DE968357C - Verfahren zur Herstellung von Bindemitteln auf Steinkohlenteerpechgrundlage - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Bindemitteln auf Steinkohlenteerpechgrundlage

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DE968357C
DE968357C DEG10556A DEG0010556A DE968357C DE 968357 C DE968357 C DE 968357C DE G10556 A DEG10556 A DE G10556A DE G0010556 A DEG0010556 A DE G0010556A DE 968357 C DE968357 C DE 968357C
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tar
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pitch
coal tar
tar pitch
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DEG10556A
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Inventor
Dr Franz Bauerfeld
Dr Friedrich Richter
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Gesellschaft fuer Teerverwertung mbH
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Gesellschaft fuer Teerverwertung mbH
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C08ORGANIC MACROMOLECULAR COMPOUNDS; THEIR PREPARATION OR CHEMICAL WORKING-UP; COMPOSITIONS BASED THEREON
    • C08LCOMPOSITIONS OF MACROMOLECULAR COMPOUNDS
    • C08L95/00Compositions of bituminous materials, e.g. asphalt, tar, pitch

Landscapes

  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Civil Engineering (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Structural Engineering (AREA)
  • Health & Medical Sciences (AREA)
  • Chemical Kinetics & Catalysis (AREA)
  • Medicinal Chemistry (AREA)
  • Polymers & Plastics (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Compositions Of Macromolecular Compounds (AREA)
  • Working-Up Tar And Pitch (AREA)

Description

  • Verfahren zur Herstellung von Bindemitteln auf Steinkohlenteerpechgrundlage Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Herstellung von Bindemitteln auf Steinkohlenteerpechgrundlage mit weitem Plastizitätsbereich, die zum Beispiel als Klebmasse, insbesondere für Dachpappen, Verwendung finden kann. Die Masse gemäß der Erfindung enthält außer Teerpech, insbesondere Steinkohlenteerpech, Teeröle und makromolekulare, insbesondere aus dem Holz stammende Stoffe. Der besondere Vorteil dieser Massen ist eine große Spanne zwischen Erweichungspunkt und Brechpunkt.
  • Als Klebmassen für Dachpappen, die eine große Spanne zwischen dem Erweichungspunkt und dem Brechpunkt aufweisen, werden meist Massen verwendet, die Asphaltbitumen enthalten. Diese Massen haben Erweichungspunkte nach Krämer-Sarnow, die in dem Bereich von etwa 30 bis 70" liegen.
  • Gemäß der Erfindung wird eine solche Masse mit weitem Plastizitätsbereich erzielt durch Verkochen unter Rühren von Lignin oder Holz mit einem Gemisch aus Steinkohlenteerpech und Teeröl bei einer Temperatur von mindestens 250° so lange, bis der Erweichungspunkt der homogenen Masse mindestens 1000 (nach Krämer-S arnow) beträgt, wonach die Masse in an sich bekannter Weise zur Erreichung des gewünschten endgültigen Erweichungspunktes gefluxt wird.
  • Als Bindemittel mit einer verhältnismäßig großen Spanne zwischen Erweichungs- und Brechpunkt, zum Beispiel als Klebmasse für Dachpappen, sind Asphaltbitumen enthaltende Massen mit einem Erweichungspunktbereich von etwa 30 bis 70" bekannt. Diese Massen haben u. a. den Nachteil, daß die Anwendung von Asphaltbitumen notwendig ist, auf der der verhältnismäßig weite Bereich zwischen Erweichungs-und Brechpunkt beruht.
  • Es sind vielfach auch Klebemassen für Dachpappen im Gebrauch, die kein Asphaltbitumen enthalten, sondern Steinkohlenteerpeche, z. B. gefluxte Peche.
  • Diese Klebemassen aber haben den Nachteil, daß die Differenz zwischen Brechpunkt und Erweichungspunkt (Plastizitätsspanne) sehr gering ist, wobei es sich besonders nachteilig auswirkt, daß bei Erweichungspunkten, die eben als tragbar anzusprechen sind, die mit dem Steigen des Erweichungspunktes steigenden Brechpunkte bei o" oder sogar niedriger liegen. Verzichtet man also, z. B. aus Gründen der Wirtschaftlichkeit, auf die Verwendung von Asphaltbitumen, so werden die Klebemassen auf Teerpechbasis im Sommer bei Sonnenbestrahlung weich und andererseits im Winter bei Temperaturen von o" und tiefer spröde, so daß mit solchen Klebemassen Dachpappen auf steilen Dächern nicht zufriedenstellend verlegt werden können.
  • Diese Nachteile werden durch die Erfindung vermieden ohne Zurückgreifen auf Asphaltbitumen. Nach der Erfindung können Massen mit vorzüglichen Eigenschaften und insbesondere mit einer großen Spanne zwischen Erweichungspunkt und Brechpunkt erhalten werden, da bei der Behandlung nach der Erfindung, auch bei Rückführung der verdampfenden Anteile, der Erweichungspunkt auf Werte oberhalb Ion", vorzugsweise in dem Bereich von I20 bis I60". steigt.
  • Die Temperatur der Behandlung gemäß der Erfindung liegt dabei vorzugsweise in dem Bereich von z. B. um 2800.
  • Nach einer bevorzugten Ausführungsform wird die mechanisch bearbeitete gekochte Masse, wenn sie einen Erweichungspunkt über 1000 erreicht hat und zweckmäßig einen sehr hohen Erweichungspunkt von z. B. I60" erreicht hat, mit Teeröl, z. B. hochsiedendem Steinkohlenteeröl, wie Anthracenöl und dergleichen, vermengt, um eine Masse mit dem gewünschten Erweichungspunkt herzustellen, die eine große Spanne zwischen dem Erweichungs- und dem Brechpunkt aufweist und Eigenschaften, die den Asphaltbitumen-Massen nahekommen oder gleichen.
  • Mit besonderem Vorteil wird als Zusatzstoff ein Lignin, wie es bei der Celluloseherstellung oder der Holzverzuckerung anfällt, verwendet.
  • Die Dauer des Mischens bzw. Knetens und Erhitzens beträgt etwa 3 bis 6 Stunden und liegt vorzugsweise in dem Bereich von 4 bis 5 Stunden.
  • Es ist in hohem Maße erstaunlich, daß die so erhaltene Masse Eigenschaften aufweist, die der ursprünglichen Teerpech-Teeröl-Mischung nicht zukommen.
  • Es ist ein Verfahren zur Herstellung eines besonders zur Erzeugung von Briketten geeigneten Bindemittels bekannt, gemäß dem Pech mit Holz oder holzartigen Stoffen ajif Temperaturen von etwa 300 bis 350° erhitzt wird. Bei dieser Erhitzung wird gerührt, um ein gleichmäßiges Aufschließen des Holzes herbeizuführen Statt Holz sind auch Sägespäne, Torf, Stroh und Baumwollabfälle bei diesem Vorschlag erwähnt. Als Eigenschaften der entstandenen Masse wird mitgeteilt, daß sie nach dem Erkalten ähnliche Eigenschaften wie Steinkohlenteerpech zeige. Die gleichmäßige, glänzende, tiefschwarze, harte Masse zeige ein Erweichen bei Temperaturen zwischen 70 und 1000 und habe eine hohe Bindekraft. Bei dieser Erhitzung zum Aufschließen von Holz und ähnlichen Stoffen - es ist das starke Schäumen unter Wasserabspaltung und das Abgehen von Produkten der Trockendestillation des Holzes erwähnt - bei Temperaturen oberhalb der gemäß der Erfindung zu verwendenden ist die Benutzung von Lignin nicht genannt, und vor allem tritt dabei - mindestens ist dies nicht mitgeteilt - nicht die Erhöhung der Spanne zwischen Erweichungspunkt und Brechpunkt ein. Das Verfahren unterscheidet sich außer in diesen wesentlichen Punkten von dem der Erfindung auch darin, daß der Erweichungspunkt der erhaltenen Masse niedriger ist als der gemäß der Erfindung. Überdies ist von einem Vorgehen gemäß der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung, d. h. dem Vermischen bzw. Kneten in der Warme bis zur Erreichung eines sehr hohen Erweichungspunktes von z. B. I630 und nachherigem Verdünnen mit Teerölen zur Erreichung einer Masse von niedrigerem Erweichungspunkt, z. B. von etwa 9D°, nicht die Rede.
  • In der Tat beschäftigt sich dieser Vorschlag ni ht mi dem Problem der Erfindung.
  • Das Problem, das gemäß der Erfindung auf sehr einfache und wirkungsvolle Weise gelöst wird, ist jedoch nicht untersucht. Es liegt eine Vielzahl von Versuchen vor, Klebemassen auf Steinkohlenteerbasis herzustellen, die nicht den oben aufgezeigten Nachteil der Weichpechmassen besitzen. Alle diese Versuche haben jedoch nicht zu befriedigenden Erfolgen geführt.
  • Die Verwendung von Füllstoffen in feinster Verteilung vergrößert zwar die Plastizitätsspanne, beeinträchtigt aber die Klebekraft und Stabilität der Massen, die in vielen Fällen unter Sedimentieren sich entmischen.
  • Die Verwendung von Asphaltbitumenklebemassen bei Pappen auf Steinkohlenteerbasis, zu der letzten Endes gegriffen werden mußte, stellt ebenfalls eine befriedigende Lösung des Problems nicht dar, da die Bitumenasphaltmassen und die Teermassen keine große Verträglichkeit zueinander haben, so daß Ölabscheidungen (Ausbluten) des öfteren nicht zu vermeiden sind.
  • Nach der vorliegenden Erfindung nun wird ein einfacher Weg gewiesen, diese Schwierigkeiten zu vermeiden und Vorteile zu erreichen, wobei der Vorteil der Wirtschaftlichkeit zusätzlich erreicht wird, da diie gemäß der Erfindung zu verwendenden Naturstoffe, insbesondere Lignin selbst, zu verhältnismäßig niedrigen Preisen zur Verfügung stehen. l) as Das Ergebnis ist um so überraschender, als die Natur dieser Stoffe der der Teerstoffe verhältnismäßig fern liegt und Stoffe Shnlicher Art, wie z. B. Naturharz, hier als Zusatzstoffe nicht vorgeschlagen werden.
  • Das nach der bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zu verwendende Lignin wird zweckmäßig in einer verhältnismäßig geringen Menge zu dem Pech-Öl-Gemisch verwendet, die unterhalb 50 % liegt.
  • Bei Verwendung von präpariertem Teer, ist z. B. ein Verhältnis von 3 Teilen präpariertem Teer zu I Teil Lignin gut brauchbar.
  • Beispiel I 1000 kg präparierter Teer, entsprechend einem Dachteer DIN 52 I36, werden in einem mit Rührwerk versehenen Kessel mit 300 kg Lignin versetzt und 4 Stunden unter Rühren und Rückführung der verdampften Anteile auf 280° erhitzt. Die Masse hat danach einen EP. (K.S.) von 1400, nach Zugabe von 520 kg Anthracenöl einen EP. von 88° (I), mit 850 kg Anthracenöl vermischt einen EP. von 67° (II).
  • Die Massen I und II haben folgende Eigenschaften:
    I II
    Spezifisches Gewicht I, 233 1,233 I,230
    EP. (K.S.)......................... 88,0° 67,0°
    EP. (RK.) 92, 5° . . . . . . . . . . . 92,50 735o0
    Brechpunkt (Fraass) ..... + 6,0" # 15,0
    Aschegehalt ............................................ 2,3% 2,1%
    Benzolunlösliches ...................................... 27,0% 25,4%
    Kugelfallprüf. - 10°/2h .. 3,20m 4,20m
    Fließlänge 3h/55°/>15° .. 0 mm 0 mm
    Beim Zerreißversuch von mit diesen Massen verklebter Dachpappe zeigte sich kein Aufreißen der Klebestelle. Infolge der hohen Klebefähigkeit und ihrer sonstigen Eigenschaften sind die nach der Erfindung hergestellten Massen auch hervorragend geeignet als Vergußmassen, Spachtelmassen, Isoliermassen ú. dgl.
  • Die obige Masse II zeigt bei einem durchaus brauchbaren Erweichungspunkt nach Krämer-Sarnow von 67° der an der oberen Grenze des Erweichungspunktbereichs einer Asphaltbitumenmasse liegt, eine Spanne zwischen Erweichungspunkt und Brechpunkt von erheblicher Größe und einen Brechpunkt, der mit I50 unter Null tief genug liegt, um auch bei kalten Wintertemperaturen keine schädigende Sprödigkeit aufzuweisen.
  • Es ist der Vorschlag bekanntgeworden, ein Hartpech großer Bindekraft und hohen Erweichungspunktes herzustellen durch Destillieren kohlenstoffarmer oder kohlenstofffreier Teere, die gegebenenfalls zur Entfernung von freiem Kohlenstoff mit einem teerlösen den, den freien Kohlenstoff ausfällenden Lösungsmittel so lange behandelt wurden, gegebenenfalls unter Zuführung von überhitztem Wasserdampf, bis der erstarrte Rückstand einen Erweichungspunkt von etwa 110 bis I60° und mehr aufweist. Die Verwendung eines solchen Hartpechs wie auch anderer Hartpeche bringt auch nach dem Fluxen, z. B. mit Teeröl, und beim Zusetzen von Füllstoffen keine plastischen Massen, die in ihren Eigenschaften den von Asphalt ausgehenden Massen gleich kommen, ganz abgesehen davon, daß die verwendeten Füllstoffe zum Sedimentieren neigen, wodurch die Gleichmäßigkeit der Masse gefährdet wird. Bekannt ist auch die Herstellung von Teerpechmassen durch Weichmachen von Hartpechen mit einem Gehalt an freiem Kohlenstoff über 450/0, unter Zusatz von Kohlenstaub. Auch dieses Verfahren führt nicht zu Teerpechmassen, deren Eigenschaften den Asphaltmassen nahekommen. Durch das Vermengen bzw. Verkneten von Lignin und Holz bei mindestens 250° mit einem Gemisch von Teerölen und Pech während so langer Zeit, daß ein Erweichungspunkt von 1000 und darüber z. B. bis 160°, erreicht wird, führt zu einem homogenen Produkt, aus dem z. B. Lignin nicht mehr isoliert werden kann und aus detn sich Massen erzeugen lassen, deren Eigenschaften denen von Asphaltmassen gleichen, sie sogar übertreffen können.
  • Bei diesem Behandeln von Lignin mit Pech und Teeröl in der Wärme handelt es sich nicht um das Abdestillieren leicht flüchtiger Stoffe zur Erzielung eines Hartpechs als Rückstand, sondern um die Einverleibung des Lignins in das Teerpechgemisch oder umgekehrt, wodurch ein neuer Stoff mit spezifischen Eigenschaften erhalten wird, was sich daraus ergibt, daß die Steigerung des Erweichungspunktes gegenüber dem eingesetzten Pech auch bei Rückführung der etwa aus dem verwendeten Teeröl abdestillierten Stoffen erkennbar bleibt.

Claims (4)

  1. PATENTANSPRÜCHE: I. Verfahren zur Herstellung von Bindemitteln auf Steinkohlenteerpechgrundlage mit weitem Plastizitätsbereich, dadurch gekennzeichnet, daß man Lignin oder Holz mit einem Gemisch aus Steinkohlenteerpech und Teeröl bei mindestens 250° unter Rühren verkocht, bis der Erweichungspunkt der homogenen Masse nach Krämer-S arn OW mindestens 1000 beträgt, und diese in an sich bekannter Weise zur Erreichung des endgültigen Erweichungspunktes gefluxt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch I, dadurch gekennzeichnet, daß als Gemisch von Teerpech und Teeröl sogenannter ptäparierter Teer Verwendung findet.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch I und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanisch bearbeitete Masse mit hochsiedendem Steinkohlenteeröl verdünnt wird.
  4. 4. Verfahren gemäß Anspruch I bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die mechanische Bearbeitung bei Temperaturen von etwa 2500 und darüber während 3 bis 6 Stunden durchgeführt wird.
    In Betracht gezogene Druckschritten: Deutsche Patentschriften Nr. 364 614, 453 712, 754071.
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Citations (3)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE364614C (de) * 1917-11-17 1922-11-29 Herbert Abraham Fuellmasse fuer Schuhsohlen u. dgl.
DE453712C (de) * 1924-12-05 1927-12-14 Continentale Prodorit Akt Ges Verfahren zur Herstellung eines Hartpechs von grosser Bindekraft neben hohem Erweichungspunkt
DE754071C (de) * 1941-07-12 1952-10-20 Gelsenkirchener Bergwerks Ag Verfahren zur Herstellung von Teerpechmassen durch Weichmachen (Fluxen) von Hartpechen

Patent Citations (3)

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DE364614C (de) * 1917-11-17 1922-11-29 Herbert Abraham Fuellmasse fuer Schuhsohlen u. dgl.
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