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Selbstkassierende Telephonsprechstelle.
Die Erfindung betrifft eine weitere Ausgestaltung der durch das Patent Nr. 104936 geschützten selbstkassierenden Telephonsprechstelle und besteht in einer derartigen besonderen Einschaltung des Zeitschalterkontaktes in den Rufstromkreis bzw. in die Sprechleitung, dass eine Benutzung des Mikrophons oder des Telephons (der Hörmuschel) nach Ablauf des Zeitschalters bis zum Wiederaufzug des letzteren unmöglich ist, ohne dass jedoch durch den Ablauf des Zeitschalters die betreffende Leitung unterbrochen wird.
Weitere Kennzeichen der Erfindung liegen in der besonderen Anordnung für den Wiederaufzug des Zeitschalters in Abhängigkeit von einem zweiten Münzeneinwurf.
Die im Stammpatent sowie im ersten Zusatzpatent Nr. 106226 beschriebene Enrichtung zum Aufziehen bzw. Rückstellen des abgelaufenen Zeitschalters weist im Hinblick auf die Weiterinanspruchnahme der Sprechstelle über die durch den Zeitschalter bedingte Dauer hinaus verschiedene Mängel auf, die durch die vorliegende Erfindung behoben werden, mit der überdies weitere Vorteile verbunden sind. Ein wesentlicher Nachteil der alten Einrichtung besteht darin, dass ein im Gange befindliches. Gespräch nach Ablauf des Zeitschalters bzw. nach Betätigung des seitlichen Handhebels vollständig getrennt wird, d. h. die telephonische Verbindung zusammenfällt und ein Weitersprechen mit dem gleichen Gegenüber erst nach neuerlichem Anruf der Zentrale zwecks Herstellung der verlorengegangenen Verbindung möglich ist.
Abgesehen von der zeitraubenden Manipulation ist das vollständige Trennen der Verbindung dann sehr unangenehm, wenn mittlerweile die gewünschte Nummer anderweitig angerufen wird, also besetzt ist. Bei der im ersten Zusatzpatent Nr. 106226 beschriebenen Schaltung, welche eine Gesprächsverbindung auch nach Ablauf des Zeitschalters dadurch aufrechtzuerhalten gestattet, dass die Zeitschaltertrennkontakte (52, 52a) durch eine Kurzschlussverbindung (50, 50a) fallweise durch ein Relais (R) überbrückt werden, erfolgt die Weiterbenutzung über die Gesprächsdauer hinaus ohne jedes Entgelt, so zwar, dass eine ungebührliche Inanspruchnahme der Telephonsprechstelle hiedurch wieder nicht verhindert ist.
Erfindungsgemäss werden diese Nachteile dadurch behoben, dass der Zeitschalterkontakt (52, 52a) nicht mehr in Serie zum Mikrophon bzw. Telephon im Rufstromkreis bzw. in der Sprechleitung liegt, sondern parallel hiezu, so dass sein Kontakt nach dem Ablauf des Zeitschalters durch Kurzschluss oder Aufhebung eines Serienwiderstandskurzschlusses eine Benutzung des Mikrophons oder Telephons ausschliesst, ohne die betreffende Leitung zu unterbrechen, wobei der Wiederaufzug des Zeitschalters und damit die Beseitigung der Gesprächsstörung in einfachster Weise in Abhängigkeit von einem neuerlichen Münzeinwurf (Gesprächs- verlängerungsgebühr) gebracht werden kann.
Der Wiederaufzug des Zeitschalters in Abhängigkeit vom zweiten Münzeinwurf kann entweder elektrisch oder mechanisch bewirkt werden, wobei zweckmässigerweise der Rückstellmechanismus für den Zeitschalter von dem Münzenhebelmechanismus des im Hauptstromkreis in Serie liegenden primären Schaltmechanismus vollständig getrennt wird. Durch den beschriebenen Einbau des Zeitschalters parallel zum Hauptstromkreis sowie in Verbindung mit einer besonderen Aufzugseinrichtung für den Zeitschalter ist es nunmehr möglich, ein im Gange befindliches Gespräch mit Ablauf des Zeitschalters nicht zu unterbrechen, sondern nur durch die an sich bekannte Herstellung eines Kurzschlusses über das Mikrophon oder auch Telephon zu stören, wodurch eine Verständigungsmöglichkeit mit dem Gegenüber verhindert wird, ohne dass die hergestellte Verbindung zusammenfällt.
Durch Einwerfen der sogenannten Nachzahlungsgebühr in einen separaten Münzenmechanismus wird dieser Kurzschluss über das Mikrophon oder Telephon durch Aufziehen des Zeitschalters auf elektrische oder mechanische Art aufgehoben. Das ursprüngliche Gespräch kann nunmehr wieder fortgesetzt werden.
Diese Einrichtung mit dem zweiten Münzenmechanismus, welcher entweder in einem und demselben Apparat oder in einem getrennten Apparat untergebracht ist, bringt noch den Vorteil, dass für diese Nachzahlung auch eine andere Taxe eingehoben werden kann als die erstmalige Sprechgebühr (z. B. statt 2 X 10 Groschen nur 1 X 10 Groschen).
Ein weiterer Nachteil der alten Aufzugseinrichtung besteht noch darin, dass bei einer in Unkenntnis der Einrichtung vorgenommenen Betätigung des seitlichen Handhebels während eines Gespräches die Verbindung sofort zusammenfällt. Dieser Nachteil wird durch vorliegende Erfindung ebenfalls behoben. *) 1. Zusatzpatent Nr. 106226, 2. Zusatzpatent Nr. 112428.
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Auf der Zeichnung sind mehrere derartiger Einrichtungen dargestellt, u. zw. zeigen die Fig. 1, ; 2 und 3 eine Einrichtung, bei der das Aufziehen des Zeitschalters auf elektrischem Wege vorgenommen wird, wobei sämtliche Steuer-und Schaltvorgänge für den Wiederaufzug lediglich durch den Münzeinwurf selbst ausgelöst werden. Die Fig. 4-8 zeigen Einrichtungen mit mechanischem Aufzug für den Zeitschalter.
Fig. 1 zeigt die normale selbstkassierende Telephonsprechstelle mit dem Zeitschalter Z und dem Münzmechanismus 0 zur Herstellung der telephonischen Verbindung, dessen Hebel 3 in bekannter Weise den Hauptstromkreis schliesst bzw. öffnet. Die Aufzugeinrichtung für den Zeitschalter Z vom Tritthebelgestänge vermittels der Verbindungsstange 15, welche beim Verlassen der Zelle bzw. Absteigen vom Trittmechanismus betätigt wird, sowie die Abbremsung der Unruhe des Zeitschalters Z beim Auflegen des Hörtelephons vermittels der Verbindungs- stange 19 wird, wie bereits im Stammpatente beschrieben, unverändert beibehalten. Ebenso die Rückstellung des Münzenhebels 3 vom Trittmechanismus. Zur Fortsetzung des Gespräches bzw.
Weiterbenutzung der Sprechstelle nach abgelaufenem Zeitschalter tritt an Stelle des besonderen seitlichen Handhebels eine elektrische Einrichtung zum Aufziehen bzw. Rückstellen des Zeitschalters. Der in Fig. 2 dargestellte Apparat zur Nachzahlung bei Gesprächsverlängerung ist separat von dem eigentlichen Geldeinwurf-Telephonapparat nach Fig. 1 vollkommen elektrisch isoliert angeordnet, um Berührungen der Starkstromanlage (Fig. 2) mit der Schwachstromanlage des Telephonapparates (Fig. 1) zu vermeiden. Durch Einwerfen der Nachzahlungsgebühr beim Apparat gemäss Fig. 2 und Abfallen der Münzen in den Mechanismus 0'wird der Münzenhebel 3'verschwenkt. wodurch auf die Dauer des Abfallens der Münzen in die Sammelbüchse
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Aufzugsgestänge 7,8, 9 und 10 in Bewegung setzt und den Zeitschalter Z aufzieht.
Ist die Münze abgefallen, so schwingt der Münzenhebel 3'durch seine eigene Schwere zurück, unterbricht den Kontakt 2, 2 a. die Spule P wird stromlos und das Aufzuggestänge kehrt durch Federkraft oder zufolge des eigenen Gewichtes in seine normale Lage zurück. Um bei eventuellen Münzstömngen einen Dauerkontakt zu vermeiden, ist der vorerwähnte Fusstrittschalter F vorgesehen, welcher beim Verlassen der Zelle betätigt wird und durch Trennung der Kon- takte 1, 1 a den Strom abschaltet.
Fig. 3 zeigt den eingangs erwähnten, an sich bekannten Kurzschluss 52, 52 a über das Mikrophon, welcher vom Zeitschalter Z nach dessen Ablauf hergestellt wird und ein eben im Gange befindliches Gespräch nur stört, nicht aber die Verbindung trennt. Nach Rückstellung des Zeitschalters durch Leistung der Nachzahlungsgebühr wird dieser Kurzschlusskontakt 52, 52 a wieder aufgehoben, das Mikrophon ist frei und das Gespräch kann wieder fortgesetzt werden. An Stelle der dargestellten Gesprächsstörung durch Mikrophonkurzschluss kann auch eine Kurzschlussbrücke eines in Serie zum Mikrophon geschalteten Widerstandes durch den Kontakt 52, 52 a des abgelaufenen Zeitschalters Z getrennt werden, so dass auch auf diese Art eine Gesprächsführung unmöglich ist.
An Stelle der Mikrophonstörung kann naturgemäss auch eine Telephonstörung durch die erwähnten Kurzschlussschaltungen bzw.-Aufhebungen durch den Zeitschalter vorgenommen werden, welche Schaltung deshalb praktisch um so empfehlenswerter ist, als nach Ablauf des Zeitschalters sodann in der Sprechstelle wohl weiter gesprochen, nicht aber weiter gehört werden kann. In einem solchen Fall kann daher der Benutzer der abgelaufenen Sprechstelle sein Gegenüber von dem Ablauf des Zeitschalters verständigen und diesen zum weiteren Zuwarten auffordern, ohne in diesem Zeitpunkt jedoch sein Gegenüber zu hören. Bei Kurzschluss des Mikrophons besteht die Gefahr, dass das Gegenüber, da es keine Verständigung mehr bekommt, die Leitungsverbindung vorzeitig unterbricht.
Das Aufziehen des Zeitschalters Z bzw. die Betätigung der Aufzugseinrichtung kann auch mittels Schwachstrom besorgt werden, indem durch Einwurf der Nachzahlungsgebühr und Abfall der Münzen der Münzenhebel 3'einen Schwachstromkreis schliesst, welcher erst in weiterer Folge über ein Relais einen Starkstrom auslöst und die bereits früher erwähnten Funktionen, Anziehen des Eisenkernes und Aufziehen des Zeitschalters besorgt.
Das Aufziehen des Zeitschalters bei Weiterinanspruchnahme der Sprechstelle kann auch auf mechanische Art vorgenommen werden, wie dies in den Fig. 4, 5,6 und 8 dargestellt ist. Da hier kein elektrischer Strom zur Anwendung gelangt, ist auch eine Trennung des Nachzahlungsapparates nicht erforderlich und kann diese Einrichtung in dem eigentlichen Geldeinwurf-Telephonapparat untergebracht werden (Fig. 4). Die Wirkungsweise dieser mechanischen Aufzugeinrichtung sei an Hand der Fig. 5 und 6 beschrieben.
Die Münzen der Nachzahlungsgebühr fallen nach Einwurf durch einen separaten Schacht B in einen Schlitz der Münzenscheibe C (Fig. 5). Durch Bewegen dieser Scheibe mittels des
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aussen am Apparat angebrachten Handhebels E'oder auch einer Kurbel im Uhrzeigersinne wird ein doppelarmiger Hebel G verschwenkt, welcher wieder auf die im Punkt 14 drehbar gelagerte Aufzugsstange H einwirkt und deren unteres hakenförmig abgebogenes Ende zum Mitnehmerstift 13 verdreht. Bei der weiteren Drehung der Münzenscheibe C verriegelt sich dieser Mitnehmerstift 13 in den Haken der Aufzugstange H (Fig. 8), nimmt die Aufzugstange nach abwärts mit und bewirkt in weiterer Folge das Aufziehen des Zeitschalters, wie in Fig. 4 angedeutet.
Vor Beendigung der Aufzugsbewegung fallen die Münzen durch den Schlauch N in die gemeinsame Sammelbüchse L ab. Die Rückstellung der Münzenscheibe erfolgt durch das eigene Gewicht, die des Gestänges mittels Feder.
Um zu verhindern, dass der Zeitschalter Z durch Festhalten des Handgriffes E in einer Stellung der Aufzugsbewegung am Ablaufen gehindert wird, ist ein Kurzschluss mit den Kon-
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Handhebel E bewegt wird, eingeschaltet wird, mithin eine Fortsetzung des Gespräches solange verhindert, bis der Handhebel losgelassen wird und in seine normale Lage zurückgekehrt ist.
Die Betätigung dieser Kurzschlusskontakte 20, 20a ist in der Fig. 6 ersichtlich. Im Augenblick der Drehung des Handhebels E bzw. der Münzenscheibe C werden die Kontakte 20, 20 a durch Gleiten des Stiftes 23 auf einer schrägen Bahn des an der Münzenscheibe befestigten kreisförmigen Gleitstückes 22 geschlossen, wodurch der früher erwähnte Kurzschluss über das Mikrophon über die Zeit der Aufzugsbewegung hergestellt ist.
Durch das Ablaufen des Zeitschalters wird ebenfalls der bereits beschriebene Kurzschluss 52, 52 a wie bei der elektrischen Aufzugseinrichtung über das Mikrophon hergestellt, welche Kontakte 52, 52 a (Fig. 7) erst nach Einwurf der Nachzahlungsgebühr und Betätigung der Aufzugseinrichtung wieder getrennt werden.
Durch eine weitere Zusatzeinrichtung zu der vorstehend beschriebenen elektrischen oder mechanischen Aufzugseinrichtung ist es auch möglich, dass der zweite Münzenmechanismus entfallen kann, bzw. sowohl die erstmalige Sprechgebühr als auch die Nachzahlungs-oder Verlängerungsgebühr durch ein und denselben Schlitz (Einwurf) eingeworfen werden kann. Dies bedingt allerdings, dass die Taxe für beide Gebühren gleichgehalten wird. Diese vorerwähnte Zusatzeinrichtung bzw. deren Funktion ist aus den Fig. 1 und 4 ersichtlich (strichliert). Das Aufzugsgestänge erhält eine in Punkt 11 drehbar aufgehängte Stange 12, welche bei dem erstmaligen Münzeinwurf bei O bzw. B den Münzenhebel 3 mitnimmt. Der linke Einwurfmechanismus 0 (Fig. 4 und 1) kann demnach entfallen.
Durch die Leistung der erstmaligen Sprechgebühr und Betätigung des Gestänges wird der Zeitschalter nicht aufgezogen, da dieser bereits durch den Trittmechanismus beim Verlassen des vorher Telephonierenden aufgezogen wurde, wohl aber der Münzenhebel 3 in Kontaktstellung gebracht und in dieser Lage durch einen Magneten fixiert. Durch die Leistung der Verlängerungsgebühr nach abgelaufenem Zeitschalter und Betätigung des Gestänges wird jetzt nur der Zeitschalter aufgezogen, während der Münzenhebel 3 in seiner Kontaktstellung verbleibt. Die Rückstellung des Münzenhebels erfolgt erst beim Verlassen der Zelle bzw. durch Absteigen von Trittmechanismus.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Selbstkassierende Telephonsprechstelle nach Patent Nr. 104936. dadurch gekennzeichnet, dass der Zeitschalter parallel zum Mikrophon bzw. Telephon im Rufstromkreis bzw. der Sprechleitung eingeschaltet ist, so dass der Kontakt des Zeitschalters nach dem Zeitablauf durch Kurzschluss oder Aufhebung eines Serienwiderstandskurzschlusses eine Benutzung des Mikrophons bzw. Telephons ausschliesst, ohne die betreffende Leitung zu unterbrechen.