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Verfahren zum Bau von Eisenbetonschiffen. Die Erfindung betrifft ein
Verfahren zum Bau von Eisenbetonschiffen, durch das dem Schiffe große Widerstandsfähigkeit
bei völlig gleichmäßig fortlaufender Oberfläche gegeben wird.
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Nach dem Verfahren werden zuerst die Spanten hergestellt und in einem
Rahmenwerk aufgehängt. Dann wird eine Metallnetzbewehrung aufgebracht und mit den
Spanten verbunden, und schließlich werden die Wände in einer Verschalung gegossen,
die an der Bewehrung aufgehängt ist.
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Auf der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel dargestellt.
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Fig. i ist ein schematischer Querschnitt eines im Bau begriffenen
Fahrzeuges und zeigt den Tragrahmen. Die Fig. 2 und 3 beziehen sich. auf die Herstellung
der Spanten. Fig. 4 ist ein Schnitt durch die Bewehrung einer mit der Gießverschalung
ausgerüsteten Wand, und Fig. 5 ist eine Aufsicht dazu.
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Die Seitenwände haben Zellaufbau. Boden und Brücke werden durch Verlängerung
der Außenwand gebildet, aber es kann die Innenwandung sowohl über den Boden wie
auch. über die Brücke des Schiffes erstreckt werden.
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Nach Fig. i werden zur Aufnahme der Metallbewehrung der Außenwand
und der Wegerung die Spanten A an einem Rahmen B
aufgehängt und unten
durch Stücke C vereinigt, die die Schiffsschablone vervollständigen. Die Aufhängung
geschieht am oberen Ende durch längsregelbare Mittel, so daß eine .genaue Einstellung
leicht zu erzielen ist. Um die Spanten gegen Verschiebung bei geringeren Beanspruchungen
zu verhindern, sind sie zweckmäßig durch irgendeine beliebige behelfsmäßige Verspreizung
zu verbinden.
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Um die Spanten schnell :aufzubauen und die notwendigen metallischen
Verbindungsmittel leicht an den Spantenflächen anzuordnen; ist folgende sehr einfache
Anordnung getroffen.
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Die Spanten werden ,auf :ebenen Böden, wie sie bei u in Fig. 2 und
3 dargestellt sind, verlegt. Man bestimmt den Betoniumriß durch ` Latten b, die
auf dem Boden befestigt werden, und läßt zwischen ihnen den, zur Aufnahme des Spantes
erforderlichen. Raum. Die Dicke der Latten entspricht derjenigen, die man zwischen
den Eisen und der äußeren Betonfläche haben will.
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Auf diesen Latten b ordnet man Einschubleisten c an und vernagelt
sie auf den Latten. Ihre Dicke entspricht derjenigen der Bewehrungsdrähte. Diese
Einschubleisten halten die ersten Querglieder d der Bewehrung, die senkrecht zur
Hauptrichtung der Spanten verlegt werden und mit ihren äußeren weit über die Latten
b hinausragenden Enden zwischen den Einschubleisten c gehalten werden.
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Ist so das erste Netz verlegt, so setzt man auf die Stücke b einen
Lattenrahmen e von
gleicher Form wie vorher, dessen Dicke dem Abstand
zwischen zwei Bewehrungen entspricht. Innerhalb des Verschalungsrahmens e ordnet
man die Längsbewehrungen f an und läßt sie an ihren Enden über die Bewehrung d hinausgehen.
Dann legt man auf die Teile e eine zweite Reihe von Querbewehrungen h und Längsbewehrungen
i gleich der erst beschriebenen Reihe.
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Genügen vier Netze dieser Art - und das ist der gewöhnliche Fall -,.
so beendet man die Verschalung durch Stücke j, die den Teilen b entsprechen, und
füllt dann mit Zementmörtel aus.
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Das Gießen geht ohne Schwierigkeit vor sich. Die Einschuhleisten dichten
die Höhlungen_ zwischen den Bewehrungen-d und h ein und derselben Schicht ab. Nach
dem Abbinden entfernt man die Latten b, c, j leicht, indem man die überstehenden
Enden der Be-Wehrungen d und h etwas verdreht.
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Die hängenden und durch die Stücke C geschlossenen Spanten stellen
einen festen und genauen Rahmen für den herzustellenden Schiffsrumpf dar und sind
auf der ganzen Fläche zugänglich. Es ist also außerordentlich einfach, die die Bewehrungen
des Schiffskörpers bildenden Drähte und Eisen anzubringen und zu verlegen.
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- Man verlegt zuerst die vollständige Außenbewehrung des Schiffsrumpfes
und diejenige des Bodens, indem man vorher zugerichtete, aus fortlaufenden Gliedern
bestehende Metallnetze verwendet. Diese Netze nehmen von selbst eine regelmäßige
Krümmung an.
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Die Netze werden mit den Verbindungsteilen der Spanten verbünden.
Bei E in den Fig. q. und 5 sieht man einen Teil der Schiffswand. Die Verlängerungen
d, h der Bewehrungen der Spanten A sind umgeschlagen und treten durch die
senkrechten Bewehrungen h und E hindurch und über die Längsbewehrungen 1. Auf diese
Weise werden die Netze ahne Stützung oder besondere Mittel vollständig befestigt.
Nach diesem Arbeitsgange stellt man die Verschalung her, die den ununterbrochenen
Guß der so erzeugten Schiffsaußenwand und die vollständige Verbindung mit den Verbindungsteilen
der Spanten erlaubt. Am Boden wird diese Verschalung durch Streben D gestützt, die
in üblicher Weise angeordnet werden.
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An der Schiffswand besteht die Verschalung aus Latten in, die durch
Eisen oder Holzstücken gehalten werden. Diese Stücke werden mit der Bewehrung durch
Verbindungsdrähte oder Stangen o derart verbunden, daß genügend Raum für den zwischen
Bewehrung und Außenfläche anzuordnenden Beton, vermehrt um die Stärke der Latten
in, verbleibt.
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Wenn es die Dichtigkeit des benutzten Stoffes erlaubt, so braucht
man nur eine einzige Verschalung auf einer der Flächen anzuordnen. Gießt man das
Verbindungsmittel ein, so beginnt man zuerst mit dem Boden und geht dann zur ,Außenwandung
über. Hierauf richtet man die Bewehrung der Innenwandung f her und verbindet sie
auf die für die Außenwandung angegebene Weise mit den Bewehrungen der Spanten und
des Bodens mittels der zu diesem Zwecke vorgesehenen Verbindungsmittel.. -Die -
zwischen. den Spanten vorgesehenen Holzstücke C sind jetzt überflüssig und werden
daher entfernt. Man gießt die Innenwandung nach denselben Verfahren wie für die
Außenwandung: Dann verlegt man die Bewehrung der Brücke und beläßt beim Gießen Mannlöcher,
um zu jeder zwischen zwei Spanten und der Innen-und Außenwand liegenden Zelle Zutritt
zu ermöglichen.
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Ist das Schiff fertig; so läßt man es um einen Punkt seines Kieles
kippen, um ihm die für den Ablauf nötige Neigung zu geben. Diese Kippung ist infolge
der großen. Festigkeit möglich.
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Bei dem beschriebenen Verfahren wird jeder Stützrahmen für die Verschalung
vermieden, und man kann den verwendeten Tragrahmen für mehrere Schiffe benutzen.
Man erhält für die Böden fortlaufende Formen, indem man selbsttätig ununterbrochene
Flächen erzielen kann.
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Ein weiterer Vorteil liegt in dem völligen und leicht erzielbaren
Gleichlauf der beiden Wände, die sehr kräftig miteinander verbunden sind und ein
Gesamtgebilde großer Steifigkeit darstellen, das starken Schubbeanspruchungen in
verschiedenen Richtungen widerstehen kann.