DEC0008738MA - - Google Patents

Info

Publication number
DEC0008738MA
DEC0008738MA DEC0008738MA DE C0008738M A DEC0008738M A DE C0008738MA DE C0008738M A DEC0008738M A DE C0008738MA
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
lime
parts
sludge
genins
milk
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
Other languages
English (en)

Links

Description

BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 12. Januar 1954 Bekanntgemacht am 31. Oktober 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
In der Hauptpatentanmeldung C 8596 IVa/30 h ist ein Verfahren zur Gewinnung von Geninen beschrieben, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man auf das durch Behandlung von Steroid-Sapogenine enthaltenden Rohglykosiden mit Säuren erhaltene Produkt ein Erdalkalihydroxyd, insbesondere Kalkmilch, bei erhöhter Temperatur einwirken läßt, aus dem Reakt ions gemisch den unlöslichen Anteil abtrennt und diesen mit organischen Lösungsmitteln extrahiert.
Gegenstand der Zusatzpatentanmeldung ist eine neue Verfahrensstufe bei der Gewinnung von Steroid-Sapogeninen aus Saponinen. Solche Rohglycoeidgemische wurden bisher z. B. aus Agavearten, wie Agave sis al ana oder Agave fourcroydes, insbesondere aus dem Abfall bei der Sisalfaserisolieirung erhalten. Zu diesem Zwecke wird z. B. aus dem frischen, bei der Fasergewinnung entstehenden Abfall der Saft abgepreßt und dieser mehrere Tage stehengelassen. Durch Fermentation bildet sich dabei ein Schlamm. Dieser wird abgetrennt und zur Gewinnung der Genine, wie z. B. des Hecogenins, mit einer Säure, wie Salz- oder Schwefelsäure, behandelt. Auf den dabei erhaltenen Rückstand läßt man Alkali einwirken, versetzt das Reaktionsgemisch mit Tierkohle und filtriert alkalisch ab. Aus dem so gewonnenen Produkt gelangt man durch Extraktion zu den Geninen, wie zum
609 660/41Φ
C 8738 IVa/30 h
Hecogenin. Ein großer Nachteil dieses bekannten Verfahrens besteht darin, daß sich der durch Fermentation erhalten: Schlamm nur sehr schwer in konzentrierter Form abtrennen läßt. So ist es praktisch unmöglich, ihn zu filtrieren; er läßt sich nur durch Dekantieren annähernd abtrennen.
Die Erfindung ist nun dadurch gekennzeichnet, daß man. den durch Fermentation von rohen Steroid-Saponinen gewonnenen Schlamm mit einem
ίο Erdalkalihydroxyd, insbesondere Kalkmilch, behandelt. Man' erhält dabei eine leicht filtrierbare Mischung. Auf diese Weise ist es möglich, zu einem Produkt mit wesentlich weniger Verunreinigungen zu gelangen, das bei gleichem Gehalt an Steroidverbindungen nur etwa die Hälfte wiegt. Dem kommt um so größere Bedeutung zu, als damit ermöglicht wird, die Gewinnung des Fermentationsschlammes auf der Plantage und die Weiterverarbeitung desselben z. B. in einem chemischen
Betrieb, d. h. nicht am gleichen Ort, durchzuführen. Ein weiterer Vorteil des neuen Verfahrens besteht darin, daß die im bekannten Verfahren nach der Hydrolyse der Rohglycoside mit Säuren durchzuführende" Behandlung mit Alkali nicht mehr notwendig ist.
Zur Gewinnung der Steroid-Sapogenine kann das erfindungsgemäß erhaltene1 Produkt gegebenenfalls noch mit Säuren hydrolysiert werden. Nach der Hydrolyse behandelt man vorteilhaft mit Kalk.
Hernach wird aus dem Reaktionsgemisch der unlösliche Anteil abgetrennt und dieser mit organischen Lösungsmitteln zur Gewinnung der Steroid-Sapogenine1 extrahiert. Als Extraktionsmittel eignen sich insbesondere Diäthyläther, Methanol, Benzol oder Tetrachlorkohlenstoff.
Die Erfindung wird in den nachfolgenden Beispielen beschrieben. Zwischen Gewichtsteil und Volumteil besteht die gleiche Beziehung wie zwischen Gramm und Kubikzentimeter. Die Temperaturen sind in Celsiusgraden angegeben.
B e i s ρ i e 1 ι
2000 Volumteile Rohglycosidschlamm mit einem Gehalt von 6,5 °/o Trockensubstanz, erhalten aus Sisalsaft durch Fermentation und nachträgliche Dekantation, werden erhitzt und dann unter Rühren portionenweise mit Kalkmilch bzw. frisch gelöschtem Kalk bis zur stark alkalischen Reaktion versetzt, wozu 35 bis 40 Gewichtsteile1 Calciumhydroxyd benötigt werden. Während 1 bis 3 Stunden kocht man hernach das Reaktionsgemisch, saugt, preßt oder zentrifugiert nach dem Erkalten ab und wäscht mit Wasser nach. Man erhält so 180 Gewichtsteile feuchten Rückstand, der nach dem Trocknen 74 Gewichtsteile Rohglycosid ergibt.
Zur Gewinnung der Genine suspendiert man den feuchten oder getrockneten Rückstand in 240 Volumteilen Wasser, fügt 80 Volumteile konzentrierte Salzsäure oder die äquivalente Menge Schwefelsäure zu und erhitzt während etwa 3 Stunden zum Sieden. Nach dem Erkalten nutscht man ab, wäscht mit Wasser nach und suspendiert das Reaktionsprodukt in heißem Wasser, versetzt mit Kalkmilch bis zur stark alkalischen Reaktion, saugt wieder ab und trocknet. Hierauf wird in einem Extraktor das so erhaltene Produkt zuerst mit Petroläther behandelt, bis dieser farblos abläuft, und dann erschöpfend mit Äther extrahiert, wobei aus dem Ätherextrakt das Hecogenin mit geringen Mengen anderer Genine auskristallisiert. 70
B e i s ρ i e 1 2
2000 Volumteile Rohglycosidschlamm, erhalten wie im Beispiel 1, werden bis nahe zum Siedepunkt erhitzt und unter Rühren mit Bariumhydroxyd 75* portionenweise bis zur stark alkalischen Reaktion versetzt. Dann kocht man 1 bis 3 Stunden und behandelt weiter, wie unter Beispiel 1 beschrieben, jedoch wird das Reaktionsprodukt der sauren Verseifung mit Bariümhydroxyd alkalisch gemacht. Die Extraktion erfolgt mit Äther, wobei vorteilhaft die ersten gefärbten Extraktanteile, die nur wenig Genin enthalten, gesondert aufgefangen werden. Aus den späteren nur schwach gefärbten Extraktfraktionen kristallisiert das Hecogenin mit kleinen Mengen anderer Genine aus.
Beispiel 3
2000 Volumteile Rohglycosidschlamm werden analog wie im Beispiel 1 mit Kalkmilch im Überschuß gekocht. Hernach filtriert man die Reaktionsmischung, wäscht und trocknet den Rückstand. Das so gewonnene trockene Produkt wird gut zerkleinert und dann in einem Extraktor zuerst mit Petroläther behandelt, wodurch Farbstoffe und andere leichtlösliche Fremdstoffe entfernt werden. ; Hierauf extrahiert man erschöpfend mit Äther und * gewinnt aus der Ätherlösung Hecogenin zusammen mit anderen Geninen.

Claims (2)

Patentansprüche:
1. Verfahren zur Gewinnung von Geninen aus Glycosiden gemäß Hauptpatentanmeldung C 8596 IVa/30 h, dadurch gekennzeichnet, daß man den durch Fermentation von rohen Steroid-Saponinen gewonnenen Schlamm mit einem ErdalkalihydiOxyd behandelt.
2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man mit Kalkmilch behandelt.
© 609 660/414 10.56

Family

ID=

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE963183C (de) Verfahren zur Gewinnung von Geninen aus Glycosiden
DEC0008738MA (de)
DE960491C (de) Verfahren zur Gewinnung von Geninen aus Glykosiden
CH313262A (de) Verfahren zur Gewinnung von Geninen
DE701956C (de) Verfahren zur Gewinnung hormonartig wirkender Stoffe
DEC0008596MA (de)
DE1040543B (de) Verfahren zur Reinigung eines rohen, durch Hydrolyse von natuerlichem saponinhaltigenMaterial erhaltenen sapogeninhaltigen Materials
DE630264C (de) Verfahren zur Gewinnung physiologisch wirksamer Substanzen
DE638004C (de) Verfahren zum Aufarbeiten von Crotonoel auf Phorbol
DE433455C (de) Verfahren zur Zerlegung von Steinkohlenurteer ohne Destillation in seine Bestandteile
CH319220A (de) Neues Verfahren zur Gewinnung von Geninen aus Glycosiden
DE664580C (de) Verfahren zur Gewinnung im Samenblasentest stark wirksamer Hormone
DE670583C (de) Verfahren zur Reinigung von Keimdruesenhormonen
DE723165C (de) Verfahren zur Gewinnung von Naphthensaeuren
DE261212C (de)
DE652496C (de) Verfahren zum Behandeln von lignin- und cellulosehaltigem Material zur Gewinnung sauerstoffhaltiger Produkte
DE537162C (de) Verfahren zur nutzbaren Verwertung von Lupinen
DE405314C (de) Verfahren zur Gewinnung von reinem Sinalbinsenfoel
DE765732C (de) Verfahren zur Gewinnung wasserloeslicher organischer Stoffe
DE566783C (de) Verfahren zur Darstellung von Thelykininen
DE2141410C3 (de) Verfahren zur Gewinnung von Digitonin
DE674431C (de) Verfahren zur Gewinnung von plastischem Zein
DE387890C (de) Verfahren zur Herstellung von Kondensationsprodukten
DE569509C (de) Verfahren zur Gewinnung von sexualhormonhaltigen Extrakten aus den Exkreten nicht saeugender Warmblueter, insbesondere aus Guano
DE34953C (de) Verfahren der Verarbeitung der beim Brauerei-Prozesse abfallenden Nebenprodukte an Krausen- und Hopfentrieb-Schaum etc