DEP0038719DA - Verfahren zum Diazotieren von Aminobenzoesäureestern - Google Patents
Verfahren zum Diazotieren von AminobenzoesäureesternInfo
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Description
Bei Diazotieren von Aminobenzoesäureestern arbeitet man zur Vermeidung einer Verseifung im allgemeinen in Gegenwart erheblicher Alkoholmengen. Diese sind aber in vielen Fällen von schädlichem Einfluss bei der Aufarbeitung der Diazoniumlösung. Durch die Gegenwart des Alkohols werden in der weiteren Aufarbeitung der Diazoniumlösung, insbesondere bei Anwesenheit von Kupfer oder kupferhaltigen Verbindungen, eine Abspaltung der Diazoniumgruppe unter Bildung des Kohlenwasserstoffes, sowie auch noch andere unerwünschte Nebenreaktionen begünstigt.
Es wurde nun gefunden, dass sich die Aminobenzoesäureester mit guten Ausbeuten auch in wässrigem Medium mittels salpetriger Säure in Diazoverbindungen umsetzen lassen, wenn man nicht von diesen Estern selbst ausgeht, sondern von ihren Aminosalzen und wenn man die Diazotierung bei einer ausreichend niedrigen Temperatur, unterhalb 0°, durchführt. Zur Erzielung dieser niedrigen Temperaturen ist es vorteilhaft, das Salz des Aminobenzoesäureesters praktisch trocken in ein vorher bereitetes Eis-Säuregemisch einzutragen; auf diese Weise erreicht man im allgemeinen Temperaturen von -20° und wenige. Man lässt nun in das Gemisch unter kräftigem Rühren eine Natriumnitrit-
lösung einfliessen. Dabei spielt es keine Rolle, ob das Salz des Aminobenzoesäureesters vorher aufgelöst ist oder nicht. Das Einbringen der Natriumnitritlösung soll so schnell wie möglich erfolgen. Der dabei eintretende Temperaturanstieg der Nitritlösung ist ohne Bedeutung, wenn die Temperatur der Mischung bei Beendigung der Zugabe nicht über 0° steigt. Die schwefelsauren Salze der Aminobenzoesäureester eignen sich besonders gut für die Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung. In diesem Falle scheidet sich jedoch oft Natriumsulfat in dem Reaktionsgemisch aus, und es ist zuweilen angebracht, dieses Sulfat durch Filtrieren oder in anderer Weise vor der weiteren Aufarbeitung abzutrennen.
Durch geeignete Wahl der Anfangskonzentrationen ist es selbst schon bei Ansätzen von 1 bis 2 kg Salz des Esters möglich, die oben angegebenen Temperaturbedingungen einzuhalten, ohne dass das Reaktionsgemisch einer zusätzlichen äusseren Kühlung bedarf. Das den Gegenstand der Erfindung bildende Verfahren gestattet also in äusserst einfacher Weise und ohne Zuhilfenahme besonderer technischer Hilfsmittel die Umsetzung der Aminobenzoesäureester mittels salpetriger Säure in Diazoverbindungen.
Da man in wässriger Lösung arbeitet und keinen Alkohol als Lösungsmittel benötigt, bietet das Verfahren wesentliche Vorteile sowohl vom chemischen Standpunkt, als auch im Hinblick auf seine technische Durchführung und den Rohstoffbedarf.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die in dem Verfahren als Ausgangsstoffe verwendeten Salze der Aminobenzoesäureester
im allgemeinen bei der Veresterung in fester Form ausfallen; diese können unmittelbar für die Herstellung der Diazoniumsalzlösungen verwendet werden, ohne dass eine besondere Reinigung, etwa durch Abtrennung und Destillation des Esters, wie dies nach den bisher bekannten Verfahren erforderlich war, notwendig ist. Es genügt vielmehr nur die vorherige Entfernung des aus der Veresterung stammenden Alkoholüberschusses.
Beispiel:
100 Gewichtsteile von zerstossenem Eis werden mit einer kalten Mischung von 22 Gewichtsteilen konzentrierter Schwefelsäure und 10 Gewichtsteilen Wasser übergossen, und das Gemisch wird durch durchgerührt. Nun werden unter Rühren 50 Teile Anthranilsäuremethylestersulfat zugegeben, worauf die Temperatur schnell auf etwa -18 bis -20° fällt. Nun lässt man innerhalb möglichst kurzer Zeit unmittelbar in die Mischung eine frisch bereitete Lösung von 15 Teilen Natriumnitrit in 30 Teilen Wasser einfliessen. Während dieses Vorganges geht das Anthranilsäuremethylestersulfat allmählich vollständig in Lösung, und die Temperatur steigt langsam an. Es wird noch einige Zeit weiter gerührt, und erforderlichenfalls wird das ausgefallene Natriumsulfat abgeschleudert, worauf die erhaltene Diazoniumlösung möglichst ohne Verzug in der gewünschten Weise weiterverarbeitet wird.
Claims (4)
1. Verfahren zum Diazotieren von Aminobenzoesäureestern, dadurch gekennzeichnet, dass ein Aminosalz des zu diazotierenden Esters in wässriger Lösung mit salpetriger Säure bei einer Temperatur von unter 0° behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Aminosalz praktisch trocken in ein Gemisch von Eis und Säure, beispielsweise Schwefelsäure, eingeführt wird, worauf in diese Mischung unter kräftigem Rühren schnell ein Nitrit, wie Natriumnitrit, eingebracht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, dass ein schwefelsaures Salz des zu behandelnden Esters verarbeitet wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass das gebildete Natriumsulfat durch Filtrieren, Abschleudern oder in anderer analoger Weise aus dem Reaktionsgemisch entfernt wird.
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