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Hängewerk für weitgespannte Hallen, Dächer u. dgl. Gegenstand der
Erfindung ist die weitere Ausbildung des Hängewerks für weitgespannte Hallen, Dächer
u. dgl. nach Patent 865 748. Bei dem IlängeNverk nach diesem Patent sind
in die Dachhaut od. dgl. mittels Spannseile, die mit den Tragseilen durch Hängestangen
od. dgl. verbunden sind, Zugkräfte eingeleitet, wodurch die Gesamtkonstruktion stabilisiert
wird, so daß sie sich auch unter Einwirkung von Verkehrslasten nicht verändert.
Die Pvlonen und die Lagerstellen für die Spannseile und Tragseile sind in Fundamenten
verankert, die sich in unmittelbarer Nähe der Verankerungsstellen befinden und voneinander
unabhängig sind.
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%s ist Aufgabe der Erfindung, die Hängewerkkonstruktion so zu lagern,
daß das Hängewerk an Ort und Stelle, ohne daß große Vorarbeiten geleistet werden
müssen, errichtet werden kann und darüher hinaus eventuell auftretende Temperaturspannungen
möglichst vermieden werden.
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Erfindungsgemäß besteht daher die weitere Aushildung darin, die Pvlonenlager
und die Lagerstellen für die Trag- und Spannseile auf einem einheitlichen Fundamentträger
zu lagern. Man kann den Fundamentträger z. B. aus Gitterträgern herstellen, die
durch Diagonalverstrebungen versteift sind. Werden die Trag- und Spannseile an dem
Fundamentträger befestigt, der beispielsweise in einen ausgehobenen Graben eingesetzt
werden kann, so sind lediglich die beiden Enden des Fundamentträgers erdfest zu
sichern, beispielsweise durch je einen oder mehrere Erdanker. Selbstverständlich
kann
man auch den Fundamentträger einbetonieren, wenn das Fundament für längere Zeit
an Ort und Stelle verbleiben soll.
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Besonders zweckmäßig ist es, den Fundamentträger so auszubilden, daß
man die Trag- und Spannseile durch ihn hindurchführen kann, also die Enden der Tragseile
bzw. die Enden der Spannseile nun über durch den Fundamentträger hindurchgeführte
Seile in Verbindung stehen. Es ergibt sich hierdurch der Vorteil, daß praktisch
keinerlei Temperaturspannungen in den Seilen auftreten können. Die Seile werden
z. B. in Rohren geführt, die in geeigneter Weise angeordnet sind und zweckmäßigerweise
Teile des Fundamentträgers bilden. Werden die durch diese Rohre geführten Seile
angespannt, so wird das entsprechende Rohr durch das Seil auf Druck beansprucht;
die Biegebeanspruchung ist verhältnismäßig gering. Selbstverständlich wird man den
aus Einzelteilen gebildeten Fundamentträger erst an Ort und Stelle zu einem einheitlichen
Verband zusammensetzen, um den Transport zu vereinfachen.
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Da ein Hängewerk nicht nur durch Einspannseile, sondern durch mehrere
Trag- und Spannseile gehalten werden muß, werden die Fundamentträger parallel zueinander
in Richtung der Tiefe der Halle verlegt. Eine Verbindung zwischen den parallel zueinanderliegenden
Fundamentträgern ist nicht erforderlich.
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Der Erfindungsgedanke wird in den Zeichnungen veranschaulicht. Es
zeigt Fig. i eine Seitenansicht eines Fundamentträgers mit auf ihm angeordneten
Pylonen, an diesen befestigter Dachhaut, die durch Seile verspannt ist, Fig.2 eine
vergrößerte Darstellung des einen Endes des Fundamentträgers in Richtung des Schnittes
A-R der Fig. i.
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Die Hallendecke i, die in der Mitte unmittelbar an dem Tragseile befestigt
ist, wird durch die Seile 3 und 4. mittels der Spannschlösser 5 und 6 gespannt.
Die Spannschlösser sind an den Stellen 7 und 8 mit dem hier aus vier Einzelträgern
9, 1o, i i und 12 zusammengesetzten Fundamentträger verbunden. Die Einzelträger
sind an den Stellen 13, 14 und 15 kraftschlüssig so vereinigt, daß sie ein einlieitliches
Gebilde darstellen. Die sich gegen die Lager 16 und 17 unten abstützenden Pylonen
18 und i9 tragen an ihrer Spitze je eine Rolle 2o bzw. 21, über die das Tragseil
e geführt wird. Dieses kann durch die Spannschlösser 22, 23 ebenfalls gespannt werden.
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An der Hallendecke sind Rollen 24, am Tragseil 2 Rollen 25 befestigt.
In der Nähe der Mitte des Hängewerks stehen die Hallendecke i und das Tragseil e
über Haltemittel 26 bzw. 27 in Verbindung. An diesen sind oben und unten je zwei
Spanneile 28, 29 bzw. 30, 31 befestigt, die schnürsenkelartig über die Rollen 24
und 25 verlaufen, so daß man, wenn man die Spannschlösser 32, 33, 3,4, 35 anspannt,
das Tragseil gegenüber der Hallendecke verspannen kann. Die an den Spannschlössern
angreifenden, kürzeren Seilenden werden zweckmäßigerweise mit dem Tragseil bzw.
mit den Spannseilen für die Hallendecke verbunden oder in einer anderen Weise festgelegt.
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Damit sich der Fundamentträger9, 1o, i i, i? nicht aufbiegen kann,
sind -die beiden seitlichen Enden 36, 37 erdfest verankert, z. B. durch die Erdanker
38, 39. Die Fundamentträger werden mit Diagonalstäben 40, 41, 42, 43 versehen, um
die auftretenden Beanspruchungen aufnehmen zu können.
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Damit verhindert wird, -daß durch Temperaturänderungen zusätzliche
Spannungen auftreten, kann man zwischen die einzelnen Seile elastische Mittel, wie
Tellerfedern od. dgl., einhängen.
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Es ist aber zweckmäßiger, die Seile 2, 3 und 4 durch Verlängerung
der Seile oder angehängte Seile durch den Fundamentträger hindurch miteinander zu
verbinden, so daß jedes Seil einen geschlossenen Linienzug bildet. In diesem Fall
ist es nicht notwendig, die Enden 36, 37 besonders zu verankern. Der Fundamentträger
wird dann so ausgebildet, daß dort, wo das jeweilige Seil verlaufen soll, Rohre
4¢ angeordnet sind, in denen die Seile geführt werden. Das Rohr 44 ist bei 45 so
gekrümmt, daß das Tragseile entsprechend seiner Hauptzugrichtung einwandfrei einmünden
und durch das Rohr 44 zu dem anderen, entsprechend ausgebildeten Rohrende geführt
werden kann, das bei 46 am Fundamentträger 12 sitzt. An den Umlenkstellen der Seile
können Umlenkrollen 47, 48 vorgesehen sein. Durch das Vorspannen der Seile wird
das jeweilige Rohr zusammengedrückt, der Fundamentträger durch die Seile also auf
Druck beansprucht. Die Biegespannung ist verhältnismäßig niedrig. An Stelle von
zwei nebeneinander in den Führungsrohren liegenden Seilen kann man auch nur ein
Seil verlegen und an diesem die Seilenden des Tragseiles und der Spannseile befestigen.
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Den Fundamentträger kann man in einen Graben einsetzen und diesen
dann wieder zuschütten oder, wenn die Halle stationär aufgestellt werden soll, einbetonieren.
Zweckmäßigerweise wird dann dafür gesorgt, daß die Rohre zugänglich sind, so daß
man in der Lage ist, die Seile zu schmieren bzw. nach geraumer 7eit durch andere
zu ersetzen, wenn dieses notwendig «erden sollte.
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Durch diese Ausbildung des Fundamentes ist man in der Lage, derartige
Hängewerke in kürzester Zeit zu errichten und gegebenenfalls wieder auseinanderzunehmen.
Selbstverständlich kann man die Pylonen auch in anderer Weise ausbilden bzw. lagern.
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Je nach Tiefe der Halle sind mehrere Fundamentträger parallel zueinander
vorzusehen, auf denen dann je zwei Pylonen .aufgesetzt und mit der Hallendecke durch
die entsprechenden Seile verspannt werden.