DE97102C - - Google Patents

Info

Publication number
DE97102C
DE97102C DENDAT97102D DE97102DA DE97102C DE 97102 C DE97102 C DE 97102C DE NDAT97102 D DENDAT97102 D DE NDAT97102D DE 97102D A DE97102D A DE 97102DA DE 97102 C DE97102 C DE 97102C
Authority
DE
Germany
Prior art keywords
bases
oxethylamine
approx
distillation
ammonia
Prior art date
Legal status (The legal status is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the status listed.)
Active
Application number
DENDAT97102D
Other languages
English (en)
Publication of DE97102C publication Critical patent/DE97102C/de
Active legal-status Critical Current

Links

Classifications

    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C215/00Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton
    • C07C215/02Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton having hydroxy groups and amino groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton
    • C07C215/04Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton having hydroxy groups and amino groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton the carbon skeleton being saturated
    • C07C215/06Compounds containing amino and hydroxy groups bound to the same carbon skeleton having hydroxy groups and amino groups bound to acyclic carbon atoms of the same carbon skeleton the carbon skeleton being saturated and acyclic

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
Hydramine' entstehen nach den bekannten grundlegenden Arbeiten von A. Wurtz (Annal. d. Chem. 114, 51 und 121, 228) bei der Einwirkung von Ammoniak und Aminbasen auf Halbester der Glycole oder auf Oxyde der a-Glycole.
So reagirt z. B. das Aethylenoxyd mit dem Ammoniak unter gleichzeitiger Bildung von Mono-, Di- und Trioxäthylamin,
CH2-OH
I
CH2-N H2
• C.
C.
ι, C H2
ζ ■ C H/ HO- CH-CH,.
HOHO-C H-C H/
deren Mengenverhältnis je nach der Menge des angewendeten Ammoniaks ein verschiedenes ist.
Wurtz konnte diese Verbindungen nur in Form von Salzen (Chlorhydraten und Chloroplatinaten) fassen. Die Isolirung und Reinigung der Basen selbst ist ihm nicht geglückt.
Dasselbe gilt bezüglich des Monooxäthylamins (ß-Amidoäthylalkohols) von S.Gabriel (Ber. d. deutsch, chem. Ges. 21, 566 und 2664), dem es wohl gelang, vom Phtalimidkalium ausgehend, zu Oxäthylaminsalzen (Bromhydrat, Nitrat,- Pikrat) zu kommen, der aber ebensowenig den als einfachsten Vertreter der Alkoholbasen und als Muttersubstanz des Cholins und Morphins so wichtigen ß-Amidoäthylalkohol in freiem Zustande darstellen konnte.
Die Ursache dafür, dafs die Isolirung der Alkoholbasen aus ihren Salzen bis jetzt nicht glückte, mufs in gewissen, in dem eigenthümlichen chemischen Verhalten dieser Körperklasse begründeten Schwierigkeiten gesehen werden. Es gelingt nicht, die Basen aus ihren Salzen oder aus concentrirten wässerigen Lösungen durch Aetzalkalien abzuscheiden wegen ihrer enormen Löslichkeit in Wasser. Ebensowenig lassen sich die Basen solchen alkalischen Lösungen durch Aether entziehen, in dem sie nahezu unlöslich sind. Beim Destilliren solcher alkalischer Lösungen lä'fst sich nur die primäre Base in Form einer mehr oder weniger verdünnten Lösung gewinnen, während die höher siedenden Basen, die secundäre und tertiäre, bei weiterer Steigerung der Temperatur Zersetzung erleiden. Es ist deshalb die Meinung verbreitet, dafs die Hydramine nicht unzersetzt destillirbar seien (s. z. B. Lehrbuch der organischen Chemie von Prof. Dr. A. Bernthsen, Ö.Auflage, 1896, S. 204: »Oxäthylamin [1,2-Aethanolamin], Dioxäthylamin und die anderen Hydramine sind farblose, bei der Destillation sich zersetzende Basen«).
Es wurde nun gefunden, dafs diese Ansicht irrthümlich ist, dafs vielmehr alle drei Oxäthylaminbasen in reinem Zustande unzersetzt destil-
lirt werden können, und dafs ihre Trennung durch fraktionirte Destillation mühelos ausgeführt werden kann, da die Siedepunkte der drei Basen beträchtlich von einander abweichen.
Oxäthylamin.
Sdp.: 1710 (F. g. i.D.)
bei 757 mm Druck.
Dioxäthylamin.
Sdp.: 2700 (F. g. i.D.) bei 748 mm Druck.
Sdp.: 217 bis 218° (F. g. i. D.) bei 150 mm Druck..
Trioxäthylamin.
Sdp.: 277 bis 2790 (F. g. i. D.]
bei 150 mm Druck.
Weiter konnte festgestellt werden, dafs diese Basen selbst aus sehr verdünnten wässerigen Lösungen durch fraktionirte Destillation isolirt werden können.
Diese Wahrnehmung ist überraschend bezüglich des Monooxäthylamins, da diese Base mit Wasserdampf flüchtig ist. Es hat sich aber gezeigt, dafs mit den Wasserdämpfen nur sehr geringe Mengen der Base übergehen, so dafs das Destillat, welches bis 1030 aufgefangen wird, nur ca. 0,1 pCt. Oxäthylamin enthält. Von 1030 an steigt das Thermometer rasch bis zum Siedepunkt des Oxäthylamins 1700. Die Fraktion 103 bis 1200 enthält ca. 3 bis 4 pCt., die Fraktion 120 bis 1700 bereits ca. 67 pCt. Oxäthylamin. Bei 1700 destillirt die reine wasserfreie Verbindung über.
Das Oxäthylamin gleicht also in diesem Verhalten vollkommen dem Hydrazinhydrat, das ja bekanntlich auch überraschend leicht aus wässerigen Lösungen durch fraktionirte Destillation gewonnen werden kann, und es ist wahrscheinlich, dafs das Oxäthylamin ein Hydrat bildet, welches erst bei der Destillation zerfällt und welches die Flüchtigkeit der Base mit Wasserdämpfen verringert. Es ist dies um so wahrscheinlicher, als das wasserfreie Oxäthylamin mit Aetherdämpfen beträchtlich flüchtig ist.
100 Theile reiner käuflicher Aether lösen nur ι Theil der Base. Beim Abdunsten des Aethers geht 1J6 der gelösten Base mit den Aetherdämpfen über.
Auf Grund dieser Erfahrungen gelingt es leicht, die Oxäthylaminbasen in reinem Zustande zu isoliren.
Man kann z.B. folgende Verfahren anwenden:
I.
Aethylenoxyd und starkes überschüssiges Ammoniak*) werden nach dem Wurtz 'sehen
• *) Je gröfser der Ueberschufs an Ammoniak ist, desto mehr Monooxäthylamin und desto weniger Trioxäthylamin wird gebildet.
Verfahren unter starker Abkühlung gemischt und das Gemisch einige Stunden unter Kühlung mit fliefsendem Wasser sich selbst überlassen. (Würde man die Kühlung unterlassen, so würde starke Erhitzung eintreten, welche zu Explosionen Veranlassung geben könnte.) Aus der resultirenden Flüssigkeit können nun direct durch fraktionirte Destillation erst bei gewöhnlichem Drucke, von 2000 ab zweckmäfsig im Vacuum, die drei Oxäthylaminbasen in vollkommen reinem Zustande isolirt werden.
II.
Etwas umständlicher und schwieriger gestaltet sich die Darstellung, wenn man, statt vom Aethylenoxyd, von den Halbestern des Glycols ausgeht.
Man verfährt dann zweckmäfsig z. B. in folgender Weise:
ι kg Aethylenchlorhydrin wird mit 1 1J2 bis 3 kg starkem Ammoniak einige Stunden im Autoclaven auf ioo° erhitzt. Die Reactionsmasse wird mit genau derjenigen Menge Aetzalkali versetzt, die zur Bindung der aus dem Chlorhydrin entstandenen Salzsäure nöthig ist, und dann abdestillirt, bis die Temperatur der übergehenden Dämpfe 200 ° zeigt.
Das Monooxäthylamin wird aus dem Destillat ohne Schwierigkeit, direct durch fraktionirte Destillation, wie oben beschrieben, rein erhalten.
Die secundä're und tertiäre Base werden aus dem Destillationsrückstande durch trockenen ätherhaltigen Alkohol ausgezogen und durch fraktionirte Destillation im Vacuum geschieden. Bei dieser Destillation erleidet man erhebliche Verluste, wenn die Basen durch Salze, namentlich aber durch Aetzkali verunreinigt sind. Es ist deshalb von grofser Wichtigkeit, dafs, wie oben erwähnt, das Aetzkali zur Reactionsmasse in der genau berechneten Menge zugefügt wird.
Die Eigenschaften der so gewonnenen Hydramine und ihrer Salze sind aus folgender Tabelle ersichtlich.
Oxäthylamin
Dioxäthylamin
Trioxäthylamin
Formel
CH,- O H
CH2 ■ NH2
HO-CH2-CH2. HO-CH2-CH^N HO-CH,-CH/
Oxäthylamin Di oxäthylamin Trioxäthylamin
Schmelzpunkt 28°
Siedepunkt I-71 ° (F. g. i.D.)
bei 757 mm Druck
270° (F. g. i. D.)
bei 748 mm
217 bis 2i8° (F. g. i. D.)
bei 150 mm
277 bis 2790 (F. g. i. D.)
bei 150 mm
Mit Wasserdämpfen schwer flüchtig nicht flüchtig nicht flüchtig
Volumgewicht bei 200 I ,OZ! 1,0966 1,1242
Brechungsindex
"D bei 20°
I,4S39 I,4776 1,4852
Molecularrefraction 16,16 27,08 38>°°
Krystallform und
Schmelzpunkt von
Chloroplatinat goldgelbe glänzende
sechsseitige Blättchen
Zerstp.: unscharf 1870
Prismen mit sechs
seitigem Umrifs
Zerstp.: unscharf 1450
Säulen
Schmp.: ca. 118 bis 1190
Chloraurat optisch zweiachsige
Nadeln
Schmp.: ca. 1900
lange Nadeln mit
gerader Auslöschung
Schmp.: ca. 1220
Nadeln
Schmp.: ca. 77 bis 78°
Pikrat Prismen
Schmp.: 1590 ca.
sechsseitige Blättchen
Schmp.: ca. 109 bis iio°
Nadeln
Schmp.: ca. 126 bis 1270.
In gleicher Weise wie aus dem Ammoniak, dessen Umwandlungen als Beispiel ausführlich geschildert worden sind, lassen sich aus allen
HO ■ CH2-HO- CH9-
unter Befolgung der beiden oben geschilderten Verfahren mit Leichtigkeit in reinem Zustande isoliren.
Methylamin z. B. liefert Methyloxäthylamin (Sdp. ι 590 bei 747mm) und Methyldioxäthylamin (Sdp. 246 bis 248° bei 747 mm); Anilin liefert das Oxäthylphenylamin und ' Dioxäthylphenylamin, o-Amidophenol ergiebt Mono- und Di-
primären und secundären fetten und aromatischen Aminen Substitutionsproducte des Di- und Monooxäthylamins der Formeln:
HO-CH2-CH2-N(^,
oxäthylamidophenol , ο - Methylamidophenol liefert Oxäthylmethylamidophenol u. s. w.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Abscheidung der reinen trockenen.Hydramine aus wässerigen Lösungen durch fraktionirte Destillation.
DENDAT97102D Active DE97102C (de)

Publications (1)

Publication Number Publication Date
DE97102C true DE97102C (de)

Family

ID=368175

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
DENDAT97102D Active DE97102C (de)

Country Status (1)

Country Link
DE (1) DE97102C (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
DE914248C (de) Verfahren zur Herstellung von Amidothiophosphorsaeureestern
DE1545575B1 (de) N,N'-Bis-[3-(3',4',5'-trimethoxybenzoyloxy)-propyl]-homopiperazin
DE97102C (de)
DE916168C (de) Verfahren zur Herstellung von Pyrrolidinoalkylphenothiazinen
DE1265758B (de) Verfahren zur Herstellung von o-(beta-Dialkylaminoaethoxy)-phenylketonen und deren Saeureadditionssalzen und quartaeren Salzen
DE1168407B (de) Verfahren zur Herstellung von Trimethylphosphit oder Triaethylphosphit
DE1287571B (de) Verfahren zur Herstellung von Enaminen
DE1251770B (de) Verfahren zur Herstellung von aliphatischen Hydroxydiammen und de ren Saureadditionssalzen
DE1493454B2 (de) 1 -AryIoxy-2-hydroxy-3-isopropylamino propane und deren Salze sowie deren Herstellung und darauf basierende Arzneimittel
IL30910A (en) Naphthyl isopropylamine derivatives and process for the preparation thereof
DE826133C (de) Verfahren zur Herstellung von Dihydroresorcin-carbaminsaeureestern
EP0009200B1 (de) Verfahren zur Herstellung von N,N-Dimethylaminoacetonitril
DE1158083B (de) Verfahren zur Herstellung basisch substituierter Phenylacetonitrile
DE581328C (de) Verfahren zur Darstellung von Acridon und substituierten Acridonen
DE950550C (de) Verfahren zur Herstellung von basisch substituierten Phenylcycloalkenylpropanolen
DE623593C (de)
DE1272286C2 (de) Verfahren zur Herstellung von N-substituierten aliphatischen Thiocarbonsaeureamiden
DE932127C (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Derivaten des Pyrimidins
DE1154120B (de) Verfahren zur Herstellung von neuen Ajmalinderivaten
AT231433B (de) Verfahren zur Herstellung von Alkylaralkylphthalaten
DE653073C (de) Verfahren zur Darstellung von Alkylaminoalkylaethern des Apochinins
DE1137439B (de) Verfahren zur Herstellung von substituierten Morpholinen
DE102005058418A1 (de) Verfahren zur Herstellung von Haloalkyl(thio)vinimidiniumsalzen und 4-(Haloalkyl(thio))-pyrazolen und deren Umsetzung zu Pflanzenschutzmitteln
CH629205A5 (en) Process for the preparation of novel 6-substituted tropinones
DE1146883B (de) Verfahren zur Herstellung von Dithiophosphinsaeureestern