DE950000C - Verfahren zur Herstelltung von hartem Zucker - Google Patents
Verfahren zur Herstelltung von hartem ZuckerInfo
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Description
Harter Zucker wird nach verschiedenen Methoden aus einer Masse von Zuckerkristallen hergestellt,
die durch Kristallisierung einer Zuckerlösung durch Kochen derselben in satzweise arbeitenden
Vakuumbehältern erhalten werden. Ein Satz wird ein Sud genannt. Der fertige Sud besteht
aus einem Gemisch der gebildeten Zuckerkristalle und deren Mutterlauge (Sirup) und wird
Füllmasse genannt. Diese wird in eine Zentrifuge gefüllt, in der der Sirup abgeschleudert wird, und
die Zuckerkristalle danach mit Zuckerlösung, Wasser oder Dampf reingewaschen (gedeckt) werden.
Aus der so erhaltenen Kristallmasse wird harter Zucker hergestellt, meistens in der Form
von Würfelzucker, und von den verschiedenen Methoden, unter denen man hierbei wählen kann,
seien unter anderem die Andantmethode und die Preßmethode genannt.
Bei der Herstellung von Würfelzucker ist es wünschenswert, ein Zerschlagen der Zuckerkristalle
soweit wie möglich zu vermeiden und dennoch ein erwünschtes, - bestimmtes Volumgewicht
der fertigen Zuckerwürfel zu erzielen. Normalerweise wird nämlich ihrem Aussehen
große Bedeutung beigemessen, aber dieses wird schlechter, wenn die Kristalle in mehr oder
weniger großem Ausmaß zerschlagen worden sind, indem die Zuckerwürfel dann ein mehr oder
weniger staubiges, glanzloses Aussehen erhalten. Auch schätzt man das Vermögen der Zuckerwürfel,
mechanischen Beanspruchungen während der Herstellung und Distribution standhalten
zu können, welches Vermögen mit dem Volumgewicht zusammenhängt und mit diesem größer
wird. Mit dem Volumgewicht ändern sich auch andere Eigenschaften des Würfels, vor allem die
Geschwindigkeit, mit welcher er unter gewissen gegebenen Verhältnissen in Wasser zerbröckelt
und sich auflöst. Ein höheres Volumgewicht gibt eine niedrigere Auflösungsgeschwindigkeit. Schließlich
wird auch das Aussehen durch das Volumgewicht beeinflußt. Ein höheres Volumgewicht
gibt dem Zuckerwürfel ein »dichteres« Aussehen.
Man ist also bestrebt, Würfel herzustellen, deren
Kristalle überhaupt nicht oder jedenfalls nicht merkbar zerschlagen worden sind, gleichzeitig wie
x<5 man wünscht, daß das Volumgewicht der Würfel
hoch ist. Dies kann selbstverständlich nur dann erzielt werden, wenn die Zuckerkristallmasse eine
hohe natürliche Packungsdichtigkeit besitzt. Vom Hantieren von pulverförmigen und kristallinischen
Stoffen im allgemeinen weiß man, daß sich die erreichbare Packungsdichtigkeit mit der durchschnittlichen
Korngröße des Gutes und dem Abweichen der Korngröße von dieser ändert. Es hat sich herausgestellt, daß diese Verhältnisse auch für
Zuckerkristallmassen gelten, seien sie feucht oder trocken. Um die maximale Packungsdichtigkeit
der Zuckerkristallmasse regeln zu können, muß man also den durchschnittlichen Wert der Kristallgröße
und die Kristallgrößenverteilung regeln.
Ferner ist es allgemein bekannt, daß man aus festen Stoffen durch Zerkleinerungs-, Sieb- und
Mischvorgänge körnige Massen herstellen kann, die jede gewünschte Korngrößenverteilung haben.
Aus Gründen, die später erörtert werden sollen, kann diese bekannte Methode jedoch nicht zur
Lösung des hier behandelten Problems verwendet werden, das in der Herstellung einer in bezug auf
ihre Korngrößenverteilung nach Wunsch geregelte Masse von unbeschädigten Zuckerkristallen besteht.
Zur Lösung dieses Problems werden erfindungsgemäß die folgenden Verhältnisse ausgenutzt. Die
dichteste, natürliche Packung einer Zuckerkristallmasse wird von der durchschnittlichen Kristallgröße
beeinflußt, vor allen Dingen jedoch von der Kristallgrößenverteilung. Es ist deshalb notwendig,
die letztere regeln zu können, um die Dichtigkeit oder das Volumgewicht der aus der
Kristallmasse hergestellten Zuckerwürfel so günstig wie möglich zu beeinflussen. Während die
durchschnittliche Kristallgröße bei der Kristallisierung des Zuckers in den Vakuumbehältern
durch Änderung in der Kochzeit oder in der Kochmethodik überhaupt verhältnismäßig leicht beeinflußt
werden kann, hält sich dagegen die durchschnittliche Abweichung von der durchschnittlichen
Kristallgröße ziemlich konstant, unabhängig von der letzteren, und kann also weder leicht noch bedeutend
durch Änderungen in der Kochmethodik beeinflußt werden. Die durchschnittliche Abweichung
von der durchschnittlichen Kristallgröße beträgt ziemlich unveränderlich etwa 30%, was
meistens' zu wenig ist, um der Zuckerkristallmasse den zur Würfelherstellung günstigsten natürlichen
Packungsgrad zu schenken. Beim Formen von Würfelzucker aus der (feuchten) Kristallmasse
(durch Vibration oder Pressen) bekommen die Würfel demnach entweder ein schönes Aussehen,
aber ein zu geringes Volumgewicht, oder auch werden sie demzufolge, daß das Volumgewicht über
die natürlich bedingte Grenze getrieben worden ist, weniger schön. Beim Adantprozeß wird die
niedrige Dichtigkeit der normalerweise hergestellten Kristallmasse durch das Herbeiführen
eines starken Temperaturfalles in der Füllmasse 7s erhöht. Im Laboratorium kann man durch Vermischen
von Zuckerkristallmassen verschiedener, durchschnittlicher Kristallgröße Zuckerkristallmassen
herstellen, die jede erwünschte, prozentuale durchschnittliche Abweichung von der durchschnittlichen
Kristallgröße aufweisen, und durch Versuche ausfindig machen, welche durchschnittliche
Abweichung die günstigste ist, d. h. die günstigste Kristallgrößenverteilung aufweist. Diese
Laboratoriumsarbeit kann jedoch nicht fabrikmäßig verwertet werden, und zwar auf Grund der
technischen Schwierigkeiten, die mit dem Bereiten von homogenen Gemischen in größeren Mengen zusammenhängen,
ohne daß man die Kristalle einer sie beschädigenden mechanischen Beanspruchung aussetzt.
Gemäß der Erfindung vermeidet man diese Schwierigkeiten dadurch, daß die Wiedergabe der
Laboratoriumsarbeit in fabrikmäßigem Ausmaß in der geänderten Form stattfindet, daß getrennte
Sude während der Kristallisierung des Zuckers zu verschiedenen, im voraus bestimmten durchschnittlichen
Kristallgrößen geführt werden und daß die Füllmassen der in solcher Beziehung verschiedenen
Sude in solchen im voraus bestimmten Mengen-Verhältnissen vor dem Abschleudern vermischt
werden, daß die hierdurch erhaltene Kristallmasse, die später zu Zuckerwürfeln geformt wird, die erwünschte,
im voraus bestimmte und günstigere prozentuale durchschnittliche Abweichung von der
durchschnittlichen Kristallgröße aufweist.
Es hat sich herausgestellt, daß es sehr einfach ist, die Sude zur erwünschten vorbestimmten,
durchschnittlichen Größe der Zuckerkristalle zu führen und Füllmassen, die sich in bezug auf die
durchschnittliche Größe der in ihnen enthaltenen Kristalle wesentlich voneinander unterscheiden, so
zu vermischen, daß die Mischfüllmasse homogen wird und die erwünschte Beschaffenheit erhält.
Dies wird in der Praxis ganz einfach dadurch gemacht, daß die sich in bezug auf die durchschnittliche
Größe in vorbestimmtem Ausmaß voneinander abweichenden Füllmassen in den vorbestimmten
Mengenverhältnissen von der Siedestation in den mit Umrührern versehenen Ausgleichbehälter
niedergelassen werden, der zwischen den satzweise arbeitenden Siedekesseln und den gleichfalls satzweise
arbeitenden Zentrifugen dennoch erforderlich ist. Die Umrührung der Füllmasse in dem genannten
Ausgleichbehälter, die notwendig ist, um bis zum Abschleudern die Kristalle in der Mutter-
lauge (dem Sirup) schwebend zu halten, hat sich auch als hinreichend erwiesen, um rasch dazu führen
zu können, daß das Gemisch der in bezug auf die durchschnittliche Größe der Kristalle verschiedenen
Füllmassen homogen wird. Es hat sich herausgestellt, daß die weitere Behandlung der
Mischfüllmasse durch Abschleudern der Mutterlauge und dem folgenden Reinwaschen der
Kristalle (dem Decken) mit Zuckerlösung, Wasser
ίο oder Dampf in der Zentrifuge auf übliche Weise
durchgeführt werden kann. Für den Fall, daß die Herstellung einer der in der Mischfüllmasse miteinbegriffenen
Füllmassen oder gegebenenfalls die Herstellung aller Füllmassen bei einer Temperatur
stattgefunden hat, die höher ist als die erwünschte Schleudertemperatur, hat es sich erwiesen, daß
auch die erforderliche Kühlbehandlung auf übliche Weise durchgeführt werden kann. Schließlich hat
es sich auch herausgestellt, daß die Regelung der Reinheit und des Feuchtigkeitsgehalts des fertiggeschleuderten
Zuckers mit erwünschter Sicherheit durchgeführt werden kann, und zwar durch Kontrolle
des Zeitverlaufs der Schleuderung und Deckung mit Hilfe der üblichen Methoden und
Ausrüstung.
Das beschriebene Verfahren betrifft vor allem die Bereitung einer feuchten Zuckerkristallmasse
zur Herstellung von Würfelzucker höchster Qualität gemäß dem Vibrationsverfahren. Durch das erfmdungsgemäfJe
Verfahren können jedoch auch bei der Würfelzuckerherstellung gemäß der Preßmethode
und der Andantmethode bedeutende Vorteile errungen werden. Bei der Preßwürfelherstellung
erreicht man durch Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens ein Produkt mit
schönerem Aussehen als der bisher übliche Preßwürfel. Außerdem erreicht man, daß die Eigenschaften
des Preßwürfels weniger von dem Feuchtigkeitsgehalt des Ausgangsmaterials abhängen
werden. Der Einfluß des Feuchtigkeitsgehalts des Ausgangsmaterials hat oft Schwierigkeiten
bereitet, die nunmehr wegfallen oder weniger hervorstehend werden. Außerdem muß man
damit rechnen, daß die Trockeneigenschaften des Preßwürfels günstig beeinflußt werden. Die Erfahrung
hat nämlich gezeigt, daß ein Preßwürfel schlechter trocknet, je mehr die Kristallmasse zermalmt
worden ist. Durch den höheren natürlichen Packungsgrad, den die nach der Erfindung hergestellte
Kristallmasse aufweist, wird wenig oder wenigstens geringere Zerkleinerung der Kristalle
notwendig, damit man das gewünschte Volumgewicht und die Zusammenhaltung eines Preßwürfels
erzielen kann, und damit wird die Trockenzeit verkürzt, was ökonomische Bedeutung hat.
Bei der Würfelherstellung gemäß der Andantmethode kann man schließlich erwarten, daß das
erfindungsgemäße Verfahren es ermöglicht, die erwünschte Stärke und das Volumgewicht der Zuckerwürfel
zu erhalten, ohne die Temperatur der Füllmasse so stark wie bisher erhöhen zu brauchen.
Andantwürfel können sehr schön werden, aber die Methode ist kostspielig, einerseits weil sie viel
Arbeit verlangt und andererseits weil sie sich auf dem Gießen der Kristallmasse in Anwesenheit eines
verhältnismäßig hohem Gehalts an Mutterlauge und bei hoher Temperatur und darauf folgender
Abkühlung gründet, wobei die Dichtigkeit der Kristallmasse durch den Zucker, der bei der Abkühlung
aus der Mutterlauge auskristallisiert, gesteigert wird. Die hohe Temperatur verursacht
leicht Abbau und Färbung des Zuckers, und die Möglichkeit, diese Temperatur herabbringen zu
können, ist deshalb ein Vorteil.
Claims (1)
- 75 PATENTANSPRUCH:Verfahren zur Herstellung von hartem Zucker, insbesondere Würfelzucker, aus einer Masse von Zuckerkristallen, die durch Kristallisierung einer. Zuckerlösung durch Kochen derselben in satzweise arbeitenden Vakuumbehältern sowie durch Abschleudern der Mutterlauge von den Kristallen und nachfolgendem Decken der Kristalle in der Zentrifuge erhalten wird, dadurch gekennzeichnet, daß verschiedene Sude bei der Kristallisierung des Zuckers zu verschiedenen, vorbestimmten Kristalldurchschnittsgrößen geführt werden und daß die Füllmassen von den in solcher Beziehung verschiedenen Süden in derartigen vorbestimmten Mengenverhältnissen vor dem Schleudern vermischt werden, daß die durch letzteres erhaltene Kristallmasse, die später zu Würfelzucker geformt wird, eine wesentlich höhere prozentuale durchschnittliche Abweichung von ihrer durchschnittlichen Kristallgröße aufweist, als die Kristalle in einer einzelnen der vermischten, verschiedenen Füllmassen.100 In Betracht gezogene Druckschriften:Österreichische Patentschrift Nr. 38432;Shw-irbljanski, Das Dreiproduktschema in der Rübenzucker fabrik, S. 42.© 609 624 9.56
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