DE962527C - Verfahren zur Herstellung von Oxyhydroperoxyden - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von OxyhydroperoxydenInfo
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- C07C409/08—Compounds containing six-membered aromatic rings
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 25. APRIL 1957
PATENTSCHRIFT
KLASSE 120 GRUPPE 27 INTERNAT. KLASSE C 07c
D 17357 IVb/i2 ο
Bernard Hammond Markham Thompson, Great Burgh, Epsom,
Surrey (Großbritannien)
ist als Erfinder genannt worden
The Distillers Company Limited, Edinburgh (Großbritannien)
Verfahren zur Herstellung von Oxyhydroperoxyden
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 21. März. 1954 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 31. Oktober 1956
Patenterteilung bekanntgemacht am 11. April 1957 Die Priorität der Anmeldung in Großbritannien vom 28. März 1953 ist in Anspruch genommen
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung
von neuen Oxyhydroperoxyden, welche einen Hydroxylrest und einen Hydroperoxydrest im gleichen
Molekül enthalten. Diese Reste sind an verschiedene Kohlenstoffatome gebunden.
a-Oxyhydroperoxyde sind bekannt. Sie werden
durch Einwirkung von Wasserstoffperoxyd auf Ketone dargestellt. Diese Oxyhydroperoxyde sind sehr unbeständige
Verbindungen, welche beim Erhitzen ίο heftig explodieren. Dieses Verhalten ist nicht überraschend,
wenn man bedenkt, daß die Hydroxylgruppe an dasselbe Kohlenstoffatom gebunden ist
wie die Hydroperoxydgruppe.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Herstellung von Oxyhydroperoxyden, in welchen die
Hydroxylgruppe und die Hydroperoxydgruppe an verschiedene Kohlenstoffatome gebunden sind, welche
ihrerseits wiederum derart mit einem oder zwei Benzolringen eines aromatischen Kohlenwasserstoffes
verknüpft sind, daß sie durch wenigstens 3 Kohlenstoffatome des aromatischen Kohlenwasserstoffes voneinander
getrennt sind.
Das erfindungsgemäße Verfahren zur Herstellung von Oxyhydroperoxyden ist dadurch gekennzeichnet,
daß man ein Monocarbinol der allgemeinen Formel
HO —C —Ar —CH
in flüssigem Zustand bei erhöhter Temperatur mit molekularem Sauerstoff behandelt. In dieser Formel
bedeuten R1 ein Wasserstoffatom, einen Alkylrest oder einen alicyclischen Rest, R2, R3 und R4 Alkylreste
oder alicyclische Reste und Ar einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest. Alkylreste sind z. B.
der Methyl-, Äthyl-, Propyl-, Isopropyl-, Butyl-, Isobutyl-, Sekundärbutylrest; alicyclische Reste,
so z. B. der Cyclopentyl- und Cyclohexylrest. Der Rest
Ar kann z. B. der Benzol-, der Naphthalin-, Anthracen- oder Phenanthrenrest oder deren alkylsubstituiertes
Derivat sein. Die Reste
R3-C-R4 und R1-C-R2
OH
sind an nicht benachbarte Kohlenstoffatome derartig gebunden, daß sie nicht in o-Stellung zueinander
stehen.
Die Monocarbinole, aus welchen' die Oxyhydroperoxyde
erfindungsgemäß erzeugt werden, lassen sich vorteilhaft aus den entsprechenden Monohydroperoxyden
durch Behandlung mit Wasserstoff oder andere chemische Reduktionsverfahren herstellen.
Die Hydrierung kann mit Hilfe von Katalysatoren, wie Raney-Nickel oder Adams-Katalysator (Platinoxyd),
vorgenommen werden. Die Monocarbinole entstehen auch als Nebenprodukte bei der Oxydation
von aromatischen Kohlenwasserstoffen der folgenden Formel:
R3
H — C— Ar— C— H
R.
in welcher R1, R2, R3 und R4 sowie Ar dieselbe Bedeutung
wie oben haben, mit molekularem Sauerstoff. Die bei der Oxydation entstandene Mischung
enthält neben den Hydroperoxyden bestimmte Mengen des Monocarbinols, welches daraus abgetrennt wird.
Die Oxydation des Monocarbinols kann, wenn
dieses bei der Reaktionstemperatur flüssig ist, direkt erfolgen oder aber auch in Gegenwart von inerten
Lösungsmitteln durchgeführt werden, z. B. in Wasser, oder auch in Gegenwart von Lösungsmitteln, welche
selbst oxydierbar sind. Die Anwendung derartiger Lösungsmittel ist dann notwendig, wenn das Monocarbinol
bei der Reaktionstemperatur fest ist. Derartige Lösungsmittel sind z. B. die ursprünglichen
aromatischen Kohlenwasserstoffe, von denen sich die Monocarbinole ableiten.
Die Temperaturen, bei welchen die Oxydation des Monocarbinols vorgenommen ■ werden kann, liegen
zwischen 60 und 150°, vorzugsweise zwischen go und 130°. Die Wahl der für das Verfahren am meisten
geeigneten Temperatur hängt einerseits von der Reaktionsgeschwindigkeit und andererseits von der
Ausbeute an Oxyhydroperoxyd ab. Die Temperatur soll jedoch so gewählt werden, daß eine Zersetzung
des gebildeten Oxyhydroperoxyds nach Möglichkeit vermieden wird.
Die Oxydation des Monocarbinols kann mit molekularem Sauerstoff in Form von reinem oder fast
reinem oder in Form von sauerstoffhaltigen Gasgemischen, wie Luft, erfolgen. Ozonhaltige Gemische
können gegebenenfalls ebenfalls angewendet werden. Die Anwendung von den Atmosphärendruck übersteigenden
Drücken kann vorteilhaft sein, besonders dann, wenn man ein Gasgemisch mit niedrigem
Sauerstoffgehalt benutzt oder wenn man eine hohe Oxydationsgeschwindigkeit erzielen will.
Die Oxydationsgeschwindigkeit kann bei einer gegebenen Temperatur dadurch erhöht werden, daß
man sie in Gegenwart von Oxydationskatalysatoren durchführt. Derartige Katalysatoren sind beispielsweise
Verbindungen des Kobalts, Mangans, Kupfers und anderer katalytisch wirksamer Metalle. In diesem
Falle ist es jedoch, notwendig, die Menge des Katalysators
genau zu regem, um eine übermäßige Zersetzung des gebildeten Oxyhydroperoxyds und eine
damit verknüpfte Herabsetzung der Ausbeute zu vermeiden.
Die Menge des anwendbaren Katalysators hängt von der Wirksamkeit des jeweiligen Katalysators
sowohl in bezug auf die Erhöhung der Oxydations- ioo geschwindigkeit als auch auf die Förderung der Zersetzung
des bereits gebildeten Oxyhydroperoxyds ab. Die Menge des zugesetzten Katalysators wird daher
vorzugsweise derart beschränkt, daß der Umwandlungsgrad des Monocarbinols in das betreffende
Oxyhydroperoxyd nicht geringer ist als der, welcher durch die gleiche Oxydationsgeschwindigkeit infolge
einer Erhöhung der Temperatur in Abwesenheit des Katalysators hervorgebracht worden wäre. Die
günstigste Katalysatormenge läßt sich durch einen Vorversuch feststellen. Die Oxydation kann man durch
den Zusatz von freie Radikale liefernden Verbindungen in Gang setzen. Solche Verbindungen sind
z. B. Peroxyde, Hydroperoxyde oder Azoverbindungen.
Zweckmäßig wird die Oxydation in Gegenwart von genügenden Mengen basisch wirkender Stoffe vorgenommen,
um die Bildung von freien Säuren im Reaktionsgemisch zu verhindern. Es werden daher
Alkali- oder Erdalkalioxyde, -hydroxyde, -carbonate oder -bicarbonate oder deren Salze mit schwachen
organischen oder anorganischen Säuren dem Oxydationsgemisch zugesetzt. -JDer Zusatz kann in fester
Form oder in Gestalt von z. B. wäßrigen Lösungen geschehen. Basische Stickstoffverbindungen, wie Ammoniak
oder Amine, lassen sich hierfür ebenfalls verwenden.
Die Oxyhydroperoxyde lassen sich aus dem Reaktionsgemisch nach verschiedenen Verfahren, z. B.
durch fraktionierte Destillation unter vermindertem Druck, wodurch die nicht umgesetzten Ausgangsstoffe
entfernt werden, oder durch Extraktion mit Wasser, wäßrigem Alkohol oder wäßrigen Alkalilösungen, wie
Natronlauge, gewinnen. Aus den alkalischen Lösungen kann man die Oxyhydroperoxyde durch Extraktion
mit einem geeigneten, mit Wasser nicht mischbaren ίο Lösungsmittel oder durch Ausfällen nach Neutralisation
oder Ansäuern der Lösung abtrennen. Geschieht die Extraktion z. B. mit Natronlauge, so ist es
zweckmäßig, eine Lösung zu verwenden, welche höchstens g normal (= 36 gewichtsprozentig) ist, da
stärker konzentrierte Natronlauge dazu neigt, das Alkalisalz in Mischung mit nicht umgesetztem Monocarbinol,
welches nicht leicht daraus zu entfernen ist, auszufällen. Man verwendet vorzugsweise eine wäßrige
ι bis 2 n-Alkahhydroxydlösung. Eine weitere
Möglichkeit besteht darin, nur einen Teil des entstandenen Oxyhydroperoxyds zu extrahieren und die
ausgezogene Oxydationsmischung vorzugsweise nach Zusatz von frischem Monocarbinol weiterzuoxydieren.
Die Oxydation kann absatzweise oder kontinuierlich vorgenommen werden.
Bei der kontinuierlichen Arbeitsweise oxydiert man den dem Monocarbinol entsprechenden aromatischen
Kohlenwasserstoff in flüssigem Zustand mit molekularem Sauerstoff, wobei ein Gemisch des Monohydroperoxyds
mit etwas Monocarbinol und etwas Oxyhydroperoxyd in Lösung in unverändertem aromatischem
Kohlenwasserstoff entsteht. Die Oxydation wird zweckmäßig so geleitet, daß in der Hauptsache
das Monohydroperoxyd und sehr wenig Dihydroperoxyd gebildet wird. Das Oxydationsgemisch wird
sodann mit einer höchstens 9 n-, zweckmäßig 1 bis 2 nwäßrigen Alkahhydroxydlösung extrahiert, wodurch
das entstandene Oxyhydroperoxyd mit ebenfalls gebildeten Dihydroperoxyd in Gestalt ihrer Alkalisalze,
welche in der wäßrigen Alkahhydroxydlösung löslich sind, entfernt werden. Aus dieser Lösung wird dann das
Oxyhydroperoxyd durch den Zusatz von Säure, z. B. Kohlendioxyd, gewonnen. Die nach der Entfernung
des Oxyhydroperoxyds verbleibende Mischung, welche noch unveränderten, aromatischen Kohlenwasserstoff,
Monohydroperoxyd und Monocarbinol enthält, wird dann in einem anderen Umsetzungsgefäß reduziert,
beispielsweise mit Natriumsulfit oder mit Wasserstoff, in Gegenwart von Raney-Nickel als Katalysator,
wodurch aus dem Monohydroperoxyd das Monocarbinol entsteht. Die Lösung des Monocarbinols wird
darauf im Kreislauf in das Oxydationsgefäß zurückgeleitet, wobei man zweckmäßig frischen aromatischen
Kohlenwasserstoff zusetzt.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren erzeugten Oxyhydroperoxyde sind bisher noch nicht
beschrieben worden. Im allgemeinen sind sie wasserlöslich und bilden Alkalisalze, z. B. Natriumsalze,
wenn sie mit verdünnten Alkalihydroxydlösungen behandelt werden. Diese Salze werden jedoch aus derartigen
Lösungen durch konzentrierte Alkalihydroxydlösungen, z. B. mit mehr als 9 n-Natronlauge,
ausgefällt. Die freien Oxyhydroperoxyde lösen sich in Alkoholen, z. B. Methylalkohol und Äthylalkohol,
in Ketonen, ζ. B. Aceton und Methylisobutylketon, in Äthern, z. B. Diäthyläther und Diisopropyläther, in
Estern, z. B. Äthylacetat. Sie sind nur wenig in kaltem Benzol und Toluol und überaus wenig in
Petroläther löslich. Ihre Löslichkeit in Wasser gestattet es, daß man sie mit besonderem Vorteil und
mit guter Wirkung als Katalysatoren bei der Emulsionspolymerisation verwendet.
Durch Behandlung mit sauer wirkenden Katalysatoren, beispielsweise Mineralsäuren, wie Schwefelsäure,
mit Säure behandelten mineralischen Aktiverden, z. B. Fullererde, mit Wasserstoffionenaustauschstoffen
und niit Friedel-Crafts-Katalysatoren, ζ. Β. Aluminiumchlorid und Bortrifluorid, wird die Arylgruppe
mit der mit ihr verknüpften Hydroperoxydgruppe in das entsprechende Phenol unter gleichzeitiger
Bildung von Ketonen, wie Aceton, oder Aldehyden, wie Acetaldehyd, umgewandelt. Die
entstandenen Phenole enthalten neben der Phenolhydroxylgruppe noch eine alkoholische Hydroxylgruppe.
Wegen dieser beiden Hydroxylgruppen sind die Phenole wertvolle Zwischenprodukte, z. B. zur
Herstellung von Weichmachern und von Estern als hochsiedende Lösungsmittel.
Die erfindungsgemäß herstellbaren Oxyhydroperoxyde sind neue Verbindungen. Es war übrigens
nicht vorauszusehen, wie sich die entsprechenden Carbinole bei der Oxydation verhalten würden, also
an welcher Stelle der Sauerstoffangriff erfolgen würde bzw. ob überhaupt eine Oxydation stattfinden würde
(vgl. Ind. and Eng. Chem., Bd. 34, 1942, S. 189;
Trans. Farad. Soc, Bd. 42, 1946, S. 203; Chemie. Res. Bd. 1950, S. 153). Außerdem war nicht sicher,
ob die erfindungsgemäß herstellbaren Oxyhydroperoxyde nicht in der gleichen Weise unbeständig sind
wie die eingangs erwähnten a-Oxyhydroperoxyde.
Das erfindungsgemäße Verfahren wird in den folgenden Beispielen erläutert. Die angegebenen
Teüe beziehen sich, wenn nichts anderes bemerkt ist,
auf Gewichtsteile. Raumteile stehen zu Gewichtsteilen im gleichen Verhältnis wie Liter zu Kilogramm.
189 Teile reines m-Isopropylphenyldimethylcarbinol,
welches durch Reduktion von m-Diisopropylbenzolmonohydroperoxyd
und fraktionierte Destillation 1J-°
des gewonnenen Produktes dargestellt worden war, wurden mit 4 Teilen Calciumhydroxyd und 0,5 Teilen
2-Azobisisobutyronitril als Katalysator zum Anspringen der Oxydation gemischt. Das Gemisch
wurde in einem thermostatisch geregelten Ölbad auf 900 gehalten. Durch das Gemisch wurde reiner Sauerstoff
geleitet, dessen Aufnahme zu Beginn sehr langsam war; später aber ungefähr 400 Raumteile in der Stunde
betrug. Die Geschwindigkeit der Sauerstoffaufnahme und der Peroxydbildung begann abzunehmen, sobald
die Konzentration des Peroxyds in dem Gemisch 34 Gewichtsprozent erreichte. Die Oxydation wurde
abgebrochen, wenn die Peroxydkonzentration ungefähr 36 Gewichtsprozent betrug und zu einer Zeit,
wenn die Geschwindigkeit der Peroxydbildung ungefähr 0,7 Gewichtsprozent stündlich erreichte.
Das Oxydationsgemisch wurde abgekühlt, dann mit ungefähr dem gleichen Volumen Benzol verdünnt und
das Calciumhydroxyd abfiltriert. Nach der Analyse enthielt die Benzollösung in ioo Raumteilen etwa
i6,34 Teile m - (2-Oxy-2-propyl) -α, α- dimethylbenzylhydroperoxyd.
Die Hauptmenge der Lösung wurde zweimal mit dem gleichen Volumen 2 n-Natronlaüge
extrahiert und die erhaltene Alkalüösung nach jeder Extraktion mit einer kleinen Menge Benzol gewaschen.
Die vereinigten alkalischen wäßrigen Lösungen wurden sodann mit Kohlendioxyd neutralisiert,
wobei ein weißer kristallinischer Niederschlag ausgefällt wurde, welcher nach dem Abfiltrieren und
Trocknen einen Schmelzpunkt von 71 bis 720 besaß.
Er wurde gereinigt und von dem gleichzeitig gefällten Natriumcarbonat befreit, indem man ihn in Benzol
loste, die Lösung nitrierte und das Oxyhydroperoxyd mit Petroläther fällte. Das gereinigte Peroxyd
hatte den Schmelzpunkt 71,5 bis 720 und war 99,3°/oig-
Nur 80 % des Oxyhydroperoxyds wurden auf diese Weise aus dem Oxydationsgemisch mit der 2 n-Natronlauge
extrahiert. Der Rest wurde als Natriumsalz gefällt, indem man die Lösung mit einer 50 °/oigen
Natronlauge verrührte. Nach dem Filtrieren, gründlichen Waschen mit Benzol und Trocknen wurde das
Natriumsalz in Wasser suspendiert und mit festem Kohlendioxyd, wie bereits beschrieben, angesäuert.
Auf diese Art wurden fünf weitere Teile gewonnen, so daß die Gesamtausbeute an Oxyhydroperoxyd 58 Teile
betrug; insgesamt wurden 72,2% des absorbierten Sauerstoffs in das Oxyhydroperoxyd umgewandelt.
500 Teile p-Isopropylphenyldimethylcarbinol wurden
mit 20 Teilen Calciumhydroxyd und 0,5 Teilen Bis-2-azobutyronitril
lebhaft verrührt und bei 900 mit Sauerstoff oxydiert. Die Oxyhydroperoxydbildung
betrug stündlich 0,9 Gewichtsprozent, wobei 70 °/0 des aufgenommenen Sauerstoffs in das Oxyhydroperoxyd
übergeführt wurden. Sobald die Hydroperoxydkonzentration 34 Gewichtsprozent des Reaktionsgemisches erreichte, begann die Bildung abzunehmen.
Die Oxydationsmischung wurde etwas abgekühlt, sodann mit 500 Raumteilen Benzol verdünnt und das
Calciumhydroxyd abfUtriert. Beim Abkühlen erstarrte das Filtrat. Die feste Masse wurde abgesaugt
und das Filtrat mit Petroläther versetzt. Der dadurch entstandene Niederschlag wurde abfUtriert und mit
dem ersten vereinigt, und dann mit Petroläther "gewaschen. Auf diese Weise wurden insgesamt 170 Teile
weißes, kristallines Oxyhydroperoxyd mit dem Schmelzpunkt 83 bis 85° erhalten, das nach der jodometrischen
Bestimmung 87 Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd enthielt. Dies entsprach einer Ausbeute
von 68 °/0. Die nitrierte Lösung wurde von dem
Lösungsmittel durch Destillation befreit. Der Rückstand enthielt etwa 12 Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd
und wurde in das Oxydationsgefäß zurückgeführt.
Das rohe p-(2-Gxy-2-propyl)-ct, a-dimethylbenzylhydroperoxyd
wurde aus einer Mischung von Benzol und Petroläther umkristallisiert. Der Schmelzpunkt
war dann 91,5 bis 92,5°, der Reinheitsgrad 98 %.
48 Teile weitgehend gereinigtes p-Isopropylphenyläthylmethylcarbinol,
welches nach Grignard aus p-Bromisopropylbenzol und Äthylmethylketon hergestellt
worden war und den Schmelzpunkt 240 und Kp-0,2 = 72 bis 73° besaß, wurden in 12,5 Teilen einer
wäßrigen, 0,25 Teile Natriumcarbonat enthaltenden Lösung, welcher 0,2 Teile Azobisisobutyronitril als
Anspringkatalysator zugesetzt waren, auf 90° erhitzt und durch die Mischung wurde unter lebhaftem
Rühren Sauerstoff geleitet. Nach 9ostündiger, ziemlich gleichbleibender Sauerstoffaufnahme enthielt das
Reaktionsgemisch 460I0 Peroxyd.
Das Oxydationsgemisch, welches aus einer Öl- und einer wäßrigen Schicht bestand, wurde abgekühlt und
dann zehnmal mit jeweils 20 Raumteilen Benzol extrahiert. Die Benzolauszüge wurden vereinigt und
zehnmal mit jeweils 50 Raumteilen einer 30%igen Natronlauge ausgezogen. Diese alkalischen Auszüge
wurden vereinigt, mit Benzol zur Entfernung von nicht oxydiertem organischem Material gewaschen
und aus dem Natriumsalz das Oxyhydroperoxyd mit Kohlendioxyd in Freiheit gesetzt. Das Oxyhydroperoxyd
wurde sodann mit Benzol extrahiert, die Benzollösung über wasserfreiem Natriumsulfat getrocknet,
das Benzol unter vermindertem Druck bei angenähert 20 bis 300 abgedampft und der Rückstand
schließlich bei 0,5 mm Hg von den Resten des Lösungsmittels befreit.
Auf diese Art wurden 15,2 Teile m-(2-0xybutyl)- a, a-dimethylbenzylhydroperoxyd als sehr viskose
Flüssigkeit mit einer Brechungszahl von n2g = 1,5292
und einem Peroxydgehalt von 83 % erhalten.
Die mit Natronlauge extrahierte Benzollösung enthielt noch erhebliche Mengen Oxyhydroperoxyd.
Das Benzol wurde deshalb abdestilliert, wobei 17 Teile viskoses Material von geringerer Reinheit gewonnen
wurden, wie aus der niedrigeren Brechungszahl von ^2D = 1.5282 und dem Peroxydgehalt von 71%
hervorgeht.
Zu 1036 Gewichtsteilen m-Diisopropylbenzol wurden
5 Volumteile einer wäßrigen 5gewichtsprozentigen Natriumcarbonatlösung gegeben. Die Mischung wurde
mit handelsüblichem Sauerstoff bei 900 oxydiert. Die Menge des Sauerstoffs wurde vor und nach dem
Durchgang durch den Oxydationsbehälter gemessen und die Aufnahme des Sauerstoffes ergab hierbei
einen ungefähren Anhalt über den Fortschritt der Oxydation. Aus dem Oxydationsgefäß zeitweise
abgezogene Proben wurden jodometrisch untersucht, um die Konzentration des Hydroperoxyds zu bestimmen.
Die Oxydation wurde nach 18 Stunden beendet, als die Mischung 41,3 Gewichtsprozent Hydroperoxyd,
berechnet als m-Isopropyl-a, a-dimethylbenzylhydroperoxyd
(weiterhin als »Benzylhydroperoxydi! bezeichnet), enthielt. Die weitere Untersuchung
der getrockneten Mischung zeigte folgende
Zusammensetzung der in der Mischung anwesenden Hydroperoxyde:
Gewichtsprozent Benzylhydroperoxyd 33,3
m-(2-Oxy-2-propyl)-a, a-dimethylbenzylhydroperoxyd
(kurz »Oxyhydroperoxyd« genannt) 2,2
m-bis-(2-Hydroperoxy-2-propyl)-benzol (kurz »Dihydroperoxyd« genannt)
3.1
1130 Gewichtsteile der erhaltenen Oxydationsmischung
wurden zweimal mit je 200 Volumteilen einer wäßrigen 2 n-Natriumhydroxydlösung extrahiert. Der alkalische
Extrakt wurde verworfen und eine Probe der verbliebenen Oxydätionsmischung untersucht und
gefunden, daß diese 34,8 Gewichtsprozent Benzylhydroperoxyd, 1,3 Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd
und 0,6 Gewichtsprozent Dihydroperoxyd enthielt. Die Hauptmenge der Oxydationsmischung wurde
mit wenig Wasser gewaschen, das verworfen wurde, und dann mit 1000 Volumteilen Methylalkohol verdünnt.
Die alkoholische Oxydationsmischung wurde nun in einem Reaktionsgefäß in Gegenwart von
30 Gewichtsteilen Raney-Nickel bei etwa 40° unter Einleiten von Wasserstoff in die heftig gerührte
Mischung reduziert. Von Zeit zu Zeit wurden aus der' Reaktionsmischung Proben entnommen und
jodometrisch auf Hydroperoxyd untersucht. Die Hydrierung wurde nach 21 Stunden beendet, als die
Konzentration des Hydroperoxyds in der Mischung auf 0,3 Gewichtsprozent, berechnet als Benzylhydroperoxyd,
abgefallen war. Das Raney-Nickel wurde abfiltriert, der Methylalkohol aus dem Filtrat zuerst
bei atmosphärischem Druck und schließlich unter vermindertem Druck abdestilliert. Die verbliebene
Flüssigkeit wurde abgekühlt und nitriert, um eine geringe Menge an auskristallisiertem m-Bis-(2-oxy-2-propyl)-benzol
zu entfernen. ,
Das klare farblose Filtrat, 943 Gewichtsteile, bestand in der Hauptsache aus m-Isopropyl-a, a-dimethylbenzylcarbinol
(kurz »Monocarbinok genannt). Es wurde mit einer wäßrigen 5°/oigen Natriumcarbonatlösung
gewaschen und bei 900 mit handelsüblichem Sauerstoff in der oben verwendeten Vorrichtung
oxydiert. Die Oxydationsmischung wurde während der Oxydation durch zeitweilige Zugabe
einer 4%igen wäßrigen Natriumhydroxydlösung stark alkalisch gehalten. Das Anwachsen der Hydroperoxydbildung
in der Oxydationsmischung wurde in zeitweise abgezogenen Proben bestimmt. Die Oxydation
wurde nach etwa 24 Stunden unterbrochen, als die Konzentration der Hydroperoxyde folgenden
Wert erreichte:
Benzylhydroperoxyd 41,0 °/0
Oxyhydroperoxyd 19,1 %
Dihydroperoxyd 4,0 °/0
1127 Gewichtsteile dieser Oxydationsmischung wurden
fünfmal mit je 600 Volumteilen einer 8 %igen wäßrigen Natriumhydroxydlösung extrahiert. Die vereinigten
Alkaliextrakte wurden mit einer geringen Menge Benzol (etwa 50 Volumteile) gewaschen, das verworfen
wurde. Die wäßrige Alkalilösung der Hydroperoxyde wurde nun mit Kohlendioxyd neutralisiert
und die neutralisierte milchige wäßrige Mischung, welche einen pH-Wert von 9,8 besaß, dann fünfmal
mit je 200 Volumteilen Äther extrahiert. Die wäßrige Schicht, welche verworfen wurde, enthielt 0,21%
Hydroperoxyd, berechnet als Benzylhydroperoxyd. Dann wurde aus den vereinigten Ätherextrakten
der Äther durch Destillation entfernt. Zu seiner vollständigen Entfernung wurden dem Rückstand
500 Vohimteile Benzol zugegeben und anschließend etwa 50 Volumteile Benzol abdestilliert. Die verbliebene
heiße Benzollösung der Hydroperoxyde wurde mit etwa 100 Volumteilen Hexan verdünnt,
bis die Lösung sich dauernd trübte. Die Lösung wurde zuerst langsam abgekühlt und schließlich durch Eiskühlung
abgeschreckt. Die abgeschiedene weiße kristalline Masse wurde abfiltriert und vom Lösungsmittel
im Vakuum befreit. Es wurden 153 g 95,6gewichtsprozentiges Oxyhydroperoxyd mit einem F. von
68 bis 700 erhalten.
Die Oxydationsmischung, die nach der alkalischen Extraktion hinterblieb und 851 Gewichtsteile betrug,
enthielt 36,5 Gewichtsprozent Benzylhydroperoxyd, 2,3 Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd und 0,61 Gewichtsprozent
Dihydroperoxyd. Die Mischung wurde ebenfalls, wie oben beschrieben wurde, hydriert; die
Hydrierung dauerte 28 Stunden, und die Mischung enthielt dann nur 0,2 Gewichtsprozent Hydroperoxyd,
berechnet als Benzylhydroperoxyd. Die Entfernung des Raney-Nickels und des Methylalkohols wurde, in
gleicher Weise durchgeführt. Dann wurden 100 Gewichtsteile m-Diisopropylbenzol zugegeben und nochmals
24,3 Gewichtsteüe m-Bis-(2-oxy-2-propyl)-benzol aus dem Hydrierungsprodukt entfernt.
Das Hydrierungsprodukt wurde, wie oben beschrieben, bei 90° mit handelsüblichem Sauerstoff
oxydiert und die Oxydation nach 26 Stunden abgebrochen, als die Oxydationsmischung 44,1 Gewichtsprozent
Benzylhydroperoxyd, 20,3 Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd und 5,2 Gewichtsprozent Dihydroperoxyd
enthielt. Die Oxydationsmischung, 1103 Gewichtsteüe,
wurde sechsmal mit je 500 Volumteüen einer 8 %igen wäßrigen Natriumhydroxydlösung extrahiert.
Die vereinigten Alkaliextrakte wurden mit einer geringen Menge Benzol (etwa 100 Volumteüen)
gewaschen, welches verworfen wurde, und dann mit Kohlendioxyd neutralisiert. Die neutralisierte milchige,
wäßrige Mischung wurde fünfmal mit je 250 Volumteüen Äther extrahiert. Die zurückbleibende
wäßrige Schicht, die 0,24 Gewichtsprozent Hydroperoxyd, berechnet als Benzylhydroperoxyd, enthielt,
wurde verworfen. · Der Äther wurde aus den vereinigten Extrakten abdestilliert und durch 5ooVolumteüe
Benzol ersetzt. Nach der Zugabe von etwa 100 Gewichtsteüen Hexan bis zum Eintreten einer
Trübung kristallisierte das rohe Oxyhydroperoxyd aus der benzolischen Lösung. Die Benzol-Hexan-Mischung
wurde schließlich mit Eis gekühlt. Die weiße kristalline Masse wurde abfiltriert und vom
Lösungsmittel befreit. Es wurden 137 Gewichtsteüe
reines, g4,3gewichtsprozentiges Oxyhydroperoxyd mit
einem F. von 67 bis 69° erhalten.
Die restlichen 847 Gewichtsteile der Oxydationsmischung, die nach der Alkaliextraktion hinterblieben
und 41,1 Gewichtsprozent Benzylhydroperoxyd, 2,6
Gewichtsprozent Oxyhydroperoxyd und 0,8 Gewichtsprozent Dihydroperoxyd enthielten, wurden in den
Oxydationskreislauf zurückgeleitet.
Claims (10)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung von Oxyhydroperoxyden der allgemeinen FormelHO —C—Ar — C —O —OHdadurch gekennzeichnet, daß man ein Monocarbinol der FormelR3R1HO —C —Ar —CHin der R1 ein Wasserstoffatom, einen Alkylrest oder einen alicyclischen Rest und R2, R3 und R4 Alkylreste oder alicyclische Reste, Ar einen aromatischen Kohlenwasserstoffrest bedeuten, und die ResteR1 R3-CH und -COHKg K4an nicht benachbarte Kohlenstoffatome an einen Benzolring oder an zwei Benzolringe des aromatischen Restes gebunden sind, in flüssigem Zustand bei Temperaturen zwischen 60 und 1300 mit molekularem Sauerstoff oder sauerstoffhaltigen Gasen oxydiert.
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxydation bei einer Temperatur zwischen 90 und 130° durchführt.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxydationsgeschwindigkeit durch den Zusatz eines Schwermetalloxydationskatalysators erhöht.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man die Oxydation durch den Zusatz von freie Radikale abgebenden Verbindungen einleitet.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die- Oxydation in Gegenwart einer inerten Flüssigkeit oder eines Lösungsmittels, besonders in Anwesenheit des Kohlenwasserstoffes durchführt, aus dem das Monocarbinol hergestellt wurde.
- 6. Verfahren nach Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die bei der Oxydation gebildete Säure durch den Zusatz von basischen Stoffen im Reaktionsgemisch neutralisiert.
- 7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß man das Oxyhydroperoxyd aus dem Reaktionsgemisch mit einer wäßrigen, höchstens 9 n-Alkalihydroxydlösung auszieht.
- 8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß man nur einen Teil des erzeugten Oxyhydroperoxyds extrahiert und das übrigbleibende Reaktionsgemisch weiteroxydiert.
- 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, gekennzeichnet durch die Verwendung eines Monocarbinols, das durch Reduktion des entsprechenden Monohydroperoxyds hergestellt wurde.
- 10. Verfahren zur kontinuierlichen Herstellung von Oxyhydroperoxyden nach Anspnash 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß das verwendete Monocarbinol dadurch hergestellt wiirds, dal: man einen Kohlenwasserstoff der FormelKo K1HC-Ar —CHR4in der R1, R2, R3 und R4 die oben angegebene Bedeutung haben, in flüssigem Zustand mit molekularem Sauerstoff oxydiert, das entstandene Reaktionsgemisch, das eine Lösung von Monohydroperoxyd, Monocarbinol und Oxyhydroperoxyd in nicht umgesetztem Kohlenwasserstoff enthält, mit einer wäßrigen, höchstens 9 n-Alkalihydroxydlösung extrahiert, aus dem alkalischen Extrakt das Oxyhydroperoxyd durch Zusatz von Säure abtrennt, während man die bei der Extraktion zurückbleibende Lösung von Monohydroperoxyd und Monocarbinol in nicht umgesetztem Kohlenwasserstoff in bekannter Weise reduziert und die hierbei erhaltene Lösung von Monocarbinol in den Oxydationskreislauf zurückleitet.> 609 660/WJ 10.56 (609 865 4.57)
Applications Claiming Priority (1)
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| GB319227X | 1953-03-28 |
Publications (1)
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|---|---|
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Family Applications (1)
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|---|---|---|---|
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Cited By (1)
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|---|---|---|---|---|
| DE2650416A1 (de) * | 1975-11-04 | 1977-05-12 | Mitsubishi Gas Chemical Co | Verfahren zur herstellung eines methylphenols |
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| DE2650416A1 (de) * | 1975-11-04 | 1977-05-12 | Mitsubishi Gas Chemical Co | Verfahren zur herstellung eines methylphenols |
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| Publication number | Publication date |
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| CH319227A (fr) | 1957-02-15 |
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