DEP0032500DA - Verfahren zur Herstellung von Pektinen - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Pektinen

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DEP0032500DA
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English (en)
Inventor
Ernst Dipl.-Chem. Dr. Grötzingen Back (Bad.)
Original Assignee
Oetker, August, Dr., Grötzingen (Bad.)
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Description

Gewissen pflanzliche Rohstoffe, insbesondere entzuckerte Rübenschnitzel, sind nach den bisherigen Erfahren trotz ihres Reichtums an Protopektin wenig für die gewerbliche Pektingewinnung geeignet, weil das aus ihnen gewonnene lösliche Pektin keine ausreichende Gelierkraft besitzt. Inwieweit dies auf die chemische Struktur der betreffenden Pektine oder auf die bisher geübten Gewinnungsmethoden zurückgeführt werden muß, ist im Einzelfalle nicht abschließend geklärt. Im übrigen läßt vielfach nicht nur das Geliervermögen, sondern auch das Aussehen und der Geschmack derartiger Pektine zu wünschen übrig.
Es hat sich nun überraschenderweise ergeben - und darin liegt die Erfindung - daß man durch ein Verschneiden derartiger, minder guter Ausgangsmaterialien mit den bekannten, erprobten Rohstoffen, vor allem Apfeltrestern, oder auch durch ein Verschneiden der Pektine selbst, eine Qualitätsverbesserung erzielen kann, die keine Summenwirkung darstellt, sondern weit über das zu erwartende Maß hinausgeht.
Benutzt man, um ein Beispiel zu nennen, Apfeltrester und Rübenschnitzel zu gleichen Teilen, so liegt die Gelierkraft des daraus gewonnenen Pektins nur um etwa 15% niedriger als die des reinen Apfelpektins, obwohl sie, nach den üblichen Werten, um 25% und mehr absinken müßte. Diese
Erscheinung hält auch dann an, bzw. steigert sich noch relativ, wenn man mit dem Anteil an Apfelpektin weiter zurückgeht, beispielsweise auf Anteile von nur 30% oder selbst auf 10%. Die Gelierleistung ist dabei kaum geringer als bei einem Mischungsverhältnis 1 : 1, während hinsichtlich des Geschmacks und Aussehens gegenüber reinem Apfelpektin überhaupt kein Unterschied festzustellen ist.
Der Gedanke und Erfolg der Erfindung, der darin beruht, minderwertige Pektine durch geeignete Zugaben qualifizierter Pektine weitgehend zu verbessern, ist von großer wirtschaftlicher Bedeutung, nicht nur, weil er die in vielen Gebieten als Mangelware anzusehenden Apfeltrester, Citrusfrüchte, Sonnenblumen o.dgl. großenteils zu ersetzen gestattet, sondern auch, weil er die Erschließung eines Pektinreservoirs (Rübenschnitzel, Kartoffelkraut u.dgl.) ermöglicht, das bisher nicht hinreichend ausgeschöpft worden ist.
In welcher Weise man die erfindungsgemäß anzuwendenden Materialgemische extrahiert, ist für das Wesen der Erfindung nicht von Bedeutung; es hat sich allerdings gezeigt, daß man sehr gute Resultate erzielt, wenn man das Rohstoffgemisch, gegebenenfalls unter Zugabe von Säure, bei Temperaturen von 65 - 95°C kurzfristig, z.B. bis zu einer Stunde, anbrüht oder dämpft, um es gar zu machen, und dann anschließend unter Zugabe weiterer Wassermengen bei Temperaturen von 35 - 40°C während mehrerer Stunden extrahiert. Während man zum Dämpfen des Materials eine Wassermenge, z.B. die drei- bis fünffache des Rohmaterials, nimmt, bei welcher die Materialteilchen frei aufquellen können, wird der Flüssigkeitsanteil bei der Extraktion so gesteigert, daß insgesamt die 8 - 12fache Wassermenge vorhanden ist.
Als vorteilhaft erweist es sich auch, wenn man mindestens einen Teil der für Vorhydrolyse und/oder Extraktion erforderlichen Säuren in Form von Salzen zusetzt und dann vor oder während einer Eindickung der gewonnenen Extraktionslösung die darin enthaltenen Säureionen durch Beigabe von Kationen als schwer lösliche Salze ausfällt.
Ausführungsbeispiel:
50 kg Rübenschnitzel und 50 kg Apfeltrester werden mit 300 kg heißem Wasser von 90°C 20 Minuten lang gedämpft. Anschließend wird die Mischung mit 1500 kg Wasser versetzt, wobei die Temperatur auf etwa 40°C gesenkt wird. Unter Zusatz von 10 kg 27%iger Schwefelsäure und 20 kg 8%iger schwefliger Säure wird dann die Extraktion durchgeführt, die etwa 6 - 8 Stunden dauern kann. Nach der Extraktion wird die abgezogene verdünnte Lösung mittels Calcium-Carbonat auf ein p(sub)H von 2,5 - 3 neutralisiert und unterhalb 100°C im Vakuum eingedampft. Der anfallende Dicksaft wird durch Zentrifugieren von dem ausgefallenen Calcium-Carbonat befreit.

Claims (4)

1) Verfahren zur Herstellung von Pektin, dadurch gekennzeichnet, daß man Rohmaterialien für Pektine geringer Gelierkraft oder daraus gewonnene Pektinlösungen mit Rohmaterialien stark gelierender Pektine, bzw. ihren Pektinlösungen, gemeinsam verarbeitet.
2) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Rübenschnitzel 10 - 50% Apfeltrester zusetzt.
3) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Rohstoffgemisch, gegebenenfalls unter Zusatz von Säuren, bei Temperaturen von 65 - 95°C kurzfristig, z.B. bis zu einer Stunde, gedämpft und unter Zugabe weiteren Wassers bei Temperaturen von 35 - 40°C während mehrerer Stunden extrahiert wird.
4) Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß ein Teil der erforderlichen Säuren in Form von Salzen zugesetzt wird und daß vor oder während einer Eindickung die Säureionen durch Beigabe von Kationen als schwer lösliche salze ausgefällt werden.

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