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Österreichische PATENTSCHRIFT Nr. 10556.
KARL STRAUSS IN WIESBADEN.
Durch Münzeneinwurf auszulösendes Schaukel- oder Turngerät.
Die vorliegende Erfindung betrifft ein durch Münzeneinwurf auszulösendes Schaukelgerät oder ein schwingendes Turngerät. Es kommt darauf an, dass ein schwingender Balken mit einer Sperrvorrichtung versehen ist, welche den Balken bei der Nichtbenutzung des Gerätes festhält, und die durch den Einwurf einer Münze ausgelöst werden kann. Es ist ferner eine Vorrichtung erforderlich, welche nach der durch den Münzeneinwurf erfolgten Auslösung der Sperrvorrichtung die Benutzungsdauer des Gerätes abhängig von der Anzahl oder Grösse der Schwingungen regelt und die Wiedereinrückung jener Sperrvorrichtang veranlasst.
Bei einem derartigen Schaukel-oder Turngerät muss dafür gesorgt sein, dass die das Gerät bewegenden Lasten keinen ungünstigen Einfluss auf das die Benutzungsdauer regelnde Schaltwerk ausüben, wenn das Gerät etwa im gesperrten Zustand belastet wird. Deshalb ist eine weitere Vorrichtung vorgesehen, welche bei der, Nichtbenutzung des Gerätes den schwingenden, das Schaltwerk beeinflussenden Teil sperrt und gleichzeitig die an diesem Teil angreifenden Kräfte derart aufnimmt, dass keine gewaltsamen Beanspruchungen des Schaltwerkes veranlasst werden können. Zu diesem Zwecke ist bei der dargestellten Ausführung des Gerätes mit dem schwingenden Teil ein Kranz oder Arm starr verbunden, welcher also mitschwingt und gleichzeitig mit dem die Benutzungsdauer regelnden Schaltwerk freigegeben oder gesperrt wird.
Das Schaltwerk ist mit einer Schaltscheibe versehen. welche zweckmässig durch Klemmgesperre abhängig von den grösseren oder kleineren
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Fig. 1 ist eine Vorderansicht des neuen Schaukel-oder Turngerätes ; Fig. 2 zeigt die Einrichtung der Schaltvorrichtung ; Fig. 3 ist ein Schnitt nach A-B der Fig. 2.
Fig. 4 ist ein gleicher Schnitt und zeigt die Stellung der Teile nach erfolgter Freigabe des Schaltwerkes. Fig. 5 zeigt eine Zwischenstellung des durch Münzeneinwurf ausgelösten
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Der Schaukelbalken 2 ist, wie aus Fig. 1 und 2 erkennbar, an einem Gestell 1 um
Zapfen 3 (Fig. 3) drehbar. Der Sehaukelbalken besteht zweckmässig aus Eisen von verkehrt
T-förmigen Querschnitt. Die Enden des Schaukelbalkens können mit Sitzen 4 und Stützen. ? versehen sein.
Um die Sitze 4.. J beim Schwingen des Schaukelbalkens in horizontaler Lage zu halten, können die Sitze an dem Schauketbalken drehbar angeordnet und durch eine um den Zapfen-50 des Gestelles drehbare Stange 49, sowie durch die an den sit2en 4 be- festigten Gaeln 51,. 51 zwangläufig miteinander verbunden sein. Dadurch, dass der Schaukel- balken 2 und Teile 51, 49, 51 ein Gelenkparallelogram bilden, werden die Sitze 4, 4 stets horizontal gehalten.
Mit dem Sehaukelhalken 2 sind die beiden Einrichtungen verbunden, von denen die eine dazu dient, ihn bei der Nichtbenutzung des Gerätes in bestimmter Lage zu sperren und eine Beanspruchung des gesperrten Schaltwerkes durch'die Belastung des Gerätes zu verhindern. Die andere Vorrichtung ist das Schaltwerk, welches in einem Reibungsgesperre besteht, das durch besonderes Hebelwerk abhängig von der Grösse der Schwingungen des
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werden kann, während seine Wiedereinrt1èkung durch das Schaltwerk selbsttätig bewirkt wird, um nach einiger Zeit das Gerät der weiteren Benutzung wieder zu entziehen.
Das Schaltwerk ist ill folgender Weise eingerichtet : An dem einen der Drehzapfen 3 des Schaukelbalkens ist, wie Fig. 2 und 3 zeigen, ein Arm 40 befestigt, welcher mit einem Arm 41 gelenkig verbunden ist, während sich an diesen der Schalthebel 6 anschliesst. Letzterer sitzt lose auf der Achse 7 einer Scheibe 8. Gegen den Rand der Scheibe 8 wirken die excentrischen Sektoren 9, 10, von denen die mit dem Hebel 6 verbundene Schaltklinke 9 (Fig. 3) die Weiterschaltung der Scheibe 8 nach jedem Spiel des Schaukelbalkens bewirkt, während die andere Klinke 10, welche am Gestell an einem festen Zapfen drehbar ist, die Sperrung der Scheibe in der Zeit zwischen zwei Weiterschaltungen bewirkt.
Ist die Schaltscheibe 8 nach der Benutzung des Gerätes um ein entsprechendes Stück weiter geschaltet bezw. einmal gedreht, so muss sie festgestellt werden, so dass die Wiederbenutzung des Gerätes nur nach abermaligem Münzeinwurf möglich ist. Dies geschieht durch den Schieber 11, der für gewöhnlich durch eine Feder 12 mit dem einen Ende in eine Aussparung 43 (Fig. 7) der Schaltscheibe 8 gedrückt wird. Am Gestell ist ferner ein um 14 drehbarer Arm 15 angeordnet.
Dieser ist einerseits mit dem Schieber 11 bei 16, andererseits mit einer verschiebbaren Stange 17 bei 18 derart verbunden, dass bei der durch den Münzeinwurf in der nachfolgenden erläuterten Art ermöglichten Verschiebung dieser Stange 17 in der Richtung des Pfeiles 19 (Fig. 3) der Schieber 11 in entgegengesetzter Richtung verschoben und somit aus der Ausparung 43 der Scheibe S ausgerückt wird, diese also freigibt (Fig. 4).
Durch den Schieber 11 erfolgt auch die Freigabe oder Sperrung des Schaukelbalkens, 3 und zwar in folgender Weise :
Bei der in Fig. 3 veranschaulichten Stellung des Schiebers 11 greift dieser in eine Aussparung 42 eines bogenförmigen Kranzes 20 (Fig. 8), welcher mit dem Schaukelbalken 3 starr verbunden ist, so dass dieser in seiner Stellung gehalten wird. Nach der Verschiebung des Schiebers 11 in die Stellung Fig. 4 kann aber der Schaukelbalken benutzt werden, indem die Aussparung 21 des Schiebers 11 den bogenförmigen Kranz 20 freigegeben hat. Alsdann kann auch das Schaltwerk fortgeschaltet werden.
Es ist ohne weiteres erkennbar, dass bei der Sperrung des Kranzes 20 durch den Schieber 11 dieser die Wirkung der an Balken 2 angreifenden Lasten aufnimmt, während dann durch die Hebel 40, 41, 6 keine Kräfte aufgenommen werden können.
Die durch den Münzeneinwurf auszulösende Einrichtung, weiche verschiedenartig ausgeführt sein kann und nicht als geschützt beansprucht wird, ermöglicht bei der dargestellten Ausführung die Verschiebung der Stange 17 in folgender "' {'iso. Die MÜnze wird
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(Fig. 12 und H i3), welches in schräger Richtung an dem um den Zapfen 30 drehbaren Sperrhebel 31 (Fig. li) befestigt ist. Der Hebel sperrt für gewöhnlich den Schieber 22 durch eine Nase 32, die infolge der gegen den Hebel wirkenden Feder 33 hei geschlossenem Schieber in den Einschnitt 34 desselben (Fig. 5) reicht und zwar derart, dass die Nase 32 sieh mit geringem Spiel in dem Einschnitt 34 bewegen kann.
Die in das Ge- häuse 29 fallende Münze kann aus diesem nicht sofort schräg abwärts rollen, sondern wird durch ein am Schieber 22 befestigtes Plättchen 35 zurückgehalten, gegen das sich die Münze 26'stützt. Wird demnach am Griff 48 des Schiebers 22 ein Zug ausgeübt, so drückt das Plättchen 35 die Münze'in der Richtung der Sehieberbewegung nach abwärts, wodurch der Sperrhebel 31 um den Zapfen 30 nach abwärts gedreht, und dadurch die Nase 32 aus der Aussparung 34 des Schiebers ausgerückt wird (Fig. 5). Bei der weiteren Bewegung des Schiebers 22 wird die Münze frei, so dass sie nach abwärts rollt. Wird der Schieber 22 wieder freigegeben, so schnellt er, der Spannung der Feder 25 folgend, zurück.
Zum Zwecke der Verschiebung der Stange 17 in Richtung des Pfeiles 19 (Fig. 3) trägt der Schieber 22 eine Gabel 23, welche gegen einen Stift 24 der Stange 17 stösst und sie dadurch mitnimmt. Die Stellung der Teile 17, 15 und 11 nach Bewegung des Schieber 22 zeigt Fig. 4, wobei angenommen ist, dass der Schieber 22, der Spannung der Feder 25 folgend. nach seiner Freigabe seine Anfangsstellung wieder eingenommen hat.
Die Stange 17 kehrt zunächst nicht in die Stellung Fig. 3 zurück, da eine Sperrvorrichtung vorgesehen ist. welche den Schieber 11 in der zurückgezogenen Lage und somit auch die Hobel 15 ; 17 in der Lage Fig. 4 hält. Diese Sperrung besteht bei der dargestellten Ausführung in einem Riegel 13, welcher frei nach abwärts schwingen kann und bei zurückgezogenem Schieber in eine Aussparung 26 am Ende des Schiebers 11 sich einlegt.
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gehoben ; dann kann der Schieber 11, dem Drucke der Feder 12 folgend, in die Aus- sprung 43 der Scheibe 8 wieder einschnappen, sobald eine Aussparung vor das Ende des Schiebers J ! J ! zu liegen kommt.
Mit dieser Einrückung des Gleitstückes 11 in den Ausschnitt 42 erfolgt auch die selbsttätige Feststellung des Balkens 2. Der Schieber 11 liegt während der letzten Schwingung des Balkens 2 mit seiner Kante 45 gegen den Rand des mitschwingenden Knnzes 20 an und fällt in dessen Ausschnitt 42 ein, sobald dieser an der Kante 45 sich vorbei bewegt. Nach Fig. 2, 3,4 kann bei der Bewegung des Schiebers eine Vorrichtung zur Entnahme von Waren betätigt werden. Dieselbe besteht bei vorliegender Ausführung in der Anordnung eines Behälters bekannter Konstruktion oberhalb des Schiebers 22. Die Waren 46 werden bei jedesmaliger Betätigung des Schiebers 22 in bekannter Weise durch den Teil 47 des Schiebers 22 vorgeschoben.
Um die Waren sowohl vor, wie auch während und nach der Betätigung des Gerätes entnehmen zu können, kann die Einrichtung des Sperr-und Auslösewerkes entsprechend abgeänderte Ausftihrungsform erhalten.
Die Wirkungsweise ist folgende : Angenommen, der Schieber 11 und dio mit ihm verbundenen Teile haben die in Fig. 3 veranschaulichten Stellungen.
Um das Gerät auszulösen, wird bei 27 die Münze 28 eingeführt. Die Münze, welche in das Gehäuse 29 fällt, ermöglicht in Verbindung mit dem Teile 35 des Schiebers das Hervorziehen des Schiebers 22 und die beschriebene Auslösung des Schiebers 11, indem die
Gabel 23 gegen den Stift 24 anstösst und die Stange 17 in der Richtung des Pfeiles 19 vorschiebt. Durch die Verstellung des Schiebers 11 wird einerseits die Scheibe 8, andererseits der Balken 2 freigegeben, wobei der Riegel 13 die Feststellung des Schiebers 11 in der Stellung der Fig. 4 bewirkt. Das Gerät kann hierauf benutzt werden, bis nach oiner Anzahl von Schwingungen des Balkens 2 die Schaltscheibe soweit weitergeschaltet
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Scheibe und der mit dem Balken verbundenen Feststellvorrichtung 20 erfolgt.
Um zu verhindern, dass die Feststellung des Schaukelbalkens zu plötzlich erfolgt, kann eine Bremsvorrichtung vorgesehen sein. durch welche die letzten Schwingungen des Schaukclhalkens erschwert bezw. verlangsamt werden, so dass einerseits der mitschwingende Kranz 20 und der Schieber 11 nicht so stark beansprucht werden, andererseits ein nur geringer Stoss auf die Sitze 4,4 bei der Feststellung des Schaukelbalkons übertragen wird.
Bei der in den Fig. 9,10 und 11 dargestellten Ausführung der Bremsvorrichtung besteht letztere in der Anordnung einer an dem Kranz 20 verschiebbar befestigten bogenförmigen Schiene 52, deren mittlerer Teil 53 durch Spiralfedern : 54 mit dem Kranz 20 \erbunden ist ; die Enden der Schiene 52 sind geschlitzt und werden an Zapfen 55 des Kranzes 20 geführt. An dem unteren Rand der Schiene 52 ist ferner ein. dem Einschnitt 42 des Kranzes 20 ähnlicher Einschnitt 56 angeordnet. Die Wirkungsweise dieser Bremsvorrichtung ist folgende :
Der Zapfen. n' des Riegels 18 (Fig. í) und der Wulst 36 sind so angeordnet, dass die Freigabe des Schiebers 11 bereits erfolgt, bevor der Ausschnitt 43 der Scheibe 8 vor den Schieber 11 zu liegen kommt.
Demzufolge stützt sich das freie Ende des Schiebers 11, bevor dasselbe in die Aussparung 43 der Schaltscheibe sich einrücken kann, gegen den Rand der letzteren, wie dies aus Fig. 10 und 11 erkennbar ist. Die Kante 45 des Schiebers 11 kommt dabei in den Ausschnitt 56 der Schiene 52 zu liegen. Während der letzten Schwingungen des 8chaukolbalkens ist demnach die Kante 45 des Schiebers 11 mit jener Schiene 52 verbunden und da letztere durch die entsprechend starken Federn 54 mit dem Kranz 20 des Schaukelbalkens in Verbindung steht, wird der Schieber, nachdem der Schaukelbalken noch einige Schwingungen vollführt hat, in der früher beschriebenen Weise durch die vor dem Schieber zu liegen kommende Aussparung 43 völlig freigegeben, wo-
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kann und somit die Feststellung des Schaukelbalkens und der Schaltscheibe erfolgt.
Die Einrichtung des beschriebenen Turn-und Schaukelgerätes kann in vielfacher Hinsicht abgeändert werden. Statt der Scheibe 8 und Klemmgesperre 9, 10 können andere zweckentsprechende Vorrichtungen angeordnet sein". durch welche die schwingende Bewegung des Balkens ; ? in Schaltbewegungen auf eine andere ähnliche Vorrichtung über-
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in Anwendung kommen. Es ist nicht erforderlich, dass die Sperrung des Kranzes 20 und der Schaltscheibe N durch einen gemeinsamen Schieber 11 erfolgt. Wesentlich ist, dass die eine Vorrichtung dazu dient, die andere bei der Feststellung des schwingenden Teiles zu entlasten. Statt des Kranzes 20 kann ein mit dem Balken 2 starr verbundener schwingender Arm angeordnet sein.
Wesentlich ist ferner, namentlich bei Annahme starker Belastung, dass der Durchmesser des Armes oder des Kranzes 20 möglichst gross ist, damit die Sperrung in mög- lichst grossem Abstande vom Drehzapfen stattfindet, weil dadurch der Hebelarm des über- tragenen Lastmoments grösser wird, wodurch umgekehrt die auf die Sperrvorrichtung. einwirkende Kraft kleiner wird.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Durch Münzeneinwurf auszulösendes Schaukel-oder Turngerät, dadurch gekennzeichnet, dass ein schwingender Balken (2) mit einer durch den Münzeneinwurf auszulösenden Sperrvorrichtung (11, 20) versehen ist, welche ihn bei Nichtbenutzung festhält, während nach der durch den Münzeueiawurf erfolgten Auslösung jener Sperrvorrichtung (11, 20) eine Schaltvorrichtung (8, 9) freigegeben wird, welche entsprechend der Zahl bezw. Grösse der Schwingungen des Balkens (2) bewegt wird und dadurch eine Scheibe (8) verdreht, welche nach Verdrehung um einen gewissen Winkel (z. B. ganze Umdrehung) die Wiedereinrückung der Sperrvorrichtung (11, 20) veranlasst und dadurch die Benutzungsdauer des Gerätes regelt.