DE960486C - Verfahren zur Herstellung neuer Disazofarbstoffe - Google Patents
Verfahren zur Herstellung neuer DisazofarbstoffeInfo
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- C09B35/00—Disazo and polyazo dyes of the type A<-D->B prepared by diazotising and coupling
- C09B35/02—Disazo dyes
- C09B35/039—Disazo dyes characterised by the tetrazo component
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
AUSGEGEBEN AM 21. MÄRZ 1957
DEUTSCHES PATENTAMT
KLASSE 22a GRUPPE 6 INTERNAT. KLASSE C09b
C 9644 IVb /22 a
Dr. Jakob Danuser, Ariesheim, und Dr. Hans-Luzi Schucan, Bettingen (Schweiz)
sind als Erfinder genannt worden
CIBA Aktiengesellschaft, Basel (Schweiz)
Verfahren zur Herstellung neuer Disazofarbstoffe
Patentiert im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland vom 13. Juli 1954 an
Patentanmeldung bekanntgemacht am 27. September 1956
Patenterteilung bekanntgemacht am 7. März 1957 Die Priorität der Anmeldung in der Schweiz vom 29. September 1953 ist in Anspruch genommen
Die Erfindung bezieht sich auf neue Disazofarbstoffe, welche von' wasserlöslich machenden Gruppen
frei sind und der allgemeinen Formel
0—Alkyl
Υ —/ N-NHCO.
Υ —/ N-NHCO.
I ^C-N=N-R—N=N-
X H3C-(T
10 I
OH
| V | 0—Alkyl | |
| C0NH-< | X | V-Y |
| C-CH3 | ||
| OH | ||
entsprechen, worin R einen in 4- und 4'-Stellung an die Azogruppert gebundenen, in 3- und 3'-Stellung je
einen Substituenten enthaltenden Diphenylrest, X ein Halogenatom und Y eine sich von einer niedrigmolekularen
aliphatischen Carbonsäure ableitende Acylaminogruppe bedeuten.
Diese Disazofarbstoffe werden erfindungsgemäß
erhalten, wenn man von löslich machenden Gruppen freie tetrazotierte 4, 4'-Diaminodiphenylverbindungen,
welche in 3- und 3'-Stellung je einen Substituenten enthalten, beidseitig mit Azokomponenten der Formel
0—Alkyl
V-NHCO-CH = C-CH3 (2)
OH
kuppelt, worin X ein Halogenatom und Y eine sich von einer niedrigmolekularen aliphatischen Carbonsäure
ableitende Acylaminogruppe bedeuten. Die hierbei als Ausgangsstoffe dienenden 4, 4'-Diaminodiphenylverbindungen
müssen von wasserlöslich machenden Gruppen, wie Sulfonsäure- oder Carbonsäuregruppen,
frei sein und in 3- und 3'-Stellung je einen Substituenten, z. B. ein Halogenatom, vorzugsweise
ein Chloratom, eine niedrigmolekulare Alkyl-
oder Alkoxygruppe, z. B. eine Äthyl-, Methyl-, Äthoxy-
oder Methoxygrappe enthalten. Als Beispiele geeigneter Diamine dieser Art seien 3,3'-Diäthyl-,
3,3'-Diäthoxy-, insbesondere aber 3,3'-Dimethyl- oder 3, 3'-Dimethoxy-4, 4'-diaminodiphenyl und vor
allem 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyl erwähnt.
Die Tetrazoverbindungen dieser Diamine werden beidseitig mit Azokomponenten der Formel (2) gekuppelt,
wobei zweckmäßig die Kupplung beider diazotierter Aminogruppen mit der gleichen Azokomponente
erfolgt. Die in den Azokomponenten vorhandenen niedrigmolekularen Alkoxygruppen können
z. B. Äthoxygruppen oder vorteilhaft Methoxygruppen sein. Die als weitere Substituenten in den Azokomponenten
vorhandenen Halogenatome können Brom- oder vorzugsweise Chloratome sein. Als Acylaminogruppen
der angegebenen Art kommen z. B. Propionylaminogruppen und insbesondere Acetylaminogruppen
in Betracht. Gute Ergebnisse werden beispielsweise mit den Azokomponenten der Formel
O — CnH2n+1
OC-HN-(
NH-C-CH = C-CHo
Cl
OH
(3)
erzielt, worin m und η ganze Zahlen im Werte von
höchstens 2 bedeuten. So erhält man z. B. sehr wertvolle Disazofarbstoffe aus i-Acetoacetylamino-2-chlor-4-acetylamino-5-methoxybenzol
und i-Acetoacetylammo-a-cUor^-propionylammo-s-methoxybenzol.
Die Tetrazotierung der Diaminodiphenylverbindungen kann in an sich bekannter Weise, zweckmäßig
mittels Salzsäure und Alkalinitrit, erfolgen. Es empfiehlt sich in der Regel, die Lösungen der Tetrazoverbindungen
von etwaigen unlöslichen Verunreinigungen abzufiltrieren.
Die Kupplung der so erhältlichen Tetrazoverbindüngen
mit den Azokomponenten der angegebenen Art kann gewiinschtenfalls auf einem Substrat, z. B.
auf cellulosehaltigen, mit Azokomponenten der Formel (2) imprägnierten Materiahen, besonders vorteilhaft
aber in Substanz erfolgen. Im letzteren Falle wird die Kupplung zweckmäßig in schwach saurem,
z. B. essigsaurem Mittel durchgeführt, wobei es sich im allgemeinen als wertvoll erweist, dem Kupplungsgemisch ein Netz- oder Dispergiermittel zuzusetzen.
Hierbei kommen Netz- und Dispergiermittel ionogener und nicht ionogener Art in Betracht. Als Dispergiermittel
ionogener Art kann beispielsweise Türkischrotöl verwendet werden, und als Dispergiermittel nicht
ionogener Art seien Polyglykoläther von höhermolekularen Fettalkoholen erwähnt.
Die neuen, in Substanz erzeugten, der eingangs angegebenen Formel (1) entsprechenden Disazofarbstoffe
sind wertvolle Pigmente und zeichnen sich in der Regel durch sehr gute Lichtechtheit, gute Migrationsechtheit und außerdem durch Temperaturbeständig-
keit und Lösungsmittelechtheit aus. Dies ist z. B. für den sogenannten Pigmentdruck wertvoll, d. h. für
Druckverfahren, die darauf beruhen, Pigmente mittels passender Klebmittel, wie Casein, härtbaren Kunststoffen,
insbesondere Harnstoff oder Melamin-Formaldehyd-Kondensationsprodukten,
Polyvinylchloridoder Polyvinylacetat-Lösungen bzw. -Emulsionen oder anderen Emulsionen (z. B. Öl-in-Wasser- oder
Wasser-in-Öl-Emulsionen) auf einem Substrat, insbesondere auf einer Textilfaser, aber auch auf anderen ι oo
nächenförmigen Gebilden, wie Papier (z. B. Tapete) oder Gewebe aus Glasfasern zu fixieren. Die neuen
Pigmente können auch für andere Verwendungszwecke, z. B. in feinverteilter Form zum Färben von
Kunstseide aus Viskose oder Celluloseäthern und -estern oder aus Superpolyamiden bzw. Superpolyurethanen
in der Spinnmasse sowie zur Herstellung von gefärbten Lacken oder Lackbildnern, Lösungen
und Produkten aus Acetylcellulose, Nitrocellulose, natürlichen Harzen oder Kunstharzen, wie Polymerisations-
oder Kondensationsharzen, z. B. Amino' plasten, Phenoplasten, Polyvinylchlorid, Polystyrol,
Polyäthylen, Polyacrylverbindungen, Gummi, Casein, Silikonen und Silikonharzen gute Dienste leisten.
Außerdem lassen sie sich vorteilhaft bei der Herstellung von Farbstiften, kosmetischen Präparaten oder Laminierplatten
verwenden.
Die neuen Farbstoffe können normalerweise in Massen bzw. Präparaten der genannten Art leicht verteilt
werden und dies zweckmäßig in einem Zeitpunkt, iao da diese Massen bzw. Präparate ihre definitive Gestalt
noch nicht besitzen. Die zur Formgebung benötigten Maßnahmen, wie Spinnen, Pressen, Härten, Gießen,
Verkleben u. a. m. können dann auch in Gegenwart der vorliegenden Pigmente ohne weiteres durchgeführt
werden, ohne daß etwaige chemische Reaktionen des
Substrates, wie weitere Polymerisationen, Kondensationen usw. behindert werden.
In der deutschen Patentanmeldung F 7668 IVd/22a
(Patent 899 696) ist ein Disazofarbstoff beschrieben,
der erhalten wird durch Kuppeln von 1 Mol 4, 4'-Diamino-3,
ß'-dichlordiphenyl mit 2 Mol i-Acetoacetylamino-2-methoxybenzol.
Gegenüber diesem bekannten Farbstoff zeigt der verfahrensgemäß erhaltene, nächstvergleichbare
Farbstoff den Vorzug einer besseren Echtheit gegen Licht und organische Lösungsmittel.
In den nachfolgenden Beispielen bedeuten die Teile, sofern nichts anderes angegeben wird, Gewichtsteile
und die Prozente Gewichtsprozente.
In eine essigsaure Suspension von 61,2 Teilen
i-Acetoacetylamino^-cUor^-acetylamino-s-methoxybenzol,
der ein Dispergator, z. B. Türkischrotöl, zugesetzt wurde, läßt man eine Lösung von 25,3 Teilen
tetrazotiertem 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyl zulaufen. Durch Zugabe von Natriumacetat bringt man
den pH-Wert der Kupplungsflüssigkeit auf 4,5 bis 5
und läßt die Temperatur bis auf 20° ansteigen, wodurch die Farbstoffbildung rasch beendet ist. Der
entstandene Farbstoff wird abgenutscht, mit warmem Wasser gründlich ausgewaschen und getrocknet. Der
Farbstoff ergibt z. B. im Pigmentdruck ein Orange von sehr guten Echtheiten, insbesondere auch von vorzüglicher
Lösungsmittelechtheit.
Verwendet man an Stelle des 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyls 21,2 Teile 3,3'-Dimethyl-4,4'-diaminodiphenyl
bzw. 24,4 Teile 3,3'-Dimethoxy-4, 4'-diaminodiphenyl, so erhält man ein Orange, dessen
Farbton mehr gegen Rot verschoben ist, mit ähnlichen Eigenschaften, die sich vor allem für den Pigmentdruck
und zum Färben von Lacken eignen.
Man bereitet eine Mischung aus 276 Teilen der auf übliche Weise hergestellten Diazoaminoverbindung aus
tetrazotiertem 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyl und Methyltaurin, 300 Teilen i-Acetoacetylamino-2-chlor-4-acetylamino-5-methoxybenzol,
10 Teilen butylnaphthalinsulfonsaurem Natrium, 414 Teilen Natriumchlorid
oder Harnstoff = 1000 Teile.
Mit Hilfe dieses Präparates können Gewebe aus cellulosehaltigen Fasern z. B. wie folgt bedruckt
werden: Aus 50 Teilen des Druckpräparates, 30 Teilen Türkischrotöl, 290 Teilen Wasser, 30 Teilen 3O°/0iger
Natriumhydroxydlösung, 600 Teilen neutraler Stärke-Traganth-Verdickung
= 1000 Teile wird eine Druckfarbe hergestellt. Mit dieser wird eine Gewebe aus natürlicher
oder regenerierter Cellulose in üblicher Weise, z. B. im Walzen- oder Filmdruck, bedruckt. Hierauf
wird das bedruckte Material getrocknet, 5 Minuten sauer, beispielsweise in Gegenwart von Ameisensäure,
gedämpft und wie üblich kochend geseift. Man erhält goldorange Druckmuster von guten Echtheitseigenschaften.
Claims (6)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Herstellung neuer Disazofarbstoffe, die von wasserlöslich machenden Gruppen frei sind, dadurch gekennzeichnet, daß man von löslich machenden Gruppen freie tetrazotierte 4, 4'-Diaminodiphenylverbindungen, welche in 3- und 3'-Stellung je einen Substituenten enthalten, beidseitig mit Azokomponenten der Formel0—AlkylΥ — (-NHCO-Ch = C-CH,OHkuppelt, worin X ein Halogenatom und Y eine sich von einer niedrigmolekularen aliphatischen Carbonsäure ableitende Acylaminogruppe bedeuten.
- 2. Verfahren gemäß Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man Azokomponenten der Formel0 —CnH2n+1OC- HN-<Cl-NH-C-CH = C-CH3OHverwendet, worin m und η ganze Zahlen im Werte von höchstens 2 bedeuten.
- 3. Verfahren gemäß Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß man i-Acetoacetylamino-2-chlor^-acetylammo-s-methoxybenzol· als Azokomponente verwendet.
- 4. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß man tetrazotiertes 3, 3'-Dimethyl- oder 3, 3'-Dimethoxy-4, 4'-diaminodiphenyl oder insbesondere tetrazotiertes 3, 3'-Dichlor-4, 4'-diaminodiphenyl als Ausgangsstoffe verwendet.
- 5. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kupplung in Substanz und in schwach saurem Mittel durchführt.
- 6. Verfahren gemäß Anspruch 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß man die Kupplung in Gegenwart eines Netz- oder Dispergiermittels durchführt.In Betracht gezogene Druckschriften: Deutsche Patentanmeldung F 10559 IVd/22 a(Patent 921404);
deutsche Patentanmeldung F 7668 IVd/22a(Patent 899696).© 609 620/4-15 9.56 (609843 3.57)
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