DEL0020083MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 7. Oktober 1954 Bekannrtgieinacht am 30. August 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Hängedach
Hängedächer sind in verschiedener Ausführung bekannt. Man hat leichte Platten auf ausgespannte
Seile verlegt oder für Innenräume rabitzartige Gipsdecken an frei gespannte Stahlstäbe oder Seile
angehängt. Zuletzt wurde eine Hängeschale aus Schwerbeton mit Vorspannung auf einem über die
ganze Dachfläche ausgedehntein Lehrgerüst mit Schalung gebaut. Die leichten Bauarten haben den
Nachteil, daß sie im Wind schwingen und die Fugen schlecht zu dichten sind. Die schwere Bauart
auf Schalung wird zwar ausreichend steif, ist aber teuer.
Zur Lösung der verschiedenen bei Hängedächern durch Verformungen, Wind, Abstützung usw. entstehenden
Randprobleme sieht die Erfindung vor, j die ■ Leichtbetondachfläche an den Rändern mit
druckfestem Beton einzufassen, damit dort bei freien Rändern eine Zone größeren Gewichtes und
größerer Steifigkeit entsteht, die den Sogkräften bogenartig widerstrebt. Der druckfeste Beton kann
aus normalen Kiessandzuschlägen oder aber auch aus porösen druckfesten Leichtzuschlägen hergestellt
sein. Die Leichtbetonschicht wird vorteilhaft in der Weise erstellt, indem eine fugenlose Leichtbetonschicht
auf ein gewebeartiges Netz aufgebracht wird, das unten an den Tragstäben oder -seilen
befestigt wird. Die Leichtbetonschicht wird zweckmäßig von beiden Seiten aufgespritzt, so daß die
Tragstäbe und Gewebe allseitig umhüllt sind. Der Leichtbeton kann mit einem Raumgewicht von 0,6
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bis i,2 t/m3 hergestellt werden, so daß bei 5 bis
6 cm Dicke das Gewicht mit Stahleinlagen und Dichtung nur rund ein Viertel des Gewichtes der
schweren Hängeschalen beträgt und dennoch ausreicht, um den Sogwirkungen des Windes zu
widerstehen, da die Ränder gesichert sind.
Überdeckt das Hängedach einen allseitig geschlossenen Raum, dann kann trotz der Verformungen
der Leichtbetonschicht der in der Haupttragrichtung verlaufende Rand fest auf der den Raum
abschließenden Wand aufgelagert werden, indem ernndungsgemäß die Randzone aus druckfestem
Beton ziemlich breit, dafür aber dünn und in der Querrichtung mit eng angeordneten Drähten doppelt
bewehrt ausgeführt wird, so daß diese Randizone: sich wie eine Feder an die Durchbiegungen
des Leichtbetondaches anpaßt.
Quer zur Haupttragrichtung liegende Randzonen aus druckfestem Beton können auch dazu benutzt
werden, steife Randscheibeh auszubilden, welche die Verankerungskräfte der das Hängedach tragenden
Stahlstäbe oder -seile von Binder zu Binder oder von Rand zu Rand übertragen. Im letzteren
Fall können Querscheiben ihre in der Tragrichtung des Hängedaches entstehenden Reaktionen auf die
- Längsränder der in der Tragrichtung liegenden Hartbetonstreifen abgeben, oder auch umgekehrt,
soweit die Querscheiben so unterstützt sind, daß sie solche Kräfte aufnehmen können.
Die Randzonen können auch vorgespannt werden. Es steht auch nichts im Wege, den Leichtbeton
selbst SO' weit vorzuspannen, daß Risse infolge der
Dehnung der Tragstäbe verhütet werden.
Es gibt Fälle, in denen der Leichtbeton den Tragstäben keinen genügenden Rostschutz bietet,
weil der Leichtbeton schon allein durch die Dehnung der Tragstäbe beim Aufspritzen der Dachhaut
zu Rissen neigen wird. Eine dünne Torkretschicht, aufgebracht vor dem Leichtbeton, würde d'enKorrosionsschutz
schon wesentlich verbessern, weil dann sehr kleine Rißabstände in den Tragstäben zu erwarten
sind. Die Erfindung gibt jedoch eine Lösung dieses Problems, die doppelte Vorteile bietet. Demnach
werden die Tragstäbe in Blechröhren eingebettet, deren Zwischenräume gegenüber den Tragstäben
entweder nach dem Aufbringen aller Lasten mit Zementmilch oder vor dem Aufbringen der
Lasten mit Bitumen — oder in beiden Fällen mit einem anderen die Korrosion verhütenden Mittel —
ausgepreßt oder sonstwie ausgefüllt werden. Diese Lösung erlaubt die Dehnung der Tragstäbe, ohne
daß hierdurch Dehnungen im Leichtbeton hervorgerufen werden, besonders wenn letzterer vom tiefen
Teil des Daches nach oben hin aufgebracht wird. Schließlich erlaubt die Längsbeweglichkeit
der Tragstäbe in diesen Blechhüllen in bekannter Weise die Vorspannung des Leichtbetons.
Zum besseren Verständnis -der Erfindung diene Fig. i, die als Beispiel ein rechteckiges Hängedach
zeigt, obwohl die Grundrißform vom Rechteck abweichen kann. Die tragenden Stäbe 1 oder Seile
des Hängedaches sind zunächst mit Querstäben 2 zu einem Netz verflochten, unter das ein Putzgewebe
oder Leichtbauplatten als Träger des Leichtbetons gebunden werden. Die Hauptfläche 3
innerhalb der gestrichelten Linien wird mit Leichtbeton hergestellt, während die in der Längsrichtung
oder Tragrichtung liegenden Randstreifen 4 aus Schwerbeton bestehen. Diese Randstreifen können
entweder über die ganze Länge des Hängedaches hinweg frei durchhängen oder durch Stützen 7
unterstützt sein, wobei dann Verstärkungs rippen 8 zur Aufnahme der Biegemomente infolge der durch
die Stützen 7 entstehenden Reaktionen angeordnet werden können. Das Hängedach kann an seinem
Rand entweder durchgehend oder nur auf zwei oder mehr Stützen 6 gelagert sein, die in der Lage sind,
die Horizontalkräfte des Hängedaches ganz oder teilweise aufzunehmen. Zur Verteilung der Anker- ·
kräfte 9 der das Hängedach tragenden Stäbe oder Seile wird eine Querrandzone oder Querscheibe 5
aus Schwerbeton ausgebildet. Diese Querscheibe 5 kann auch dazu benutzt werden, einen Teil der
Reaktionen 9 auf die Randstreifen 4 zu übertragen, wenn diese mit Stützen 7 unterstützt sind. Diese
Wirkung kann benutzt werden, um die Horizontalreaktionen auf die Hauptstützen 6 zu vermindern.
Fig. 2 zeigt schließlich noch, wie ein Tragstab 10 zur Herstellung des Korrosionsschutzes in einer
Blechröhre 11 verlegt ist, wobei der Zwischenraum 12 zwischen Tragstab und Blechröhre mit Zementmilch,
Bitumen oder einem ähnlichen Material ausgefüllt ist.
Der Fortschritt bei dem Hängedach nach der Erfindung ist darin zu sehen, daß das geringe Gewicht
der dünnen Leichtbetonfläche, das gerade ausreicht, um den Sogkräften des Windes innerhalb
der Ränder zu widerstehen, zu einem geringen Baustoffbedarf für die tragenden Bauteile führt, daß
das Dach zur Herstellung keine Schalung auf Gerüst erfordert, daß eine fugenlose Fläche als Unterlage
für die dichtende Dachhaut entsteht, daß der schwerere Hartbeton nur in der Nähe der Unterstützungen
angewandt wird, wo große Kräfte auftreten, und daß im Bedarfsfall ein tadelloser Korroeionsschutz
der tragenden Stahlelemente erreicht wird.
Claims (6)
1. Hängedach, bestehend aus einem Netz tragender Metallstäbe oder -seile und einer darauf
aufgebrachten Leichtbetonschicht, dadurch gekennzeichnet, daß die Leichtbetonschicht
durch aussteifende Randstreifen (4) eingerahmt und durch Querscheiben (5) eingefaßt ist und 11S
daß der Beton der Randstreifen oder Querscheiben eine höhere Druckfestigkeit aufweist
als das Material der Leichtbetonschicht.
2. Hängedach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß ein oder beide in der Tragrichtung aufgelagerte Randstreifen (4) eine
doppellagige Querbewehrung aufweisen und auf eine ausreichende Breite so dünn gehalten
sind, daß ein federnder Übergang zu der den Durchbiegungen ausgesetzten Leichtbetonschlicht
erreicht wird. ..
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3. Hängedach nach Anspruch 1 oder 2, da,-durch
gekennzeichnet, daß die quer zu der Tragrichtung liegenden Querscheiben (5) in der
Weise angeordnet und ausgebildet sind, daß sie die Ankerkräfte der tragenden Metallstäbe (1)
oder Seile des Hängedaches von Binder zu Binder oder von Dachrand zu Dachrand übertragen
und in geeigneten Fällen einen Teil ihrer Reaktionen auf die unterstützten Randstreifen (4)
abgeben.
4. Hängedach nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die tragenden
Seile, Stäbe (1) od. dgl. in Röhren (11) oder Hüllen verlegt sind, so daß die in den Röhren
verbleibenden Zwischenräume (12) vor oder nach Aufbringen der Dachlasten mit einem Korrosionsschutzmittel,
z. B. Zementmilch oder Bitumen, ausgefüllt werden können.
5. Hängedach nach einem der Ansprüche 1
bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß entweder einzelne Randstreifen (4) oder alle Randzonen
oder die ganze Dachschale vorgespannt sind.
6. Hängedach nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die in einer Tragrichtung verlaufenden, frei tragenden Randstreifen (4)
gegen Windkräfte verstärkt oder mit einer Verstärkungsrippe (8) versehen sind.
In Betracht gezogene Druckschriften:
Buch von Dr.-Ing. Frei Otto, »Das hängendle Dach«, 1954, S. 66 bis 69, 126,
Buch von Dr.-Ing. Frei Otto, »Das hängendle Dach«, 1954, S. 66 bis 69, 126,
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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