DEM0016929MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 8. Januar 1953 Bekanntgemacht am 20. Oktober 1955
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Polystyrol in der Masse, bei dem ein
Formpulver aus Polystyrol hergestellt wird, das unerwartete Verformungseigenschaften und möglichst
wenig nicht umgesetztes Monomeres aufweist. Die physikalischen und Verformungseigenschaften
sollen in dem verbesserten Polymeren erhalten bleiben.
Die Erfindung schlägt demnach ein Verfahren zur Massenpolymerisation von Styrol vor, bei dem 0,03
bis 0 Teile einer Peroxydverbindung und dementsprechend 0,1 bis 0,6 Teile einer gesättigten aliphatischen,
12 bis 20 Kohlenstoffatome enthaltenden Säure in 100 Teilen monomeren Styrols gelöst werden,
das Monomere auf 85 bis 950 erhitzt wird, bis 25 bis 3O°/0 in das Polymere übergeführt sind, die Temperatur
dann allmählich in 4 bis 5 Stunden auf 170 bis igo° erhöht wird und schließlich die Reaktionsmischung 3 bis 5 Stunden bei 170 bis 1900 erhitzt wird,
wobei die Peroxydverbindung entweder ein Dialkylperoxyd, Alkylperbenzoat oder Alkylperacetat ist.
Styrol läßt sich in der Masse zu Polymeren polymerisieren, die zwischen weichen niedrigmolekularen
und außerordentlich harten, hochmolekularen Stoffen schwanken. Für Formpulver ist ein mittleres Molekulargewicht
zwischen etwa 40000 und 100 000 (bei Berechnung nach der Staudingerschen Gleichung)
erwünscht.
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Das Molekulargewicht von Massenpolymeren kann i. durch !Einstellung der Katalysatormenge, 2. durch
Einst ellung der kcaktionstemperatur und 3. durch Zusatz eines Unterbrechers oder durch Kombination
aller drei Maßnahmen geregelt werden. Aber auch unter den besten Bedingungen enthält das Polymere
im allgemeinen noch 2 bis 5 Gewichtsprozent nicht umgesetztes Monomeres. Dieses nicht umgesetzte
Monomere muß entfernt werden, was durch mechanisches
Durchkneten od. dgl. bewirkt werden kann, wodurch aber zusätzliche Kosten verursacht werden
(vgl. hierzu die deutschen Patentschriften 524 220, ()2o 585 und ().|.| 285).
Gegenstand der Erfindung ist ein Verfahren zur Massenpolymensatioft von Styrol, wobei ein Polymer
mit möglichst wOnijf zurückgebliebenem, nicht umgesetztem
Moiionieien erhalten wird.
Beis]iiel I
(ohne höhere Säure)
Man löst 0,02 Teile I)i-(tert.-butyl)-peroxyd in 100 Teilen praktisch wasserfreien Styrols, das auf
etwa (jo' erhitzt wird, bis etwa 2S°/0 Polystyrol entstanden
sind. Dann erhöht man die Temperatur in 41/., Stunden auf 185' und erhitzt weitere 3'/., Stunden
bei dieser Temperatur. Das so erhaltene Polymere laut sich im Spritzgußverfahren leicht verformen,
aber die Erzeugnisse weisen in sich schwarze Streifen auf und bilden schnell Haarrisse, wenn man sie dem
Sonnenlicht aussetzt. Darüber hinaus nehmen die Spritzgiiüplatten bald einen eiligen Belag an, der auf
die Erzeugnisse ungleichmäßig übertragen wird und Beschädigungen der Oberfläche hervorruft. Das
Polymere enthält etwa 2 "/„ restliches Monomeres und
hat ein Molekulargewicht von etwa 70000.
Man löst 0,02 Teile l)i-(tert.-butyl)-peroxyd und 0,1 Teil Stearinsäure in 100 Teilen Styrol und erhitzt
das Styrol auf etwa· 900, bis etwa 280Z0 Polymeres
entstanden sind. Dann erhöht man die Temperatur in .j'/.i Stunden auf .185° und erhitzt weitere 31/.,
Stunden bei der gleichen Temperatur. Das Polymere enthält 0,35 bis 0,5 "/,, restliches Monomeres. Während
der Sprit /.verformung dieses Polymeren ist die Einheitszeit
unnötig lang. Sie kann beträchtlich verkürzt werden, so daß in der Zeiteinheit mehr Gegenstände
erzeugt werden können. Die Erzeugnisse weisen keine sichtbaren Schäden auf; auch die Formplatte ist
praktisch ohne Belag. Dazu ist die Wärmeverformungstemperatur der verformten Erzeugnisse praktisch
höher und der Glanz größer, als bei den im Beispiel I erzeugten Gegenständen.
Beispiel II wird wiederholt, nur wird die Stearinsäuremenge
auf 0,25 Teile erhöht. Das erhaltene Go Polymere hat eine etwas niedrigere Wärmeverformungsteinperatur,
aber größeren Glanz, als das des Beispiels II. Das Molekulargewicht der Polymeren
der Beispiele Il und III ist etwa 70000.
Beispiel II wird wiederholt unter Verwendung von 0,4 Teilen Stearinsäure und 0,01 Teil Di-(tert.-butyl)-peroxyd.
Das erhaltene Polymere gleicht praktisch dem des Beispiels II.
Beispiel II wird wiederholt, nur wird das Peroxyd fortgelassen; es werden 0,5 Teile Stearinsäure benutzt.
Das erhaltene Polymere ist praktisch das gleiche wie im Beispiel II.
Die Beispiele sind auf die Verwendung von Stearinsäure beschränkt, weil sie hauptsächlich die unerwartete
und sehr begehrte Gkinzcrhöhiing der geformten
Gegenstände bewirkt. Auch andere aliphatische, 12 bis 20 Kohlenstoffatome enthaltende
gesättigte Säuren verringern den Rest an Monomcrem im Polymeren unter den Verfahrensbedingungen.
Solche Säuren sind: Laurin-, Tridecyl-, Myristin-, Pentadecyl-, Palmitin-, Margarm-, Stearin-, Nonadecyl-
und Arachinsäure. Von diesen Säuren rufen die 12 bis 17 Kohlenstoffatom^ enthaltenden keine
Erhöhung der Wärmeverformungstemperatur hervor, wie bei der Stearinsäure, und die 19 bis 20 Kohlenstoffatome
enthaltenden Säuren erzeugen kein Polymeres, das in einer kürzeren Verformungszeit verformt
werden kann. Alle diese Säuren verringern jedoch den Gehalt an restlichem Monomeren in dem Polymeren,
wenn sie in einer Menge von etwa 0,1 Teil pro 100 Teile monomeren Styrols angewandt werden.
Bei dieser Konzentration muß eine kleine Menge Peroxydkatalysator angewandt werden, damit die
Polymerisation in einer angemessenen Zeit zu Ende geht. Die Säuremenge kann auf etwa 0,6 Teile pro
100 Teile Monomeres erhöht werden. Die Erhöhung beeinflußt den Gehalt an restlichem Monomeren!
praktisch nicht, aber sie ermöglicht es, die Peroxydkatalysatormenge
herabzusetzen oder — bei 0,5 bis 0,6 Teilen Säure — den Peroxydkatalysator sogar
wegzulassen.
Die Wirkung der Säuren ist eigenartig und bisher nicht zu erklären. Allem Anschein nach wirken sie
wie Katalysatoren, da sie auch ohne Peroxydverbindungen angewandt werden können, aber sie erzeugen
keine Polymeren verschiedenen Molekulargewichts, wenn die Säuremenge variiert wird. Des weiteren
erreicht die Menge des zurückbleibenden Monomeren mit 0,35 bis 0,5°/0 ein Minimum; ein weiterer Zusatz
an Säure oder Peroxydverbindungen ist ohne jeden Einfluß.
Besonders unerwartet ist die Erhöhung des Glanzes der geformten Gegenstände bei Anwendung von
Stearinsäure. Der Unterschied im Glanz ist quantitativ schwer zu messen, aber er wird ohne weiteres auch
vom ungeübten Auge festgestellt. Der erhöhte Glanz ist vom kaufmännischen Gesichtspunkt aus ein
wichtiger Faktor; er ist besonders wertvoll bei der Herstellung von Lichtreflektoren, Linsen, Straßenleuchten
usw.
Bei Anwendung von wenig Säure soll in dem erfmdungsgemäßen Verfahren eine Peroxydverbindung
benutzt werden. Deren Menge kann 0,03 Gewichts-
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teile (bei ο,ι Teil Säure) bis ο Teile Peroxydverbindung
(bei 0,5 bis 0,6 Teilen Säure) betragen, wobei alle Teile auf ioo Teile Monomeres bezogen sind. Es
können aber nicht alle Peroxydverbindungen angewandt werden. Am wirksamsten sind Dialkylperoxyde,
Alkylperbenzoate und Alkylperacetate, die in Styrol völlig löslich sind. Peroxydverbindungen,
in denen die Alkylgruppen tert.-Butylgruppen sind, sind besonders wertvoll, da sie in Styrol verhältnismäßig
stark löslich sind und der tert.-Butylrest in dem Polymeren die physikalischen Eigenschaften
des Polymeren weniger nachteilig zu beeinflussen scheint, als andere Alkylreste.
Die Anwendung der Säuren allein oder in Verbindung mit den Peroxydverbindungen verursacht
nicht die Herstellung der gewünschten Polymeren, wenn nicht eine verhältnismäßig fest umrissene Polymerisationsfolge
angewandt wird. Diese Folge umfaßt drei Stufen. Die erste Stufe betrifft das Erhitzen des
Monomeren auf 85 bis 950, bis 25 bis 30 °/0 des Monomeren
in Polymeres umgewandelt sind. Das kann leicht mit Hilfe eines ununterbrochenen aufzeichnenden
Viskosimeters gemessen werden, das mit dem Reaktionskessel in Verbindung steht. Die erste Stufe
dauert 18 bis 24 Stunden.
Die zweite Stufe bringt die allmähliche Erhöhung der Temperatur von 170 auf 1900. Diese Temperaturerhöhung
soll in 4 bis 5 Stunden erfolgen.
Die letzte Stufe ist eine Stufe der Fertigstellung.
Sie wird bei 170 bis 1900 in 3 bis 5 Stunden durchgeführt.
Am Ende dieser Stufe ist das Verfahren abgeschlossen und das Polymere zur mechanischen
Bearbeitung bereit; diese kann durch Spritz- oder Preßgußverformung erfolgen.
' Nach dem erfindungsmäßigen Verfahren kann ein Polymeres mit geringem Restgehalt an Monomerem
und verbesserten physikalischen und Verformungseigenschaften hergestellt werden.
Claims (5)
- Patentansprüche:i. Verfahren zur Polymerisation von Styrol in der Masse, dadurch gekennzeichnet, daß 0,03 bis 0 Teile einer Peroxydverbindung und dementsprechend 0,1 bis 0,6 Teile einer gesättigten, 12 bis 20 Kohlenstoff atome enthaltenden aliphatischen Säure, besonders Stearinsäure, in .100 Teilen monomeren Styrols gelöst werden, das Monomere auf 85 bis 95° erhitzt wird, bis 25 bis 30% Polymeres entstanden sind, daß dann die Temperatur in 4 bis 5 Stunden allmählich auf 170 bis 1900 erhöht und die Reaktionsmischung schließlich 3 bis 5 Stunden lang bei 170 bis 190° erhitzt wird, wobei die Peroxydverbindung ein Dialkylperoxyd, Alkylperbenzoat oder Alkylperacetat ist. ■
- 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Alkylgruppe der Peroxydverbindung eine tert.-Butylgruppe ist.
- 3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Säure Stearinsäure und die Peroxydverbindung Di-(tert.-butyl)-peroxyd ist.
- 4. Verfahren nach Anspruch 1 zur Polymerisation von Styrol in der Masse, dadurch gekennzeichnet, daß 0,02 Teile Di-(tert.-butyl)-peroxyd und 0,1 Teil Stearinsäure in 100 Teilen monomeren Styrols gelöst werden, das Monomere auf etwa 900 erhitzt wird, bis etwa 28% Polymeres entstanden sind, daß dann die Temperatur allmählich• in 41Z2 Stunden auf etwa 185° erhöht und schließlich die Mischung bei etwa 185° weitere 31Z2 Stunden erhitzt wird.
- 5. Verfahren nach Anspruch 1 zur Polymerisation von Styrol in der Masse, dadurch gekennzeichnet, daß 0,5 Teile Stearinsäure in 100 Teilen monomeren Styrols gelöst werden, das Monomere auf etwa 900 erhitzt wird, bis etwa 28 0Z0 Polymeres entstanden sind, daß dann die Temperatur allmählich in 41Z2 Stunden auf etwa 1850 erhöht und die Mischung schließlich bei 185° noch weitere 3x/2 Stunden erhitzt wird.Angezogene Druckschriften:Deutsche Patentschriften Nr. 524 220, 626 585, 285.1 509576/164 10.55
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