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Weiche für elektrische Spielzeugbahnen, deren Gleisstränge je zwei
stromführende Schienen aufweisen Es ist bereits eine Weiche für elektrische Spielzeugbahnen
bekannt, deren Gleisstränge je zwei stromführende Schienen aufweisen und die derart
schaltbar ist, daß jeweils nur die Schienen des auf Durchfahrt eingestellten Gleisstranges
Strom unterschiedlicher Polarität, dagegen die Schienen des anderen Gleisstranges
Strom gleicher Polarität führen, so daß ein auf dem nicht auf Durchfahrt eingestellten
Gleisstrang anfahrendes, d. h. ein »falsch.« anfahrendes Fahrzeug vor der Weiche
zum Stillstand kommt. Die vorschriftsmäßige Umschaltung der beiden Gleisstränge
wird dadurch erreicht, daß das die Umlegung der Weiche steuernde Verstellglied zusätzlich
als elektrische Umschaltvorrichtung derart ausgebildet ist, daß die beiden benachbarten,
elektrisch miteinander verbundenen Innenschienen beider Gleisstränge beim Umstellen
der Weiche wechselweise an die Außenschienen des einen oder des anderen Gleisstranges
angeschlossen werden. Diese Umschaltung ist nur dann ohne Kurzschluß in der Gleisanlage
durchführbar, wenn die beiden Zweiggleisstränge der Weiche von den an sie anschließenden
Gleisstücken der übrigen Anlage isoliert sind. Demzufolge ist zwischen die beiden
Zweiggleisstränge der Weiche und den anschließenden Gleisstücken je ein elektrisch
isoliertes
Gleisstück eingefügt. Diese Anordnung hat jedoch den
Nachteil, daß je nach der Länge des isolierten Zwischengleisstückes das »falsch«
anfahrendeFahrzeug entweder, bei geringer Länge des Gleisstückes, Kurzschluß verursacht
oder, bei größerer Länge des Gleisstückes, zwar stehenbleibt, aber bei der Umschaltung
der Weiche nicht wieder anfahren kann.
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Diesem Mangel wird nach dem nicht vorveröffentlichten Hauptpatent
972 613 dadurch abgeholfen, daß in die benachbarten Innenschienen der Zweiggleisstränge
der Weiche, d. h. nicht in ihre Außenschienen, isolierte Schienenstücke eingeschaltet
sind, die mittels der am Weichenverstellglied angebrachten Umschaltvorrichtung an-
und abschaltbar sind, und zwar derart, daß im angeschalteten Zustand jeweils das
isolierte Schienenstück der einen Innenschiene die Polarität der nicht zugehörigen
Außenschiene aufweist, während dementsprechend das isolierte Schienenstück der anderen
Innenschiene spannungslos bleibt. Da bei dieser Weichenanordnung die Weichenzungen
unter sich dauernd elektrisch verbunden sind und durch den Umschalter jeweils auf
die Polarität der von einer der Zungen berührten Stammschiene geschaltet werden,
besteht die Gefahr, daß infolge der verschiedenen Polarität zwischen der nicht anliegenden
Weichenzunge und der zugehörigen Stammschiene durch den diese Lücke durchlaufenden
Spurkranz eine., Fahrzeuges Kurzschluß hervorgerufen wird. Diese Gefahr ist nach
einem weiteren, im nicht vorveröffentlichten Hauptpatent 972 613 gemachten Vorschlag
vermieden und besteht darin, daß die beiden Zungen voneinander isoliert sind und
jeweils nur die anliegende Zunge durch den Umschalter für die Innenschienen auf
die Polarität der im gleichen Gleisstrang liegenden Innenschiene geschaltet wird,
während dementsprechend die nicht anliegende Zunge spannungslos bleibt. Bei dieser
Anordnung muß notwendigerweise das Weichenherzstück isoliert sein.
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Aufgabe der vorliegenden Zusatzerfindung ist, bei einer Weichenanordnung,
bei der die beiden das Herzstück bildenden, benachbarten Innenschienen durch eine
am Weichenverstellglied zusätzlich angebrachte Umschaltvorrichtung wechselweise
an die Außenschiene des einen oder anderen Gleisstranges anschließbar sind, den
auf Durchfahrt eingestellten Gleisstrang auf seiner ganzen Länge, also von der Weichenzunge
über das Weichenherzstück, das anschließende isolierte Schienenstück bis zum normal
gespeisten Anschlußgleis mit der vorgesehenen Fahrspannung zu versehen, ohne den
Aufwand für die Schaltung, insbesondere für den Umschalter zu erhöhen, und ohne
die übrigen Vorteile, zuverlässige Sperrung des nicht auf Durchfahrt eingestellten
Gleisstranges und Beseitigung der Kurzschlußgefahr zwischen der nicht anliegenden
Zunge und der zugehörigen Stammschiene, aufzugeben.
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Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch eine Kombination gelöst,
die darin besteht, daß einerseits nach dein Hauptpatent 972 613 in die
be-
nachbarten Innenschienen isolierte Schienenstücke eingeschaltet sind,
die mittels der an der Weichenverstellvorrichtung angebrachten Umschaltv orrichtung
an- und abschaltbar sind, und zwar derart, daß im angeschalteten Zustand jeweils
ein isoliertes Schienenstück die Polarität der nicht zugehörigen Außenschiene aufweist,
andererseits in an sich be-
kannter Weise die auf einer schwenkbaren Platte
angebrachten Weichenzungen gegeneinander und gegenüber dem Herzstück isoliert sowie
dauernd mit der zugehörigen Stammschiene elektrisch verbunden sind. Es ist zwar
eine Weiche bekannt. bei der die Weichenzungen gegeneinander und gegenüber dem Herzstück
isoliert und mit der zugehörigen Stammschiene dauernd elektrisch miteinander verbunden
sind. Jedoch sind bei dieser Anordnung das Herzstück und die das Herzstück bildenden
kurzen isolierten Innenschienenstücke dauernd spannungslos, so daß das befahrbare
Gleis nicht durchweg unter Spannung steht und eine betrieblich ausreichende Sperrung
bzw. Abschaltung des nicht auf Durchfahrt eingestellten Gleisstranges nicht erreicht
wird.
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Wenn es sich um eine Gleisanlage handelt, bei welcher Züge mit zwei
unabhängig voneinander regelbaren Stromkreisen mit Hilfe eines dritten Leiters betrieben
werden, so findet der Erfindungsvorschlag derart Anwendung, daß auch in die beiden
Außenschienen der abzweigenden Gleisstränge der Weiche je ein isoliertes Schienenstück
eingeschaltet ist, welches mittels eines zusätzlichen Schalters an die jeweils fluchtende
Außenschiene an- und abschaltbar ist. Dieser zusätzliche Schalter für die isolierten
Außenschienenstücke wird dabei ebenso wie der Umschalter für die isolierten Innenschienenstücke
durch das Weichenverstellglied umgeschaltet.
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Die Zeichnung veranschaulicht die Erfindung an zwei Ausführungsbeipielen
in schematischer Darstellung.
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Fig. i betrifft eine Weiche für Ei.nzugbetrieb. Es ist eine Überholungsstrecke
mit zwei Weichen [l'1 und i7, dargestellt.
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Jede der beiden Weichen besteht aus dem Stamyngleisstrang i, welcher
unmittelbar mit der Fahrstroinquelle verbunden ist, und den beiden Zweiggleissträngen
2 und 3. An diese schließen sich gerade, von der Weichenschaltung mit Fahrspannung
versorgte Gleisstücke 4.1 und weitere, unmittelbar von der Fahrstromquelle mit Fahrspannung
versorgte Gleisstücke 4.2 an.
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Die Innenschienen der beiden Zweiggleisstränge 2, 3 sind einerseits,
in der Nähe des Herzstückes 27, an den Punkten 8 und 9, andererseits in einem dem
längsten Auslaufweg eines Zuges angepaßten Abstand an den Punkten i9 und 2o elektrisch
unterbrochen. Hierdurch werden in den Innenschienen die isolierten Schienenstücke
:2i und 22 gebildet. Die Unterbrechungsstellen i9 und 2o sind in Fig. i durch besondere,
im Gleis eingebaute, zweipolige Trenngleisstücke dargestellt. Von der Stammschiene
17 führt eine Leitung 15 zum Kontakt 13 des Umschalters 12. Von der Stammschiene
18
führt eine Leitung 16 zum Kontakt 14 des Umschalters 12. Von der isolierten Innenschiene
21 führt eine Leitung 23 zum Kontakt 13 a. des Umschalters. Von der isolierten Innenschiene
22 führt eine Leitung 24 zum Kontakt 14a des Umschalters. Das Weichenherz 27 ist
elektrisch leitend und über die Leitung 43 mit dem Schalthebel 44 des Umschalters
elektrisch verbunden.
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Die beiden Weichenzungen 28 und 29 sind gegenüber dem Weichenherzstück
27 an den Punkten 45 und 46 und. gegeneinander isoliert und, je mit der zugehörigen
Stainmsehiene 18 bzw. 17 über die Leitungen 47 bzw. 48 elektrisch verbunden. Es
führen also diese Weichenzungen immer das gleiche Potential der Fahrspannung wie
die zugehörigen Stammschienen.
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In Fig. i ist die linke Weiche W1 auf Durchfahrt im geraden Gleis
1, 2 eingestellt. Der mit dem nicht dargestellten Weichenverstellglied gekuppelte,
elektrisch leitende Schalthebel 44 des Umschalters 12 legt über die Kontakte 13
und 13 a das Potential der Stammschiene 17 an die isolierte Innenschiene 21 des
auf Durchfahrt eingestellten Gleises 1, 2. Auf dein, gleichen Potential liegt das
über die Leitung 43 an den Schalthebel 44 angeschlossene Herzstück a7. Die zugehörige
Weichenzunge 29 liegt über der Leitung 48 unmittelbar und dauernd an dem Potential
der Stammschiene 17. Da die zweite Schiene 18 des auf Durchfahrt eingestellten Gleises
1, 2 nicht unterbrochen ist und unmittelbar am zweiten Pol der Fahrstromquelle liegt,
ist der auf Durchfahrt eingestellte Gleisstrang der Weiche überall mit der vorgesehenen
Fahrspannung versorgt.
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Ein von der Weiche TV2 auf den Gleisstrang 3 der Weiche W1 zufahrender
Zug bleibt hinter der Unterbrechungsstelle 2o auf dem Gleisstück 41 stellen, da
die Innenschiene 22 isoliert und nicht mit der Fahrstromquelle verbunden ist.
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Die Fahrspannungsversorgung bei auf Abzweigung gestellter Weiche ist
aus der auf dem rechten Teil der Fig.1 dargestellten Umschalterstellung der Weiche
T1'. zu entnehmen. Das Potential der Stammschiene 18 liegt mittels der Leitung 16
am Kontakt 14. Von hier wird es durch den Schaltliebel44, einerseits über den Kontakt
14a und die Leitung 24 an die isolierte Innenschiene 22, andererseits über die Leitung
43 an das Herzstück 27 gelegt. Der @il)ziveigende Gleisstrang 1, 3 der Weiche TV.
ist durchgehend mit Fahrspannung versorgt. Ein von der Weiche W1 auf den Gleisstrang
2 der Weiche T1-'Z zufahrender Zug bleibt hinter der Unterbrechungsstelle 19 auf
dem Gleisstück 41 stehen, da die Innenschiene 21 isoliert und nicht mit der Fahrstromquelle
verbunden ist.
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Außer den bereits erläuterten Vorteilen besitzt eine überholungsstrecke
mit derart ausgebildeten Weichen den Vorteil, daß die auf dein Gleisstück 42 stehenden
Fahrzeuge eines auf Überholung wartenden Zuges, falls sie mit Lichtquellen ausgerüstet
sind, auch im Stillstand beleuchtet bleiben, solange die gesamte Gleisanlage unter
Spannung stellt. In Fig.2 ist eine Blockstreckenweiche für den Zugbetrieb mit zwei
unabhängig voneinander regelbaren Stromkreisen dargestellt, wobei der eine Stromkreis
zwischen der nicht gezeichneten Oberleitung und der mit einem Pluszeichen gekennzeichneten
Schiene, der zweite Stromkreis dagegen zwischen den beiden mit Plus und Minus gekennzeichneten
Laufschienen liegen kann. Es ist aber natürlich auch möglich, den zweiten Stromkreis
zwischen die Oberleitung und die mit einem Minuszeichen gekennzeichnete Schiene
zu legen.
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Um jeden Zug, gleichgültig in welchem Stromkreis er betrieben wird,
vor einer nicht auf Durchfahrt stehenden Weiche zum Halten zu bringen, sind erfindungsgemäß
auch die Außenschienen 18 und 17 mit Unterbrechungen 49 bzw. 5o und 51 bzw. 52 versehen,
durch die in den Außenschienen die isolierten Schienenstücke 53 bzw. 54 gebildet
werden.
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Zur Versorgung dieser beidon isolierten Schienenstücke mit Fahrspannung
ist ein zusätzlicher Schalter 55 vorgesehen, der zusammen mit dem oben erläuterten
Schalter 12 vom Weichenverstellglied gesteuert wird.
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Von der isolierten Außenschiene 53 führt eine Leitung 56 zum Kontakt
57 des Schalters 5 5. Von der isolierten Außenschiene 54 führt eine Leitung 58 zum
Kontakt 59 des Schalters 55. Die Kontakte 6o und 61 stehen über die Leitungen 62
bzw. 63 und die Schienen 18 bzw. 17 dauernd unter Fahrspannung.
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Auf der Zeichnung ist in Fig. 2 die linke Weiche lvl für Durchfahrt
in der geraden Richtung und die rechte Weiche TV., für Durchfahrt in der Abzweigerichtung
dargestellt. Der linke Umschalter 55 legt die isolierte Außenschiene 53 all das
Potential der Schiene 18, während die isolierte Außenschiene 54 spannungslos bleibt.
Zwangläufig mit dem Umschalter 55 schaltet der Umschalter 12 und überbrückt über
die Leitungen 23, 43 und 15 die Unterbrechungen 8 und 46, wodurch die isolierte
Innenschiene 21 an das Potential der Schiene 17 gelegt wird. Die Innenschiene 22
ist spannungslos, weil die ihr zugeordneten Unterbrechungen 9 und 45 offen bleiben.
Die rechte Weiche TV., der Fig. 2 ist für Abzweigung eingestellt. Hier legt der
Unischalter 55 über die Leitungen 58 und 63 die isolierte Außenschiene 54 all das
Potential der Schiene 17, während die isolierte Außenschiene 5,; spannungslos bleibt.
Zwangläufig mit dem Umschalter 55 schaltet der Umschalter 12 und überbrückt iiber
die Leitungen 23, 43 und 16 die Unterbrechungen 9 und 45, wodurch die isolierte
Innenschiene 22 an das Potential der Schiene 18 gelegt wird. Die innere Schiene
21 ist spannungslos. weil die ihr zugeordneten Unterbrechungen 8 und 46 offen bleiben.