DE970200C - Verfahren zur Herstellung von Leder - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Leder

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DE970200C
DE970200C DEF9480A DEF0009480A DE970200C DE 970200 C DE970200 C DE 970200C DE F9480 A DEF9480 A DE F9480A DE F0009480 A DEF0009480 A DE F0009480A DE 970200 C DE970200 C DE 970200C
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leather
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retanning
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Dr Gustav Mauthe
Dr Martin Meister
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Bayer AG
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C14SKINS; HIDES; PELTS; LEATHER
    • C14CCHEMICAL TREATMENT OF HIDES, SKINS OR LEATHER, e.g. TANNING, IMPREGNATING, FINISHING; APPARATUS THEREFOR; COMPOSITIONS FOR TANNING
    • C14C3/00Tanning; Compositions for tanning
    • C14C3/02Chemical tanning
    • C14C3/08Chemical tanning by organic agents
    • C14C3/18Chemical tanning by organic agents using polycondensation products or precursors thereof
    • C14C3/20Chemical tanning by organic agents using polycondensation products or precursors thereof sulfonated

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • General Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Treatment And Processing Of Natural Fur Or Leather (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Leder Im Patent 92o 811 ist ein neuartiges Gerbverfahren unter Schutz gestellt worden, das unter anderem darin besteht, daß fertiggegerbte Leder oder vorgegerbte Häute mit Kondensationsprodukten aus Poly phenolen, aromatischen und nicht aromatischen Aminen nebst Ammoniak sowie deren Salzen und Aldehyden nachgegerbt und gegebenenfalls abgestumpft werden. Diese Kondensationsprodukte, bei denen auf i Mol Amin bzw. salzsaures Amin mehr als i Mol Polyphenole entfallen, sind Alleingerbstoffe, d. h. Produkte, die tierische Häute in handelsübliches Leder umzuwandeln vermögen und die sich mit .4 g Reingerbstoff pro Liter analysieren lassen.
  • Das Wesen dieser Nachgerbung besteht einmal darin, daß die erwähnten kationischen Gerbstoffe, die im Leder bzw, an die Hautsubstanz gebundenen anionischen Gerbstoffe (die bis heute verwendeten Gerbstoffe und Hilfsgerbstoffe natürlicher und/oder synthetischer Herkunft sind anionischer Natur) durch eine der Salzbildung vergleichbare Fällungsreaktion in völlig unlösliche Verbindungen überführen und dadurch weiter dem Leder eine bis heute unbekannte Gewichts- und Volumenzunahme erteilen. Zum anderen werden mangelhafte Durchgerbungen ausgeglichen. Der vorwiegend phenolische Charakter dieser Gerbstoffe gewährleistet ein gleichmäßiges Durchsetzen der Haut und Ledersubstanz, ohne daß die gefürchteten sogenannten Totgerbungen eintreten.
  • Es wurde nun gefunden, daß man die Salze der Kondensationsprodukte aus den Sulfonen einwertiger Phenole mit primären und sekundären nicht aromatischen Basen und Formaldehyd in derselben Weise, wie im Patent 920 811 beschrieben, zum Nachgerben von Leder verwenden kann. Dieser Effekt ist um so überraschender, als diese Kondensationsprodukte keine oder nur sehr schwache gelatinefällende Eigenschaften haben und zum Gerben vorbereitete Blöße nur mangelhaft angerben.
  • Die Herstellung der Sulfon-Aminsalz-Kondensationsprodukte und deren Stabilität gegenüber überschüssigem Aldehyd und höheren Temperaturen ist im Patent 92I 625 erläutert. Höhermolekulare Produkte, die ein geringeres Diffusionsvermögen in Haut und Leder haben, werden bei der Herstellung nicht gebildet. Die sehr niedrig viskosen Lösungen gewährleisten ein rasches Eindringen in die Ledersubstanz.
  • Die Sulfon-Aminsalz-Kondensationsprodukte sind amphoter, d. h., sie sind sowohl mit Alkalien als auch mit Säuren löslich; am Neutralpunkt sind sie im allgemeinen unlöslich. Stark basische Kondensationsprodukte, die pro Kern zwei Aminogruppen gebunden enthalten, sind in einigen Fällen auch ohne Salzbildung oder durch partielle Salzbildung löslich. In solchen Fällen genügen zur Salzbildung auch organische Säuren. Als salzartige kationische Verbindungen fällen sie anionische Produkte wie Gerbstoffe, Hilfsgerbstoffe, Farbstoffe und sulfonierte Öle praktisch vollständig aus.
  • Zum Nachgerben walkt man die Leder mit bis zu 2501, dieser Sulfon Aminsalz-Kondensationsprodukte in üblicher Flotte. Zum Schluß wird mit Ammoniak abgestumpft, besonders in den Fällen, wo die Basen unlöslich sind; dadurch können die Flotten völlig ausgezehrt und noch höhere Prozentsätze Nachgerbstoffe in die Leder eingebaut werden, wodurch verblüffende Dickenzunahmen erzielt werden. Leichte Leder können auch mit dem Bürstverfahren nachgegerbt werden, schwere Leder im Standverfahren.
  • Nach der üblichen Aufarbeitung und Trocknen der Leder werden sehr beachtliche Dickenzunahmen festgestellt, sie liegen für Kondensationsprodukte mit einer Aminogruppe pro Kern um 2o %, für solche mit zwei Aminogruppen pro Kern noch um einige Prozente höher. Trotz gesteigerter Fülle bleibt der milde Griff der Leder erhalten, die Farbe der Leder wird aufgehellt, die Fettaufnahme ist besser, und die Lichtbeständigkeit besonders vegetabilisch gegerbter Leder ist verbessert. Auffällig ist die stark verbesserte Färbbarkeit solcher nachgegerbter Leder.
  • Auch mineralisch gegerbte Leder, insbesondere Chromleder, können mit den Sulfon-AminSalZ-KOndensationsprodukten nachgegerbt werden. Die Fülle der Leder wird gesteigert, ohne daß der typische Chromcharakter und das feine Narbenbild wesentlich verändert werden. Bemerkenswert ist, daß die Chromsalze gemeinsam mit den organischen kationischen Kondensationsprodukten angewendet werden können; die Verträglichkeit der Salze untereinander muß allerdings vorher geprüft werden, da die Sulfate der organischen kationischen Produkte meist schwerer löslich sind als die Chloride und die im Handel befindlichen Chromgerbesalze durchweg Sulfate sind. Bei solchen Einbadgerbungen ist die Chromkomponente oft äußerlich weitgehend verdeckt.
  • Die hier zum Nachgerben verwendbaren Sulfon-Amin-Kondensationsprodukte können mit den kationischen Gerbstoffen des Patentes 881347, des belgischen Patentes Sog 264 und des belgischen Patentes 516 959 in allen Verhältnissen gemischt werden; sie erhöhen deren Stabilität während des Gerbprozesses. Dabei wurde die sehr überraschende Feststellung gemacht, daß bis zu 7o bis 8o °/o jener Alleingerbstoffe durch die eigentlich zum Nachgerben verwendbaren Sulfon-Aminsalz-Kondensationsprodukte ausgetauscht werden können, ohne daß das Alleingerbvermögen der Mischungen gegenüber der Gerbkomponente wesentlich beeinträchtigt wird. Solche Mischungen, denen also auch Alleingerbvermögen zukommt, eignen sich in hervorragender Weise zum Nachgerben von mit synthetischen, natürlichen und mineralischen Gerbstoffen gegerbten Ledern. Beispiel I a) Ioo Gewichtsteile (bezogen auf das Falzgewicht) eines nach dem üblichen Verfahren mit 3 Gewichtsteilen Chromoxyd in Form eines handelsüblichen gerbfertigen 3wertigen basischen Chromsalzes ausgegerbten und auf eine Stärke von 1,6 mm gefalzten Chromkalbleders, dessen Dicke an mehreren Stellen genau gemessen wurde, werden '!.Stunde in fließendem kaltem '\Vasser gespült und dann in Zoo bis 25o Gewichtsteilen kaltem Wasser gewalkt.
  • Man gibt eine Lösung von I Gewichtsteil Trockensubstanz des nach dem Verfahren des Patentes 9--,1625 aus I Mol 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, 2 Mol Äthanolamin und 214Iol Formaldehyd hergestellten und mit Salzsäure- auf ein p$ von etwa 3,5 gestellten kationischen Kondensationsproduktes (im folgenden als Nachgerbstoff bezeichnet) in io Volumteilen Wasser in 2 Anteilen mit 5 Minuten Abstand hinzu. Nach einer halben Stunde Walken zeigt die Gerbflotte ein p$ von etwa 4,6. Eine Probe der Flotte gibt bei Zusatz von kleinen Mengen einer verdünnten Ammoniaklösung noch eine leichte Trübung durch ausfallenden, nicht gebundenen Nachgerbstoff. Man gibt nun zum Erschöpfen der Flotte in 2 bis 3 Anteilen so viel einer etwa 5°/oigen Ammoniaklösung in 2 bis 4 Anteilen hinzu, bis der p11-Wert der Flotte auf 5,8 bis 6,o gestiegen ist. Anschließend walkt man noch 1/2 bis 3/_I Stunde. Die Gerbflotte gibt nun mit weiterem verdünntem Ammoniak keine Trübung mehr, d. h., der Nachgerbstoff ist aufgezogen.
  • Die Leder kommen über Nacht auf den Bock und werden dann wie üblich weiterbehandelt. Trocknet man eine Probe nach normaler Lickerung in diesem ungefärbten Zustand auf, so erhält man ein Leder, das sich von einem nicht nachgegerbten Chromleder durch größere Fülle, glatteren Griff und einen Charakter auszeichnet, wie man ihn durch eine stärkere Nachgerbung mit vegetabilischen Gerbstoffen erhalten kann. Besonders auffallend ist der schöne Oberflächenglanz der Leder. Bei der Färbung des nicht aufgetrockneten Leders nach den normalen Methoden der Chromlederfärberei mit I Gewichtsteil eines handelsüblichen sauren Lederfarbstoffes bekommt das der Nachbehandlung mit dem Nachgerbstoff unterzogene Leder eine deutlich tiefere, gedecktere Nuance als ein nicht nachbehandeltes, sonst aber genau so gelickert und gefärbtes und aus derselben Haut in vergleichbarer Lage stammendes Chromleder. Die getrockneten, gefärbten Leder werden mit dem Dickenmesser gemessen und die gefundenen Werte mit denen durch Messung im feuchten Zustand nach dem Falzen gefundenen verglichen. Das nicht mit dem Nachgerbstoff behandelte Leder zeigt dabei einen Dickenverlust von 2,35 0/0, das mit dem Nachgerbstoff behandelte Leder hat eine Dickenzunahme von o,i 0/0.
  • b) In einem weiteren Versuch wurden ioo Gewichtsteile des gefalzten Chromleders mit 3 Gewichtsteilen des genannten Nachgerbstoffes in der unter a) beschriebenen Weise behandelt. Dieses Leder zeigte nach dem Färben mit i Gewichtsteil einer Mischung aus sauren und substantiven Farbstoffen im Vergleich zu einem nicht mit dem Nachgerbstoff behandelten Leder aus derselben Haut und vergleichbarer Lage eine wesentlich tiefere, gedecktere Nuance. Im Schrägschnitt läßt sich erkennen, daß der Farbstoff bei dem mit dem Nachgerbstoff behandelten Leder wesentlich weniger tief eindringt und vorzugsweise in den obersten Schichten der Narben- und Fleischseite fixiert wird. Die, wie oben beschrieben, vorgenommene Dickenmessung zeigt bei dem nicht behandelten Leder einen Dickenverlust von 2,o 0/0, während das nachbehandelte Leder einen Dickenzuwachs von 6,3 0!o aufweist.
  • c) ioo Gewichtsteile Chromleder, wie unter a) beschrieben, werden in der dort beschriebenen Weise mit einer Lösung von 3 Gewichtsteilen Trockensubstanz in 25 Raumteilen Wasser eines Nachgerbstoffes nachgegerbt, der wie folgt erhalten wurde: Man mischt 3 Gewichtsteile Trockensubstanz des nach dem Verfahren des belgischen Patentes 505 264, Beispiel e, aus Resorcin, Ammoniumchlorid und Formaldehyd hergestellten Gerbstoffes mit 7 Gewichtsteilen Trockensubstanz des unter a) dieses Beispiels verwendeten Kondensationsproduktes aus 4,4'-Dioxydiphenyisulfon, Äthanolamin und Formaldehyd, das mit Salzsäure auf PH etwa 3,5 gestellt wurde, und gibt so viel Wasser zu der Mischung, daß ein gut gießbarer Sirup entsteht. Die ungefärbt gelickerten und aufgetrockneten Leder unterscheiden sich von einem nicht nachbehandelten Chromleder durch größere Fülle, schönen Oberflächenglanz und glatteren Griff. Die Chromlederfarbe ist verschwunden, die Leder sehen gelblichbraun aus und haben den Charakter eines mit vegetabilischen Gerbstoffen nachbehandelten Leders.
  • Bei der Färbung mit i Gewichtsteil eines sauren handelsüblichen Farbstoffes erhält das nachgegerbte Leder eine wesentlich tiefere, gedecktere Nuance als das nicht nachgegerbte Leder. Bei der Dickenmessung wie unter a) stellt man bei dem nicht nachgegerbten Leder einen Dickenverlust von 2,o 0/0, bei dem nachgegerbten Leder einen Dickenzuwachs von 19,40/0 fest. Beispiel 2 Ein mit einer Mischung von vegetabilisch-synthetischen Gerbstoffen im Farbengang gegerbter Vachettencroupon, der noch nicht in die betriebsübliche Faßausgerbung gekommen war, wird gut ausgestoßen, 11 /2 Stunde mit fließendem kaltem Wasser gespült, nochmals ausgestoßen und in zwei vergleichbare Stücke geteilt, die als I und 1I bezeichnet und jedes für sich gewogen werden und deren Dicke mit dem Dickenmesser an mehreren Stellen genau gemessen werden.
  • ioo Gewichtsteile (auf Abwelkgewicht bezogen) des als I bezeichneten Stückes werden in einer Lösung von 1,2 Gewichtsteilen 300/0iger Essigsäure in 300 Raumteilen Wasser von 20°C 40 Minuten lang gewalkt. Der pH-Wert der Flotte liegt dann bei etwa 4,o bis 4,2, Man gerbt nun in 3oo Raumteilen neuer Flotte von 20°C mit 3 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) genannten Nachgerbstoffes aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd nach, indem man die genannte Menge des Nachgerbstoffes in etwa 30 Raumteilen Wasser löst und in 2 Anteilen mit 5 Minuten Abstand zugibt. Nach einer Laufzeit von 45 Minuten stumpft man die Flotte in 2o Minuten durch portionsweise Zugabe von verdünnter Ammoniaklösung (etwa 50/0ig) auf ein pH von etwa 5,o ab. Die Leder kommen über Nacht auf Bock, werden am anderen Morgen kurz gespült und dann in 300 Volumteilen Flotte von 45°C mit 4 Gewichtsteilen einer üblichen Fettlickermischung 7o Minuten gewalkt. Nach dem Auftrocknen erhält man ein sehr schönes, griffiges, schmalziges und weiches Leder von gelblichbrauner Farbe.
  • ioo Gewichtsteile des mit II bezeichneten Leders werden zum Vergleich in Anlehnung an die übliche Arbeitsweise wie folgt nachgegerbt: Man lickert das Leder in 3oo Volumteilen Wasser von 45°C mit 4 Ge«,ichtsteilen des bei Leder I verwendeten Fettlickergemisches 70 Minuten lang und setzt dann in das gleiche Bad 3 Gewichtsteile Beingerbstoff Suinachextrakt, der in dem doppelten Volumen Wasser gelöst war, in 2 Anteilen mit 5 Minuten Abstand nach. i Stunde nach der letzten Zugabe zeigt die Flotte ein pH von etwa 4,6.
  • Wegen des schlechten Auszuges der Flotte erfolgt ein Nachsatz von o,2 Gewichtsteilen Ameisensäure (850/0ig). Nach 2stündigem Walken ist das PH der Flotte etwa 3,8. Das Leder wird entnommen und, wie üblich, aufgetrocknet. Es ist wesentlich härter, weniger griffig und rauher als Leder I, die Farbe ist stumpfer und röter.
  • Die nachstehende Tabelle gibt vergleichende Zahlen über Dickenzunahme, Verhältnis Trockengewicht des fertigen Leders zu Einarbeitungsgewicht, Restfettgehalt der Lickerflotte und Auswaschbares im'Leder.
    Dicken- Trockengewicht Restfettgehalt Auswaschbares,
    zunahme zu Einarbeitungs- der Lickerflotte bezogen auf
    gewicht 14 ° "Wasser
    Leder I ................................ 17,0 01o 482 % 1,2 g/1 3,60/0
    Leder 11 ............................... 7,00/0 44,3% 4,2 9 /1 5,2%
    Beispiel 3 ioo Gewichtsteile (berechnet auf Abwelkgewicht) eines bei 12° B6 vegetabilisch-synthetisch ausgegerbten Vacheleders, das kurz gespült, ausgereckt, abgepreßt und abgelüftet wurde, werden io Minuten im Warmluftfaß bei etwa 35 bis 40°C vorgewalkt.
  • Man gibt dann 1,5 Gewichtsteile Essigsäure (i: io verdünnt) hinzu und walkt weitere io Minuten bei 35 bis 40°C. Anschließend gibt man eine Lösung von 5 Gewichtsteilen des Nachgerbstoffes, wie er im Beispiel i, a) beschrieben worden ist, in Form einer Lösung in der iofachen Menge Wasser in 2 Anteilen mit io Minuten Abstand hinzu und walkt etwa i Stunde unter gelegentlichem kurzem Einleiten von Kaltluft. Nach dieser Zeit ist der Gerbstoff in das Leder eingedrungen. Man gibt nun eine Lösung von 0,5 Gewichtsteilen Natriumacetat, gelöst in der iofachen Menge Wasser, hinzu und walkt diese Lösung in 15 Minuten in das Leder ein. Das Leder wird dann 40 Stunden abgelagert, mit einem oxydationshemmenden Lederöl gut abgeölt und vorsichtig im dunkeln Raum getrocknet. Das Leder unterscheidet sich äußerlich wenig von einem nicht nachgegerbten, sondern nur in der gleichen Weise abgeöltem und aufgetrocknetem anderen Stück Leder aus derselben Haut.
  • Das nachbehandelte Leder hat trotz des Einbringens der zusätzlichen Menge an Nachgerbstoff einen Gehalt an gesamt auswaschbaren Substanzen von Io,3 °/o, während das nicht behandelte Leder einen Gehalt von 13,6 °/° aufweist. Die Werte für den Anteil der auswaschbaren organischen Substanz sind 9,6 bzw. 1110/,. Beispiel 4 a) je ioo Gewichtsteile (berechnet auf Abwelkgewicht) eines mit 25 Gewichtsteilen Reingerbstoff einer vegetabilischen Mischung (bestehend aus gleichen Teilen Reingerbstoff Quebrachoextrakt kaltlöslich und Mimosenrindenextrakt) gegerbten Ziegenleders werden wie folgt nachgegerbt: Leder i mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) benutzen, mit Salzsäure eingestellten Kondensationsproduktes aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd.
  • Leder 2 mit io Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes.
  • Leder 3 mit 2o Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes.
  • Leder 4 mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel, i c) beschriebenen Nachgerbstoffes, der aus einer Mischung des Kondensationsproduktes von 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd und dem Kondensationsprodukt aus Resorcin, Ammoniumchlorid und Formaldehyd besteht.
  • Leder 5 mit io Gem-ichtsteilen derselben Mischung. Leder 6 mit 2o Gewichtsteilen derselben Mischung. Leder 7 mit io Gewichtsteilen Trockensubstanz einer vegetabilischen Mischung aus Quebrachoextrakt, kaltlöslich, Mimosarindenextrakt, Kastanienholzextrakt, Myrobalanenextrakt und Valexpulver (30: 30:30: 5: 5 Gewichtsteilen Reingerbstoff). Leder 8 mit 3o Gewichtsteilen Trockensubstanz derselben Mischung.
  • Leder 9 wird als Vergleich nicht nachgegerbt.
  • Die Nachgerbung der Leder Nr. r bis 6 erfolgt folgendermaßen: Die kurz gespülten Leder werden gut abgewelkt. Anschließend wird die Dicke der Leder an je zehn Stellen gemessen. Die Leder kommen dann in eine Flotte von etwa 25o bis 3oo Raumteilen kaltem Wasser.
  • Unter stetem Walken gibt man mit 15 Minuten Abstand die Nachgerbstoffe zu und läßt insgesamt 2 Stunden laufen. Nach Messen des pH stumpft man durch vorsichtige Zugabe von etwa 5 °/oigem Ammoniak auf einen pH-Wert von etwa 5,8 bis 6,2 ab. Das Abstumpfen ist in etwa 30 Minuten beendet. Man läßt nach der letzten Zugabe von Ammoniak noch 3o Minuten laufen und entnimmt dann die Leder. Nach kurzem Spülen werden die Leder abgewelkt, vom Narben mit einem sulfonierten handelsüblichen Lickeröl abgeölt und aufgetrocknet. Leder 7 und 8 werden, wie allgemein üblich, nachgegerbt und dann genauso gespült, ausgestoßen, abgeölt und getrocknet. Leder Nr.9 wird ohne Nachbehandlung ebenfalls in der gleichen Weise gespült, ausgestoßen, abgeölt und getrocknet.
  • Die Dicke der abgeölten, aber noch feuchten Leder wird an zehn Stellen gemessen. Die Dickenzunahmen gegenüber der Messung vor der Nachbehandlung im feuchten Zustand sind folgender Tabelle zu entnehmen.
    Leder Nr. ( Dickenzunahme
    I 27,6 °/o
    2 32,7 0/0
    3 38,01/0
    4 28,9 °/°
    5 29,70/0
    6 _ 35,5%
    7 14,7 °/o
    8 23,4%
    9 0,8 °/o
    Die nach dem beanspruchten Verfahren nachbehandelten Leder Nr. i bis 6 sind sehr voll bei gleichmäßiger, schöner, aufgehellter Lederfarbe. Die Fixierung des Nachgerbstoffes ist auch bei den größten angebotenen Mengen gut. Leder Nr. 7 ist wesentlich weniger voll, die Gerbstof$xierung ist gut. Leder Nr.8 ist ebenfalls deutlich weniger voll als Leder Nr. i bis 6. Die Fixierung des Gerbstoffes ist schlecht, die Lederfarbe, besonders an den Rändern, unruhig. Leder Nr. 9 macht einen ausgesprochen flacheren und leereren Eindruck.
  • b) je ioo Gewichtsteile des unter a) verwendeten vegetabilisch vorgegerbten Ziegenleders werden in 25o Raumteilen Wasser wie folgt nachgegerbt: Leder I wird mit 2 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffgemisches nachgegerbt, das aus gleichen Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) verwendeten Nachgerbstoffes aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd und des nach dem Beispiel 3 des Patentes 881347 aus Brenzkatechin, Äthylendiamin und Formaldehyd hergestellten Nachgerbstoffes besteht.
  • Leder 2 wird mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffgemisches nachgegerbt. Leder 3 wird mit 2 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffgemisches nachgegerbt, das aus gleichen Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) verwendeten Nachgerbstoff aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd und des nach dem Beispiel 6, Absatz 3 des Patentes 881347 aus Brenzkatechin, Morpholin und Formaldehyd hergestellten Nachgerbstoffes besteht.
  • Leder 4 wird mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffgemisches nahgegerbt. Leder 5 wird zum Vergleich nicht nachgegerbt.
  • Die Nachgerbung und Weiterbehandlung erfolgt wie unter a) beschrieben. Die Dicke der abgeölten, noch feuchten Leder wird an zehn Stellen gemessen. Die Dickenzunahme gegenüber der Messung vor der Nachbehandlung ist der nachstehenden Tabelle zu entnehmen.
    Leder Nr. Dickenzunahme
    i 13,3 0,/0
    2 20,90/0
    3 10,50110
    4 17,7%
    5 0,51/0
    Die Leder werden im trockenen Zustand beurteilt. Leder i bis 4 sind sämtlich deutlich voller und griffiger als das nicht nachbehandelte Vergleichsleder Nr. 5. Die Fixierung des Nachgerbstoffes ist gut. Die Lederfarbe ist nach einem angenehmen Gelbbraun verschoben. Beispiel 5 a) Aus einem Vachecroupon, der nach den üblichen Methoden mit Mischungen vegetabilischer und synthetischer Gerbstoffe ausgegerbt worden ist, werden neun Schablonen in der Größe von etwa io # 15 cm aus vergleichbaren Lagen entnommen. Die Schablonen werden einige Minuten in fließendem Wasser gespült und dann jeweils 2 Tage in Lösungen folgender Zusammensetzung eingehängt (auf i Gewichtsteil Leder, bezogen auf Abwalkgewicht, werden dabei etwa 8 Raumteile der Lösungen angewandt) Leder i in eine Lösung von io Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i,c) dieser Anmeldung genannten Nachgerbstoffgemisches in iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 2 in eine Lösung von 2o Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes in iooo Raumteilen Wasser. Leder 3 in eine Lösung von 4o Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes in, iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 4 in eine Lösung von 4o Gewichtsteilen Reingerbstoff, bestehend aus je 3o Gewichtsteilen Trockensubstanz Quebrachoextrakt, kaltlöslich, Mimosarindenextrakt und Kastanienholzextrakt und je 5 Gewichtsteilen Myrobalanen und Valexpulver in iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 5 in eine Lösung von 8o Gewichtsteilen Beingerbstoff, bestehend aus derselben Mischung in iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 6 wurde nicht nachbehandelt.
  • Leder 7 in eine Lösung von io Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) genannten Nachgerbstoffes in iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 8 in eine Lösung von 2o Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes in iooo Raumteilen Wasser.
  • Leder 9 in eine Lösung von 4o Gewichtsteilen Trockensubstanz desselben Nachgerbstoffes in iooo Raumteilen Wasser.
  • Nach 2tägigem Stehen werden die Leder entnommen, kurz abgespült, abgepreßt, ausgestoßen, mit einem oxydationshemmenden, handelsüblichen Gerböl leicht vom Narben abgeölt und langsam im Dunkeln getrocknet.
  • Die trockenen Leder zeigten folgendes Aussehen: Leder Nr. i, 2, 3 haben eine schöne helle Lederfarbe, sind gut flexibel, aber trotzdem standig. Das Vergleichsleder Nr. 6 ist wesentlich dunkler und spröder. Der Narben bricht beim stärkeren Biegen.
  • Leder Nr. 4 und 5 sind etwas heller und deutlich besser als Nr. 6, erreichen aber Nr. i bis 3 nicht. Leder Nr. 7 und 8 sind etwa so wie Nr. i bis 3. Leder Nr.9 ist in Farbe und Narbenfestigkeit deutlich schlechter als Nr. 3, aber besser als Leder Nr. 6.
  • Sämtliche Leder wurden analysiert und folgende Werte für den Gehalt an auswaschbaren Substanzen gefunden: Leder Nr. i ........................ 5,36% Leder Nr. 2 ........................ 6,io0/0 Leder Nr. 3 ........................ 6,050/, Leder Nr. 4 ........................ 7,2504 0 Leder Nr. 5 ........................ 8,550/0 Leder Nr. 6 ........................ io,5 0/0 Leder Nr.7 ........................ 4,700/0 Leder Nr. 8 ........................ 5,2,80/0 Leder Nr.9 ........................ 6,o20/0 b) Aus demselben wie unter a) beschriebenen Vachecroupon werden drei Schablonen in der Größe von etwa io - 15 cm aus vergleichbaren Lagen entnommen. Die Schablonen werden einige Minuten in fließendem Wasser gespült.
  • Schablone Nr. i wird ohne weitere Behandlung nach gutem Ausstoßen mit oxydationshemmendem, handelsüblichem Gerböl leicht vom Narben abgeölt und langsam im Dunkeln getrocknet. Schablone Nr. 2 wird in Zoo Raumteilen Wasser von 4o bis 45°C (bezogen auf Abwelkgewicht) mit einer Lösung von 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel z, a) genannten Nachgerbstoffes, der in 25 Raumteilen Wasser gelöst war, nachbehandelt. Man gibt die Lösung des Nachgerbstoffes in einem Anteil hinzu, walkt 1/2 Stunde und stellt dann den pH-Wert der Flotte durch vorsichtige Zugabe einer etwa 5°/oigen Ammoniaklösung auf einen pH-Wert von 5,8. Man wallt noch '/,Stunde in der Flotte, entnimmt das Leder, spült es kurz ab, preßt ab und behandelt es ebenso wie das Vergleichsleder mit oxydationshemmendem, handelsüblichem Gerböl.
  • Schablone Nr.3 wird in derselben Weise mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, c) genannten Nachgerbstoffgemisches behandelt und dann in der gleichen Weise mit Ammoniak auf einen pH-Wert von 5,9 abgestumpft. Die weitere Behandlung erfolgt wie bei Leder Nr. 2.
  • Nach dem Trocknen zeigten die Leder folgendes Aussehen Leder i : Graubraune Lederfarbe, ziemlich standiges Leder, Narbenfestigkeit mäßig.
  • Leder --: Farbe deutlich aufgehellt und nach Gelb verschoben bei gutem Narbenbild, Leder etwas weicher und flexibler, keine Narbenbrüchigkeit.
  • Leder 3: Dem Aussehen nach ähnlich wie Leder Nr.2, Flexibilität etwas geringer als Leder Nr.2, Narbenfestigkeit etwas geringer als Leder Nr. 2, aber deutlichbesseralsNr. i. DieL ederwurden analysiert und folgende Werte für den Gehalt an auswaschbaren Substanzen festgestellt: Leder Nr. i ......................... io,2 °/o Leder Nr. 2 ......................... 7,4 % Leder Nr. 3 ......................... 8,00/, Beispiel 6 ioo Gewichtsteile Ziegenblöße werden nach Beispiel i des Verfahrens des Patentes 92o 811 mit 15 Gewichtsteilen Trockensubstanz des Gerbstoffes gegerbt, der nach dem Beispiel e des belgischen Patentes 505 264 aus Resorcin, Ammoniumchlorid und Formaldehyd erhalten wird. Das Leder wird gespült und ausgestoßen. Die Dicke des Leders wird an mehreren Stellen gemessen.
  • Dann gibt man in neuer Flotte von 25o bis 300 Raumteilen Wasser eine Lösung von 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, a) benutzten Nachgerbstoffes in etwa 4o Raumteilen Wasser in zwei Anteilen mit 5 Minuten Abstand hinzu. Man walkt i Stunde und stumpft dann in der im Beispiel i, a) beschriebenen Weise auf PH 5,8 bis 6,o ab. Man spült kurz, stößt die Leder auf der Tafel aus, mißt die Dicken und ölt vom Narben mit einem handelsüblichen sulfonierten Fettlicker ab. Die durchschnittliche Dickenzunahme in der Nachgerbung beträgt 4 °/o. Nach dem Auftrocknen erhält man ein Leder, das sich von einem nicht nachgegerbten Leder durch größere Fülle, besseren Griff und nach Gelb verschobene Lederfarbe unterscheidet. Führt man die Nachgerbung mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines handelsüblichen, neutral gestellten Gerbstoffes aus, so stellt man eine durchschnittliche Dickenzunahme von 3 °/o fest. Die Fülle des trockenen Leders ist nicht so gut wie bei dem wie oben nachgegerbten Leder, die Farbe ist deutlich röter. Beispiel 7 Eine nach dem normalen Verfahren mit vegetabilisch-synthetischen Gerbstoffen gegerbte und normal getrocknete Vachette wird .auf der Narbenseite mit einer Lösung von 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz in iooo Raumteilen Wasser des im Beispiel i, c) beschriebenen Nachgerbstoffgemisches gebürstet. Man gibt zwei Bürstaufträge, wobei man vor dem zweiten Auftrag die Leder kurz ablüftet. Nach kurzem Ablüften bürstet man die so vorbehandelten Leder mit einer wäßrigen,Lösung von sauren Lederfarbstoffen nach dem allgemein für die einseitige Färbung von Vachettenleder angewendeten Verfahren. Zum Vergleich bürstet man nur mit M'asser vorgenetzte Leder mit derselben Farbstofflösung unter vergleichbaren Bedingungen. Nach dem Auftrocknen der Leder stellt man fest, daß die mit dem Nachgerbstoffgemisch vorbehandelten Leder eine deutlich tiefere Nuance aufweisen. Beim kurzen Polieren zeigen diese Leder einen schöneren Glanz und größere Brillanz. Ferner wird durch die Vorbehandlung mit dem Dachgerbstoff das bei gewissen Farbstoffen beobachtete -Durchschlagen" der Farbstoffe auf die Fleischseite weitgehend verhindert. Beispiel 8 a) ioo Gewichtsteile eines mit 25 Gewichtsteilen Reingerbstoff einer vegetabilisch -synthetischen Mischung, die aus i Gewichtsteil Reingerbstoff Ouebracho-Holzextrakt, i Gewichtsteil Reingerbstoff Mimosarindenextrakt und 2 Gewichtsteilen Reingerbstoff eines handelsüblichen synthetischen Austauschgerbstoffes besteht, ausgegerbten Leders (berechnet als Abwelkgewicht) werden zo Minuten gut gespült, ausgestoßen und kurz abgelüftet. Dann stellt man durch Messung an mehreren Stellen die durchschnittliche Dicke des Lederstückes fest. Nun wird das Leder in Zoo bis 25o Raumteilen Wasser mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Gerbstoffes nachgegerbt, wie er nach dem Verfahren des Patentes 921625 gemäß Beispiel 3 aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon (i blol), Morpholin (4 Mol) und Formaldehyd (4 Mo1) erhalten wird. Man gibt den etwa mit io Raumteilen Wasser gelösten Nachgerbstoff in 2 bis 3 Anteilen mit je io Minuten Abstand hinzu, walkt noch i1/2 bis 2 Stunden und stumpft dann die Flotte durch vorsichtige Zugabe von einer verdünnten Ammoniaklösung, wie im Beispiel i, a) dieser Erfindung näher beschrieben, auf einen p11-Wert von etwa 5,5 bis 6 ab. Man walkt in der blanken Flotte noch etwa 1/2 Stunde, entnimmt die Leder und legt sie über Nacht auf den Bock. Am andern Morgen werden die Leder kurz gespült, gut ausgestoßen und gut abgelüftet. Dann wird die Dicke der Leder an denselben Stellen wie vorher gemessen. Anschließend werden die Leder mit einem handelsüblichen Licker aus sulfonierten Ölen vom Narben abgeölt und aufgetrocknet. Zum Vergleich wird ein genauso mit der vegetabilisch-synthetischen Mischung gegerbtes Leder mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Gemisches aus gleichen Teilen Quebrachoholzextrakt und Mimosarindenextrakt in der üblichen Weise nachgegerbt. Das mit dem Nachgerbstoff nachgegerbte Leder ist im Vergleich zu dem vegetabilisch nachgegerbten Leder wesentlich voller und griffiger, die Lederfarbe ist etwas aufgehellt und nach Gelb verschoben. Das mit dem Nachgerbstoff nachbehandelte Leder zeigt in der Nachbehandlung eine Dickenzunahme von 7,3 %, während das mit der vegetabilischen Mischung nachgegerbte Leder einen Dickenverlust von 2,8 °;7o aufweist.
  • b) ioo Gewichtsteile des unter a) verwendeten Leders werden mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffes nachbehandelt, der nach den Verfahren des Patentes 921625 gemäß Beispiel i, c) aus 4,4'-Dioxydiphenylsulfon (i Mol), Äthanolamin (4 Mol) und Formaldehyd (4 Mol) hergestellt wird. Das fertige Leder ist im Vergleich zu einem mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz einer vegetabilischen Mischung aus gleichen Teilen Quebrachoholzextrakt und Mimosarindenextrakt nachgegerbten Leder voller, milder und griffiger, die Lederfarbe ist heller, gleichmäßiger und deutlich nach Gelb verschoben. Bei der Dickenmessung, wie unter a) beschrieben, stellt man bei dem mit dem Nachgerbstoff nachgegerbten Leder eine Dickenzunahme von io,5 °/o fest, während das vegetabilisch nachgegerbte Leder einen Dickenverlust von 2,8 °/o aufweist. Beispiel 9 Je 5o Gewichtsteile Kalbsblöße werden in 15o Raumteilen Wasser folgendermaßen gegerbt: Blöße i wird mit 4 Gewichtsteilen eines gerbfertigen 4i" basischen, handelsüblichen Chromgerbesalzes mit einem Chromoxydgehalt von etwa 33 % und einem Natriumsulfatgehalt von etwa 3 °/o in üblicher Weise gegerbt und abgestumpft.
  • Blöße 2 wird mit einem Gemisch folgender Zusammensetzung gegerbt: 9 Gewichtsteile Trockensubstanz des im Beispiel i, c) genannten Nachgerbstoffgemisches und i,o Gewichtsteile des oben verwendeten, handelsüblichen, salzarmen.3wertigen Chromgerbesalzes werden in etwa 4o Raumteilen Wasser gelöst.
  • Man gibt diese Lösung in 2 Anteilen mit einer Stunde Abstand in die Gerbflotte und walkt anschließend 2 Tage. Anschließend wird durch vorsichtige Zugabe einer etwa 5 °%oigen Ammoniaklösung auf einen pH-Wert von etwa 5,8 bis 6,o abgestumpft. Die Flotte bleibt bis zum Schluß praktisch klar. Beide Leder werden nach Beendigung der Gerbung kurz gespült und mit je i Gewichtsteil eines handelsüblichen, vollsynthetischen Lickeröls gefettet.
  • Die Leder werden aufgetrocknet und beurteilt. Leder i zeigt das typische Aussehen eines Chromleders mit dem weichen, vollen Griff und der Farbe des normalen Chromleders.
  • Leder 2 ist wesentlich voller, fester und macht einen deutlich vegetabilischen Eindruck. Das Leder hat eine angenehme, gelblichbraune Farbe und zeigt nur noch in einem Teil des Schnittes die grüne Chromfarbe. Beispiel io a) Ein Stück ostindisches Bastardleder wird mit dem Dickenmesser an mehreren Stellen gemessen und die . durchschnittliche Dicke in trockenem Zustand festgestellt. Dann walkt man das Leder 1;''2 Stunde in kaltem Wasser gut auf, stößt aus, stellt das Gewicht fest und gerbt folgendermaßen nach: ioo Gewichtsteile dieses feuchten Leders werden in 25o Raumteilen Wasser (bezogen auf Feuchtgewicht) gewalkt und dann nach dem mehrfach beschriebenen Verfahren mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz des im Beispiel i, c) verwendeten Nachgerbstoffgemisches nachgegerbt. Nach einer Laufzeit von i1/4 Stunden stumpft man durch vorsichtige Zugabe einer etwa 50j,igen Ammoniaklösung bis auf ein p,1 von etwa 5,8 ab. Man läßt die Leder nach Erreichen dieses p"-Wertes noch eine halbe Stunde laufen, spült die Leder kurz in fließendem Wasser aus, stößt sie gut aus und trocknet sie auf. Das trockene Leder wird wiederum an mehreren Stellen gemessen und die durchschnittliche Dicke berechnet. Die Dickenzunahme in der Nachgerbung beträgt 24,5 °/o.
  • b) In derselben Weise werden ioo Gewichtsteile feuchten ostindischen Bastards mit dem im Beispiel i, a) beschriebenen Nachgerbstoff nachgegerbt und abgestumpft. Nach dem Auftrocknen stellt man eine Dickenzunahme von 28,o °,/'o fest.
  • c) ioo Gewichtsteile feuchten ostindischen Bastards werden in 23o Raumteilen Flotte mit j Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffes aus Kresolsulfon, Äthanolamin und Formaldehyd, wie er nach dem Verfahren des Patents 92,1625 gemäß Beispiel 4 erhalten wird, in derselben Weise nachgegerbt und abgestumpft. Nach dem Auftrocknen stellt man eine Dickenzunahme von 22,2°;`o fest.
  • d) In derselben Weise werden ioo Gewichtsteile feuchten ostindischen Bastards mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffs nachgegerbt, der durch Kondensation von i Mol o-Chlorphenolsulfon, z Mol Morpholin und 2,2 Mol Formaldehyd nach dem Beispiel s des obengenannten Patentes 921625 hergestellt ist. Nach dem wie üblich vorgenommenen Abstumpfen und Auftrocknen stellt man eine Dickenzunahme von 34,0 °/o fest.
  • e) Bei der Nachgerbung von ioo Gewichtsteilen feuchtem ostindischem Bastardleder mit 5 Gewichtsteilen Trockensubstanz eines Nachgerbstoffes, der aus i Mol o-Chlorphenolsulfon, 2 Mol Dimethylamin und 2,23 Mol Formaldehyd nach Beispiel 5 des Patentes 921625 erhalten wird, stellt man nach dem Abstumpfen und Auftrocknen eine Dickenzunahme von 36,5 °/o fest. Ein zum Vergleich mit ioo Gewichtsteilen feuchtem ostindischem Bastard und 5 Gewichtsteilen Reingerbstoff Sumachextrakt durchgeführter Nachgerbversuch ergibt nach dem Auftrocknen eine Dickenzunahme des Leders von 13,8 °/o.
  • Sämtliche in diesem Beispiel durch die Nachgerbung mit den kationischen Gerbstoffen hergestellten Leder weisen einen außerordentlichen schönen und vollen Griff auf, der sich vorteilhaft von dem Griff des mit Sumach nachgegerbten Bastardleders unterscheidet. Die Lederfarbe ist in den meisten Fällen etwas heller und klarer, der Ton meist etwas nach Gelb verschoben im Vergleich zu dem mit Sümach nachgegerbten Bastardleder. Die mit den Nachgerbstoffen nachbehandelten Leder weisen außerdem einen besonders schönen Oberflächenglanz auf.

Claims (2)

  1. PATENTANSPRÜCHE: i. Verfahren zur Herstellung von Leder, dadurch gekennzeichnet, daß man die mit synthetischen, natürlichen und/oder mineralischen Gerbstoffen gegerbten Leder mit Salzen von Kondensationsprodukten aus Sulfonen einwertiger Phenole, nicht aromatischer Basen und Formaldehyd nachbehandelt.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß man Mischungen der Salze von Kondensationsprodukten aus - Sulfonen einwertiger Phenole, nicht aromatischer Basen und Formaldehyd zusammen mit kationischen Gerbstoffen organischer bzw. anorganischer Natur verwendet.
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