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Einrichtung zur Unterdrückung des Zeichen-Vorschubes der Schreibwalze
von Fernschreibern Soll ein Fernschreiber für mehrere Schriftarten, z. B. lateinische
und kyrillische Schrift, verwendet werden, muß bei der Aufteilung der Buchstaben
und Zeichen auf das Tastenfeld sparsam umgegangen werden, da sich nur eine beschränkte
Anzahl Schriftgruppen aus dem meist verwendeten Fünfstromschrittalphabet kombinieren
läBt. Selbst wenn diese Schwierigkeit durch eine doppelte Umschaltung der Schreibeinrichtung
umgangen wird, d. h. die Schreibeinrichtung in drei Ebenen wirksam ist, kann z.
B. bei einer orientalischen Sprache, deren Alphabet aus sehr vielen Buchstaben besteht,
immer noch der Zwang zur sparsamen Aufteilung der Buchstaben und Zeichen bestehen.
Ein weiteres Mittel zur Erfüllung dieser Forderung besteht in der bei den meisten
Sprachen vorhandenen Möglichkeit der Zerlegung einzelner Buchstaben. Beispielsweise
hat die deutsche Sprache einerseits die Buchstaben ä, ü, ö, anderseits die Buchstaben
a, u,. o. An Stelle der üblicherweise für diese sechs Buchstaben benötigten' sechs
Typen können ohne weiteres nur vier Typen treten, wenn .jeder der drei Buchstaben
ä, ü, ö zerlegt wird in die Typen a, u, o und in die Type ". Da die Typen a, u,
o ohnehin vorhanden sein müssen, ist das Ergebnis die Einsparung zweier Typen, da
das Zeichen " eine besondere Type beansprucht. Es ist dann nur notwendig, das Zeichen
" über die Buchstaben a, u, o vor: deren Tastung -bei Unterdrückung des Wagen- oder
Schlittenvorschubes der Schreibeinrichtung
bzw. der Schreibwalze
einzutasten. Bei Schriftarten, deren Buchstaben keine derartige Zerlegung gestatten,
kann durch ein besonderes Zusatzzeichen einem normalen Zeichen eine völlig andere
Bedeutung gegeben werden. Durch diese Maßnahme lassen sich -zahlreiche Möglichkeiten
bilden, so daß auch Alphabete mit erheblicher Buchstabenzahl übertragen werden können.
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Die Erfindung betrifft eine Einrichtung zur Unterdrückung dieses Vorschubes
beim Tasten des Typenhebels, der Typen -der erwähnten Art, z. B. das Zeichen " oder
einen Akzent, ein Umlautzeichen od. dgl. trägt. Bei einer solchen Einrichtung ist
dem Umstand Rechnung zu tragen, daß jeder von der Druckerfalle gegen die Schreibwalze
geschlagene Typenhebel außer dem Abdruck der Type hierbei noch gleichzeitig das
Farbband hebt und die Schaltklinke zum Vorschub der Schreibwalze auslöst. Diese
beiden Funktionen werden von einem Schaltring gesteuert, den der getastete Typenhebel
betätigt, Würde also dafür gesorgt werden, daß der Typenhebel diesen Schaltring
nicht. betätigt, so wäre damit zwar erreicht, daß die Vorschubschaltklinke nicht
ausgelöst wird, jedoch würde dann auch das Farbband nicht gehoben werden, d. h.
die betreffende Type könnte keinen Abdruck herbeiführen.
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Diese Schwierigkeiten sind nach der Erfindung bei einem Fernschreiber,
bei dem beim Anschlagen jedes Typenhebels eine Vorschubschaltklinke von einem Schaltring
des -Typenkorbes gesteuert und von einer Druckerfalle betätigt wird, dadurch behoben,
daß beim Anschlagen eines ausgesonderten Typenhebels die Schaltklinke bei unveränderter
Steuerung durch den Schaltring und unveränderter Betätigung durch die Druckerfalle
von der Zugstange des betreffenden Typenhebels über ein Gestänge in eine Stellung
überführbar ist, in der sie nicht in ihr Schaltrad einfallen kann. Hierdurch ist
erreicht, daß die betreffende Type ohne Schreibwalzenvorschub zum Abdruck gelangt.
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Ein Ausführungsbeispiel der Einrichtung nach der Erfindung ist in
der Zeichnung dargestellt.
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In der Zeichnung sind zur Vereinfachung der Darstellung nur einzelne
der wesentlichen Bauelemente des Druckers, der Farbbandumschaltung und Wagenvorschubes
unter Fortlassung der Typenhebel, des Farbbandes und der Schreibwalze bzw. des Schreibwalzenwagens
oder Schreibwalzenschlittens veranschaulicht.
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Die Druckerfalle i liegt parallel vor den Wählschienen des Empfängers
auf der drehbar gelagerten Achse 2. Quer über diesen Wählschienen und über die Druckerfalle
i liegen Zugstangen 3, von denen jede über den Zwischenhebel q. mit einem Typenhebel
verbunden ist. Die dargestellte Zugstange 3 bedient einen Typenhebel, dessen Typen
Akzente sind.
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Die Zugstange 3 hat mit jeder der übrigen Zugstangen das Merkmal gemeinsam,
daß sie beim Anschlagen ihres Typenhebels an ihrem vorderen hakenförmigen Teil von
der Falle erfaßt und nach vorn in der Richtung des eingezeichneten Pfeiles gezogen
wird. Es vollzieht sich dann über den Zwischenhebel q. der Abdruck der Type durch
deren Anschlag gegen die Schreibwalze.
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Bei jedem Anschlag eines Typenhebels führt der Schaltring 5 des Typenkorbes
eine Bewegung aus, also auch beim Anschlag des zur Zugstange 3 gehörenden Typenhebels.
Diese Bewegung hat zur Folge, daß erstens das Farbband über den Zwischenhebel 6
und die Farbbandgabel 7 gehoben und zweitens die Schaltklinke 8 der Schreibwalzenvorschubeinrichtung
über das nachstehend beschriebene Hebelgestänge in ihre Freigabestellung übergeführt
wird.
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Das erwähnte Verbindungsgestänge zwischen dem Schaltring 5 und der
Schaltklinke 8 besteht aus dem einerseits an den Schaltring, anderseits an den Schaltbügel
9 angeschlossenen Lenker io. Der Bügel 9 ist um die Achse i i schwenkbar und stößt
bei jeder Bewegung des Schaltringes 5 die Schaltstange 12 nach unten, wodurch die
mit der Stange 12 gekuppelte Schaltklinke 8 unmittelbar vor das Schaltrad 13 gelangt
und somit eine Bereitschaftsstellung zum Eingriff in das Schaltrad 13 einnimmt.
Sobald in dieser Stellung der Schaltklinke 8 die Druckerfalle i, nachdem sie die
Zugstange 3 in der oben beschriebenen Weise nach vorn gezogen und hiermit den Typenhebel
zum Ausschlag gebracht hat, wieder in ihre Ruhestellung zurückkehrt, wird die Schaltklinke
8 über ein Hebelgestänge 1q., 15, 16 nach vorn gestoßen und schaltet das Rad 13
um eine Zahnteilung weiter. Diese Bewegung des Schaltrades 13 wird über dessen Achse
17 in eine Vorschubbewegung der Schreibwalze übersetzt. Der Hebel r¢ sitzt fest
auf der Achse 2 und ist mittels des Lenkers 15 an das Ende des einen Armes des Doppelhebels
16 angelenkt, der um einen Zapfen 18 drehbar ist und die Schaltklinke 8 trägt.
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Mit der beschriebenen bekannten Einrichtung würde beim jedesmaligen
Anschlagen des Typenhebels, welcher der Zugstange 3 zugeordnet ist, der Schreibwalzenvorschub
wirksam werden. Um diesen Vorschub aus den angegebenen Gründen zu unterdrücken,
ist zusätzlich die nachstehend beschriebene Einrichtung vorgesehen.
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Die Zugstange 3 ist über einen Lenker i9 an einen um einen Zapfen
2o schwenkbaren Winkelhebel 21 angeschlossen, der :durch einen. Draht 22 oder ein
Gestänge mit einem Schalthebel 23 verbunden ist. Sobald die Zugstange 3 von
der Druckerfalle i nach vorn gezogen wird, nimmt der von der Zugstange 3 gesteuerte
Schalthebel 23 die Schaltklinke 8 mit und hält sie so lange in dieser ausgerückten
Stellung, bis die Schaltstange 12 wieder in ihre Ausgangsstellung zurückgekehrt
ist und nun wieder die Schaltklinke 8 abstützen kann. Die Schaltwirkung des vorn
der zurückgehenden Druckerfalle i gesteuerten Gestänges 1q., 15, 16 ist also aufgehoben,
da die Schaltklinke 8 nicht in das dem Schreibwalzenvorschub bestätigende Schaltrad
13 einfallen kann. Beim Anschlagen des der Zugstange 3 zugeordneten Typenhebels
ist also der Schreibwalzenvorschub unterdrückt.
Diese Maßnahme übt
keinen Einfluß auf die Farbbandsteuerung durch den Schaltring 5 aus. Die Type gelangte
also ohne Schreibwalzenvorschub zum Abdruck.