DEP0012533MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 18. August 1954 Bekanntgemacht am 12. April 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die bisher meist gebräudhlidhe mechanische Schaltung des Getriebes von Kraftfahrzeugen, insbesondere
von Lastwagen und Omnibussen, erfordert bei ihrer Betätigung zum Einrücken eines
Ganges Fingerspitzengefühl und die volle Aufmerksamkeit des Kraftfahrers, so daß dieser von
der Beobadhtung der Straße und des Verkehrs beim Seihalten abgelenkt wird. Es sind daher für die Betätigung
von Getrieben, namentlich mit größerer
ίο Gängezahl, bereits Druckluftschältungen entwickelt
worden. Bei diesen werden die Gänge durch je einen Druckluftkolben gesteuert. Die bekannten
Getriebe dieser Art haben einen verwickelten Aufbau und sind störanfällig.
Eine einfache und betriebssichere Druckluftschaltung
der genannten Gattung besteht erfindungsgemäß darin, daß in die Druckluftzuleitung
zu den die Gänge schaltenden Kolben ein Druckluftarbeitszylinder derart eingeschaltet ist, daß
dieser den Durchgang der Druckluft zu den Sahaltzylindern erst freigibt, wenn sein Kolben, der über
ein Gestänge den in Arbeitsstellung befindlichen Sdhaltkolben in die Leerlaufstellung bringt, einen
wesentlichen Teil seines Hubes zurückgelegt hat.
Das Gestänge ist vorteilhaft als Schere ausgebildet.
Die Sehaltzylinder für die Gangsdhaltung sind
in einem Bock mit ihrer Adhse in einer Ebene
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liegend gelagert; und an den Kolbenstangen der Schabzylinder sind Rastklötze zum Einschalten der
Gänge befestigt. An den Klötzen befinden sich Rastbolzen, an denen zum jeweiligen Ausrücken
der Gänge ein über den Zylindern liegendes, als Schere ausgebildetes Gestänge, angreift, das mit
einem unter dem Druck einer Feder stehenden und in einem Luftzylinder geführten Arbeitskolben verbunden
ist und beim Öffnen eines Fußventils betätigt werden kann.
Am Zylinder des Arbeitskolbens ist etwa in der Mitte seines Mantels ein Rohrstutzen angeordnet,
der über eine Rohrleitung mit einem Ansdiluß des Steuerventils verbunden ist, so daß beim Freiwerden
des Anschluß Stutzens 'infolge Versdhiebens des Arbeitskolbens der Ventilkegel des Steuerventils angelüftet wird. Im Boden des Zylinders
für den Arbeitskolben ist ein Rohranschluß vorgesehen, über den mittels einer Rohrleitung zum
Steuerventil der Arbeitszylinder entlüftet wird bzw. durch den Ausgleidhsdruckluft vom Steuerventil-zum
Arbeitskolben geleitet werden kann. Das Steuerventil besteht aus. einem Zylinder, in dem
ein kolbenförmiger Ventilkegel unter dem Druck einer Feder beweglich angeordnet ist. Dieser Ventilkegel
ist beispielsweise durch die vom Zylinder für die Betätigung der Gangausschaltung kommende
Luft an'lüftbar und anschließend "durch den vom Druckbehälter kommenden Druck verschiebbar, so
daß ein Hauptluftkanal zum Verteiler geöffnet .und gleichzeitig der Entlüftungskanal, der mit dem
Bodenauslaß des Zylinders für die Betätigung der Gangausschaltung in Verbindung steht, geschlossen
wird. Das dem Ventilkolben des Steuerventils gegenüberliegende Widerlager der Feder ist mittels
einer Stellschraube einstellbar, SO' daß die Federspannung
entsprechend dem Luftdruck reguliert werden kann.
Das in den Zylinder ragende freie Ende des kolbenförmigen Ventilkegels des Steuerventils trägt
einen Dichtungsring, der bei verschobenem Kolben mit einem Gegenventilsitz eine zusätzliche Dichtung
ergibt. Der Hauptluftkanal und1 der Entlüftungskanal des Steuerventils sind miteinander
durch eine Rohrleitung verbunden, so daß entsprechend der Kolbenstellung des Steuerventils das
ganze System entlüftet bzw. unter Druckausgleich gesetzt werden kann.
Der vorzugsweise an der Steuersäule des Kraftfahrzeuges
angeordnete Verteiler besteht aus einem oben und unten geschlossenen zylinderförmigen
Gehäuse, an dessen· einer Stirnplatte die Abgänge zu den Schaltzylindern für die Gangschaltung und
an dessen anderer Stirnplatte ein Anschluß für den vom Steuerventil kommenden Druck vorgesehen ist.
Auf der die Abhänge zu den Sehaltzylindern tragenden
Platte ist im Gehäuse eine mit einem oder mehreren Durchlassen versehene, von außen mittels
eines Schalthebels drehbare Verteilersdheibe angeordnet, mittels welcher die Druckluft jeweils zu
einem der Schaltzylinder für die Gangschaltung geleitet werden kann'. Es kann nur der Gang eingerückt
werden, dessen Zuströmkanal von der Durchbohrung der Verteilersdheibe freigegeben i; '
wird. Nach erfolgtem Einschalten eines Ganges wird die ganze Schaltanlage selbsttätig entlüftet,
so daß sie drucklos ist und ein Vorwählen eines neuen Ganges bzw. Schalten auf Leerlauf leicht
möglich ist. Bei erneutem Betätigen des Fußpedals wird, dann der vorgewählte Gang nadh Aufhebung
der bisherigen Gangschaltung selbsttätig geschaltet.
In der Zeichnung ist eine beispielsweise Ausführungsform einer Luftschaltung gemäß der Erfindung
dargestellt. Es zeigt
Fig. ι die Gesamtschaltanlage in schematischer Darstellung,
Fig. 2 das Steuer- und Schaltventil im Schnitt und in Ansicht und
Fig. 3 die Anordnung der Schaltzylinder und des Äusschaltgestänges in Draufsicht.
Gemäß dem in Fig. 1 dargestellten Schaltbild gelangt die Luft vom Vorratsbehälter 1 über die
Rohrleitung 2 zu einem vom Kupplungspedal 3 betätigten Fußventil 4, das bei Niederdrücken des
Pedals geöffnet wird und den Luftweg zu einem Zylinder 5 freigibt, in dem unter dem- Druck
einer Feder 6 ein -Kolben Ja verschiebbar ist. Mit
der Kolbenstange 7 dieses Kolbens ist ein als Schere ausgebildetes Gestänge 8 verbunden, das an
Rastbolzen 9, die an den herausragenden Enden der Kolbenstangen von Schaltkolben 10 für die
Ausschaltung, der Gänge befestigt sind, angreift. Durch Streckung dieses Gestänges entsprechend
der Stellung b gemäß Fig. 3 werden die Rastbolzen zur Mitte gedrückt, wodurch der jeweils eingeschaltete
Gang mittels eines ebenfalls an der Kolbenstange der Schaltkolben befestigten Rastklotzes
11 ausgerückt wird. Etwa in der Mitte des Mantels des Kolbens ya befindet sich ein Rohrstutzen
12, der über eine Rohrleitung 13 mit einem Steuerventil 14 in Verbindung steht, so daß beim
Verschieben des Kolbens Ja nadh rechts der Anschluß
frei wird und Druckluft zum Steuerventil gelangt, wodurch der Ventilkegel 33 des Steuerventils
angelüftet wird. Eine von der Leitung 2 abzweigende Rohrleitung 15, die den Hauptdruck zum
Steuerventil leitet, führt dann über den Durchströmkanal i5a, 16 Druckluft in den Verteiler 17.
Die vom Verteiler zu den einzelnen Schaltkolben 10 abgehenden Leitungen 18 betätigen jeweils einen
Sdhaltkolben 10 und rücken damit den gewünschten
Gang ein. Der Durchströmkanal i5a, 16 des Steuerventils
ist über die Leitung 19 mit dem Verteiler verbunden. Das Steuerventil besitzt ferner einen
Entlüftungsanschluß 20, der über eine Rohrleitung 21 mit einem Bodenanschluß 22 des Zylinders 5
und mit der Leitung 19 in Verbindung steht. Durch diese Leitung wird erreidht, daß der Zylinder 5
und das übrige Leitungssystem und die Steuerteile entlüftet sind, bis der Ventilkegel 33 des
Steuerventils den Entlüftungsanschluß 20 bei seinem Vorgang schließt und Druckluft über das
Steuerventil zum Verteiler und zu den Schaltkolben fließt. Gleichzeitig wird dann über die Leitung 21
ein Druckausgleich zwischen den beiden Seiten des Kolbens Ja geschaffen, so: daß die Feder 6 den
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Kolben ya wieder in seine Ursprungslage zurückdrückt,
nachdem der Gang eingeschaltet wurde. Dann geht auch der Ventilkegel 33 des Steuerventils 14 in seine Ursprungslage zurück, und das
ganze System wird entlüftet.
Gemäß Fig. 2 besteht das Steuerventil aus einem . zylinderförmigen Gehäuse 32, indem ein kolbenartiger
Ventilkegel 33 gegen den Druck einer Feder 34 durch den durch die Leitung 15 kommenden
Drück bewegt werden kann. Zum Anlüften dieses Ventilkegels dient ein Anschluß I3a, der über die
Rohrleitung 13 mit dem Ansdhlußstutzen 12 des
Zylinders 5 in Verbindung steht. Nach dem Anlüften des Ventilkegels 33 wird dieser durch den
Hauptdruck vorgeschoben, so daß der Durchströmkanal i5e, 16 frei wird und Druckluft zum Verteiler
fließt. Mit dem Öffnen dieses Kanals wird gleichzeitig der Entlüf tungsansdhluß 20 geschlossen,
so daß nunmehr das ganze System für die Schaltung
eines Ganges unter Druck steht. Beim Freigeben des Kupplungspedals 3 wird das Fußventil 4
wieder, geschlossen, der Ventilkegel 33 des Steuerventils geht in seine Ursprungslage zurück, der
Durchströmkanal i5ß, 16 wird geschlossen, und der
Entlüftungsanschluß 20 wird zum Entlüften des ganzen Systems wieder freigegeben.
Das idem Ventilkegel 33 im Steuerventil gegenüberliegende
Widerlager 35 für die Feder 34 ist mittels der Stellschraube 36 einstellbar, so daß die
Spannung der Feder reguliert werden kann. Zur weiteren Abdichtung des Ventilkegels 33 des
Steuerventils bei geöffnetem Durchströmkanal i5fl>
16 besitzt der Ventilkegel eine Dichtung 37, die bei verschobenem Ventilkegel auf einem Ventilsitz
38 aufliegt und damit zusätzlich den Ventilkegel gegen die Außenluft abdichtet.
In Fig. 3 ist das Schaltgestänge zum Ausrücken des jeweiligen Ganges in Draufsicht dargestellt. Es
besteht aus scherenartig zusammenwirkenden Hebeln, deren beweglicher Knotenpunkt 39 mit der
Kolbenstange 7 verbunden ist, so daß sich die Betätigungsstangen 8a, 8& parallel zueinander zur
Mitte bewegen und dabei die Rastbolzen 9 des jeweils geschalteten Ganges ebenfalls zur Mitte
drücken, wodurch der Gang ausgeschaltet wird. Wie ferner aus der Fig. 3 ersichtlich ist, ist für
jeden Gang ein Schaltzylinder 10 vorgesehen, wobei sich: jeweils zwei Zylinder gegenüberliegen und
ihre Kolbenstangen miteinander verbunden sind. Diese gemeinsame Kolbenstange von je zwei
Kolben trägt in der Mitte den Rastbolzen 9 und ist, ebenfalls in der Mitte, mit dem Rastklotz 11
ausgerüstet, mit dem durch Verschieben der Kolbenstange mittels Druckluft jeweils ein Gang
eingeschaltet bzw. durch Streckung des Gestänges 8 der eingeschaltete Gang ausgerückt wird.
Claims (2)
1. Druckluftschaltung für Kraftfahrzeuggetriebe, deren Gänge durch je einen Druckluftkolben
gesteuert werden, dadurch gekennzeichnet, daß in die Druckluftzuleitung zu den die Gänge schaltenden Kolben (10) ein Druckluftarbeitszylinder
(5) derart, eingeschaltet ist, daß dieser den Durchgang der Druckluft zu den
Schaltzylindern erst freigibt, wenn sein Kolben (7a), der über ein Gestänge (8) den in Arbeitsstellung
befindlichen Schaltkolben (10) in die Leerlaufstellung bringt, einen wesentlichen Teil
seines Hubes zurückgelegt hat.
2. Druckluftschaltung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Gestänge (8) als
Schere ausgebildet ist.
Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschriften Nr. 880256, 870501, 704 328, 919 926.
Deutsche Patentschriften Nr. 880256, 870501, 704 328, 919 926.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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