DEV0008480MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. Februar 1955 Bekanntgemacht am 9. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Soll ein Fernschreiber für mehrere Schriftarten, z. B. lateinische und kyrillische Schrift, verwendet
werden, muß bei der Aufteilung der Buchstaben und Zeichen auf das Tastenfeld sparsam umgegangen
werden, da sich nur eine beschränkte Anzahl Schriftgruppen aus dem meist verwendeten Fünfstromschrittalphabet
kombinieren läßt. Selbst wenn diese Schwierigkeit durch eine doppelte Umschaltung
der Schreibeinrichtung umgangen wird, d. h. die Schreibeinrichtung in drei Ebenen wirksam ist,
kann z.B. bei einer orientalischen Sprache, deren Alphabet aus sehr vielen Buchstaben besteht,
immer noch der Zwang zur sparsamen Aufteilung der Buchstaben und Zeichen bestehen. Ein weiteres
Mittel zur Erfüllung dieser Forderung besteht in der bei den meisten Sprachen vorhandenen Möglichkeit
der Zerlegung einzelner Buchstaben. Beispielsweise hat die deutsche Sprache einerseits die
Buchstaben ä, ü, ö, anderseits die Buchstaben a, u, o. An Stelle der üblicherweise für diese sechs
Buchstaben benötigten sechs Typen können ohne weiteres nur vier Typen treten, wenn jeder der
drei Buchstaben ä, ü, ö zerlegt wird in die Typen a, u, ο und in die Type ". Da die Typen a, u, ο
ohnehin vorhanden sein müssen, ist das Ergebnis die Einsparung zweier Typen, da das, Zeichen "
eine besondere Type beansprucht. Es ist dann nur notwendig, das Zeichen " über die Buchstaben a,
u, ο vor deren Tastung bei Unterdrückung des Wagen- oder Schlittenvorschubes der Schreibein-
609 514/341 ,
V 8480 Villa/21a1
richtung bzw. der Schreibwalze einzutasten. Bei Schriftarten, deren Buchstaben keine derartige
Zerlegung gestatten, kann durch ein besonderes
i'. . Zusatzzeichen einem normalen Zeichen eine völlig
andere Bedeutung gegeben werden. Durch diese Maßnahme lassen sich zahlreiche Möglichkeiten
bilden, so daß auch Alphabete mit erheblicher Buchstabenzahl übertragen werden können.
Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur
ίο Unterdrückung dieses Vorschubes beim Tasten des
Typenhebels, der Typen der erwähnten Art, z. B. das Zeichen " oder einen Akzent, ein Umlautzeichen
od. dgl. trägt. Bei einer solchen Einrichtung ist dem Umstand Rechnung zu tragen, daß
jeder von der D.ruckerfalle gegen die Schreibwalze geschlagene' Typenhebel außer dem Abdruck
der Type hierbei noch gleichzeitig das Farbband hebt und die Schaltklinke zum Vorschub der
Schreibwalze auslöst. Diese beiden . Funktionen werden von einem Schaltring gesteuert, den der
getastete Typenhebel betätigt. Würde also dafür gesorgt werden, daß der Typenhebel diesen Schaltring
nicht betätigt, so wäre damit zwar erreicht, daß die Vorschubschaltklinke nicht ausgelöst wird,
jedoch würde dann auch das Farbband nicht ge-
'—■ ■ hoben werden, d. h. die betreffende, Type könnte
keinen Abdruck herbeiführen.
Diese Schwierigkeiten sind nach der Erfindung bei einem Fernschreiber, bei dem beim Anschlagen
jedes Typenhebels eine Vorschubschaltklinke von einem Schaltring des Typenkorbes gesteuert und
von einer Druckerfalle betätigt wird, dadurch behoben, daß beim Anschlagen eines ausgesonderten
Typenhebels die Schaltklinke bei unveränderter Steuerung durch den Schaltring und unveränderter
Betätigung durch die Druckerfalle von der Zugstange des betreffenden Typenhebels über ein Gestänge
in eine Stellung überführbar ist, in der sie nicht in ihr Schaltrad einfallen kann. Hierdurch ist
erreicht, daß die betreffende Type ohne .Schreibwalzenvorschub zum Abdruck gelangt.
Ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach der Erfindung' ist in der Zeichnung dargestellt.
In der Zeichnung sind zur Vereinfachung der Darstellung. nur einzelne der wesentlichen Bauelemente des Druckers, der Farbbandumschaltung und Wagenvorschubes unter Fortlassung der Typenhebel, des Farbbandes und der Schreibwalze bzw. des Schreibwalzenwagens oder Schreibwalzenschlittens veranschaulicht.
In der Zeichnung sind zur Vereinfachung der Darstellung. nur einzelne der wesentlichen Bauelemente des Druckers, der Farbbandumschaltung und Wagenvorschubes unter Fortlassung der Typenhebel, des Farbbandes und der Schreibwalze bzw. des Schreibwalzenwagens oder Schreibwalzenschlittens veranschaulicht.
Die Druckerfalle 1 liegt parallel vor den Wählschienen
des Empfängers auf der drehbar gelager-. ten Achse 2. Quer über diesen Wählschienen und
über die Druckerfalle 1 liegen Zugstangen 3, von denen jede über den Zwischenhebel 4 mit einem
Typenhebel verbunden ist. Die dargestellte Zugstange 3 bedient einen Typenhebel, dessen Typen
Akzente sind. " .
Die Zugstange 3 hat mit jeder der übrigen Zugstangen das Merkmal gemeinsam, daß sie beim
Anschlagen ihres Typenhebels an ihrem vorderen hakenförmigen Teil von der Falle erfaßt und nach
vorn in der Richtung des eingezeichneten Pfeiles gezogen wird. Es vollzieht sich dann über den
Zwischenhebel 4 der Abdruck der Type durch deren Anschlag gegen die Schreibwalze.
Bei jedem Anschlag eines Typenhebels führt der Schaltring 5 des Typenkorbes eine Bewegung aus,
also auch beim Anschlag des zur Zugstange 3 gehörenden Typenhebels. Diese Bewegung hat zur
Folge, daß erstens das Farbband über den Zwischenhebel 6 und die Farbbandgabel 7 gehoben
und zweitens die Schaltklinke 8 der Schreibwalzenvorschubeinrichtung über das nachstehend beschriebene
Hebelgestänge in ihre Freigabestellung übergeführt wird.
Das erwähnte Verbindungsgestänge zwischen dem Schaltring 5 und der Schaltklinke 8 besteht
aus dem einerseits an den Schaltring, anderseits an den Schaltbügel 9 angeschlossenen Lenker 10. Der
Bügel 9 ist um die Achse 11 schwenkbar und stößt bei jeder Bewegung des Schaltringes 5 die Schaltstange
12 nach unten, wodurch die mit der Stange 12 gekuppelte Schaltklinke 8 unmittelbar vor das
Schaltrad 13 gelangt und somit eine Bereitschaftsstellung zum Eingriff in das Schaltrad 13 einnimmt.
Sobald in dieser Stellung der Schaltklinke 8 die Druckerfalle 1, nachdem sie die Zugstange 3 in der
oben beschriebenen Weise nach vorn gezogen und hiermit den Typenhebel zum Ausschlag gebracht
hat, wieder in ihre Ruhestellung zurückkehrt, wird die Schaltklinke 8 über ein Hebelgestänge 14, 15,
16 nach vorn gestoßen und schaltet das Rad 13 um eine Zahnteilung weiter. Diese Bewegung des
Schaltrades 13 wird über dessen Achse 17 in eine Vorschubbewegung der Schreibwalze übersetzt.
Der Hebel 14 sitzt fest auf der Achse 2 und ist ■ mittels des Lenkers 15 an das Ende des einen
Armes des Doppelhebels 16 angelenkt, der um einen Zapfen 18 drehbar ist und die Schaltklinke 8
trägt.
Mit der beschriebenen bekannten Einrichtung würde beim jedesmaligen Anschlagen des Typenhebels,
welcher der Zugstange 3 zugeordnet ist, der Schreibwalzenvorschub wirksam werden. Um
diesen Vorschub aus de'n angegebenen Gründen zu unterdrücken, ist zusätzlich die nachstehend beschriebene
Einrichtung vorgesehen.
Die Zugstange 3 ist über einen Lenker 19 an einen um einen Zapfen 20 schwenkbaren Winkelhebel
21 angeschlossen, der durch einen Draht 22 oder ein Gestänge mit einem Schalthebel 23 verbunden
ist. Sobald die Zugstange 3 von der Druckerfalle 1 nach vorn gezogen wird, nimmt der
von der Zugstange 3 gesteuerte Schalthebel 23 die Schaltklinke 8 mit und hält sie so lange in dieser
ausgerückten Stellung, bis die Schaltstange 12 wieder in ihre Ausgangsstellung zurückgekehrt ist
und nun wieder die Schaltklinke 8 abstützen kann. Die Schaltwirkung des von der zurückgehenden
Druckerfalle 1 gesteuerten Gestänges 14, 15, 16 ist
also aufgehoben, da die Schaltklinke 8 nicht in das dem Schreibwalzenvorschub bestätigende Schaltrad
13 einfallen kann. Beim Anschlagen des der Zugstange 3 zugeordneten Typenhebels ist also der
Schreibwalzenvorschub unterdrückt.
514/341
V 8480 VIII a/21 a1
Diese Maßnahme übt keinen Einfluß auf die Farbbandsteuerung durch den Schaltring 5 aus.
Die Type gelangte also ohne Schreibwalzenvorschub zum Abdruck.
Claims (1)
- Patentanspruch:Einrichtung zur Unterdrückung des Zeichen-Vorschubes der Schreibwalze von Fernschreibern, bei denen beim Anschlagen jedes Typenhebels eine Vorschubschaltklinke von einem Schaltring des Typenkorbes gesteuert und von einer Druckerfalle betätigt wird, dadurch gekennzeichnet, daß beim Anschlagen eines ausgesonderten Typenhebels die Schaltklinke (8) bei unveränderter Steuerung durch den Schaltring (5) und unveränderter Betätigung durch die Druckerfalle (1) von einer Zugstange (3) des betreffenden Typenhebels über ein Gestänge (19 bis 22) in eine Stellung überführbar ist, in der sie nicht in ihr Schaltrad (13) einfallen kann.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen609 514/341 5.56
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