<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren, lösliche Farben von photographischell Farbträgerkopien auf ein einziges,
EMI1.1
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Photographien in natürlichen Farben auf Papier dadurch, dass gelöste Farbe nacheinander aus mehreren Gelatineschiehten auf ein mit Gelatineaufnahmeschicht versehenes Papierblatt übertragen wird. Bei den bisherigen Verfahren dieser Art, z. B. der sogenannten Pinatypie, werden von den verschiedenen Druckplatten der verschiedenen Farbenteilaufnahmen auf ein mit entsprechendem Gelatineüberzug versehenes Abzugspapier Teildrueke übereinander aufgebracht. Das soll, um ein wirklich scharfes Bild zu geben, in vollkommen genauer Deckung sämtlicher Teildrucke übereinander erfolgen.
Bisher ist das nicht in auch nur annähernd genügendem Masse erreichbar, nur ganz ausnahmsweise glückt einmal ein vollkommenes Bild. Die Schwierigkeiten der meisten und besonders des bisherigen Pinatypieverfahrens sind folgende :
1. Stets gehen die Farben von den Druckplatten sofort auf das Abzugspapier über, sowie dieses mit der Druckplatte in Berührung kommt, u. zw. fast immer, ehe die genaue Konturendeckung erreicht ist. Infolgedessen werden die zweiten und weiteren Teildrueke stets mehr oder weniger ungenau deckend auf die ersten aufgebracht.
2. Haben die Pinatypiefarben die Eigenschaft, bei längerer Einwirkung von Wasser oder feuchter Luft auseinanderzufliessen, so dass die Umrisslinien verschwimmen. Die bekannte Technik der Pinatypie erlaubt nicht, so schnell zu arbeiten, dass diese schädliche Einwirkung von Wasser und feuchter Luft beseitigt wird.
3. Entstehen beim gründlichen Ausquetschen allen zwischen den Schichten befindlichen Wassers, namentlich bei weicher Gelatine bzw. bei übermässig hohen Reliefs der Druckplattenschichten durch den Druck auf die mit Wasser vollgesogene Gelatine zwischen Druckplatte und Papier leicht eine Unmenge kleiner Luftbläschen, besonders bei etwas hoher Temperatur, deren Beseitigung nicht vollkommen möglich ist. Dadurch wird der gleichmässige Übergang der Farben auf das Papier für einen scharfen Abdruck verhindert.
Alle diese Nachteile werden durch die vorliegende Erfindung beseitigt. Sie sichert einerseits eine scharfe Deckung der verschiedenen Teildrucke aufeinander und anderseits eine vollkommen über die ganze Fläche sich erstreckende innige Berührung zwischen Druckplatte und Abzug und unter Ausquetschen allen überschüssigen Wassers. Sie besteht im wesentlichen darin, dass die genaue Deckung der Konturen von Druckplatte und Papierbild bereits erreicht wird, ehe die Möglichkeit des Überganges der Farben auf das Papier gegeben ist. Dabei kann man beispielsweise folgende zwei Wege einschlagen :
1. Man druckt alle Teilbilder auf eine einzige Gelatineschicht eines Papieres nacheinander auf, oder
2. man gibt für jeden Teildruck eine besondere Schicht auf den vorhergehenden Druck.
Der erste Teildruck wird bei den beiden Verfahren in der üblichen Weise hergestellt.
I. Die Deckung der Konturen des fertigen Teildiuekes mit denen der Druckplatte des nächsten Teildruckes erfolgt vor dem Anfärben der Druckplatte. Das Gelatinepapier mit dem ersten Teildruck wird kurz in Wasser getaucht, sofort wieder herausgenommen, an der Schichtseite von überschüssigem Wasser mittels eines Wattebausches befreit und sodann durch Schwimmenlassen auf Wasser mit der Schicht oben zur vollständigen Ausdehnung infolge Durchfeuchtung des Papieres von unten her gebracht, wobei die Gelatineschicht mit dem Wasser nicht in Berührung kommen darf. Auf diese Weise bleibt von dem zur vollen Ausdehnung gekommenen Papier die Schichtseite fast trocken.
Daher kann das Papierbild Schicht auf Schicht auf die trockene Druckplatte aufgelegt und durch Verschieben unter
<Desc/Clms Page number 2>
EMI2.1
zu hohe Temperatur oder zu warmes Wasser übermässig erweicht werden sollte, auf die Druckplatten vor dem Auflegen des Papierbildes ein Blatt trockenes Fliesspapier eingelegt und die Druckplatte mit den so auf sie aufgebrachten Blättern in einem Raume mit etwas kühlerer Temperatur eine gewisse Zeit lang, z. B. 5-15 Minuten, gebracht. Dadurch wird die Gelatine der Druckplatte verdichtet und gehärtet und der bei dieser Behandlung aus ihr austretende Wasserüberschuss wird von dem Fliesspapier abgesaugt. so dass dann in dem warmen Raume weitergearbeitet werden kann.
Beim Pinatypie-und andern Verfahren, die nasses Papier zum Drucken der Teilbilder verwenden, ist es unmöglich, vor dem Verbinden des Teilpapierbildes mit der Druckplatte sich zu überzeugen, ob das Papierbild genau die Ausdehnung infolge Feuchtigkeit hat, die nötig ist, um ein genau gleich grosses Bild wie das Druckplattenbild zu ergeben. Gemäss der vorliegenden Erfindung aber erfolgt die Deckung von Papierbild und Platte vor der Vereinigung derselben. Dem Papiere des Abzuges kann somit durch Wasserentziehung oder Wasserzuführung, wie oben angegeben, genau die Grösse gegeben werden, die erforderlich ist, um das Papierteilbild und das Druckplattenbild auch bei mehreren Drucken vollkommen gleich gross zu bekommen. Die Erzielung ganz scharfer Bilder ist damit gewährleistet.
II. Das zweite Verfahren zur Ausführung der Erfindung besteht darin, dass man auf den Abzug mit dem ersten Teildruck, der sogleich fixiert und z. B. mittels Wattebausches an der Oberfläche vollkommen getrocknet wird, die bereits mit dem ersten Teildruck versehene Schichtseite mit einer zweiten dünnen Gelatineschicht überzieht, auf die der zweite Teildruck aufgebracht wird.
Diese dann getrocknete Schicht schützt also die Farbe des ersten Teildruckes gegen Einflüsse von Wasser und gegen Berührung mit der Druckplatte des zweiten Teildruekes, so dass die Verbindung des ersten Teildruekes mit der Druckplatte unter sicherem Ausschluss des Auslaufens oder sonstiger schädlicher Beeinflussung der Farbe des ersten Teildruckes wie auch unter Erhaltung der vollen Aufnahmefähigkeit des Abzuges für die Farbe der zweiten Teildruch1Jlatte vorgenommen werden kann.
Das Zur-Deckung-Bringen von Papierbild und Druckplattenbild erfolgt vor dem Einfärben der Druckplatte wie oben beschrieben.
In der gleichen Weise wird dann für jeden weiteren Teildruek verfahren, so dass jeder Teildruck seine besondere Gelatinesehicht besitzt.
Mit diesem Verfahren nach II ist es möglich, jeden irgendwie vorkommenden schädlichen Einfluss eines nachfolgenden Aufdruckes auf den vorhergehenden vollkommen sicher auszuschalten. Ganz besonders vorteilhaft ist dabei die folgende Arbeitsweise.
Nach dem Fixieren und oberflächlichen Trocknen des ersten Teildruckes, etwa durch Beseitigung aller überschüssigen Nässe mittels Watte, legt man eine Mattscheibe mit der matten Seite nach oben in eine Schale mit Wasser, lässt den Abzug auf dem Wasser oberhalb der Mattscheibe so lange schwimmen. bis die Gelatineoberfläche von der Luft bis zum Verschwinden der Klebrigkeit vom Wasserüberschuss befreit ist, und bringt ihn dann durch Anheben der Mattscheibe zur glatten Auflage auf dieser. Dann hebt man die Scheibe mit dem Abzug aus dem Wasser, so dass dieses ablaufen kann, jedoch so, dass kein
Wasser über die Schichtseite fliesst, quetscht das zwischen der Mattscheibe und dem Bild befindliche
EMI2.2
<Desc/Clms Page number 3>
dem die Zelluloidfolie überragenden Fliesspapier aufgesaugt wird.
So ist das Bild vollkommen glatt auf die Mattscheibe aufgedrückt, die nun genau wagrecht aufgestellt wird, mit dem Abdruck nach oben. Dann wird dieser mit einer entsprechend verdünnten Lösung von Druekplattengelatine in einer dünnen Schicht überzogen, wobei man verhindern muss, dass die Lösung über die Abzugsränder hinaus auf die Mattscheibe läuft, und lässt die Schicht, etwa eine halbe Stunde, stehen, bis sie genügend erstarrt ist. Hierauf kann der Abzug von der Mattscheibe abgenommen und getrocknet werden, etwa durch Auf-
EMI3.1
Alle weiteren Arbeiten gehen in der gleichen Weise vor sich, wie oben bei dem Verfahren nach I angegeben worden ist.
Bei der Ausführung, bei der die Deckung der Bildlinien vor dem Anfärben der Druckplatte erfolgt, wird vorteilhaft etwa vor dem Hochklappen des Abzuges zwecks Einfärbens der Druckplatte eine Zelluloidfolie od. dgl. entsprechender Grösse derart eingeschoben, dass sie nach dem Hochklappen zusammen mit dem Abzug diesen gegen Bespritzen mit Farbe oder Waschwasser oder gegen sonstige Beschädigungen beim Druckfertigmachen der Druckplatte schützt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren, lösliche Farben von photographischen Farbträgerkopien auf ein einziges, mit Gelatineschicht versehenes Bildaufnahmeblatt registerhaltig aufzubringen, dadurch gekennzeichnet, dass der bereits mit wenigstens einem Teildruck versehene getrocknete Abzug vorübergehend in Wasser getaucht, sodann sofort an der Sehichtoberfläche weitgehend von Wasser befreit wird, im Papier jedoch nass und ausgedehnt bleibt, dann mit der Schichtseite gegen die trockene, noch nicht eingefärbte Druckplatte für den nächsten Teildruck gelegt, zur Deckung gebracht und in dieser Lage festgelegt wird, worauf der Abzug unter Beibehaltung seiner Lagensicherung gegenüber der Druckplatte von dieser hochgeschwenkt, gegebenenfalls mit einem Schutzblatt überdeckt und sodann die Druckplatte eingefärbt und der neue Abdruck bewirkt wird.