DE94947C - - Google Patents

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DE94947C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C07ORGANIC CHEMISTRY
    • C07CACYCLIC OR CARBOCYCLIC COMPOUNDS
    • C07C43/00Ethers; Compounds having groups, groups or groups
    • C07C43/02Ethers
    • C07C43/20Ethers having an ether-oxygen atom bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring
    • C07C43/23Ethers having an ether-oxygen atom bound to a carbon atom of a six-membered aromatic ring containing hydroxy or O-metal groups

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Organic Low-Molecular-Weight Compounds And Preparation Thereof (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 12: Chemische Verfahren und Apparate.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 7. November 1896 ab.
Phenol vereinigt sich bekanntlich mit fixen Alkalien schon in der Kälte zu salzartigen Verbindungen, welche begierig Kohlensäure anziehen und sich dabei zersetzen, während kohlensaure Alkalien nach der Angabe von Runge selbst bei Erhitzen nicht zerlegt werden sollen.
Im Gegensatz hierzu berichtet B au man η (Ber. d. D. Ch. Ges. X, S. 686 bis 687),, dafs Phenol bei anhaltendem Kochen mit Kaliumcarbonatlösung Kohlensäure austreibt und dafs ein ähnliches Verhalten auch andere Phenole zu zeigen scheinen, ohne jedoch für letztere Angabe irgend welche Erläuterung zu geben.
Es wurde nun die. Beobachtung gemacht, dafs hydroxylirte Phenoläther, so nahe sie sonst in ihren Eigenschaften dem Phenol stehen, gegenüber Kaliumcarbonat ein ganz specifisches Verhalten zeigen. Sie besitzen nämlich die Fähigkeit, mit Kaliumcarbonat krystallisirte Verbindungen zu bilden, eine Eigenschaft, welche dem Phenol und seinen Homologen völlig fehlt.
Die Kaliumcarbonatverbindungen der sauren Phenoläther sind an trockener Luft beständig, durch Wasser werden sie theilweise zerlegt; die Gegenwart von Kaliumcarbonat verhindert die Zersetzung. In Alkohol und Benzol sind sie in der Wärme unter partieller Zersetzung löslich, beim Erkalten scheiden sie sich wieder in Krystallform ab. Ihre Zusammensetzung kann durch die Formel: R2-K2CO3, in welcher R einen hydroxylirten Phenoläther bedeutet, ausgedrückt werden.
Das auffallende Verhalten der hydroxylirten Phenoläther gegen Kaliumcarbonat kann äufserst vorteilhaft zur Gewinnung derselben aus Gemengen mit Phenolen — aus Holztheerölen wurde auf diese Weise Guajakol, Kreosol, Aethylguajakol, Pyrogalloäther abgeschieden — oder mit anderen Substanzen, z. B. Terpenen im Nelkenöl, benutzt werden.
Wie sich nach Vorstehendem ohne Weiteres ergiebt, steht das neue Verfahren in keinerlei Beziehung zu der von Baumann (a. a. O.) gemachten Beobachtung, noch zu der von Tiemann und Mendelsohn (Ber. d. D. Ch. Ges. X, S. 57) beschriebenen Trennungsmethode von Kreosol und Phlorol. *
Beispiele:
I. ι Theil flüssiges Guajakol wird mit 1 Theil Kaliumcarbonat unter Zusatz von etwas Wasser zusammengerieben. Je nach dem Gehalte an Guajakol bildet sich sofort oder nach kurzer Zeit eine ölig durchtränkte Krystallmasse, welche nach Beendigung der Einwirkung mit Aether oder dergleichen angerührt und durch Absaugen oder Abpressen von der Lauge getrennt wird. Durch Zersetzen mit Kohlensäure oder verdünnten Säuren wird aus der Doppelverbindung das Guajakol abgeschieden und durch Destillation im Wasserdampfstrome von geringen Mengen harziger Producte befreit. Das so erhaltene Präparat ist absolut rein; es krystallisirt selbst beim Einbringen eines Guajakolkrystalles in das Wasserdampfdestillat, ohne dafs weitere Abkühlung nöthig wäre.
(2. Auflage, ausgegeben am 2j. Februar iSgg.l
II. ι Theil Kreosot und 2 Theile concentrirte Potaschelösung werden einige Zeit durchgeschüttelt. Man läfst alsdann absetzen, trennt den wässerigen Theil von dem OeI und rührt den Rückstand mit Aether an, wobei . die Kaliumcarbonatverbindungen in krystallinischer Form abgeschieden werden. Nach Entfernung der Lauge wird der Rückstand wie in I. angegeben zerlegt und gereinigt. Man erhält auf diese Weise ein Product, welches völlig frei ist von 'einwertigen Phenolen.
III. ι Theil Nelkenöl und 1 Theil Kaliumcarbonat werden einige Zeit sorgfältig durch einander gemischt. Das Reactionsgetnenge wird alsdann mit Aether angerührt, die Lauge auf übliche Weise entfernt und der krystallinische Rückstand wie oben erwähnt verarbeitet.
IV. Das Gemenge von Methyl- und Dimelhylhydrochinon, welches man nach Hesse durch Erhitzen von Hydrochinon mit Jodmethyl und Kaliumhydroxyd erhält, wird mit einer concentrirten Lösung von Kaliumcarbonat geraume Zeit geschüttelt. Nach dem Ablassen des wässerigen Theiles wird der Rückstand mit einem Gemisch von Benzol und Petroläther behandelt, die abgeschiedene Krystallmasse auf dem Filter gesammelt und schliefs-
lich durch verdünnte Säuren zersetzt, wobei sich Methylhydrochinon in fester Form abscheidet.
Anstatt die hydroxylirte Phenoläther enthaltenden Gemenge mit Kaliumcarbonat zusammenzubringen, können dieselben auch in Kalilauge gelöst und die Kaliumcarbonatdoppelverbindungen aus dieser Lösung durch Einleiten von Kohlensäure dargestellt werden. Die schliefsliche Verarbeitung des Reactionsproductes erfolgt in der angegebenen Weise.
Ferner können auch durch längeres Kochen mit Kaliumcarbonatlösung und darauf folgendes Einleiten von Kohlensäure die hydroxylirten Phenoläther in Form ihrer Kaliumcarbonatverbindungen gewonnen werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Gewinnung von o- und phydroxylirter Phenoläther aus Gemengen, darin bestehenrd, dafs Gemenge dieser Substanzen mit Kaliumcarbonat, als solchem, fest oder in Lösung, oder durch Einleiten von Kohlensäure in die Lösung von Kaliumsalzen der genannten Verbindungen entstanden, in Wechselwirkung gebracht werden.
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