Beschreibung
Waferlevel-Package und Verfahren zur Herstellung
MEMS-Bauelemente (= Micro Electro Mechanical System) und insbesondere mit akustischen Wellen arbeitende Bauelemente weisen Bauelementstrukturen auf, die empfindlich gegen mechanische Beeinträchtigung sind. Solche Bauelemente
benötigen üblicherweise ein Package mit einer Kavität, in der die Bauelementstrukturen sicher gegen mechanische Einflüsse geschützt sind.
Es sind Bauelemente bekannt, bei denen die Bauelement¬ strukturen zwischen zwei mechanisch stabilen Substraten geschützt sind, wie sie beispielsweise durch Flip-Chip- Anordnung der Bauelemente auf geeigneten Trägersubstraten erhalten werden können.
Zur Vereinfachung der Herstellung von MEMS-Bauelementen wird angestrebt, die Bauelemente mit Hilfe eines Waferlevel- Packages schneller und kostengünstiger herzustellen. Aus der veröffentlichten US-Patentanmeldung 2009/0224851 A ist ein Waferlevel-Package für ein SAW-Bauelement (SAW = Surface Acoustic Wave) bekannt, bei dem ein erster Wafer mit ersten Bauelementstrukturen mit einem zweiten Wafer mit zweiten Bauelementstrukturen unter Zuhilfenahme von Abstandsstrukturen so abgedeckt wird, dass beide Bauelementstrukturen in einem Hohlraum zwischen den beiden Wafern eingeschlossen sind. Als Abstandsstruktur dient ein Polymerrahmen, der die Bauelementstrukturen ringförmig umschließt.
Elektrische Kontakte zwischen ersten und zweiten
Bauelementstrukturen werden innerhalb des Hohlraums über
säulenförmige Verbindungen vorgenommen. Die elektrischen Anschlüsse der Bauelementstrukturen werden horizontal aus dem Hohlraum heraus nach außen auf eine der Hauptoberflächen des Waferlevel-Packages geführt. Das Verfahren kann so geführt werden, dass zwei Wafer mit jeweils einer Vielzahl von ersten beziehungsweise zweiten Bauelementstrukturen vorgefertigt und als Ganzes miteinander verbunden werden können.
Dieses bekannte Waferlevel-Package ist jedoch modernen
Anforderungen an miniaturisierte MEMS-Bauelemente und
insbesondere mit akustischen Wellen arbeitende Bauelemente nicht gewachsen und hat insbesondere Mängel bezüglich der Hermetizität des Hohlraums, bezüglich des erforderlichen Verfahrensaufwands für 3D-Leiterbahnen und der zu
erreichenden Miniaturisierung.
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein
Waferlevel-Package für MEMS-Bauelemente anzugeben, welches gegenüber dem oben genannten bekannten Waferlevel-Package in zumindest einem der angegebenen Punkte verbessert ist.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch ein Waferlevel- Package mit den Merkmalen von Anspruch 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sowie ein Verfahren zur
Herstellung des Waferlevel-Packages sind weiteren Ansprüchen zu entnehmen.
Es wird ein Waferlevel-Package für ein elektrisches Bau¬ element vorgeschlagen, bei welchem zwischen einem ersten und einem zweiten piezoelektrischen Wafer sowie einer zwischen den Wafern angeordneten metallischen Rahmenstruktur ein hermetisch dichter Hohlraum eingeschlossen ist. Im Hohlraum sind zumindest die ersten Bauelementstrukturen auf dem ersten
piezoelektrischen Wafer angeordnet. Der zweite piezoelektrische Wafer trägt ebenfalls Bauelementstrukturen, die im Hohlraum, auf der gegenüberliegenden Oberfläche des zweiten Wafers oder auf beiden Oberflächen des zweiten Wafers angeordnet sein können.
Unter einem Wafer wird im Sinne der Erfindung ein vorzugsweise monokristallines Substrat verstanden, auf dem entweder jeweils eine Vielzahl von Bauelementstrukturen nebeneinander realisiert sind, die eine Mehrzahl von Bauelementen
verwirklichen, oder auf dem Bauelementstrukturen für genau ein Bauelement bzw. ein Package realisiert sind, das aber als großflächiges Substrat prozessiert und später zu einzelnen Bauelementen vereinzelt worden ist.
In einer später näher erläuterten weiteren Ausgestaltung wird unter einem Wafer auch ein erstes Waferlevelpackage aus einem ersten und einem weiteren Wafer verstanden, das zusammen mit dem zweiten Wafer dann das eigentliche (zweite) Waferlevel- package bildet, das somit einen Stapel von drei und mehr einzelnen miteinander verbundenen Wafern umfasst.
Die metallische Rahmenstruktur sitzt auf beiden zueinander gewandten Oberflächen von erstem und zweitem Wafer auf und ist mit diesen so hermetisch verbunden. Die elektrischen Anschlüsse des erste und zweite Bauelementstrukturen um¬ fassenden Bauelements sind auf der vom Hohlraum wegweisenden Oberfläche des zweiten Wafers vorgesehen. Innerhalb des eingeschlossenen Hohlraums sind Pillars
angeordnet, welche säulenförmige elektrische Verbindungen zwischen ersten und zweiten Bauelementstrukturen beziehungsweise zwischen erstem und zweiten Wafer darstellen und die
sich auf den zueinander weisenden Oberflächen der beiden Wafer abstützen. Sie sind mit ersten und/oder zweiten
Bauelementstrukturen elektrisch leitend verbunden. Es können auch zusätzliche säulenförmige Strukturen, die sich ebenfalls auf den zueinander weisenden Oberflächen der beiden Wafer abstützen, vorgesehen sein, denen nur eine mechanisch
stützende Funktionen zukommt, und die die mechanische
Stabilität des Bauelements verbessern können.
Innerhalb des Hohlraums sind auf den nach innen weisenden Oberflächen von erstem und zweiten Wafer Kontaktpads angeordnet, die mit den jeweiligen Bauelementstrukturen auf derselben Oberfläche verbunden sind. Durch den zweiten Wafer hindurch sind Durchkontaktierungen geführt, die zwischen den Wafern entweder auf der Rahmenstruktur, auf einem Pillar oder einem der genannten Kontaktpads enden, ohne dass dadurch der hermetisch dichte Hohlraum geöffnet wird. Die Durchkontaktierungen verbinden damit über die Pillars oder die Kontakt¬ pads elektrische Anschlüsse auf der Oberseite des zweiten Wafers mit ersten und zweiten Bauelementstrukturen im Inneren des Hohlraums. Rahmenstruktur und Pillars bestehen im
Wesentlichen aus Kupfer, während die Kontaktpads zumindest Kupfer umfassen.
Erster und zweiter piezoelektrischer Wafer sind in ihrem thermischen Ausdehnungsverhalten einander angepasst oder weisen gleiches Ausdehnungsverhalten auf. Dementsprechend werden vorzugsweise zwei materialgleiche Wafer als erster und zweiter Wafer für das Waferlevel-Package verwendet. Weitere mögliche Kombinationen bestehen in Wafern aus Lithium- tantalat, Lithiumniobat und Quarz, die annähernd das gleiche thermische Ausdehnungsverhalten zeigen. Damit ist es möglich, auch bei Anwendung relativ hoher Verfahrenstemperaturen ein
nach dem Abkühlen spannungsarmes Package zu erhalten, in dem das Bauelement gut reproduzierbare elektrische Eigenschaften und verbesserte mechanische Eigenschaften aufweist.
Die metallischen Rahmenstrukturen ermöglichen einen
hermetischen Kontakt mit den Oberflächen der beiden Wafer und untereinander und damit einen hermetisch dichten Verschluss des innerhalb der Rahmenstruktur zwischen den beiden Wafern eingeschlossenen Hohlraums. Die elektrischen Anschlüsse des Bauelements sind auf einer der beiden nach außen weisenden Hauptoberflächen des Packages angeordnet und erfordern keine zusätzliche Fläche. Durch das Vorsehen von Bauelementstrukturen auf insgesamt zumindest zwei Oberflächen der beiden Wafer weist das Bauelement eine 3D-Integration auf, dessen Grundfläche gegenüber einem Waferlevel-Package mit nur einer Ebene von Bauelementstrukturen reduziert ist .
Die Umverdrahtung, also das Herausführen der elektrischen Anschlüsse von einer Oberfläche eines der Wafer auf eine außen liegende Oberfläche erfolgt ausschließlich über Durch- kontaktierungen und geht daher nicht zu Lasten der Grundfläche des Bauelements, wie dies etwa bei dem in der oben genannten Patentanmeldung bekannten Waferlevel-Package der Fall ist.
Die Verwendung von Kupfer für die Rahmenstruktur und die Pillars, welche eine gegenüber den übrigen Bauelement¬ strukturen höhere Metallisierungsdicke erfordern, ermöglicht einen raschen Aufbau der Strukturen in galvanischen oder stromlosen Abscheideverfahren. Außerdem lassen sich mit Kupfer elektrisch gut leitende Verbindungen mit reduziertem Leitungswiderstand herstellen.
Neben Kupfer können die Metallisierungen noch andere
( Teil ) Schichten umfassen, mit denen z. B. die Kupfer- Oberflächen versehen sein können. In einer Aus führungs form weist der erste Wafer mit akustischen Oberflächenwellen arbeitende Bauelementstrukturen (SAW- Bauelementstrukturen) auf und ist z. B. als SAW-Filter ausgebildet. Die Bauelementstrukturen auf dem zweiten Wafer können ebenfalls Wandler für akustische Oberflächenwellen aufweisen und alternativ oder darüber hinaus noch zusätzliche passive Bauelemente umfassen, z. B. Induktivitäten und
Kapazitäten .
All diese Bauelementstrukturen für Wandler und die genannten passiven Bauelemente können mit Hilfe von oberflächlich aufgebrachten strukturierten Metallisierungen realisiert werden. Die Metallisierungen sind daher insbesondere
kombinierbar und lassen sich in gemeinsamen Verfahrensschritten erzeugen. Daher ist die Integration von passiven Bauelementen und SAW-Wandlern innerhalb eines Bauelements kostengünstig möglich und führt zu hoch integrierten
Bauelementen mit bezüglich der Größe reduzierten Bauformen.
Gemäß einer weiteren Aus führungs form weist die Unterseite des ersten Wafers eine Schirmungsschicht auf, die die gesamte Unterseite des Wafers und gegebenenfalls Teile der Seiten¬ kanten von erstem und/oder zweitem Wafer bedeckt. Mit dieser Schirmungsschicht kann eine elektrische und bei geeignet gewähltem Material der Schirmungsschicht auch eine elektro- magnetische Abschirmung der Bauelementstrukturen und damit des Bauelements bewirkt werden. Eine elektromagnetische
Abschirmung kann ein magnetisches Material wie zum Beispiel eine Nickelschicht umfassen. Die Schirmungsschicht kann zwei
oder mehr Teilschichten aus unterschiedlichen Metallen umfassen, wobei für bestimmte Anforderungen eine Gesamtdicke der Schirmungsschicht schon ab 1 μπι ausreichend sein kann. Die Schirmungsschicht kann auch in einer beliebig höheren Dicke von beispielsweise 40 μπι und mehr vorgesehen sein. In allen Fällen ist so erreichbare Abschirmung mit den Kosten der Herstellung und insbesondere der erhöhten Verfahrensdauer bei der Schichterzeugung abzuwägen. In einer weiteren Ausführung weist das Waferlevel-Package auf der nach außen weisenden Unterseite des ersten Wafers eine Dämpfungsschicht für Volumenwellen auf. Dazu eignen sich verschiedene Ausführungen.
So ist es möglich, eine so genannte λ-Viertelschicht aus einem geeigneten Material und insbesondere einer Metall¬ schicht (z. B. Silber) auszuführen. Auch Dielektrika sind für die λ-Viertelschicht geeignet. Die Dicke dieser Schicht wird, wie der Name schon sagt, bei einem Viertel der Wellenlänge λ derjenigen akustischen Welle gewählt, die von den Bauelement- struk-turen erzeugt wird, sich ins Waferinnere ausbreitet und an der Waferrückseite in unerwünschter Weise reflektiert wird. Diese akustische Welle wird an Vorder- und Rückseite der λ-Viertel-schicht so reflektiert, dass sich die beiden Teilwellen bei Überlagerung auslöschen.
Eine weitere Ausführung der Dämpfungsschicht besteht darin, ein unregelmäßiges Muster auf der Unterseite des ersten
Wafers vorzusehen, dessen Material die auftreffenden
akustischen Wellen passieren lässt und sie dann im Muster streut. So können selbst ins Bauelement zurücklaufende gestreute Wellen zu keinen unerwünschten Signalen mehr führen. Vorzugsweise umfasst das Muster ein akustisch gut
angepasstes Material, z. B. Cu, Cr oder Ni für LT-Wafer bzw. Ti für LN-Wafer.
Ein solches Muster wird insbesondere als Metallmuster und vorzugsweise als unregelmäßiges Muster von Pillars ausge¬ bildet. Es kann dazu ein gut abscheidbares und strukturier¬ bares Metall verwendet werden.
In einer Aus führungs form besteht das strukturierte Metall¬ muster aus Nickel. Die Höhe dieser Pillars beziehungsweise die Dicke der Dämpfungsschicht ist in dieser Ausführung typisch größer als 1 μπι. Vorzugsweise wird jedoch ein Maximum an reflektierenden Strukturen zur Verfügung gestellt, was beispielsweise mit einem möglichst dichten Muster von
Pillars, also einer maximalen Anzahl von Pillars pro
Flächeneinheit erzielt werden kann. Ein Muster, in dem der mittlere Abstand zweier benachbarter Pillars ungefähr dem Durchmesser der Pillars entspricht, ist verfahrenstechnisch bevorzugt .
Die Pillars können eine unregelmäßige Verteilung, unregel¬ mäßige Grundflächen oder unterschiedliche Größen aufweisen. In allen Fällen sind regelmäßige Variationen oder Anordnungen zu vermeiden.
Vorzugsweise ist das unregelmäßige Muster von Oberflächen¬ wellen reflektierenden Elementen in eine Matrix einer Schicht eingebettet, die eine von den Pillars verschiedene akustische Impedanz aufweist. Vorzugsweise sind die Pillars oder Metall¬ strukturen in eine Polymerschicht eingebettet.
In einer Aus führungs form sind auf der Unterseite des ersten Wafers sowohl eine akustische Dämpfungsschicht für Volumen-
wellen in Form eines unregelmäßigen metallischen Musters als auch direkt darüber eine elektrische oder elektromagnetische Schirmungsschicht angeordnet. Die Metallstrukturen der
Dämpfungsschicht können mit der Schirmungsschicht verbunden sein .
In einer weiteren Aus führungs form werden Maßnahmen ergriffen, um die Einfügedämpfung eines zumindest auf dem ersten Wafer ausgebildeten SAW-Filters zu reduzieren. Die Bauelement¬ strukturen eines SAW-Bauelements umfassen Wandler für
akustische Oberflächenwellen, wobei jeder Wandler zwei interdigital ineinander geschobene Kammelektroden umfasst. Bei einer Kammelektrode sind die Elektrodenfinger mit einer Stromschiene verbunden, welche alle Elektrodenfinger einer Kammelektrode mit dem gleichen elektrischen Potenzial
versorgt. Mehrere Wandler werden über leitende Pads, die einen guten elektrischen Kontakt mit den Stromschienen haben, geeignet miteinander verschaltet. Wandler und Pads zusammen bilden das SAW-Filter. Die Stromschienen und die Pads haben einen wesentlichen Anteil an den elektrischen Gesamtverlusten des SAW-Filters und sollten daher einem möglichst geringen elektrischen Widerstand besitzen. Dazu wurden die
Stromschienen und die Pads bislang in einem gesonderten lithographischen Fertigungsschritt mit einer weiteren
Metallschicht mit einer Dicke von bis zu Ιμπι aufgedickt.
Gemäß einer neu vorgeschlagenen Ausführung werden die Pads zusammen mit dem metallischen Rahmen, vorzugsweise aus
Kupfer, erzeugt. Diese Pads besitzen aufgrund der guten
Leitfähigkeit von Kupfer und der größeren Dicke gegenüber der bisherigen Padaufdickung einen deutlich geringeren
Widerstand. Damit reduziert man vorteilhaft die Anzahl der benötigten Prozessschritte bei gleichzeitiger Verbesserung der Leitfähigkeit der Pads.
Vorzugsweise sind die Stromschienen und/oder Pads in
herkömmlicher Metallisierung gefertigt und mit einer
Aufdickung in Form einer Kupferschicht versehen und weisen daher eine höhere Metallisierungshöhe als die Elektroden¬ finger und die übrigen Bauelementstrukturen auf.
In einer Ausführung umfasst die Aufdickung der Stromschienen und/oder Pads eine in Gräben auf der Oberfläche des Substrats angeordneten Kupferstruktur. Mit dieser Ausführung kann die höhere Gesamtschichtdicke durch eine entsprechende Bemessung der Tiefe der Vertiefung ganz oder teilweise kompensiert werden. In beiden Fällen ist es möglich, Stromschienen, Pads und Elektrodenfinger im selben Verfahren aus herkömmlichem Elektrodenmaterial mit einheitlicher Schichtdicke zu fertigen und lediglich die Pads mit erhöhter Stromtragfähigkeit mit Hilfe einer unter oder über den Pads angeordneten
Kupferschicht als Aufdickung zu versehen und somit deren elektrischen Widerstand zu verringern.
Möglich ist es jedoch auch, für Stromschienen und Pads ausschließlich eine Kupferschicht zu verwenden, die trotz der höheren elektrischen Leitfähigkeit gegenüber dem für die übrigen Elektrodenstrukturen verwendeten insbesondere
Aluminium umfassenden Material in einer höheren Dicke als die Elektrodenstrukturen (Bauelementstrukturen) ausgeführt werden kann. Beim Übergang von einem herkömmlichen Wandler mit einer typischen Metallisierungsdicke von ca. 0,9 μπι auf der Basis von Aluminium auf eine entsprechende Kupferstruktur mit einer auf 2 μπι erhöhten Schichtdicke kann eine Verringerung der Einfügedämpfung im Durchlassbereich des Filters von ca. 0,15 dB erreicht werden, wie sich aus einer Simulation ergibt.
In einer weiteren vorteilhaften Ausgestaltung kann zwischen der Oberseite des 2. Wafers und der Metallisierung für elektrische Anschlüsse und/oder für Bauelementstrukturen eine Stressabbauschicht angeordnet sein, die ein Polymer umfasst. Die Stressabbauschicht kann auch unter Leiterbahnen verlaufen, vorzugsweise aber nicht unterhalb von aktiven Bau¬ elementstrukturen von mit akustischen Wellen arbeitenden Bauelementen wie GBAW-Bauelementen (GBAW = guided bulk acoustic wave) oder SAW Bauelementen, um deren akustische Funktion nicht zu beeinträchtigen.
Über die elektrischen Anschlüsse kann das Waferlevel-Package elektrisch mit einer Schaltungsumgebung verbunden werden, wobei die Verbindung insbesondere mittels Bumps erfolgt. Da die Schaltungsumgebung (z. B. die Leiterplatte) ein vom MEMS- Bauelement abweichendes thermisches Verhalten aufweist, können bei Temperaturwechselbeanspruchung starke Bump- beanspruchungen auftreten. Mit Hilfe der Stressabbauschicht gelingt es, diese Kräfte durch ein entsprechendes Nachgeben der Stressabbauschicht zu kompensieren, so dass die Gefahr eines Abrisses der elektrischen Anschlüsse beziehungsweise eines Abrisses der Bumpverbindung vom elektrischen Anschluss reduziert ist. Die Stressabbauschicht ist daher vorzugsweise strukturiert und auf einen Umgebungsbereich um die jeweilige Bumpverbindung unterhalb des jeweiligen elektrischen
Anschlusses beschränkt.
Das Waferlevel-Package kann passive Bauelemente auf einem der beiden Wafer umfassen und insbesondere Kupferspulen, die in Form von Horizontalspiralen auf einer Oberfläche eines der beiden Wafer oder beider Wafer insbesondere auf einer Oberfläche des zweiten Wafers angeordnet sind. Weist die in den Hohlraum reichende Unterseite des zweiten Wafers eine aus-
reichend freie Fläche auf, so kann die Kupferspule auf dieser Oberfläche im Inneren des Hohlraums angeordnet werden. Da die Kupferspule prinzipiell keinen Hohlraum benötigt, kann sie auch auf einer nach außen weisenden Oberfläche des Packages angeordnet werden, insbesondere auf der nach außen weisenden Oberseite des zweiten Wafers. Die passiven Bauelemente beziehungsweise die Kupferspulen sind Teil des elektrischen Bauelements, daher mit den Bauelementstrukturen elektrisch leitend verbunden und erfüllen eine Teilfunktion des Bauelements. Beispielsweise kann über die Kupferspule eine elektrische Anpassung der Bauelementstrukturen zur äußeren Schaltungsumgebung vorgenommen sein.
Zwischen den Kupferspulen und dem Wafer ist vorzugsweise eine einige μπι dicke Polymerschicht mit niedrigem £ zur Erhöhung der Güte der Kupferspulen angeordnet.
In einer Aus führungs form weisen alle Metallisierungselemente, die sowohl mit erstem als auch zweitem Wafer verbunden sind, also die Rahmenstruktur und die Pillars, über ihre gesamte Höhe hinweg gesehen zwei Abschnitte mit unterschiedlicher Querschnittsfläche auf, die jeweils einer von zwei Teil¬ strukturen zugeordnet sind, die auf erstem bzw. zweiten Wafer angeordnet sind. Dies hat den Vorteil, dass zum einen die Justierung von erstem und zweitem Wafer beim Zusammenfügen vereinfacht ist. Auch bei nicht exakter gegenseitiger
Justierung von erstem und zweitem Wafer bzw. erster und zweiter Teilstruktur bleibt die Kontaktfläche der einander berührenden Teilstrukturen konstant, sofern eine eventuelle Fehl ustierung der Teilstruktur mit der kleineren Querschnittsfläche innerhalb der Grenzen der größeren Querschnittsfläche der anderen Teilstruktur verbleibt. So ent¬ spricht die Kontaktfläche zwischen zwei verbundenen Teil-
strukturen stets der kleineren Querschnittsfläche des jeweiligen Paares von Teilstrukturen.
In einer Aus führungs form ist die Schirmschicht über eine Durchkontaktierung durch den ersten Wafer an dessen nach innen weisender Oberfläche mit einem Päd, einem Pillar oder der Rahmenstruktur verbunden. Über eine oder mehrere weitere Durchkontaktierungen durch den zweiten Wafer sind die
genannten Strukturen dann mit einem elektrischen Anschluss auf der nach außen weisenden Oberseite des zweiten Wafers elektrisch leitend verbunden. Vorzugsweise werden Rahmenstruktur und Schirmungsschicht mit einem mit Masse zu verbin¬ denden elektrischen Anschluss auf der Oberseite verbunden.
Im Rahmen der Erfindung liegt auch ein Verfahren zur
Herstellung eines Waferlevel-Packages , welches gegenüber bekannten Verfahren Vorteile aufweist. Das neue Verfahren umfasst gemäß dem unabhängigen Verfahrensanspruch zumindest die folgenden Schritte:
a. Bereitstellen eines ersten piezoelektrischen Wafers, welcher auf seiner Oberseite erste Bauelement¬ strukturen und eine erste Rahmenteilstruktur
aufweist,
b. Bereitstellen eines zweiten piezoelektrischen Wafers mit zweiten Bauelementstrukturen, welche auf der Unterseite und/oder auf seiner Oberseite angeordnet sind sowie mit zweiten Rahmenteilstrukturen auf seiner Unterseite,
c. Zusammenfügen von erstem und zweitem Wafer über die einander entsprechenden Rahmenteilstrukturen von erstem und zweiten Wafer
d. Durchführen eines Waferbondverfahrens zur Herstellung eines ersten Waferlevelpackages mit einer
hermetischen Verbindung zwischen den Rahmenteilstrukturen, so dass die beiden verbundenen Rahmenteilstrukturen eine Rahmenstruktur ergeben, die zwischen sich und den beiden Wafern einen Hohlraum hermetisch einschließt,
e. Bohren von Löchern von der Oberseite des zweiten
Wafers her, wobei erste und/oder zweite Bau¬ elementstrukturen oder die Rahmenstruktur freigelegt wird und wobei zum Bohren ein Laserablationsverfahren eingesetzt wird,
f . Metallisieren der Oberseite des zweiten Wafers zur Herstellung einer Durchkontaktierung hin zu den ersten und zweiten Bauelementstrukturen und
gegebenenfalls hin zu der Rahmenstruktur und zur Herstellung eines mit der jeweiligen
Durchkontaktierung verbundenen elektrischen
Anschlusses .
In einer weiteren Ausgestaltung des Verfahrens wird das in Schritt f) erhaltene erste Waferlevelpackage an seiner
Oberseite anstelle der elektrisch Anschlüssen mit
Rahmenteilstrukturen versehen und als erster Wafer erneut in einem Verfahren mit den Schritten a) bis f) eingesetzt, wobei er und mit einem zweiten (insgesamt aber dritten) Wafer zu einem (zweiten) Waferlevelpackage zusammengefügt wird.
Zum Durchführen des jeweiligen Waferbondverfahrens können die beiden Wafer bei erhöhter Temperatur von z. B. >150°C
zusammengefügt und anschließend bei noch höherer Temperatur getempert werden.
Das Verbinden von erstem und zweiten Wafer erfolgt also über ein Verbinden von zwei Rahmenteilstrukturen, die auf den
zueinander weisenden Oberflächen von erstem und zweiten Wafer angeordnet sind. Erste und zweite Rahmenteilstruktur
entsprechen einander geometrisch, so dass eine passgenaue Verbindung der Rahmenteilstrukturen möglich ist. Bei einer der beiden Rahmenteilstrukturen kann wie weiter oben bereits erwähnt eine geringere Kontaktfläche vorgesehen sein, so dass die Justierung mit einer gewissen Toleranz erfolgen kann, ohne dass sich die Kontaktfläche zwischen erster und zweiter Rahmenteilstruktur reduziert. Beim Zusammenfügen von erstem und zweitem Wafer werden auch erste und zweite Teilstrukturen der Pillars, die auf die beiden zueinander weisenden
Oberflächen der beiden Wafer verteilt sind, miteinander verbunden. Auch die Teilstrukturen der Pillars sind auf den beiden Oberflächen in zueinander spiegelbildlicher Weise angeordnet und weisen gegebenenfalls unterschiedliche
Querschnittsflächen auf.
Mit einem Laserablationsverfahren können mit hoher Genauigkeit Löcher für die späteren Durchkontaktierungen durch einen oder beide Wafer hindurch gebohrt werden. Für das Laserablationsverfahren sind ps-Laser verfügbar, die in hoher
Geschwindigkeit eine Vielzahl von Löchern erzeugen können. Der Laserstrahl kann mit hoher Strahlqualität (TEMoo) dabei über einen Scanner so über den Wafer geführt und fokussiert werden, dass sich ein konischer Querschnitt der Löcher ergibt. Vorzugsweise weist die nach außen weisende Öffnung dann eine größere Querschnittsfläche als die innere Öffnung auf.
Vorzugsweise wird ein gepulster ps-Laser geeigneter Wellen- länge eingesetzt. Geeignete Wellenlängen für den ps-Laser liegen im Bereich von 500 bis 600 nm oder im Bereich von 250 bis 400 nm.
Da die Löcher erst nach dem Verbinden der beiden Wafer erzeugt werden, wird diese Variante von der Anmelderin als „Vias Last" bezeichnet. Dabei ist eine Gaußsche
Energieverteilung im Laserstrahl (TEMoo~Mode) optimal, um ein Loch zu erzeugen, das einen sich nach unten bzw. mit
zunehmender Tiefe verjüngenden Querschnitt aufweist. In einer bevorzugten Aus führungs form wird eine solche Kantenneigung des Loches eingestellt, dass sich der Durchmesser von der oberen Eintrittsfläche bis zur Austrittsfläche durch den Wafer hindurch halbiert und dort vorzugsweise im Bereich der halben Dicke des Wafers liegt.
Mit Hilfe der Durchkontaktierungen werden Kontakte zu ersten oder zweiten Bauelementstrukturen geführt. Die Löcher für die Durchkontaktierungen werden daher so platziert, dass die
Austrittsöffnung vollständig innerhalb einer Metallisierung auf der unteren Oberfläche des zweiten Wafers endet. Für die Durchkontaktierung geeignete Metallisierung stellen Pillars, Rahmenstruktur und Pads auf der unteren Oberfläche des zweiten Wafers dar. Für eine sichere Justierung ist es daher erforderlich, dass der Durchmesser der Austrittsöffnung des Loches geringer ist als der Durchmesser der zu treffenden Metallisierungsstruktur im Bereich der Austrittsöffnung. Das gegenseitige Verbinden von Rahmenteilstrukturen und
Pillarteilstrukturen auf den beiden Wafern gelingt in
einfacher Weise, wenn auf den entsprechenden Kontaktflächen zumindest eines Wafers eine Zwischenschicht aus Nanometall- partikeln aufgebracht wird. Diese Nanopartikel haben den Vorteil, dass ihr Schmelzpunkt gegenüber über einem massiven Material desselben Metalls erheblich reduziert ist, was auf das hohe Verhältnis von Oberfläche zu Volumen in den Nano- metallpartikeln zurückzuführen ist. Die Nanometallpartikel
können dann in einer Temperaturbehandlung bei relativ milden Bedingungen zusammengesintert werden, wobei sie sich fest mit der Unterlage, also den Metalloberflächen der entsprechenden Teilstrukturen verbinden. Beim Zusammensintern geht die
Nanostruktur der Partikel verloren, so dass dadurch der
Schmelzpunkt der gesinterten Nanoschicht an der Kontaktfläche ansteigt. Somit ist gewährleistet, dass trotz niedriger
Sintertemperatur dennoch eine hochtemperaturstabile und feste Verbindung geschaffen wird und die Gefahr eines späteren Aufschmelzens dieser Verbindung bei erhöhter Temperatur praktisch ausgeschlossen ist.
Die Nanometallpartikel sind aus Metallen ausgewählt, die zum Einen für eine gute Verbindung zu den Kupfer umfassenden Kontaktflächen von Rahmenteilstrukturen und Pillarteil- strukturen sorgen, und die sich zum Anderen bei ausreichend niedrigen Temperaturen sintern lassen. Geeignete Metalle für die Nanometallpartikel sind beispielsweise Silber, Gold, Kupfer und Zinn. Doch auch Aluminium, Indium und Metall- legierungen wie z. B. eutektisches Gold/Zinn sind geeignet.
Während metallisches Silber einen Schmelzpunkt von 961°C aufweist, lässt sich mit Silber-Nanometallpartikeln je nach Partikelgröße eine Sintertemperatur zwischen 100° und 250° Celsius erreichen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass durch weitere Optimierung die Sintertemperatur weiter gesenkt werden kann. Die niedrige erreichbare Sintertemperatur hat zur Folge, dass eine dichte Verbindung der Kontaktflächen bereits mit einer Temperaturbehandlung bei relativ niedrigen Temperaturen erreicht werden kann, die im vorliegenden Fall
( Silber-Nanometallpartikel ) im Bereich zwischen 100° und 250° Celsius liegt.
Eine einfache Aufbringung der Nanometallpartikel gelingt aus einer Suspension, die sich wie eine Flüssigkeit handhaben lässt. Um ein Zusammenklumpen der Nanometallpartikel in der Suspension zu verhindern, sind sie von einer Polymerhülle umgeben. Vorzugsweise wird dafür ein Polymer gewählt, welches sich spätestens bei der Sintertemperatur zersetzt, so dass die reinen Nanometallpartikel freigesetzt werden, sintern können und die entsprechend dichte Zwischenschicht ergeben.
Unter Nanometallpartikeln werden Partikel verstanden, die einen Durchmesser im Nanometerbereich aufweisen, beispielsweise 5nm - lOOnm, bevorzugt kleiner 10 nm. Vorzugsweise werden die Nanometallpartikel in einer alkoholischen Lösung und insbesondere in einer Lösung eines niederen Alkyl- alkohols, welcher unterhalb oder bei der Sintertemperatur der Nanometallpartikel verdampft.
Das Aufbringen der Nanometallpartikel in der Suspension kann mit einem beliebigen, zum Auftragen einer Flüssigkeit geeigneten Verfahren erfolgen. Nanometallpartikel können als
Suspension aufgesprüht, aufgedruckt, aufgewalzt oder
insbesondere mit einem Jetdruckverfahren aufgebracht werden.
Das Jetdruckverfahren ist insofern bevorzugt, als mit Hilfe dieses Verfahrens ohne weitere Strukturierungsschritte
Strukturen mit Strukturgrößen < 10 μπι erzielt werden können. Dazu sind Tröpfchendurchmesser beim Jetdruckverfahren von circa 5 μπι Durchmesser erforderlich.
Die geringen erreichbaren Tröpfchendurchmesser beim Jetdruckverfahren erlauben es auch, die Schichtdicke aufgedruckter Schichten von Nanometallpartikeln fein einzustellen.
Um eine hermetische Verbindung der beiden Kontaktflächen zu erreichen, werden mit dem Jetdruckverfahren zumindest die Unebenheiten der zu verbindenden Kontaktflächen beseitigt, bzw. eine Schichtdicke aufgebracht, die der maximalen Höhe der Unebenheiten entspricht. Über die Rauigkeit hinaus ist dann eine nur geringe und nur wenige Partikeldurchmesser der Nanometallpartikel bemessende Schichtdicke erforderlich. Im Allgemeinen reicht eine Schichtdicke der die Nanometall¬ partikel enthaltenen Schicht von circa einem halben μπι.
Neben der Beschichtung der Kontaktflächen zu verbindender Strukturen mit den genannten Nanometallpartikeln oder Lotmetallen sind prinzipiell natürlich auch andere Verbindungs¬ verfahren geeignet, insbesondere das direkte Waferbond- verfahren (Cu-Cu-Bonden) . Mit dessen Hilfe gelingt unter gegenseitigem Zusammendrücken und Einstellen geeigneter
Temperaturen eine Verbindung planer Metalloberflächen
geeigneter Morphologie miteinander. So können zum Beispiel Kupfer umfassende Kontaktflächen direkt miteinander verbunden werden. Ein bekanntes Verfahren zur Herstellung von
Intermetallverbindungen wie Cu-Cu Verbindungen ist auch das Thermosonic-Verfahren .
Mittels Durchkontaktierungen erfolgt der elektrische An- schluss von innen liegenden Bauelementstrukturen oder Rahmenstrukturen. Auch elektrisch leitende Strukturen auf der
Unterseite des ersten Wafers können so mit Bauelement¬ strukturen oder Außenanschlüssen verbunden werden. Die meisten Löcher dafür werden nach dem Zusammenfügen der beiden Wafer erzeugt und dann von der Oberseite des zweiten Wafers her gebohrt.
Das für die Löcher eingesetzte Laserablationsverfahren kann dadurch beschleunigt werden, dass vor dem Bohren der Löcher die Dicke des zweiten Wafers reduziert wird. Dies kann beispielsweise durch Abschleifen bis zu einer Restschicht¬ dicke erfolgen, die noch ausreichende Stabilität des
einzelnen Bauelements ermöglicht. Die mechanische Stabilität des Waferverbunds ist durch das Waferbondverfahren zwischen zwei thermisch angepassten und/oder aus gleichem Wafermate- rial bestehenden Wafern und den daraus resultierenden nur geringen mechanischen Verspannungen sowie durch stützende Rahmen und Pillars sehr hoch. Restschichtdicken von ca. 30 μπι ergeben sich für Bauelemente mit einer Grundfläche < 1 mm2 aus der Forderung, dass die beim Vereinzeln des Waferverbunds entstehenden Bauelemente einem Druck von 10 MPa(100 bar) beim Übermolden in einem späteren Schritt des Packagingprozesses widerstehen sollen, was bei dieser Restschichtdicke
gewährleistet ist.
Beim Bohren der Löcher wird das Laserablationsverfahren so geführt, dass ein Anbohren bzw. Öffnen des Hohlraums zwischen den beiden Wafern innerhalb der Rahmenstruktur sicher vermieden wird. Dazu werden die Löcher so lokalisiert, dass sie an der Unterseite des (oberen) zweiten Wafers ausschließlich auf metallischen Strukturen enden. Dies kann mit einer exakten Führung der Laserbehandlung erfolgen. Des Weiteren muss das Verfahren rechtzeitig gestoppt werden, um nicht auch das Metall der Metallisierung zu weit abzutragen oder gar am Boden des Loches den Hohlraum zu öffnen.
Die Tiefenkontrolle beim Laserablationsverfahren kann dadurch unterstützt werden, dass zum einen ein selektives Abtrags¬ verfahren gewählt wird, welches die Toleranz des Verfahrens erhöht. Vorteilhaft ist es jedoch, einen Endpunkt optisch zu
detektieren. Dies gelingt vorteilhaft durch Beobachtung einer Spektrallinie des abgehobenen Materialdampfes. Der Endpunkt des Verfahrens ist dann erreicht, wenn entweder eine
Spektrallinie des abgehobenen Wafermaterials verschwindet oder wenn eine Spektrallinie des Metalls der Metallisierung, also insbesondere diejenige von Kupfer oder der Haftschicht ( Ti ) , auftaucht .
In einer Aus führungs form des Herstellungsverfahrens umfasst das Vorgehen bei beiden Wafern das Aufbringen von Rahmenteilstrukturen und Stützteilstrukturen innerhalb der von den Rahmenteilstrukturen umschlossenen Fläche auf der oder den entsprechenden Oberflächen der beiden Wafer. Dabei ist es bevorzugt, Rahmenteilstrukturen und Stützteilstrukturen im gleichen Verfahrensschritt und aus dem gleichen Material zu erzeugen, so dass beide die gleiche Höhe aufweisen. Sofern verfahrensbedingte Toleranzen zu unterschiedlichen Höhen führen, oder die Planarität der Oberflächen der Teilstrukturen zu wünschen übrig lässt, kann mit einem Planarisierungsschritt die Oberfläche der Teilstrukturen, die im
Waferbondverfahren die zu verbindenden Kontaktflächen
darstellen, planarisiert werden. Dies gelingt beispielsweise mit einem Diamantfräsverfahren . Auf diese Weise liegen dann die Kontaktflächen in einer gemeinsamen Ebene und weisen plane und nur im nm-Bereich raue Oberflächen auf, die das Verbinden der Kontaktflächen erleichtern.
Vor dem Zusammenfügen der Wafer müssen diese gegeneinander so justiert werden, so dass die zu verbindenden Kontaktflächen einen gewünschten beziehungsweise einen maximalen Überlappungsbereich aufweisen. Das gegenseitige Justieren kann erleichtert werden, in dem die Grundflächen der zu verbindenden Kontaktflächen unterschiedlich groß gewählt werden.
Dann entspricht die maximale Überlappungsfläche zweier zu verbindender Kontaktflächen der Grundfläche der flächenkleineren Teilstruktur. Diese maximale Überlappung wird immer dann erhalten, wenn die Justierungstoleranz dem Unterschied zwischen den Dimensionen der Kontaktflächen nicht überschreitet. Alle Abweichungen innerhalb dieser Toleranz führen dann noch zu 100 %iger Überlappung der kleineren Kontaktfläche mit der größeren Kontaktfläche .
Vorteilhaft werden diejenigen Teilstrukturen mit der
kleineren Kontaktfläche auf der Oberseite desjenigen Wafers aufgebracht, deren Bauelementstrukturen den größten
Flächenbedarf aufweisen. Umgekehrt sind die Teilstrukturen mit der größeren Kontaktfläche auf der Oberseite desjenigen Wafers aufgebracht, der aufgrund des geringeren Flächen¬ bedarfs seiner Bauelementstrukturen mehr freie Waferober- fläche zur Verfügung hat. Dann kann eine höhere Toleranz beim Zusammenfügen erreicht werden, ohne dass dies einen erhöhten Bedarf freier Waferoberfläche auf dem Wafer mit den geringeren Flächenreserven erfordert. Durch diese Maßnahme wird auch der Flächenbedarf des Bauelements insgesamt minimiert.
Die Bauelementstrukturen können verschiedenartige
Metallisierungen aufweisen. In der Regel unterscheiden sich die Metallisierungen der Bauelementstrukturen von denen der Rahmenstruktur und dem Material der Pillars, welches im
Wesentlichen Kupfer umfasst. Möglich ist es jedoch, die gewünschten Metallisierungshöhen der Bauelementstrukturen, der Rahmenstruktur und der Pillars additiv zu erzeugen, indem der Metallisierungsprozess in mehrere Teilschritte aufgeteilt wird. In Teilschritten können dann identische Materialien, insbesondere Kupferschichten sowohl für Bauelementstrukturen
als auch für Rahmenstruktur und Pillars parallel aufgebracht werden .
Zum Erzeugen der Metallisierungen werden vorzugsweise zu- mindest zweistufige Verfahren gewählt. In einer ersten Stufe wird eine Grundschicht aufgebracht, die anschließend in einer zweiten Stufe galvanisch oder stromlos verstärkt wird.
Eine strukturierte Metallisierung kann erhalten werden, wenn nach dem Aufbringen der Grundschicht nicht zu metallisierende Oberflächen mit einer strukturierten Fotolackschicht abgedeckt werden. Die galvanische oder stromlose Verstärkung findet dann ausschließlich in den freiliegenden weil von der Fotolackschicht nicht bedeckten Bereichen der Grundschicht statt.
Eine Möglichkeit zur Aufbringung der Grundschicht besteht in einem Sputterverfahren, welches zu einer zusammenhängenden und großflächigen Grundschicht führt. Möglich ist es jedoch auch, die Grundschicht durch ein strukturiertes Verfahren aufzubringen, wozu sich beispielsweise das genannte
Jetdruckverfahren eignet. Dieses vom Tintenstrahldruck abgeleitete beziehungsweise daher bekannte Verfahren lässt sich mittels geeigneter Düsendurchmesser und damit mit unterschiedlicher Tröpfchengrößen auch dazu einsetzen, großflächige Bereiche in ausreichender Geschwindigkeit zu bedrucken. Umgekehrt können mit dem Jetdruckverfahren
Strukturen bis hinab zu circa 5 μπι Breite sauber strukturiert werden .
Für eine problemlos verstärkbare Grundschicht genügt eine Schichtdicke von beispielsweise 0,2 μπι an aufgesputtertem Metall. Die Grundschicht kann beispielsweise Titan,
Titan/Kupfer oder eine aus Nanometallpartikeln hergestellte Silber-, Gold- oder Kupferschicht sein.
Zur Verstärkung der Grundschicht können darüber eine oder auch mehrere galvanische Schichten, beispielsweise eine
Schichtenfolge aus Kupfer und darüber Nickel aufgebracht werden .
In einer Ausführungs form weist einer der beiden Wafer, vorzugsweise der zweite Wafer auf einer oder beiden
Oberseiten jeweils eine oder mehrere elektrisch leitende Schichten auf, die strukturiert sein können. Mit Hilfe der Durchkontaktierungen ist es möglich, nicht nur elektrische Verbindungen von einer Oberseite eines Wafers zu dessen anderer Oberseite zu führen, sondern auch eine oder mehrere übereinander angeordnete, elektrisch leitende Schichten miteinander zu verbinden. Solche Schichten können auf beiden Oberseiten eines Wafers aufgebracht durch isolierende und insbesondere dielektrische Schichten voneinander getrennt sein .
Im Folgenden wird die Erfindung anhand von Ausführungs¬ beispielen und dazugehöriger Figuren näher erläutert. Die Figuren sind schematisch und nicht maßstabsgetreu ausgeführt, so dass ihnen weder absolute Größen noch Größenverhältnisse zu entnehmen sind.
Es zeigen:
Figur 1 ein erfindungsgemäßes Waferlevelpackage im
schematischen Querschnitt,
Figur 2 einen Wafer mit einer Dämpfungsschicht,
Figur 3 einen Wafer mit einer Variante einer
DämpfungsSchicht ,
Figur 4 eine Schirmungsschicht mit elektrischer
Kontaktierung,
Figur 5 einen Wafer mit einer Dämpfungsschicht und einer Schirmungsschicht, die elektrisch verbunden sind,
Figur 6 eine metallische Struktur, die zwei Wafer miteinander verbindet,
Figur 7A bis 7F verschiedene Verfahrensstufen bei der
Herstellung von Außenanschlüssen und Durchkontaktierungen,
Figuren 8A bis 8E verschiedene Verfahrensstufen bei der
Herstellung von einer Metallisierung für Außenkontakte und Durchkontaktierungen,
Figuren 9A bis 9C verschiedene Verfahrensstufen bei einer weiteren Variante der Herstellung von Metallisierungen für Außenkontakte und Durchkontaktierungen,
Figur 10 eine Durchkontaktierung, die verschiedene
übereinander angeordnete elektrisch leitende Schichten miteinander verbindet,
Figur 11 ein weiteres Waferlevelpackage, bei dem zumindest einer vorzugsweise aber beide Wafer aus einem
piezoelektrischen Material bestehen.
Figur 1 zeigt im schematischen Querschnitt ein erfindungs¬ gemäßes Waferlevelpackage . Ein erster Wafer WFl und ein zweiter Wafer WF2 sind über dazwischen angeordnete
Strukturelemente wie Rahmenstrukturen RS und Pillars PI mittels eines Waferbondverfahrens miteinander verbunden.
Zumindest auf den zueinander weisenden Oberseiten der beiden Wafer WFl, WF2 sind Bauelementstrukturen BES1, BES2
angeordnet. Die Rahmenstruktur umschließt die Bauelement¬ strukturen BES ringförmig, weist eine ausreichende Höhe auf, dass erste und zweite Bauelementstrukturen BES1, BES2 der verbundenen Wafer voneinander beabstandet bleiben. Zwischen den beiden Wafern WFl, WF2 und der Rahmenstruktur RS ist ein Hohlraum CV eingeschlossen. Erster und zweiter Wafer sind nun ausschließlich über die Rahmenstruktur RS und die Pillars PI mechanisch und gegebenenfalls auch elektrisch miteinander verbunden .
Die ersten Bauelementstrukturen sind vorzugsweise Elektroden und Wandler eines mit akustischen Wellen arbeitenden Bauelements, wobei der erste Wafer WFl dann ein piezoelektri scher Wafer ist.
Die zweiten Bauelementstrukturen BES2 auf der Oberseite des zweiten Wafers WF2 können ebenfalls Elektroden und Wandler eines mit akustischen Wellen arbeitenden Bauelements sein. Die zweiten Bauelementstrukturen BES2 können jedoch auch Metallisierungsstrukturen von passiven Bauelementen wie beispielsweise Induktivitäten und Kapazitäten darstellen. Möglich ist es auch, dass einer der beiden Wafer MEMS- Bauelemente umfasst und die entsprechenden Bauelement¬ strukturen aufweist.
Erster und zweiter Wafer sind m einer Ausführung beide piezoelektrisch und vorzugsweise aus dem gleichen
kristallinen Material und relativ zueinander in der gleichen Orientierung bzgl. ihrer Kristallachsen angeordnet. Das Material des ersten und zweiten Wafers WF1,WF2 kann zum
Beispiel aus Lithiumtantalat LT, Lithiumniobat LN, Quarz odei einem anderen kristallinen piezoelektrischen Material ausgewählt sein.
Die elektrischen Anschlüsse ET für die Außenkontakte sind vorzugsweise auf der Oberseite des zweiten Wafers WF2
angeordnet und mittels Durchkontaktierungen DK2 mit den zweiten Bauelementstrukturen verbunden. Weitere Durchkontaktierungen DK1 sind mit Pillars PI verbunden, über die ein Kontakt zu den ersten Bauelementstrukturen BES1 auf der Oberseite des ersten Wafers hergestellt ist.
Die Anzahl der erforderlichen Durchkontaktierungen richtet sich nach der Struktur und Funktion der entsprechenden Bauelementstrukturen BES1, BES2. Auf der nach außen weisenden Oberseite des zweiten Wafers WF2 können unterschiedliche Durchkontaktierungen und die damit verbundenen Bauelementstrukturen elektrisch miteinander verbunden und zu
gemeinsamen elektrischen Anschlüssen ET geführt sein.
Die elektrischen Anschlüsse ET können beispielsweise über Bumps BU mit der Außenwelt und insbesondere mit einer
Schaltungsumgebung verbunden werden. Die Bumps BU können als Lotkugeln oder auch als Studbumps ausgeführt werden. Im
Bereich der Bumps BU ist auf den elektrischen Anschlüssen eine mit Lot benetzende Unterbumpmetallisierung UBM
angeordnet, deren Geometrie im Fall von Lotkugel-Bumps nach deren Aufschmelzen die mit Lot benetzte Fläche bestimmt.
Figur 2 zeigt im schematischen Querschnitt die Unterseite des ersten Wafers WFl, die in dieser Ausführung mit einer
Dämpfungsschicht DL für Volumenwellen versehen ist. Im Fall von SAW-Bauelementen (= Surface Acoustic Wave) dient die Dämpfungsschicht DL dazu, störende akustische Volumenwellen zu dämpfen oder an der Reflexion an der Unterseite des ersten Wafers zu hindern. Dazu umfasst die Dämpfungsschicht ein Muster PP von Pillars, das unregelmäßig ausgebildet ist. Zur besseren Herstellbarkeit und Weiterverarbeitbarkeit ist das Muster von Pillars PP in eine Polymermatrix PM eingebettet, so dass die Dämpfungsschicht eine annähernd plane Oberfläche aufweist .
Figur 3 zeigt im schematischen Querschnitt eine weitere
Ausführung einer möglichen Dämpfungsschicht DL, die hier als Antireflexschicht AR ausgebildet ist. Während das Muster von Pillars eher zu einer Streuung der Volumenwelle führt, wird mit der Antireflexschicht AR die Reflexion der Volumenwelle an der mit der Antireflexschicht bedeckten Seite des ersten Wafers WFl durch destruktive Überlagerung der an Vorder- und Rückseite der Antireflexschicht reflektierten Welle ver¬ hindert. Dazu weist die Antireflexschicht ein Material auf, dessen akustische Impedanz sich von der des ersten Wafers WFl unterscheidet. Die Dicke der Antireflexschicht wird vorzugs¬ weise bei circa einem Viertel der Wellenlänge der akustischen Volumenwelle in der Antireflexschicht bemessen, wobei der Einfallswinkel der Volumenwelle berücksichtigt wird. Für eine Antireflexschicht AR sind Metallschichten wie z.B. Silber in einer Dicke von ca. 0,52 μπι für ein 2 GHz-Filter geeignet.
Figur 4 zeigt eine nach unten weisende Oberseite des ersten Wafers WFl, die in dieser Ausführung mit einer Schirmungs-
schicht SL versehen ist. Diese umfasst eine ausreichende Schichtdicke eines Metalls. Die Schirmungsschicht verhindert elektromagnetische Wechselwirkungen der Bauelementstrukturen im Package mit der Außenwelt, so dass weder Störungen des Bauelements im Package durch die Außenwelt noch Störungen der Umgebung durch die Bauelementstrukturen stattfinden können. Wie in Figur 4 dargestellt, ist die Schirmungsschicht SL über Durchkontaktierungen DK3 elektrisch mit der gegenüberliegenden Oberseite des ersten Wafers WF1 entweder direkt verbunden, oder sie ist indirekt über weitere Strukturen mit einem äußeren Anschluss auf der nach außen weisenden Oberseite des zweiten Wafers WF2 verbunden.
Eine Durchkontaktierung DK1, die durch den ersten Wafer WF1 führt und an dessen Unterseite mit einer Metallisierung verbunden ist, kann auch zusammen mit der Metallisierung als Wärmesenke genutzt werden. In diesem Fall ist auch möglich, mehrere Durchkontaktierungen DK1 in enger Nachbarschaft zueinander zu führen. Eine Wärmesenke kann dann dazu genutzt werden, Wärme von einem Hotspot in der aktiven Filterstruktur abzuleiten. Eine Inter Anschließend werden die beiden Wafer mit den beiden zu verbindenden Seiten so übereinander
angebracht, dass die einander entsprechenden Teilstrukturen aufeinander liegen. Anschließend werden die beiden Wafer erhitzt, relativ zueinander justiert und weiter bis zu der Temperatur erhitzt, bei der die Nanometallpartikel sintern, oder bei der der entsprechende von der Verbindungsschicht abhängige Verbindungsprozess statt findet. Nanometallpartikel aus Silber können beispielsweise bei Temperaturen zwischen 100° und 200° Celsius gesintert werden, während der
Schmelzpunkt von massivem Silber bei 961° Celsius liegt.
Nach dem Sintern verschwindet die Nanostruktur, so dass der Schmelzpunkt der aufgesinterten Nanometallpartikelschicht automatisch sich der des massiven Silbers annähernd und deutlich höher liegt. Das bedeutet, dass die beiden Teil- strukturen mit Hilfe der gesinterten Nanometallpartikel in der Verbindungsschicht weit über die Temperaturen hinaus, welche beim Ein- oder Auslöten des späteren Bauelements auftreten, temperaturbeständig sind.
Nach dem Waferbonden, bei dem die metallischen Teilstrukturen für Rahmenstruktur, Pillars PI und säulenförmige Stütz¬ strukturen miteinander verbunden sind, wird die in Figur 7A dargestellte Anordnung erhalten, die einen Waferverbund als ersten und zweiten Wafer darstellt. Der gezeigte Ausschnitt umfasst Bauelementstrukturen für insgesamt zwei Bauelemente, die jeweils für sich von einer geschlossenen Rahmenstruktur RS umgeben sind. Nach dem Waferbonden sind die ersten und zweiten Bauelementstrukturen BES außerdem in einem Hohlraum CV eingeschlossen.
Die dargestellten Bauelementstrukturen BES sind zwei
getrennten Bauelementen BEI und BE2 zugehörig, die erst in einer späteren Verfahrensstufe vereinzelt werden. Da die Stabilität des Waferverbunds gegenüber der eines einzelnen Wafers erhöht ist, kann nun einer oder beide Wafer in ihrer Dicke reduziert werden. Dazu wird vorzugsweise ein Schleifverfahren eingesetzt. Im nächsten Schritt werden in der nach außen weisenden
Oberfläche des gedünnten Wafers, hier des zweiten Wafers WF2 Löcher VI für die späteren Durchkontaktierungen erzeugt. Dazu eignet sich beispielsweise ein Laserablationsverfahren,
welches mit gepulsten ps-Lasern geeigneter Wellenlänge arbeitet. Deren Wellenlängen können im Bereich von 500 bis 600 nm beziehungsweise im Bereich von 250 bis 400 nm liegen.
Das Ablationsverfahren führt dazu, dass ohne weiteres Zutun Löcher mit einem konischen Querschnitt entstehen. Ein
bevorzugter Neigungswinkel der Löcher wird dann erreicht, wenn die obere Eintrittsöffnung einen Durchmesser aufweist, der kleiner als die Dicke des gedünnten Wafers ist und die Öffnung am gegenüberliegenden Ende einen Durchmesser im
Bereich der halben Schichtdicke des gedünnten Wafers oder darunter aufweist. Eine ausreichende Schichtdicke des
gedünnten Wafers liegt beispielsweise bei 70 μπι für piezo¬ elektrische Materialien wie Lithiumtantalat , Lithiumniobat und Quarz.
Die Löcher für die Durchkontaktierungen werden an den Stellen erzeugt, in denen sie auf der innen liegenden Oberfläche des angebohrten Wafers WF2 auf ein Päd PD oder eine andere metallische Fläche treffen, die Teil der entsprechenden Bau¬ elementstruktur BES2 sein kann. Obwohl die Selektivität zwischen Wafermaterial und Metallisierung gegenüber einem Laserablationsverfahren mit ps-Lasern nur gering ist, kann der Übergang zwischen den Materialien dennoch zur Endpunkterkennung des Laserablationsverfahrens verwendet werden. Dazu kann eine Spektrallinie des mit dem Laser abgehobenen
Materials beobachtet werden. So kann entweder das Ver¬ schwinden einer typischen Spektrallinie für das Wafermaterial beobachtet werden und als Endpunkt bestimmt werden, oder es kann dafür das Auftreten einer Spektrallinie der
Metallisierung hergenommen werden.
Figur 7B: Es werden nun zunächst Löcher VI zur Kontaktierung von Pillars PI und für Pads PD vorgesehen, insgesamt in zumindest der Anzahl, wie äußere elektrische Anschlussflächen kontaktiert werden müssen. Zumindest ein weiteres Loch VI kann zur Kontaktierung der Rahmenstruktur erzeugt werden.
Über der ganze Oberfläche des ersten Wafers WF1 wird nach dem Bohren der Löcher eine Grundmetallisierung ML1 erzeugt. Anschließend werden diejenigen Flächen, welche später frei von Metall sein sollen, mit einer ersten strukturierten
Polymerschicht RL1 abgedeckt. Die Polymerschicht RL1 kann durch Schablonendruck oder durch ein Jetdruckverfahren aufgebracht werden. Das Polymer dient als Ätzresist für die großflächig aufgesputterte Grundmetallisierung. Figur 7C zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe.
Figur 7D: Im nächsten Schritt wird, soweit erforderlich, über der Grundmetallisierung eine weitere Metallschicht ML2 als Verstärkungsschicht für die Grundmetallisierung ML1 an den nicht von der ersten strukturierten Polymerschicht RL1 bedeckten Flächen erzeugt, insbesondere mittels eines galvanischen oder stromlosen Verfahrens. Als Metall für die Verstärkungsschritt ML2 eignet sich Kupfer. Das Kupfer kann abschließend mit einer weiteren Metallschicht überzogen werden, beispielsweise eine Nickelschicht.
Die metallische Verstärkungsschicht ML2 kann in einer solchen Dicke erzeugt werden, dass dabei die für die Durchkontaktie- rungen vorgesehenen Löcher VI vollständig mit Metall
zuwachsen und somit vollständig gefüllte Durchkontaktierungen DK ergeben.
Figur 7D zeigt die Anordnung nach der Entfernung der ersten Resiststruktur RL1 und der darunter liegenden Schicht der Grundmetallisierung ML1 . Aufgrund deren relativ geringer Schichtdicke ist zum Entfernen der Grundmetallisierung keine weitere Ätzmaske erforderlich.
Im nächsten Schritt wird auf den Anschlussflächen ET eine Benetzungsschicht UBM erzeugt, die zum einen für eine gute Haftung der Bumps auf der Anschlussfläche ET sorgt und zum anderen überhaupt erst die Benetzbarkeit der für den Bump vorgesehenen Metallfläche mit dem Bump gewährleistet.
Anschließend werden Bumps BU über allen für die Kontaktierung vorgesehenen und mit einer Benetzungsschicht UBM versehenen Flächen erzeugt bzw. vorgebildet. Dies kann durch einen
Lötpastendruck und einen anschließenden Reflow-Prozess erfolgen. Möglich ist es jedoch auch, die Bumps durch ein Jetdruckverfahren von flüssigem Lot aufzubringen. Im nächsten Schritt werden die Bauelemente vereinzelt. Dazu kann zunächst entlang von Sägelinien SL ein erster Schritt durch den oberen zweiten Wafer WF2 bis auf die Oberfläche des ersten Wafers geführt werden. Die Sägelinie SL wird dabei zwischen zwei benachbarten Rahmenstrukturen RS geführt. Figur 7E zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe.
Der erste Wafer WF1 wird dann weiter von oben durch die
Sägespur des zweiten Wafers WF2 bis zumindest ungefähr seiner endgültigen Dicke eingesägt. Danach wird der erste Wafer von seiner Rückseite bis zur Einsägung gedünnt, so dass auf diese Weise die einzelnen Bauelemente entstehen Figur 7F.
Möglich ist es jedoch auch, diese Restschichtdicke, die den Waferverbund noch zusammenhält, mittels eines zweiten
Sägeschritts von der Unterseite her durchzusägen. Weiterhin ist es möglich, den Sägeschnitt durch beide Wafer zu führen, wenn der erste Wafer vorab gedünnt wurde.
Figur 8 zeigt anhand schematischer Querschnitte eine
alternative Möglichkeit, die Metallisierungen für Ver- bindungsleitungen, Anschlussflächen und die Benetzungschicht an der Oberfläche des zweiten Wafers WF2 zu erzeugen. Über der ganze Oberfläche des zweiten Wafers WF2 wird nach dem Bohren der Löcher VI (wie in Figur 7B) eine Grundmetallisierung MLl erzeugt (siehe Figur 8A) . Dazu eignet sich beispielsweise ein Sputterverfahren . Die Grundmetallisierung kann eine dünne Haftschicht umfassen, die beispielsweise 50 bis 100 nm Titan aufweist. Darüber wird eine elektrisch leitfähige Schicht, beispielsweise 2-5 μπι Kupfer ebenfalls gesputtert. Die Grundmetallisierung MLl bedeckt auch die Innenseiten der Löcher VI und hat somit auch Kontakt mit der am Boden der Löcher VI freilegenden Metallisierung im Innern des Hohlraums CV auf der Unterseite des zweiten Wafers.
Möglich ist es jedoch auch, die Grundmetallisierung mit einem anderen zur Schichterzeugung geeigneten Verfahren aufzubringen, beispielsweise aufzudampfen, oder etwa mit einem Jetdruckverfahren aufzudrucken.
Anschließend werden diejenigen Flächen, welche später die elektrischen Verbindungen zu den Bumps darstellen, mit einer strukturierten Polymerschicht RL1 abgedeckt. Die Polymer¬ schicht RL1 kann durch Schablonendruck oder durch ein Jetdruckverfahren aufgebracht werden. Das Polymer dient als
Ätzresist für die großflächig aufgesputterte Grund¬ metallisierung. Figur 8B zeigt die Anordnung auf dieser
Verfahrensstufe . Figur 8C: Im nächsten Schritt wird an den Stellen, auf denen später die Bumps aufsitzen eine Benetzungsschicht UBM
erzeugt. Dies kann wieder durch Jetdrucken von beispielsweise Gold-Nanometallpartikeln erfolgen. Anschließend folgt eine thermische Härtung des Polymers und das Sintern der Nano- metallpartikel .
Nun wird die Grundmetallisierung ML1 an den Stellen, die nicht von Polymer oder der Benetzungsschicht UBM bedeckt sind, weggeätzt. Figur 8D zeigt die Anordnung auf dieser Verfahrensstufe.
Figur 8E: Anschließend werden Bumps BU über allen für die Kontaktierung vorgesehenen und mit einer Benetzungsschicht UBM versehenen Flächen erzeugt bzw. vorgebildet. Dies kann durch einen Lötpastendruck und einen anschließenden Reflow-
Prozess erfolgen. Möglich ist es jedoch auch, die Bumps durch ein Jetdruckverfahren von flüssigem Lot aufzubringen.
In einer in den Figuren nicht dargestellten Variante können alle Metallisierungen ML1, ML2 auf der Oberfläche des zweiten Wafers auch direkt erzeugt werden, indem ein strukturierendes Aufbringverfahren eingesetzt wird. Dazu bietet sich an, die Metallisierungen in der gewünschten Struktur durch Aufdrucken mittels eines Jetdruckverfahrens von Nanometallpartikeln oder durch Aufdrucken von einem Leitkleber zu erzeugen. Im
nächsten Schritt werden dann die Benetzungsschichten UBM erzeugt, beispielsweise strukturiert durch ein Aufdruck¬ verfahren mittels Jetdruck. Gegebenenfalls können die
Benetzungsschichten UBM noch mit einer Diffusionssperrschicht versehen werden. Ebenso alternativ können sämtliche direkt erzeugten Metallisierungen noch stromlos oder galvanisch verstärkt werden.
Figur 9A zeigt anhand schematischer Querschnitte eine weitere Variante, mit der die Temperaturwechselbeständigkeit des erfindungsgemäßen Waferlevelpackages verbessert werden kann. Dazu wird zwischen zweitem Wafer und Bump BU eine Stress¬ abbauschicht SRL aufgebracht, die aufgrund ihrer Elastizität beziehungsweise ihres geringen E-Moduls Verspannungen, die während des Betriebs des Waferlevelpackages entstehen, auf¬ fangen oder abbauen kann. In Figur 9A ist diese Stressabbauschicht als ganzflächige Schicht auf dem zweiten Wafer WF2 aufgebracht. Dieses Aufbringen erfolgt vor dem Bohren der Löcher. In der Folge befinden sich sämtliche Metallisierungen auf der Oberseite des zweiten Wafers entweder in den
Bohrungen oder auf der Oberfläche der Stressabbauschicht.
Figur 9B zeigt anhand eines schematischen Querschnitts als weitere Variante eine strukturierte Stressabbauschicht, die ebenfalls vorzugsweise vor dem Bohren der Löcher erzeugt und strukturiert wurde. In dieser Variante werden die Metalli¬ sierungen in den Löchern, auf der Oberfläche des zweiten Wafers und teilweise auf der Oberfläche der Stressabbau¬ schicht aufgebracht.
Die strukturierte Aufbringung der Stressabbauschicht ist beispielsweise mittels eines Druckverfahrens wie Jetdruck oder Schablonendruck möglich.
Auch bei Verwendung einer Stressabbauschicht ist es möglich, die Metallisierungen wie in den Figuren 7 oder 8 aufzubringen
und gegebenenfalls zweistufig als Grundmetallisierung und Verstärkungsschicht zu erzeugen, wobei auch die Löcher durch die Verstärkungsschicht vollständig aufgefüllt werden können, wie es beispielsweise in Figur 9C dargestellt ist.
Figur 10 zeigt anhand eines schematischen Querschnitts eine auf einem Pillar PI oder eine Rahmenstruktur RS geführte Durchkontaktierung . Diese schneidet gleichzeitig mehrere auf oder unter dem zweiten Wafer befindliche beziehungsweise auf dessen Oberseiten aufgebrachte leitfähige Schichten und verbindet somit alle diese Schichten elektrisch leitend. Im dargestellten Ausführungsbeispiel befinden sich an der
Unterseite des zweiten Wafers zwei metallisch leitende
Schichten MP4, MP5, die durch isolierende Schichten
voneinander getrennt sind. Auf der Oberseite befinden sich drei metallisch leitende Schichten MP1 bis MP3, die ebenfalls durch isolierende Schichten voneinander getrennt sind. Auf diese Weise gelingt mittels der Durchkontaktierung eine
Verschaltung von unterschiedlichen Leiterbahnebenen, die in den metallisch leitenden Schichten MP auf oder unter dem zweiten Wafer WF2 realisiert sind.
Figur 11 zeigt eine weitere Ausgestaltung des erfindungs¬ gemäßen Waferlevelpackages für den Fall, dass zumindest einer vorzugsweise aber beide Wafer aus einem piezoelektrischen Material bestehen. Wenn wie dargestellt auf der Oberfläche eines dieser beiden Wafer, vorzugsweise auf der nach innen weisenden Oberfläche des zweiten Wafers WF2 eine zweite
Bauelementstruktur BES2 als Spule ausgebildet wird, so führt eine Metallisierung direkt auf dem piezoelektrischen
Material, das eine relativ hohe Dielektrizitätskonstante von circa 40 aufweisen kann, zu einer nur mäßigen elektrischen Güte der Spule. In der dargestellten Variante wird daher
zwischen der Oberfläche des Wafers WF2 und der als Bau¬ elementstruktur BES2 realisierten Spule eine Entkopplungsschicht DKL aufgebracht. Dies ist eine dielektrische Schicht mit niedriger Dielektrizitätskonstante, für die sowohl anorganische als auch Polymerschichten geeignet sind.
In Abwandlung von Figur 11 kann die Spule natürlich auch auf der nach außen weisenden Oberseite eines der beiden Wafers vorzugsweise des zweiten Wafers WF2 aufgebracht sein, wobei auch in diesem Fall die Entkopplungsschicht DKL zwischen der Spulenmetallisierung und dem piezoelektrischen Wafer WF2 angeordnet ist. Die Entkopplungsschicht DKL ist vorzugsweise auf den Bereich der Spule beschränkt und wird daher
entsprechend strukturiert aufgebracht.
Das erfindungsgemäße Waferlevelpackage ist nicht auf die in den Figuren dargestellten Aus führungs formen beschränkt, die nur einzelne konkrete Ausgestaltungen der allgemeineren Idee zeigen. Insbesondere können erfindungsgemäße Waferlevel- packages in Anzahl und Ausformung der Bauelementstrukturen, der Durchkontaktierungen und der Bumps differieren. In unterschiedlichen Figuren dargestellte Ausführungen können auch an einzelnen Waferlevelpackages kombiniert sein, die dann ebenfalls erfindungsgemäße Waferlevelpackages
darstellen .
Begriffs- und Bezugszeichenliste
WF1 erster piezoelektrischer Wafer
BES1 erste Bauelementstrukturen
WF2 zweiter piezoelektrischer Wafer
BES2 zweite Bauelementstrukturen
RS metallische Rahmenstruktur
TS1,TS2 erste und zweite Teilstruktur für Rahmenstruktur
CV hermetisch abgedichteter Hohlraum
PI säulenförmigen elektrisch Verbindungen - Pillars
DK Durchkontaktierungen
ET elektrische Anschlüsse
SL Schirmungsschicht
DL Dämpfungsschicht für Volumenwellen (λ/4 Schicht oder strukturiertes Metallmuster- Muster von Pillars)
PD Pads (innen)
SRL Stressabbauschicht (z.B. ein Polymer)
BES2 Kupferspule
PM Polymermatrix (für Muster von Pillars)
PP Muster von Pillars
TS Rahmenteilstruktur
TS Pillarteilstrukturen
TS Stützteilstrukturen
VI Löcher (für Durchkontaktierung)
NML Verbindungsschicht z.B. aus Nanometallpartikeln
ML1 Grundschicht der Metallisierungen
ML2 weitere Metallisierungsschicht (Verstärkungsschicht)
RS1,2 Resiststrukturen, erste und zweite
SL Sägelinie
UBM Unterbump-Metallisierung (Benetzungsschicht )
VI Loch
DCL Entkopplungsschicht
MP Metallisierungsebene
BL Restdicke von WF1 nach Schleifen
SRL Stressabbauschicht