des Schablonenbandes läuft. In der nächsten Reihe zeigen die Fig. e bzw. b", c", d", e", f" die Muster auf das Fünffache ihrer ursprünglichen Höhe verlängert als Folge einer fünffachen Geschwindigkeit der Stoffbahn gegenüber derjenigen der Schablone.
Endlich erscheinen in der
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unter der Annahme, dass das Schablonenband sich nur mit einem Zehntel der Geschwindigkeit unter der Farbvorrichtung bewegt, wie die Stoffbahn. In den Fig. d', d", cl und/"./,/ sind Bildformen dargestellt, wie sie beim Aufbringen der Farbe auf einmal gleichzeitig über grössere Flächen der Schablonenausschnitte, d. h. bei in Laufrichtung der Stoffbahn auf diese breiter auftreffendem Spritzstrahl, entstehen, wieder ohne Berücksichtigung der in diesem Fall breiteren. abschattierten Anfangs-und Endränder. Dabei sind sämtliche Muster aufrecht stehend gezeichnet, also gleiche Bewegungsrichtung von Stoffbahn und Schablone angenommen, bei entgegengesetzt gerichtetem Lauf von Stoffbahn und Schablone würden natürlich gegenüber dem Schablonenausschnitt auf dem Kopfe stehende Muster zustande kommen.
Bei Anwendung von Farbspritzdüsen ist, unter Voraussetzung ihrer unveränderten Farbabgabe. die Farbtiefe der Muster selbstverständlich von der Geschwindigkeit abhängig. mit der die Stoffbahn sich unter den Spritzdüsen vorbeibewegt.
Während auf der vorstehend geschilderten, der üblichen Rouleaux- bzw. Reliefdruckmaschine in der äusseren Form angepassten Einrichtung vornehmlich in der Längsrichtung verzerrte Musterungen erzeugt werden, lassen sich auf der nachstehend beschriebenen Vorrichtung noch andersartige und viel weitergehend in Form und Farbtiefeverteilung veränderte Muster mit ein und derselben Schablone in der Hauptsache dadurch erzielen, dass die Schablone in beliebig wählbarem, während des Druckens gleichbleibendem oder veränderlichem Winkel gegenüber der
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Warenbahn eingestellt oder in wahlweise bestimmbarer Bewegungsart gedreht werden. Dabei kann gleichzeitig zur Erzielung weiterer Verzerrungen die Anwendung verschiedener Relativgeschwindigkeiten zwischen Warenbahn.
Schablone und Farbvorrichtung mit herangezogen werden.
Der Vereinfachung wegen erscheint eine hiezu dienende Einrichtung bei der Maschine nach Fig. 3,4 und 5 zeichnerisch nicht veranschaulicht, ebenso auch nicht die für die Abstandund Straffhaltung von Stoff- und Schablonenbahn dienenden, schon vorerwähnten Hilfsmittel.
In den Zeichnungen ist eine beispielsweise Ausführung der Maschine und ihrer Wirkungsweise dargestellt. Fig. 3 zeigt einen Längsschnitt nach der Linie Z-f der Fig. 4. Fig. 4 zeig' eine Draufsicht und Fig. 5 zeigt einen Querschnitt nach der Linie II-II der Fig. 4. Ferner zeigen : Fig. 6 die Aufteilung des Düsenrohres oder der Düsenreihe, Fig. 7-10 verschiedene Formen der Schablonenoberfläche und ihre Bewegungsrichtung bzw. diejenige der Düsen, Fig. 11-24 die Auswirkungen der Bewegungsrichtung der Schablonen und Düsen auf das zu erzeugende Muster.
Die gesamte Vorrichtung zur Erzeugung der Muster ist zum Teil ortsfest und zum Teil beweglich über der Drucktischplatte 6 an den Gestellteilen 9 angeordnet. In diesen Gestellteilen befinden sich an der jeweiligen Einlassseite Seitenschlitze und Lager für den Warenbaum 2
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band 10 (das auch bei dieser Vorrichtung in entsprechender Weise durch endlos aneinander gereihte oder auch endliche Einzelschablonen ersetzt sein könnte) angeordnet und über die Walzen 11 geführt. Diese Walzen drehen sich in vier Hängelagern 12, die an den vier Ecken eines kreuzförmigen Trägers 13 angebracht sind. Das Kreuz 13 ist mittels vier kleiner Böcke 14 an einem Kranz 15 befestigt, welcher auf vier Tragrollen 16 aufliegt.
Die Tragrollen sowie der Kranz sind in der Zeichnung als {Zahnräder dargestellt und geben so dem Kranz eine zentrische Führung. Bei entsprechender Führung können aber auch einfache Röllchen und ein glatter Kranz gewählt werden. Die Tragrollen 16 sind an vier radial stehenden Lagerarmen 17 angebracht, welche an Armen 18 dei'Lagerböcke 9 befestigt sind. Der Tragkranz 15 kann an dem Handrad 19 gedreht werden. Innerhalb des Schablonenbandes ist das Farbspritzrohr 20 gelagert. Das Spritzrohr hängt in einem Bügel 21 und ist um Bolzen 22 in Querarrnen 23, 24 drehbar. Das Spritzrohr ist mit den Farbzuführungen 25 an nicht gezeichnete Farbbehälter angeschlossen.
Natürlich kann an Stelle der Farbspritzdüsen auch eine andere Einfärbevorrichtung, etwa eine Farb- oder Bürstwalze, dienen. Die Tischplatte 6 kann in ihrem Mittelteil mit einer gelochten Platte 26 ausgerüstet sein, unter welcher in einem Kasten 27 das Rohr 28 einer Absaugevorrichtung mündet.
Beiderseits der Maschine ist eine Skala 29 und an dem die Schablone tragenden Gestell ein Zeiger 30 angebracht, um die Schablonenlaufrichtung zu der der Stoffbahn in einem bestimmten Winkel einzustellen. Der Antrieb der Maschine erfolgt von dem Rade 31 auf der Welle 32 aus, die am Ende ein konisches Rad 33 trägt, welches in ein konisches Rad 34 eingreift. Das Rad 34 sitzt auf der Achse der Walze 4, und beide Walzen 3,4 stehen durch Zahnräder 35, 36 in Eingriff. Entsprechende Räder sitzen auch auf den Walzen 3', 4'am andern Ende der Maschine. Ferner ist ein zweiter Warenbaum 2'vorgesehen, so dass von jedem Ende der Maschine aus gearbeitet werden kann.
Um daher das eine oder andere Kegelräderpaar 33,34 oder 33', 34'bzw. die Walzen 4 oder 4'anzutreiben, kann mittels Hebel 37 die Welle 32 nach rechts oder links geschaltet werden. Die Drehhewegungseinrichtung der Düsenreihe ist vereinfachungshalber nicht eingezeichnet.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist als Ergebnis der beweglichen Anordnung der Düsen und Schablonen die folgende. Zunächst ist das Düsenrohr 20 (Fig. 6) in der Breitenrichtung der Warenbahn in Einzelteile gegliedert, die in vorbestimmtem Winkel einstellbar und drehbar sind. Dadurch entstehen Vervielfältigungen verzerrter Bilder, u. zw. im Gegensatz zu den bekannten Vorrichtungen nicht in der Längsrichtung, sondern in der Breitenrichtung oder in diagonaler Verschiebung, ähnlich wie dies die Fig. 20 erkennen lässt. Diese Aufteilung des Düsenrohres hat den Vorteil, dass je ein Endstück der aufgeteilten Düsenreihe an den Kanten von Stoffbahn bzw. Schablone seinen Ausgang nimmt und dass so eine besondere und sehr zweckmässige Ausnutzung der ganzen Stoffbahnbreite und der ganzen Schablonenbahnbreite erfolgen kann.
Ragt nämlich eine feststehende Düsenreihe über die Schablonenränder im Bereich der Stoffbahn hinaus, so entstehen ungemuslerte, aber gefärbte Streifen in der Längsrichtung der Stoffbahn. Ungefärbte Ränder lassen sich durch Anwendung entsprechend kurzer Düsenreihen erzielen. Arbeitet dann eine bewegliche Düsenreihe derartig, dass sie zeitweilig oder dauernd über die Ränder der Schablone im Bereiche der Stoffbahn hinausragt. so entstehen auf dieser ungemusterte, aber gefärbte Flächen. die je nach Form der Düsenreihe und den Bewegungsbedingungen bestimmte Randformen aufweisen und in Einzelflächen oder auch als ununterbrochene Streifen auftreten können.
Die Beweglichkeit der Düsen und (oder) Schablonen lässt sich im einzelnen folgendermassen ausnutzen :
1. Bei Verwendung einer laufenden Stoffbahn und einer bewegten Schablone (z. B. einer endlosen Bandschablone) und allgemein üblicher Einfärbeeinrichtung werden die Winkel der Bewegungsrichtungen dieser beiden Bänder beliebig. u. zw. entweder während des Druckens gleichbleibend oder wechselnd, eingestellt.
2. Bei Verwendung einer Farbvorrichtung in Form einer Düsenreihe, einer Fart- odeur Bürstenwalze od. dgl. wird die Richtung dieser Düsenreihe bzw. der Walzenachse in beliebigem. während des Druckens gleichbleibendem oder wechselndem Winkel eingestellt, während die
Schablonenführung die übliche sein kann.
3. Die farbgebende Vorrichtung (z. B. ein Düsenrohr oder eine Düsenreihe usw. ) wird in der Breitenrichtung der Warenbahn auf Einzelteile aufgeteilt, die in vorbestimmtem Winkel einstellbar und drehbar sind.
4. Der Farbvorrichtung, das ist der Farbwalze oder den zu einer starren Verbindung vereinigten Düsen (z. B. Düsenrohr), wird eine kreisende (Fig. 7), pendelnde (Fig. 6 sowie 8-10) od. dgl. Bewegung erteilt, wobei die Bewegungsgeschwindigkeit regelbar und gegenüber derjenigen der Warenbahn und der Schablone regelbar veränderlich ist.
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5. Bei Verwendung von Düsen werden diese nicht geradlinig. sondern in bogenförmiger oder zickzackförmiger oder auch in unregelmässiger, nicht zusammenhängender Anordnung
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6. Die Schablonenfläche erhält eine von der Ebene bzw. von der Zylinderfläche (Fig. 8) usw. abweichende Form durch stellenweise Ausbauchungen (Fig. 9.10). wodurch die Konturenschärfe der Muster beeinflusst wird.
7. Es werden gleichzeitig mehrere Schablonen zum Bedrucken der Stoffoberfläche verwendet. z. B. schmale Bänder oder kleine Scheiben (Fig. 7). welche nebeneinander und unabhängig voneinander wirken können. Die Einzelschablonen können auch fest iiber der laufenden Stoffbahn angeordnet sein und durch bewegliche Farbvorrichtullgell mit Farbe versehen werden. Diese Art der Verwendung der Schablone als feststehendes Element der Musterung kann auch für die ändern Formen der Schablonen Platz greifen. wie im allgemeinen jeweils eines der Elemente der Musterhervorbringung gegenüber den bewegten andern sich im Still-
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zeitlich regelbaren Unterbrechung der Farbabgabe der Düsen, strichmusterungen mit eingenartigen Formen der Randausbildung.
8. Eine weitere Beeinflussung der Muster, insbesondere ihrer Konturenschärfe, wird durch verschiedene Wahl der gegenseitigen Abstände der Warenbahn. Schablonen undSpritzdüsen bewirkt.
9. Die Bewegungsgeschwindigkeiten von Warenbahn und Schablonenband sind bisher als
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Relativgeschwindigkeiten zwischen Stoffbahn. Schablone und Farbvorrichlllng mit den hier beschriebenen Mitteln zur Winkelveränderung zwischen den genannten Druckelementen vereinigt angewandt und so zur Erzeugung weiterer Abweichungen der Druckmusterformen gegenüber den Schablonenausschnitten benutzt werden, wie dies an einem einfachen Beispiel in Fig. 14 veranschaulicht ist.
In den Fig. 11-24 sind beispielsweise einige der Verzerrungsbilder. wie sie nach dem angegebenen Verfahren mit der beschriebenen Maschine erzeugt werden können, dargestellt.
Sie zeigen die Warenbahn 1 und das Schablonenband 10 in einem Zeitpunkt, in welchem der Schablonenausschnitt A schon unter der Düsenreihe 2U hindurchgegangen ist und dabei auf der Warenbahn 1 das Bild B aufgedruckt hat. Die Pfeile deuten die Bewegungsrichtungen an.
In der Fig. 11 ist zunächst abweichend von den ändern Abbildungen der Fall dargestellt. in welchem das Druckbild dem Schablonen3usschnitt kongruent ist. Dies tritt nur dann ein. wenn der Winkel zwischen den Bewegtingsrichtungen von Stoffbahn und Schablone, bei gleicher Bewegungsgeschwindigkeit beider, durch die Lagerichtung der geradlinigen Düsenreihe halbiert wird. In diesem Beispiel wird ein gerader, striehformiger Ausschnitt in der Längsrichtung der Schablone zu einem farbigen Strich in der Längsrichtung der Stoffbahn usw. Wird irgend etwas an diesen Bedingungen geändert, so treten Bildveränderungen gegenüber den Schablonenausschnitten ein.
So ist ans Fig. 12 ersichtlich, wie eine Umkehrung der Laufrichtung der Schablone unter Beibehaltung der übrigen Bedingungen eine starke Veränderung des Bildes ergibt. In Fig. 13 ist die Düsenreihe gegenüber ihrer Stellung in Fig. 11 um 90 Grad verstellt worden. In Fig. 14 entsprechen die Bedingungen denjenigen der Fig. 13, nur ist die Bewegungsgeschwindigkeit der Stoffbahn verdoppelt worden. In Fig. 15 ist die Winkelstellung der Düsenreihe im Vergleich zur Fig. 13 etwas verändert.
Fig. 16 zeigt die Wirkung einer kurvenförmigen Düsenreihe. Die Fig. 17. 18. 19 zeigen die vom gleichen Schablonenausschnitt A durch verschiedene Winkelstellung der Schablone 10 oder auch der Düsenreihe 20 bzw. durch veränderte Bewegungsrichtung der Schablone erhaltenen verschiedenen Druckbilder B. Die Fig. 20 lässt die Wirkung bei verändertem Düsenorte während der Farbabgabe erkennen.
Die Fig. 21-24 veranschaulichen die Erzeugung weitgehend verzerrter Bilder mit dem gleichen Schablonenausschnitt durch Drehbewegung der Düsenreihe um einen Mittelpunkt. Im Interesse der Deutlichkeit sind diese Abbildungen etwas grösser gezeichnet, und die Begrenzungslinien von Warenbalin und Schablonen wurden weggelassen. Die Geschwindigkeiten der Bewegungen von Warenbahn und Schablonenband sind als gleich, die Rotation der Düsenreihen ist als gleichmässig angenommen. Es sind verschiedene aufeinanderfolgende Lagen, sowohl der Düsenreihenrichtung mit den Linien a wie die zugehörigen Lagen des Schablonenausschnittes mit den Linien b bezeichnet, woraus sich die Beziehung ihrer Geschwindigkeiten ersehen lässt.
Ganz allgemein gilt für die Entstehung dieser Verzerrungsmuster, dass für ihre Form nicht die absoluten Geschwindigkeiten massgebend sind, sondern nur die Geschwindigkeitsverhältnisse der vorgenannten Druckelemente. Bleibt das Geschwindigkeitsverhältnis der bewegten Teile das gleiche, so ist die absolute Geschwindigkeit mitbestimmt für die Farbtiefe der Druckmuster.
Für die Ableitung der bei einem gegebenen Schablonenausschnitt entstehenden Druckmuster bei Anwendung der oben beschriebenen, verschieden wählbaren Verhältnisse der Stellungen
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und Bewegungen der farbbeeinflussenden Elemente wird zweckmässig zunächst angenommen, dass das Düsenrohr feststeht und die Schablone und die Warenbahn mit bestimmten konstanten
Geschwindigkeiten in bestimmten Richtungen sich unter diesen bewegen. Dann wird das auf der Warenbahn durch die unter dem Düsenrobr durchgegangene Schablone erzeugte Bild punktweise konstruiert, da es genügt, jeweils den durch einen Punkt der Schablone auf der Stoffbahn erzeugten Abdruck zu finden.
Im Augenblick des Druckens lag der gesuchte Punkt offenbar gerade unter der Schablone und beide unter dem Einfluss der Düsenreihe, alsbald rücken sie aber, jeder in seiner Richtung, von diesem Punkte des Düsenrohres ab und befinden sich in der Richtung ihrer Bewegungen von ihm in Entfernungen, die den Geschwindigkeiten dieser Bewegungen proportional sind.
Wird also durch den gewählten Punkt der Schablone entgegengesetzt seiner Laufrichtung eine Gerade bis zum Düsenrohr gelegt, des weiteren von diesem Schnittpunkt eine Gerade in Richtung der Bewegung der Stoffbahn und auf ihr eine Strecke abgetragen, die zu dem Abstand des betreffenden Schablonenpunktes von dem erwähnten Düsenrohrpunkte in demselben Verhältnis steht wie die Geschwindigkeit der Stoffbahn zur Geschwindigkeit der Schablone, so ergibt sieh der gesuchte Punkt des Druckbildes.
Für den umgekehrten Fall der Konstruktion des Schablonenausschnittes für ein gegebenes Druckbild wird der umgekehrte Weg eingeschlagen. Bei beweglichen Düscnreihen wird das gesuchte Bild dadurch gefunden. dass verschiedene Zeitpunkte des Druckvorganges herausgegriffen, die jeweils zugehörigen Schnittpunkt der Schablonen mit den Düsenreihen aufgesucht und so wie oben angegeben, die charakteristischen Punkte des gesuchten Bildes festgelegt werden. Die Umkehrung, das ist die Bestimmung des Schablonenausschnittes nach dem vorliegenden Druckbild, folgt in analoger Weise.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zum Erzeugen von veränderlichen Mustern auf Stoff-, Papierbahnen od. dgl. mittels beweglicher oder feststehender Schablonen mit Farbvorrichtungen, wie Spritzdüsen, Farb-oder Bürstenwalzen usw., dadurch gekennzeichnet, dass Warenbahn, Schablonen und Farbvorrichtungen beliebig wählbare Relativgeschwindigkeiten zueinander besitzen.