DE96540C - - Google Patents

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DE96540C
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    • DTEXTILES; PAPER
    • D01NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
    • D01CCHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
    • D01C1/00Treatment of vegetable material
    • D01C1/02Treatment of vegetable material by chemical methods to obtain bast fibres

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Verfahren zur Herstellung reiner Fasern aus Torf.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 20. Oktober 1895 ab.
Es ist schon früher versucht worden, Torffasern durch. Behandlung auf chemischem Wege spinnfähig zu . machen. So ist z.B. in der Patentschrift Nr. 50304 vorgeschlagen, faserigen Torf entweder mit Alkalien oder mit Schwefeloder Salzsäure zu behandeln.
Die auf diese Weise behandelten Torffasern sind jedoch hart, spröde und wenig aufsaugungsfähig. Verspinnen lassen sie sich höchstens zu groben Garnen. Die Ursache hiervon liegt darin, dafs die Torffasern durch die blofse Behandlung mit Alkalien oder mit Säuren nicht von allen Fremdkörpern befreit und demzufolge nicht chemisch rein werden.
Die vorliegende Erfindung betrifft nun ein Verfah ren, durch welches die Torffaser chemisch rein erhalten wird, so dafs sie von allen die Aufsaugungsfähigkeit beeinträchtigenden Stoffen frei, weich und schmiegsam ist und zu feinen Garnen versponnen werden kann. Diese Wirkung wird dadurch erreicht, dafs die Torffaser nach der bekannten Behandlung mit Alkalien einem Gährungsprocefs unterworfen und dann noch mit Entfettungsmitteln und Alkalien bezw. Säuren behandelt wird.
Die Ausführung des Verfahrens geschieht in folgender Weise:
Der gestochene Torf wird in ein Bad gebracht, das je nach der Beschaffenheit des Torfes aus einer 2 bis 4procentigen Alkalilösung besteht. In diesem Bade wird der Torf mehrere Stunden lang bewegt, um die Erde und die Humussäure aus ihm zu entfernen. Nach Herausnahme aus dem Bade wird der Torf getrocknet und dann mit Hülfe von Maschinen, die den in der Baumwollspinnerei üblichen Wölfen ähnlich sind, zerfasert.
Die soweit gereinigten Torffasern werden nunmehr einer Behandlung unterworfen, welche den Zweck hat, das in den Fasern enthaltene Stärkemehl und die Eiweifsstoffe zu zersetzen. Das kann auf verschiedene Weise erfolgen:
a) Die Torffasern werden in ein schwaches Säurebad von 50 bis 6o° C. gebracht, das z. B. '/2 bis ι pCt. Schwefelsäure enthält. Durch die Einwirkung der Säure und der Wärme wird innerhalb einiger Stunden die Verzuckerung der Stärke und die Zerstörung der Eiweifsstoffe in der Faser bewirkt. Nach Beendigung der Verzuckerung wird das Säurebad abgelassen und frisches, etwa 30 bis 40° C. warmes Wasser zugelassen, dem ein Gährmittel, z. B. 1 bis 2 1 Hefe auf je 1 cbm Wasser, zugesetzt wird. Man kann auch das Gährmittel dem Bade selbst zusetzen; für diesen Fall empfiehlt es sich, die Säure des Bades vor Einbringung des Gährmittels abzustumpfen, z. B. durch Zufügung von Kalkhydrat. Durch den Zusatz des Gährmittels entwickelt sich eine Gährung, welche bei 30 bis 400 C. innerhalb 4 bis 5 Tagen das in Zucker verwandelte Stärkemehl in Alkohol und Kohlensäure zersetzt.
b) Es kann auch so verfahren werden, dafs die Torffasern in ein Bad von 50 bis 600C. gebracht werden, dem auf je 1 cbm 1 kg Malz (Diastase) zugesetzt wird. Hierdurch wird ohne
12. Auflage, ausgegeben am 7. November 1902.)
vorherige Behandlung mit Säure das Stärkemehl verzuckert. Der Zucker wird dann wiederum durch eine durch Hefezusatz bewirkte Gährung wie unter a) zersetzt. Ist dies geschehen, dann werden die Torffasern noch in ein schwaches Säurebad gebracht, um die zum Theil noch vorhandenen Eiweifsstoffe zu zersetzen.
Die nach a) oder b) behandelten Torffasern werden nunmehr mit reinem Wasser ausgewaschen, um die zersetzten Producte sowie die Hefe bezw. das Malz zu entfernen. Hierauf werden die Torffasern in geschlossenen Kesseln der Einwirkung von heifsem Aether, Benzin, Ligroin oder einem anderen Entfettungsmittel ausgesetzt unter beständiger Circulation des Entfettungsmittels und so lange, bis eine Probe ergiebt, dafs die in den Fasern befindlichen Harze, OeIe und Fette vollständig aufgelöst sind. Die Behandlung in den Kesseln geschieht unter Druck, wenn schnell gearbeitet werden soll, sonst aber ohne Druck. Sobald dann der Inhalt der Kessel abgekühlt ist, wird das mit den Fettstoffen des Torfes beladene Entfettungsmittel abgelassen. Die aus den Kesseln genommenen entfetteten Torffasern werden nunmehr mit reinem Wasser gründlich gewaschen und dann mit verdünnten Säuren oder Alkalien ausgekocht, um die letzten Reste der Gerbsäure auszutreiben. Schliefslich werden die Torffasern wiederum gewaschen und gewünschtenfalls in bekannter Weise gebleicht.
Die nach vorstehend beschriebenem Verfahren behandelten Torffasern sind chemisch rein, vollkommen indifferent, weich, schmiegsam, von aufserordentlich grofser Aufsaugungsfähigkeit und lassen sich färben und zu feinen Garnen verspinnen.

Claims (2)

Patent-Ansprüche:
1. Ein Verfahren zur Herstellung chemisch reiner Fasern aus Torf, darin bestehend, dafs man rohe Torffasern mit Alkalien auslaugt, dann trocknet und zerfasert, hierauf die Fasern in ein Säurebad bringt behufs Umwandlung der in den Fasern enthaltenen Stärke in Zucker und Zerstörung der Eiweifsstoffe, dann in ein Gährungsbad, um den Zucker in Alkohol und Kohlensäure zu zersetzen, worauf man die Fasern auswäscht, mit einem Entfettungsmittel behandelt, wieder auswäscht, mit verdünnten Säuren oder Alkalien auskocht, abermals wäscht und gewünschtenfalls bleicht.
2. Das Verfahren (Anspruch i) dahin abgeändert, dafs die Umwandlung der Stärke in Zucker und die Zerstörung der Eiweifsstoffe durch Malz (Diastase) bewirkt wird und nach der Zersetzung des Zuckers mittels eines Gährungsbades in Alkohol und Kohlensäure die Torffasern noch in ein Säurebad gebracht werden, um den Rest der Eiweifsstoffe zu zersetzen.
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