DE921245C - Verfahren zur Erzeugung photographischer Kontraste - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung photographischer Kontraste

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DE921245C
DE921245C DEN5254A DEN0005254A DE921245C DE 921245 C DE921245 C DE 921245C DE N5254 A DEN5254 A DE N5254A DE N0005254 A DEN0005254 A DE N0005254A DE 921245 C DE921245 C DE 921245C
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mercury
salts
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DEN5254A
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Cornelis Johannes Dippel
Harke Jan Houtman
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Koninklijke Philips NV
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Philips Gloeilampenfabrieken NV
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    • G03PHOTOGRAPHY; CINEMATOGRAPHY; ANALOGOUS TECHNIQUES USING WAVES OTHER THAN OPTICAL WAVES; ELECTROGRAPHY; HOLOGRAPHY
    • G03CPHOTOSENSITIVE MATERIALS FOR PHOTOGRAPHIC PURPOSES; PHOTOGRAPHIC PROCESSES, e.g. CINE, X-RAY, COLOUR, STEREO-PHOTOGRAPHIC PROCESSES; AUXILIARY PROCESSES IN PHOTOGRAPHY
    • G03C1/00Photosensitive materials
    • G03C1/52Compositions containing diazo compounds as photosensitive substances
    • G03C1/62Metal compounds reducible to metal

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Engineering & Computer Science (AREA)
  • Materials Engineering (AREA)
  • Physics & Mathematics (AREA)
  • General Physics & Mathematics (AREA)
  • Non-Silver Salt Photosensitive Materials And Non-Silver Salt Photography (AREA)

Description

Es ist bekannt, photographische Kontraste in der Weise herzustellen, daß Diazosulfonat enthaltende Schichten belichtet und sodann einer Behandlung mit einem Mercurosalz unterworfen werden, worauf eine physikalische Entwicklung des so entstandenen latenten Quecksilberbildes erfolgt. Es ist gefunden worden, daß mit der Anwendung dieser Schichten Schwierigkeiten infolge des Auftretens einer besonders hinderlichen Unreproduzierbarkeit verbunden sind, die sich in einer Verschlechterung oder sogar einem Verschwinden der physikalischen Entwickelbarkeit der Schichten nach der Mercurosalzibehandlung in dem Zeitraum zwischen dem Anfang der Belichtung und dieser Behandlung mit Mercurosalz bemerkbar macht. Diese Erscheinung ergibt eine um so größere Verschlechterung der Empfindlichkeit der Schichten, je länger jene Zeitspanne ist. Auch wenn man zur Beschränkung dieses Verlustes die Behandlung mit Mercuroealz unmittelbar an die Belichtung anschließen läßt, kann man dennoch die ganze Wirkung nicht aufheben, weil es unmöglich ist, stets zu bewirken, daß diese Behandlung sich mit dem Anfang der Belichtung deckt. Diese Erscheinung wird nachstehend als Regression des latenten Bildes Ibezeichnet. Unter der Empfindlichkeit soll hier das Umgekehrte der Lidhtmenge verstanden werden, die (nach physikalischer Entwicklung) eine definierte Schwärzung bedingt.
Gemäß der Erfindung läßt sich diese Schwierigkeit dadurch beheben, daß in den Schichten außer dem lichtempfindlichen Diazosulfonat ein Anti-
regressionsmittel angebracht wird. Solche Antiregressionsmittel sind: a) wasserlösliche Salze mit Ionen, welche die Konzentration der Sulfitionen in Wasser stark herabsetzen und Mercurosalze nicht oxydieren und auch nicht mit ihnen unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder von unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren und deren Sulfitverbindungen mit Mercuroionen unter Ausscheidung metallischen Quecksilbers reagieren ίο können, b) unter a) fallende Kationen in Form von Salzen der lichtempfindlichen Diazosulfonsäure mit diesen Ionen, c) wasserlösliche, schwache Säuren und in Lösung sauer reagierende Salze derselben und sauer reagierende Mischungen aus Salzen derselben mit Säuren, die im übrigen die unter a) aufgeführten Bedingungen erfüllen, d) schnell kuppelnde Azokomponenten, welche Mercurosalze nicht oxydieren und auch nicht mit ihnen reagieren unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder von unilöslichen Quecksilberverbindungen, e) lösliche aromatische Mono- und Polysulfonsäuren und lösliche Salze aromatischer Mono- und Polysulfonsäuren, die Mercurosalze nicht oxydieren und mit ihnen auch nicht unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder von unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren, f) Salze der unter a) fallenden Kationen mit den unter e) aufgeführten Säuren, g) lösliche Stoffe, die mit Diazoniumionen schwer lösliche Verbindüngen ergeben und die Bedingungen nach d) erfüllen, h) Mischungen aus unter a) bis g) erwähnten Stoffen, soweit diese miteinander keine unerwünschten Reaktionen ergeben.
Beispiele geeigneter Salze von der unter a) genannten Art sind: Bleiacetat, Lanthan (Ill)-nitrat, Thorium (IV) -nitrat, Uranylacetat, Cadmiumlactat, Zinkacetat, Chrom (III)-acetat, Kupfer (II)-acetat, Kobaltacetat.
Beispiele von Salzen nach b) sind1: Paramethoxybenzol, Diazosulfonsäure, Bleisalz, Methyl-i-chlor-3 -b enzoldi azosulf ons äure-4-z inks alz.
Beispiele geeigneter Säuren nach c) sind: Milchsäure und Citronensäure. Mischungen ihrer Alkalisalze mit der freien Säure können auch zur Verwendung gelangen; es werden jedoch zweckmäßig die Salze der unter a) fallenden Kationen oder Mischungen dieser Salze verwendet.
Mit Rücksicht auf die Haltbarkeit der lichtempfindlichen Schicht werden im allgemeinen nicht flüchtige Säuren und Salze solcher Säuren bevorzugt.
Beispiele schnell kuppelnder Azokomponenten nach d) sind: Resorcin, ^-Naphthol, Amino-i-naphthol-S-disul'fonsäure-s, 6.
Beispiele aromatischer Mono- oder Polysulfonsäuren nach e) sind: Naphthalintrisulfonsäure (Azoguard), Metasulfobenzoesäure.
Unter f) fallende Beispiele sind: Naphthalindisulfonsaures Blei und a-naphthylaminsulfonsaures Cadmium.
Ein unter g) fallendes Beispiel ist: Ammoniumwolframat.
In allen den unter a) bis h) erwähnten Fällen muß zur Vermeidung von Schleier der pn-Wert der Lösung, mit der die Schicht vor dem Belichten behandelt wird, kleiner als 7 sein, und es muß also gegebenenfalls dementsprechend zu der Lösung freie Saure zugesetzt werden.
Während der dem Zustandekommen der Erfindung vorangehenden Untersuchung ist es wahrscheinlich geworden, daß die Regression durch eine Reaktion herbeigeführt wird, die am Diazosulfonat unter der Wirkung des auffallenden Lichtes eintritt. Infolge dieser Licihtreaktion werden Sulfitionen verfügbar, die, wie dies in der deutschen Patentschrift 892 552 beschrieben ist, fähig sind, aus Mercurosalzen metallisches Quecksilber frei zu machen!; dieses metallische Quecksilber bildet das Metallbild, das durch physikalische Entwicklung verstärkt werden kann.
Daß die vorstehend aufgeführten Stoffe als Antiregressionsmittel wirken können, wird verständlich, wenn man annimmt, daß die Lichtreaktion die Diazosulfonsäure in eine isomere Sulfitverbindung überführt, aus der Sulfitionen leicht abgespaltet werden, und gleichzeitig diese Reaktion umkehrbar ist, so daß nach Beendigung der Belichtung die Diazosulfonsäure zurückgebildet wird.
Die gefundenen Antiregressionsmittel sind nämlich Stoffe, die das sogenannte Abklingen des latenten Bildes behindern oder verhindern. Diese Verhinderung oder Behinderung kann sich einmal durch Verbindung des die Diazoniumgruppe enthaltenden Molekülteiles mit dem Antiregressionsmittel, wobei somit das Sulfit in Freiheit gesetzt wird bzw. nicht wieder zu Diazosulfonsäure gebunden werden kann, und zum anderen durch Bindung des Sulfits vollziehen. Es ist denkbar, daß in der trockenen Schicht, in der die erwähnten Maßnahmen verwirklicht sind, auf diese Weise die ZaM der freien Diazoniumionen und freien Sulfitionen derart herabgesetzt wird, daß die Geschwindigkeit ihrer Reaktion praktisch gleich Null geworden ist. Nimmt man dies als zutreffend an, so ist ersichtlich, daß gegen eine feste Bindung des Diazoteiles kein Bedenken vorliegt, daß jedoch die Bindung des Sulfits derart sein muß, daß das gebundene Sulfit mit den später zuzusetzenden Mercuroionen noch zu Quecksilber reagieren kann. Schließlich kann· auch ein Antiregressionsmittel zugesetzt werden, das sowohl mit der Diazokomponente als auch mit Sulfit reagiert.
Es kann somit angenommen werden, daß z. B. die unter d) erwähnten schnell kuppelnden Azokomponenten, wie z. B. Resorcin, mit dem Diazoniumrest der belichteten Diazosulfonsäure reagieren, wobei ein Farbstoff entstehen kann und wobei die frei gewordenen Sulfitionen nicht mehr die Diazosulfonsäure beim Fehlen der Diazoniumverbindung zurückbilden können.
Das gleiche gilt bezüglich der unter e) erwähnten aromatischen Sulfonsäuren, die sich mit Diazoniumresten zu sogenannten Diazoarylsulfonaten verbinden.
Andererseits kann angenommen werden, daß mehrere Antiregressionemittel mit Sulfit reagieren
und infolgedessen die Rückgangsreaktion verhindern.
Ihnen gehören mutmaßlich die erwähnten Säuren oder Salze an; es darf angenommen werden, daß in einer Anzahl von Fällen auch Komplexbildung eine Rolle spielt, da mit Rücksicht auf die besonders geringen, durch Belichtung entstehenden Sulfitmengen die geringe Löslichkeit der entstandenen Verbindungen in manchen Fällen keine genügende Erklärung der Antiregressionswirkung sein kann.
Es ist zu bemerken, daß Versuche mit Lösungen,
bei denen dlie Sulfitmenge durch Analyse festgestellt wird, sich nicht als maßgebend für die Stärke der Antiregressionswirkung in einem Träger erwiesen haben.
Eine besonders starke Antiregressionswirkung
ergibt sich, wenn, wie unter f) erwähnt, als Antiregressionsmittel ein geeignetes Salz, ζ. B. ein Blei- oder Cadmiumsal'z, einer aromatischen Sulfonsäure verwendet wird. Dies hat unter anderem bei der Verwendung von Bleisalzen den Vorteil, daß diese im allgemeinen besonders gut löslich sind und daß sowohl das Blei als auch die Sulfonsäure eine Antiregressionswirkung ausüben.
Die infolge der Belichtung aus dem Diazosulfonat entstehenden Sulfitionen entziehen dem Gleichgewicht Hg2 ++ ^Zt Hg ++ + Hg Mercuroionen, wodurch das metallische Quecksilber entsteht, das durch physikalische Entwicklung zu dem Metallbild verstärkt wird. Zum Erzielen eines guten Ergebnisses muß somit zweckmäßig die Reaktion des Sulfitions mit dem Mercuroion nicht durch einen der unter a) bis h) genannten Stoffe gestört werden. Daraus erklärt sich, daß nicht alle Stoffe, die sich mit Sulfit verbinden können, zur Durchführung des Verfahrene nach der Erfindung geeignet sind. Es sind z. B. die typischen Sulfitbinder, wie die Carbonylverfoindungen (deutsche Patentschrift 642 223), ungeeignet, weil derart gebundenes Sulfit nicht mehr mit Mercuroionen reagiert, desgleichen oxydierende und reduzierende Stoffe, die unerwünschte Reaktionen mit Mercuroionen und Sulfitionen ergeben, und ferner die Stoffe, die zu langsam mit Sulfit bzw. Diazoniumionen reagieren.
Es wurde bereits vorgeschlagen, zu Diazosulfonat enthaltenden Schichten eine Azokomponente zuzusetzen, unter anderem in den britischen Patentsdiriften 518 129 und 518 162, um nach Belichtung aus beiden Stoffen durch Kupplung ein Farbstofffoild zu erzeugen, und es ist auch aus der deutschen Patentschrift 734 302 und der USA.-Patentschrift 2 217 180 bekannt, Schichten anzuwenden, die Diazosulfonat und Azokomponente mit flüchtigen schwachen Säuren oder Salzen derselben enthalten, wie Zinksalze. Die Bildung eines Farbstoffbildes durch Kupplung des Diazosulfonate und der Azokomponente wurde in diesen Schichten durch die flüchtigen, schwachen Säuren oder deren Salze verhindert, und das Farbstoffbild entstand dann nach Erhitzung durch Zersetzung des Salzes bzw. Verdampfung der Säure und darauf erfolgende Kupplung der beiden Komponenten unter der Wirkung des restlichen basischen Salzes oder Oxyds.
Ferner sind Schichten bekannt, zu denen zwecks Vertiefung der Farbe des Azofarbsitoffbildes geweise Metallsalze, ζ. B. Kupfer- oder Chromsalze, zugesetzt sind.
Alle diese Zusätze haben eine ganz andere Funktion als die Antiregressionsmittel; sie beteiligen sich nämlidh an der Bilderzeugung oder begünstigen bzw. verhindern die Bildung von Azofarbstoffen. Bei der vorliegenden Erfindung jedoch wird,, wenn eine Azokomponente verwendet wird, dies unter solchen Bedingungen durchgeführt, daß der entstandene Farbstoff im endgültigen Bild nicht vorhanden ist oder zumindest keine wesentliche Rolle spielt, und bei der Anwendung von Salzen von der vorstehend erwähnten Art wird gewöhnlich gar kein Azofarbstoff gebildet, sondern ein Metallbild mit einer bedeutend geringeren Belichtung und mittels einer Mercuroverbindung erzeugt.
Es empfiehlt sich, die Konzentration des Andregressionsmittels nicht niedriger als 0,001 derjenigen des verwendeten Diazosül'fonats zu bemessen. Das Maß, in dem die Regression unterdrückt wird, ist auch von der Wahl des Diazosulfonats abhängig, und das Material, aus dem der Träger des lichtempfindlichen Sysitems gebildet ist, kann auch die Wahl der Konzentration beeinflussen. In günstigen Fällen wird die Regression praktisch ganz zunichte gemacht, und im übrigen werden Diazosulfonate, die bisher wegen zu starker Regressionstendenz ganz unbrauchbar waren, durch das Verfahren der Erfindung praktisch brauchbar. Es hat sich gezeigt, daß die lichtempfindliche Verbindung 2 - chlor - 4 - methyl -benzendiazosulfonsaures Natrium ohne Anwendung des Verfahrens nach der Erfindung eine abnorm niedrige Empfindlichkeit auch bei sehr schnellem Arbeiten aufweist und durch Zusatz von z. B. Ammoniumwolframat zu der Sensibilisierlösung die Empfindlichkeit und die erreichbare Schwärzung annähernd gleich den mit Paramethoxybenzoldiazosul'fonat erhältlichen werden. Es zeigt sich, daß die Farbe des Silfoerbildes auch dabei tief schwarz wird.
Als AzokomponenteantiregressioBsmittel kann man ohne Bedenken Verbindungen anwenden, die mit dem belichteten Diazosulfonat einen löslichen Farbstoff ergeben; für die bekannten Negativ-Positiv-Faribstoffbildverfahren ist eine solche Kombination unzulässig, da in diesem Fall beim Auswaschen das ganze Bild verschwindet. Bei der Herstellung von Bildern nach der Erfindung ist dies jedoch kein Nachteil; außerdem ist infolge bedeutend geringerer Lichtmengen, die angewendet werden, das Farbstoffbild besonders schwach, und es wird, so weit noch vorhanden, von dem entwickelten Bild vollkommen überdeckt.
Beim Zustandekommen der Erfindung hat sich noch gezeigt, daß es besonders vorteilhaft ist, als Antiregressionsmittel die Bleisalze aromatischer Sulfonsäuren, wie z. B. Zn-Acetat und Cd-Lactat, zu verwenden.
Ob im übrigen ein gewisser Stoff al's Antiregressionsmittel wirksam ist, kann folgendermaßen festgestellt werden: Man stellt zwei Lösungen des lichtempfindlichen Stoffes her, die eine mit dem zu prüfenden Stoff und die andere ohne ihn, und tränkt hiermit zwei Folien aus oberflächlich verseiftem Celluloseacetat, die in ganz gleicher Weise hinter einem Sensitometerkeil belichtet werden.
Nach io Sekunden, 15 Minuten bzw. 1 Stunde werden die belichteten Folien mit Mercurosalzlösung behandelt und sodann physikalisch entwickelt. Bei einem als Antiregressionsmittel wirksamen Stoff erweist sich die Abnahme der Zahl bzw. der Schwärzung der Stufen als geringer.
Die Durchführung des Verfahrens nach der Erfindung ist besonders wesentlich zum Aufnehmen oder Reproduzieren mehrerer Bilder nacheinander auf lichtempfindlichem Material, wie z. B. für Mikrodokumentationszwecke. Dazu können nun-
ao mehr Schichten mit Diazosulfonat verwendet werden.
Besonders wesentlich ist das Verfahren nach der Erfindung für die Herstellung farbiger Bilder entsprechend der französischen Patentschrift 1044725, weil Reproduzierbarkeit in diesem Fall von primärem Belang ist, besonders für die Herstellung von Bildern in mehreren Farben.
Wo in dieser Bechreibung von Diazosulfonat und Diazosulfonsäure die Rede ist, werden hierunter eine oder mehrere durch das Vorhandensein einer oder mehrerer Gruppen N2 S O3 H oder der ihnen entsprechenden Salze gekennzeichnete organische Verbindungen verstanden.
Beispiel I
Eine oberflächlich verseifte Celluloseacetatfolie wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzoldiazosulfonsaures Natrium und 0,003 Mol Citronensäure je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und getrocknet. Die Folie wird mittels eines Zeitskalensensitometers in einer Entfernung von 50 cm von einer 500-Watt-Quecksilberlampe belichtet. Die längste Belichtungszeit beträgt 45 Sekunden, und die folgenden Belichtungszeiten sind jeweils um einen Faktor J/'ΊΓ kleiner als die vorhergehende. Darauf wird die Folie an die Belichtung anschließend mit einer Lösung von 0,02 n-Mercuronitrat behandelt und darauf 10 Minuten lang physikalisch in einer Lösung entwickelt, die 0,5 °/o Methol, 2°/o Citronensäure und 0,2% Silbernitrat enthält.
Wird die Empfindlichkeit der Folie ohne Citronensäure gleich 100 geschätzt, so ist jene der Folie mit Citronensäure 115. Wird die Folie 1A Stunde nach dem Belichten der Mercuronitratlösung behandelt, so ist die Empfindlichkeit bei der Folie ohne Citronensäure auf 10, bei der mit Citronensäure auf 100 und nach 1 Stunde auf 85 herabgesunken.
Beispiel II
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol p-äthoxybenzoldiazosulfonsaures Natrium und 0,1 Mol Zinkacetat je
Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und getrocknet. Sodann wird belichtet, weiterbehandelt und entwickelt wie im Beispiel I. Wird eine Folie ohne Zinkacetat an die Belichtung anschließend oder um 1A Stunde bzw. 1 Stunde später mit der Mercuronitratlösung behandelt, so· sind die relativen Empfindlichkeiten 100, 50 bzw. 25, während jene mit Zinkacetat 120, 100 bzw. 100 ist.
Beispiel III
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer Lösung von o, 12 Mol p-methoxybenzoldiazosulfonsaurem Pb je Liter Wasser sensibilisiert und getrocknet. Darauf wird belichtet, behandelt und entwickelt wie im Beispiel I. Nach 1Ii und ι Stunde Aufbewahren zwischen der Belichtung und dem Mercuronitratbad ist die in der Skala des Beispiels I ausgedrückte Empfindlichkeit 5 5,40 bzw. 35. Die geringere Anfangsempfindlichkeit findet ihre Ursache in der geringen Löslichkeit des Bleisulfonats.
Beispiel IV
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzoldiazosulfonsaures Natrium und 0,2 Mol Resorcin je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und getrocknet. Die so erhaltene lichtempfindliche Folie wird belichtet, behandelt und entwickelt, wie im Beispiel I beschrieben. Wird die Folie 1A und ι Stunde nachdem Belichten aufbewahrt und darauf mit der Mercurosalzlösung -behandelt, so sind die in der Skala des Beispiels I ausgedrückten Empfindlichkeiten 60, 35 bzw. 30.
Beispiel V
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzoldiazosulfonsaures Natrium und 0,1 Mol Naphthalintrisulfonsäure (erhältlich unter dem Handelsnamen Azoguard) je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert, darauf getrocknet und sodann belichtet, weiterbehandelt und entwickelt, wie im Beispiel I beschrieben.
Die in der Skala des Beispiels I ausgedrückte Empfindlichkeit ist, wenn die Folie unmittelbar, 1U Stunde bzw. 1 Stunde nach der Belichtung mit der Mercuronitratlösung 'behandelt wird, 115, 80 bzw. 50.
Beispiel VI
Papier wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzol diazosulfonsaures Natrium und 0,1 Mol naphthalindisulfonsaures Pb je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert, dann getrocknet und darauf belichtet, weiterbehandelt und 5 Minuten entwickelt, wie im Beispiel I beschrieben. Wird die Empfindlichkeit des ohne naphthalinsulfonsaures Pb und anschließend an die Belichtung behandelten und entwickelten Papiers beliebig gleich 100 angenommen, so ist sie nach einer Zeitspanne von 1U Stunde zwischen Belichtung und Behandlung 35 und nach ι Stunde 10.
Bei der Folie mit diesem Antiregressionsmittel sind die (in derselben Skala ausgedrückten) Empfindlichkeiten 50, 50 bzw. 40.
Beispiel VII
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzoldiazosulfon-■saures Natrium und 0,002 Mol naphthalindisulfonsaures Blei je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und darauf getrocknet. Die Belichtung kann sich nach Behandlung und Entwicklung, wie im Beispiel I beschrieben, vollziehen. Die Empfindlichkeit der anschließend an die Belichtung mit Mercurosalzlösung behandelten Folie ist in der Skala des Beispiels I ausgedrückt 140, bei einer Zeitspanne von 1U Stunde zwischen Belichtung und Nachbehandlung 160 und bei einer Zeitspanne von ι Stunde 140.
Beispiel VIII r
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer Lösung von 52 g chloj:-2-methyl-4-benzol-diazosulfonsaurem Natrium-i und 20 g Ammoniumwolframat in 1000 cm3 Wasser sensibilisiert.
Nach Trocknen wird belichtet, nachfeehandelt und entwickelt, wie im Beispiel I 'beschrieben.
Wird die Empfindlichkeit einer kein Ammoniumwolframat enthaltenden, anschließend an die Belichtung mit Mercurosalzlösung nachbehandelten Folie beliebig gleich 100 angenommen, so ist sie bei einer Zeitspanne von 1U Stunde zwischen Belichtung und Nachbehandlung auf 60 herabgesunken und bei einer Zwischenzeit von 1 Stunde auf 20. Ist jedoch Ammoniumwolframat vorhanden, so ist die Empfindlichkeit bei anschließender Behandlung 200, nach 1U Stunde 200 und nach 1 Stunde 150, während die Maximalschwärzung erheblich höher ist.
Beispiel IX
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol dimethoxy-3, 4-benzoldiazosulfonsaures Natrium-1 und 0,1 Mol benzolsulfonsaures Blei je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und dann getrocknet.
Darauf wird belichtet, nachbehandelt und entwickelt wie im Beispiel I. Wird die Empfindlichkeit der Folie ohne das Antiregressionsmittel 'bei an die Belichtung anschließender Nachbehandlung beliebig als 100 angenommen, ,so ist diese bei einer Wartezeit von 1U Stunde zwischen Belichten und Nachbehandlung 35.
Beim Vorhandensein von benzolsulfonsäuren! Blei sind diese Empfindlichkeiten 140, 170 bzw. 170.
Beispiel X
Eine Folie, wie die im Beispiel I verwendete, wird mittels einer 0,2 Mol p-methoxybenzoldiazosulfonsaures Natrium und o, 1 Mol Cadmiumlactat je Liter Wasser enthaltenden Lösung sensibilisiert und darauf getrocknet.
Die Belichtung, Nachbehandlung und Entwicklung vollziehen sich wie im Beispiel I beschrieben.
Die Empfindlichkeit der anschließend an die Be-
lichtung mit der Mercuronitratlösung behandelten Folie ist ausgedrückt in der Skala des Beispiels I 230, bei einer Zeitspanne von 1U Stunde bzw. ι Stunde zwischen Belichtung und Nachbehandlung bzw. 140.

Claims (15)

  1. Patentansprüche:
    ι. Verfahren zur Erzeugung· photographischer Kontraste, wobei in einer Diazosulfonat enthaltenden Schicht durch Belichtung und Entwicklung mittels eines Mercurosalzes ein latentes Metallbild erzeugt wird, das durch physikalische Entwicklung zu einem sichtbaren Bild verstärkt wird, dadurch gekennzeichnet, daß eine Schicht verwendet wird, die auch ein oder mehrere Antiregressionsmittel enthält, und die Schicht erst nach Belichten mit einer Mercurosalzlösung behandelt wird.
  2. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel verwendet werden: wasserlösliche Salze mit Ionen, welche die Konzentration der Sulfitiionen in Wasser stark herabsetzen und Mercurosalze nicht oxydieren' und auch nicht anderweitig mit ihnen unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren und deren Sulfitverbindungen mit Mercuroionen unter Ausscheidung metallischen Quecksilbers zur Reaktion gebracht werden können.
  3. 3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß Kationen in Form von Salzen der lichtempfindlichen Diazosulfonsäure mit diesen Ionen verwendet werden.
  4. 4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel wasserlösliche schwache Säuren und bzw. oder in Lösung sauer reagierende Sake derselben oder sauer reagierende Mischungen aus Salzen derselben und Säuren verwendet werden, wobei diese Antiregressionsmittel Mercurosalze nicht oxydieren und auch nicht anderweitig mit ihnen unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren, und deren Sulfirverbindungen mit Mercuroionen unter Ausscheidung metallischen Quecksilbers zur Reaktion gebracht werden können.
  5. 5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel schnell kuppelnde Azokomponenten verwendet werden, welche Mercurosalze nicht oxydieren und mit ihnen, auch nicht anderweitig* unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren.
  6. 6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel lösliche aromatische Mono- und bzw. oder Polysulfonsäuren und bzw. oder lösliche Salze aromatischer Mono- und bzw. oder Polysulfonsäuren verwendet werden, die Mercurosalze nicht oxydieren und auch nicht anderweitig mit ihnen
    unter Ausscheidung von Quecksilber und 'bzw. oder unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren.
  7. 7. Verfahren nach Anspruch 2 und 6, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel Salze der Kationen nach Anspruch 2 zusammen mit den Säuren nach Anspruch 6 verwendet werden.
  8. 8. Verfahren nach. Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel lösliche" Stoffe verwendet werden, die mit Diazoniumionen schwer lösliche Verbindungen ergeben und Mercurosalze nicht oxydieren und auch nicht anderweitig mit ihnen unter Ausscheidung von Quecksilber und bzw. oder unlöslichen Quecksilberverbindungen reagieren.
  9. 9. Verfahren nach Anspruch 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel Mischungen aus unter Anspruch 1 bis 8 erwähnten Stoffen verwendet werden, die miteinander keine unerwünschten Reaktionen ergeben.
  10. 10. Verfahren, nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmiittel die Bleisalze aromatischer Sulfonsäuren verwendet werden.
  11. 11. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel Zinkacetat verwendet wind.
  12. 12. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Antiregressionsmittel Cadmiumlactat verwendet wird.
  13. 13. Verfahren nach Anspruch 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß zur Herstellung von Aufnahmen zur Mikrodofeumentation geeignetes lichtempfindliches Material verwendet wird, bei dem nacheinander mehrere Aufnahmen auf derselben Schicht hergestellt werden., bei dem die lichtempfindliche Schicht eines oder mehrere der Antiregressionsmittel nach einem der vorhergehenden Ansprüche enthält.
  14. 14. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß ein farbbifctender physikalischer Entwickler verwendet wird.
  15. 15. Lichtempfindliche Schichten zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Diazosulfonat und als Antiregressionsmtittel einen oder mehrere der in Anspruch 2 bis 12 erwähnten Stoffe enthalten.
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