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Nach dem Prinzip des H-Adcocks arbeitendes Peilsystem für sehr kurze
Wellen Zur Peilung von hochfrequenten Wellen benutzt man unter anderem die sogenannten
Adcock-Systeme. Das Prinzip eines Adcock-Systems besteht darin, daß bei nachteffektfreier
Peilung die von zwei in gewissem Abstand zueinander aufgestellten Vertikalantennen
aufgenommenen Spannungen bezüglich ihrer Phase miteinander verglichen werden, wobei
die Phasendifferenz als Peilspannung ausgenutzt wird. Ein solches Adcock-System
kann man unsymmetrisch aufbauen und erhält dann einen U-Adcock; man kann es aber
auch symmetrisch aufbauen und erhält dann einen H-Adcock.
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Derartige Systeme sind als feste und als drehbare Systeme bekannt,
und zwar als feste Systeme bei längeren Wellen in Verbindung mit einem Goniometer.
Zur Peilung von kürzeren Wellen hat man auch bereits H-Adcock-Systeme drehbar aus
gebildet, um das Goniometer auszuschalten, weil Goniometer wegen der erforderlichen
Ankopplungen die Frequenz der zu peilenden Wellen nach unten begrenzen. Drehbare
H-Adcock-Systeme haben wiederum den Nachteil, daß man verhältnismäßig große Massen
bewegen muß, wenn man von einem eine ausreichende Empfindlichkeit besitzenden Adcock
ausgeht.
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Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein dem H-Adcock-System
entsprechendes Peilsystem für sehr kurze Wellen, d. h. für Wellen im Bereich von
etwa 25 cm bis 3 m, anzugeben, das ähnlich den ersterwähnten festmontierten Adcock-Systemen
aufgebaut
ist und somit nicht die Bewegung von großen Massen während des Peilvorganges erfordert.
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Ein solches Peilsystem ist gemäß der Erfindung dadurch gekennzeichnet,
daß die einzelnen Strahler in ein zur Anregung von Hohlrohrwellen geeignetes Gebilde
jeweils paarweise symmetrisch eingesetzt oder eingekoppelt sind, daß in diesem Gebilde
Mittel vorgesehen sind, die eine Einstellung gleicher Resonanzbedingungeli für die
angeregten Gleich- und Gegentaktweilen ermöglichen, und daß in symmetrischer Lage
zu den Einzel antennen bzw. deren Ankopplungsstellen Mittel zur Auskopplung sowohl
der aus der Gegentakterregung abgeleiteten Peilspannung als auch der aus der Gleichtakterregung
abgeleiteten Rundspannung vorgesehen sind.
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Das Wesen der Erfindung besteht also darin, daß man das äußere Feld
in dem zur Anregung von Hohlrohrwellen geeigpeten Gebilde nachbildet, wobei jedoch
dafür gesorgt werden muß, daß man für die Gleichtakt- und für die Gegentaktwelle
gleiche Resonanzbedingungen erhält, um tatsächlich die von diesen beiden Erregungen
herrührenden Spannungen aus dem Peilsystem auskoppeln und dem Peilempfänger zuführen
zu können.
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Das Prinzip der Erfindung soll an Hand der Fig. I bis 3 schematisch
dargestellt werden.
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In Fig. I ist im Prinzip ein Peilsystem dargestellt, bestehend aus
einer flachen kreissymmetrischen Büchse I, durch die in Achsrichtung verlaufende
Antennen isoliert hindurchgesteckt sind.
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Der Einfachheit halber sind in Fig. I nur die beiden Antennen 2 und
3 eingezeichnet, die einander diametral gegenüberliegen. Fig 2 stellt eine Aufsicht
auf dieses System dar.
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Bei der Peilung eines Senders mit einem solchen, aus den beiden Strahlern
2 und 3 bestehenden System besteht zwischen den von den beiden Strahlern 2 und 3
aufgenommenen Spannungen eine Phasendifferenz, die sich in dem in Fig. 3 dargestellten
Vektordiagramm dadurch ausdrückt, daß die beiden Vektoren 4 und 5 einen Winkel miteinander
einschließen. Man kann nun die von den beiden Strahlern 2 und 3 aufgenommenen, in
dem Vektordiagramm mit 4 und 5 bezeichneten Spannungen in jeweils zwei Komponenten
zerlegen, von denen die einen Komponenten gleichphasig und die anderen Komponenten
gegenphasig verlaufen. Die gleichphasigen Komponenten sind mit 6 und 8 bezeichnet,
sie bewirken die Gleichtakterregung des Holtlraumresonators; die gegeuphasigen Komponenten
sind mit 7 und 9 bezeichnet, sie bewirken die Gegentakterregung. Die gleichphasigen
Spannungskomponenten 6 und 8 entsprechen den von den beiden Antennen 2 und 3 aufgenommenen
Rundspannungen, die gegenphasigen Komponenten 7 und g den Peilspannungskomponenten.-In
Fig. 2 ist der Feldverlauf für die Rundspannung durch die ausgezogenen Pfeile, der
Feldverlauf für die Peilspannung durch die gestrichelten Pfeile, die einander entgegengesetzt
laufen, angedeutet.
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Bei einem solchen System gemäß Fig. I, bei dem man das äußere Feld
in dem Hohiraumresonator nachgebildet hat, besteht nun noch die Aufgabe, für die
Gegentakterregung dieselben Resonanzbedingungen zu schaffen wie für die Gleichtakterregung
und außerdem eine Möglichkeit zu schaffen, um nicht nur die von der Gleichtakterregung
abgeleitete Rundspannung, sondern auch die von der Gegentakterregung abgeleitete
Peilspannung auszukoppeln. Gemäß einem Ausführungsbeispiel der Erfindung wird zu
diesem Zweck in die kreissymmetrische Büchse ein ebenfalls rotationssymmetrisches,
vorzugsweise kegelstumpfartiges Gebilde mit einer der Anzahl der Dipole entsprechenden
Anzahl von unterteilten Sektoren eingesetzt. Zwischen den einander gegenüberstehenden
Enden der unterteilten Sektoren steht dann die aus der Gegentakterregung hervorgegangene
Peilspannung zur Verfügung, während die Rundspannung in Achsrichtung der Büchse
von den beiden Büchsenwänden abgenommen werden kann. Man kann die Rundspannung aber
auch zwischen der einen Büchisenwand und einem dazwischenliegenden Gebilde abgreifen.
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Ein Ausführungsbeispiel der Erfindung ist in den Fig. 4 und 5 dargestellt.
Gleiche Bezugszeichen entsprechen den Anordnungen, wie sie an Hand der Fig. 1 und
2 bereits erläutert wurden. Gegenüber der in Fig. I bereits dargestellten Anordnung
ist bei dem Aufbau gemäß Fig. 4 und 5 neu, daß in die aus elektrisch leitendem Material
hergestellte Büchse I ein Körper 10 eingesetzt ist, der entsprechend der Darstellung
gemäß Fig. 5 in eine der Anzahl der Dipole entsprechende Anzahl von radialen Sektoren
I6 aufgespalten ist. In einem geringen Abstand von diesen Sektoren befindet sich
eine elektrisch leitende Kreisscheibe 11, deren Abstand von den Sektoren einstellbar
ist. Mit dieser Abstandsveränderung hat man eine Möglichkeit zur Herstellung der
Resonanzbedingungen für die Gegentakterregung, ohne gleichzeitig befürchten zu müssen,
daß bei dieser Einstellung sich auch die Resonanzbedingungen für die Gleichtaktwelle
verändern. Dies tritt deshalb nicht auf, weil die jeweils gegenüberliegenden Teile
der Sektoren für die Gleichtaktwelle gleiche Potentiale besitzen.
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Nach Herstellung der gleichen Resonanzbedingungen für die Gleichtakt-
und Gegentakterregungen kann man die diesen beiden Erregungen entsprechenden Spannungen,
d. h. die Rundspannung und die Peilspannung, mit Hilfe einer exzentrisch zur Büchsenachse
angeordneten, um die Büchsenachse drehbaren bzw. rotierenden Kreisscheibe I3 auskoppeln.
Bildet man die in Richtung der Büchsenachse verlaufende Drehachse der rotierenden
Koppelscheibe I3 als elektrischen Leiter aus, so kann man diese Achse gleichzeitig
zum Innenleiter 14 einer koaxialen Leitung machen, deren Außenleiter 15 mit dem
Büchsengehäuse verbunden ist. Zwischen Innen- und Außenleiter dieser koaxialen Leitung
erhält man dann die Summe aus der Peilspannung und der Rundspannung, die während
der Rotation der Scheibe I3 um die Büchsenachse einen kardioidenförmigen Verlauf
besitzt.
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In Fig. 4 ist mit I2 noch ein Elektromotor angedeutet, der sich auf
der oberen Wand der Büchse befindet und der die Aufgabe hat, den Innenleiter 14
der koaxialen Leitung zusammen mit der Scheibe I3 in Umdrehung zu versetzen.
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In dem Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 4 und 5 ist das in die Büchse
eingefügte Einsatzstück in Form eines Kegelstumpfes ausgebildet. Dies ist zwar eine
zweckmäßige, jedoch nicht zwingend notwendige Form. Man könnte an Stelle dieses
Körpers IO auch eine andere Form, beispielsweise eine Scheibenform, wählen, wenn
man nur dafür sorgt, daß diese Scheibe entsprechend der Darstellung gemäß Fig. 5
wiederum von der Mitte aus in einzelne Sektoren unterteilt ist.
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Zu der Fig. 5 soll noch erwähnt werden, daß sie einen Blick auf das
Peilsystem gemäß Fig. 4 von oben darstellt, und zwar nach Abnahme der oberen Abdeckplatte
der Büchse I.