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Briefmarkenautomat Bei den Briefmarkenautomaten üblicher Bauart wird
bekanntlich die Markenausgabe durch Einwerfen von Geldstücken vorbereitet. Die Ausgabe
selbst wird erst beim Durchführen einer zweiten Manipulation, Tastendruck, Hebelschwenken,
Kurbeldrehen, ausgelöst. Die Bedienung solcher Einrichtungen könnte vereinfacht
werden, wenn Mittel vorhanden wären, um die Markenausgabe durch die eingeworfenen
Geldstücke selbst auszulösen, wodurch sich eine zweite Manipulation erübrigt. Feder-
oder Gewichtsantriebe haben den Nachteil, daß die Kraft nicht konstant ist oder
daß das Gewicht einen großen Raum bezüglich seiner Größe oder seines Hubes erfordert.
Darüber hinaus müssen solche Antriebswerke regelmäßig aufgezogen werden.
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Die Erfindung bringt nun einen Weg, um die gesuchte Vereinfachung
der Bedienung an Briefmarkenautomaten zu erzielen. Sie betrifft einen Briefmarkenautomat,
der dadurch gekennzeichnet ist, daß Mittel vorhanden sind, um die Markenausgabe
mittels durch das Einwerfen von Geldstücken erzeugter elektrischer Stromstöße zu
bewirken.
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Für den Erfindungsgegenstand können mehrere Ausführungsformen beabsichtigt
werden. Bei der einen Ausführungsform kann z. B. eine derartige Anordnung geschaffen
werden, daß mehrere Marken von bestimmtem Wert herausgegeben werden, wenn ein Geldstück
in den Apparat eingeworfen wird, dessen Wert dem Gesamtwert aller Marken entspricht.
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Es ist auch möglich, eine Anordnung vorzusehen, die gestattet, Marken
von bestimmtem Wert durch Einwerfen mehrerer Geldstücke kleineren Wertes zu beziehen.
Zweckmäßigerweise werden noch Mittel vorgesehen,
die die wahlweise
Ausgabe von Marken verschiedener Werte ermöglichen.
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Schließlich besteht noch die Möglichkeit, den Briefmarkenautomat mit
einer Fernsprechstelle zusammenzubauen. Die durch das Einwerfen der Geldstücke erzeugten
Stromstöße können dann in Abhängigkeit der Einstellung eines geeigneten Organs entweder
zurwahlweisen Ausgabe verschiedenwertiger Marken oder zum Betätigen der bei jeder
Münzfernsprechanlage üblichen Kontrolleinrichtung ausgenutzt werden. Der Erfindungsgegenstand
soll nachstehend an Hand. der Zeichnung in Einzelheiten erläutert werden.
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Fig. i bis 3 sind prinzipielle Schaltbilder der elektrischen Anordnung
bei verschiedenen Ausführungsformen; Fig. 4 bis 8 beziehen sich auf konstruktive
Einzelheiten derselben.
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Bei sämtlichen dargestellten Ausführungsformen ist Gleichstrombetrieb
vorgesehen. Die Stromversorgung erfolgt aus einem gewöhnlichen Lichtnetz unter Zuhilfenahme
eines Transformators Ty zum Herabsetzen der .Spannung und eines Gleiehrichters Gl
zum Umformen des Netzstromes. Die in den Apparat eingeworfenen Geldstücke werden
durch einen Münzstromstoßerzeuger aufgenommen, dessen Aufbau aus der Technik der
Münzkassiererfernsprecheinrichtungen her bekannt ist und daher nicht besonders erläutert
zu werden braucht. Dieser Stromstoßerzeuger besitzt einen sogenannten Münzkontakt
mi, der z. B. für jedes 5-Rappen-Stück einmal, für jedes io-Rappen-Stück zweimal
usw. geschlossen wird. Ferner sind noch bei dem Münzstromstoßerzeuger zwei Kontakte
k i und k 2 vorhanden, wobei der eine, k i, während der ganzen Impulsgabe und der
andere, k 2, erst nach Ausgabe des letzten Impulses einmal während einer kurzen
Zeit geschlossen werden. Drei Elektromagnete MT, SM
und RM dienen zur Steuerung
von verschiedenen Teilen. Der erste, MT, besorgt die Fortschaltung eines
durch die anemanderhängenden Marken gebildeten Markenbandes i, das sich von einer
Trommel 2 abwickelt. Der Magnet SM betätigt eine Schere 6, 7 zum Abschneiden der
Marken. Der Magnet RM wirkt als Sperrmagnet. Ein Relais H steuert den Sperrmagnet
RM. Der mechanische Aufbau der ersten Ausführungsform geht aus der Fig. 4 und 5
hervor. Das Markenband z wickelt sich von der Trommel 2 ab, geht durch eine Kontrollvorrichtung
3 hindurch und wird zwischen einer Förtschaltrolle 4 und einer Klemmrolle 5 erfaßt.
Ferner kommt das Band i zwischen dem beweglichen und dem festen Messer der Schere
6, 7 durch, die das Abschneiden und die Ausgabe der Marken besorgt. Ein Fortschaltrad
8 ist mit der Rolle 4 zusammengeschraubt und steht unter dem Einfluß -einer am Ende
eines Elektromagnetankers xo lenkbar aufgebrachten Klinke g. Der Anker io ist durch
den Elektromagnet MT betätigt und beeinflußt einen Arbeitskontakt mt, dessen
Wirkung später erläutert wird.
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In Fig. 4 ist ersichtlich, wie der Elektromagnet SM das Messer 6 der
Schere 6, 7 über den Anker =i betätigt. Die Kontrolleinrichtung 3 gestattet, den
Automat außer Betrieb zu setzen, wenn der Markenvorrat erschöpft ist. Ein in einer
Büchse 13 geführter Fühlerstift 12 liegt mit dem Markenband i in stetiger Berührung
und hält einen Hebel 14 in der dargestellten Stellung. Der Hebel 14 sitzt auf einer
Achse 15 fest, die einen weiteren, ebenfalls festsitzenden Hebel 16 trägt. In seiner
Ruhelage hält dieser einen Arm 17 in einer derartigen .Stellung, daß das Ende 18'
eines um die Achse 18" schwenkbaren, den Wechselkontakt l beeinflussenden Hebels
18 unter der Kante ig einer halbgeschnittenen Achse 2o verriegelt ist. Der Arm 17
ist mit der Achse 2o fest verbunden.
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In Fig. 5 ist eine durch den Elektromagnet RM gesteuerte Münzrückgabevorrichtung
dargestellt. Die in den Automat eingeworfenen Geldstücke werden in den Kanalteil
21 aufgenommen und gelangen über einen um die Lagerungen 22, 23 schwenkbaren Kanalteil
24, der unter dem Einfluß des Elektromagnets RM steht. Je nach der Stellung des
Kanalteiles 24 gelangen die Geldstücke entweder in den zu dem nicht dargestellten
Münzstromstoßerzeuger führenden Kanal 25 und von da in den Einkassierbehälter oder
in den Geldrückgabebehälter 26.
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Die Wirkungsweise der beschriebenen Ausführungsform soll nun an Hand
der Fig. i, 4 und 5 erläutert werden.
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Solange die Betriebsspannung an den Ausgangsklemmen z, 2 des Gleichrichters
vorhanden ist, bleibt das Relais H angesprochen. Der Elektromagnet RM ist über den
Kontakt h erregt und hält den Kanalteil 24 (Fig.5) in einer derartigen Stellung,
daß ein eingeworfenes Geldstück über die Kanalteile 21, 24 und 25 in den Münzstromstoßerzeuger
und in den Einkassierbehälter gelangt. Der Kontakt mi erregt den Elektromagnet MT
stoßweise, und dieser bewirkt eine schrittweise Fortschaltung des Markenbandes i.
Je nach dem Wert des eingeworfenen Geldstückes wird das Band i um. einen, zwei oder
mehr Schritte verschoben. Kurz nach Abgabe des letzten Münzimpulses wird der Kontakt
k 2 geschlossen und der Schneideelektromagnet SM erregt. Das Messer 6 wird gegen
das Messer 7 vorgeschoben, und die dadurch abgeschnittene Markenbandstrecke fällt
in den Ausgabebehälter 28.
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Wenn der auf der Trommel 2 aufgewickelte Markenvorrat erschöpft ist,
fällt der Fühler 12 durch die Büchse 13, und die Hebel 14 und 16 werden in der Richtung
der Pfeile 14' bzw. 16' verschwenkt. Der Arm 17 dreht in der Richtung iT, und die
rechte Kante =g der halbgeschnittenen Achse 2o gibt den Hebel 18 frei. Die mittlere
Feder des Wechselkontaktes l legt sich um, z. B. durch eigene Vorspannung, und bereitet
dadurch die Außerbetriebsetzung des Automaten vor. Erfolgt die Umlegung des Kontaktes
1, bevor die übrigen Organe in die Ruhelage gelangen, h. d. bevor der Ausgabevorgang
tatsächlich beendet ist, dann bleibt das Relais H unter Spannung, da die Kontakte
mt und k i noch geschlossen sind. Der Kontakt mt hält das Relais H, solange
die mittlere Feder des Kontaktes l die Arbeitsfeder noch nicht getroffen, aber doch
die Ruhefeder schon verlassen hat. Sobald der Ausgabevorgang beendet ist, öffnet
der Kontakt k i, wodurch das Relais H stromlös wird: Der Kontakt
h
schaltet den Elektromagnet RM ab; und dieser läßt den Kanalteil 24 unter
dem Einfluß der Feder 27 mit dem Geldrückgabebehälter in Übereinstimmung kommen.
Gegebenenfalls kann ein das Wort Außerbetrieb
oder Leer tragendes
Schild mit dem Kanalteil 24 mechanisch derart verbunden sein, daß das betreffende
Wort in leerem Zustand des Automaten durch ein Fenster sichtbar wird. Es ist auch
möglich, die Geldrückgabeeinrichtung durch ein durch den Elektromagnet RM beeinflußtes
Organ zu ersetzen, das die Geldeinwurfsöffnungen im leeren Zustand des Automaten
absperrt.
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Durch die Anordnung des Relais H, das als Nullspannungsrelais arbeitet,
wird noch erreicht, daß eine Außerbetriebsetzung des Automaten infolge Versagens
der Stromversorgung bemerkbar wird.
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Es kann noch zweckmäßig sein, einen Gebührenanzeiger vorzusehen, dessen
Erregerspule GM (Fig. i) im Zuge des Münzimpulskontaktes mi und des Elektromagnets
MT eingeschaltet ist. Somit wüßte der Benutzer über den Betrag der j eweils
eingeworfenen Geldwerte Bescheid.
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Es läßt sich auch eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
denken, die zur wahlweisen Ausgabe verschiedenwertiger Briefmarken ausgerüstet ist.
Es genügt, so viele Einrichtungen gemäß Fig. 4 vorzusehen, wie Markensorten vorhanden
sind. Ein einziger Münzstromstoßerzeuger kann sämtlichen Markenausgabevorrichtungen
zugeordnet werden und mit diesen durch eine geeignete Umschalteanordnung je nach
der zu beziehenden Markensorte wahlweise in Verbindung gebracht werden. Eine derartige
Anordnung zeigt beispielsweise Fig. 6. Unter Voraussetzung, daß drei verschiedene
Markensorten in Betracht kommen, z. B. 5-, io- und 2o-Rp.-Marken, sind drei Markenvorschubmagnete
MT i, MT 2 und MT 3 erforderlich. Diese werden mittels eines
durch einen einstellbaren Hebel 29 angetriebenen Wählerarmes 3o wahlweise und in
Abhängigkeit der Stellungen des Hebels 29 mit demMünzimpulskontakt mi verbunden.
Ein auf der Achse 31 festsitzendes Rastersegment 32 steht unter dem Einfluß eines
federnden Sperrhebels 33 und gestattet, die Stellungen des Hebels 29 bzw. des Wählerarmes
30 jeweils sicherzustellen. Angaben über die aus dem Automaten beziehbaren Markensorten,
können in an der Kastenvorderwand 34 angeordneten Fenstern 34' eingebracht werden.
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In Fig. 2 ist die Schaltung einer Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
dargestellt, bei welcher Geldstücke verwendet werden können, deren Wert kleiner
ist als derjenige der zu beziehenden Marken. Hier werden derartige Maßnahmen getroffen,
daß eine Marke erst dann herausgegeben wird, wenn der entsprechende Betrag durch
Einwerfen der erforderlichen Geldstückzahl gedeckt ist. Diese Maßnahmen bestehen
aus einer .Stromstoßspeicherungsvorrichtung in der Form eines Schrittschaltdrehwählers
MW, der aus der automatischen Telephonie bekannt ist und die Münzimpulse
aufspeichert, bis die erforderliche AnzahlWerteinheiten aufgenommen worden ist.
Es sei angenommen, daß ioer Marken mittels 5-Rappen-Stücken oder 2oer Marken mittels
io-Rappen-Stücken zu beziehen sind. Hier ist dann als Werteinheit ein Betrag von
5. oder io Rappen zu verstehen. Der Wähler MW führt einen Schritt für jede
einbezahlte Werteinheit aus. Zu diesem Zweck liegt der Münzimpulskontakt mi im Zuge
der Wählerspule MW. Der Markenvorschubelektromagnet MT ist mit allen
geraden Kontakten einer durch den Wählerarm mw II überstrichenen Kontaktreihe verbunden,
so daß er erst dann erregt wird, wenn der betreffende Arm ixe, 2x2, 3x2 usw. Schritte
ausgeführt hat, das heißt wenn ixe, 2x2, 3x2 usw. Stromstöße durch den Münzstromstoßerzeuger
(Kontakt mi) abgegeben worden sind. Dadurch ist die Bedingung erfüllt, daß eine
Marke erst beim Nacheinandereinzahlen von ixe, 2x2, 3x2 usw. Werteinheiten herausgegeben
wird. Eine weitere Bedingung besteht darin, daß die erforderlichen Geldstücke kurz
nacheinander eingeworfen werden müssen. .Sollte dies nicht erfolgen, dann kommt
keine Marke heraus, und die einzeln eingeworfenen Geldstücke fallen in den Rückgabebehälter
26 (Fig. 5). Dies wird dadurch erreicht, daß ein anzugsverzögertes Relais U an sämtliche
ungerade Kontakte einer durch einen Wählerarm mw III überstrichenen Kontaktreihe
angeschlossen ist. Die Verzögerung des Relais U beträgt z. B. 6 Sekunden und wird
unter Zuhilfenahme von beliebigen, an sich bekannten Mitteln erreicht. Das Abfallen
dieses Relais dagegen ist nicht verzögert.
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Die Einrichtung arbeitet folgendermaßen: Für jede einbezahlte Werteinheit
führt der Wähler MW, wie gesagt, einen Schritt aus. Werden z. B. für eine
2oer Marke zwei io-Rappen-Stücke eingeworfen, dann kommen die Wählerarme in Stellung
2. Der mit k i geschlossene Kontakt k 2 stellt einen Stromkreis für den Vorschubmagnet
MT her, und dieser spricht an. Das Abschneiden der Marke erfolgt hier in
einer später zu erläuternden Weise, erst beim Abfallen des Ankers desselben Elektromagnets,
dessen Stromkreis über Gleichrichterklemme Gl i, Kontakte k 2, u
2, Wählerarm mw II, Elektromagnet MT, Gleichrichterklemme Gl2, verläuft.
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Kurz nach Abgabe des letzten- Impulses durch den Kontakt mi schließt
Kontakt k 3, wodurch ein Auslöserelais Au zum Ansprechen gebracht
wird. Gleichrichterklemme Gl i, Kontakt k 3, Relais Au, Gleichrichterklemme
Gl 2.
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Das Relais Au hält sich über Gleichrichterklemme GL i, Wählerarm
und Segment mw I, Kontakt au 2,
Gleichrichterklemme Gl 2.
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Der Kontakt au i legt um und erregt die Wählerspule MW: Gleichrichterklemme
GZ i, Wählerarm und Segment mw I, Kontakt au i, Wählerspule
MW,
Gleichrichterklemme Gl 2.
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Der Ankerkontakt mw schaltet einen niederohmigen Widerstand Wi parallel
zur Wählerspule MW, die dadurch praktisch kurzgeschlossen wird. Diese arbeitet
mit dem Ankerkontakt mw als Selbstunterbrecher und bringt die Wählerarme mw I bis
mw III in Stellung o. Der Haltestromkreis des Relais Au wird beim Verlassen
des Segmentes durch den Arm mw I unterbrochen. Der Apparat tritt somit in Ruhezustand.
Eine nicht dargestellte, an sich bekannte Vorrichtung sorgt dafür, daß die eingeworfenen
Geldstücke einkassiert werden.
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Wird nun eine 2oer Marke gewünscht und ein einziges io-Rappen-Stück
eingeworfen, so werden die Wählerarme in Stellung i gebracht. Obwohl der Kontakt
k 2 geschlossen ist, erhält die Magnetspule MT
keinen Strom. Dagegen
wird das Relais U erregt: Gleichrichterklemme Gl i, Wählerarm mw III in Stellung
i,
Relais U, Gleichrichterklemme Gl 2. Der Anker des Relais U beginnt sich zu bewegen.
Wenn kein zweites Stück innerhalb 6 Sekunden eingeworfen wird, führt er seinen Hub
zu Ende und legt die Kontakte u = bis u 4 um. Das Relais U hält sich über
seinen Kontakt u i. Kontakt u 2 verhindert, daß der Elektromagnet MT beim.,
Heimlauf des Wählers erregt wird. Kontakt u 3 bereitet einen Kurzschluß für den
Geldrückgabeelektromagnet RM vor, und Kontakt u 4 erregt das Relais Au. Der
Wähler MW läuft in die Ruhelage in der bereits beschriebenen Weise. In Stellung
ii des Wählerarmes mw III wird der Rückgabemagnet RM l--urzgeschlossen und das eingeworfene
Geldstück in den Rückgabebehälter 26 geführt.
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Eine ähnliche Anordnung mit einem Nullspannungsrelais H und eine Fühlereinrichtung
zur Meldung des Leerzustandes können auch bei dieser zweiten Ausführungsform vorhanden
sein.
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Nachstehend wird noch der mechanische Aufbau der Markenvorschub- und
Markenabschneideeinrichtung beschrieben. Wie bei der ersten Ausführungsform läuft
das Markenband i zwischen einer schrittweise angetriebenen Vorschubrolle 4 und einer
Gegenrolle 5 und zwischen den Messern 6, 7 einer oberhalb des Ausgabe-Behälters
28 liegenden Schere. Der Anker io des Elektromagnets MT sitzt auf einer Achse
35 fest, die noch einen Hebel 36 zur Steuerung der F ortschaltklinke 9 und einen
Hebel 37 zur Betätigung der Schere aufweist. Wie üblich arbeitet die Klinke
9 mit dem die Rolle 4 mitnehmenden Zahnrad 8 zusammen. Der Hebel 37 ist über eine
Zugstange 38, einen Arm 39, eine Achse 40 und einen weiteren Hebel 41 mit einem
Gleitwagen ¢2 .verbunden. Zwei auf die Zugstange 38 wirkende Rückstellfedern qq.
suchen den Hebel 37 gegen einen Anschlag 45 zu verdrängen. Das bewegliche Messer
6 der Schere steht über die beiden Stifte 46, 47 und die Feder 48 in kraftschlüssiger
Verbindung mit dem Gleitwagen 42. Auf der Achse 4 0 sitzt ein Zahnsegment
49 fest, das über ein Vorgelege 50, 51, 52, 53 ein kleines-Schwungrad 54 antreibt.
Das Rad 52 des Vorgeleges sitzt lose auf der Welle 55 und ist durch die Klinke 56
mit dem Ritzel 51 verbunden.
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Die Wirkungsweise der Vorschub- und Abschneidevorrichtung ist die
folgende: Beim Erregen des Elektromagnets MT wird der Anker io angezogen.
Der Arm36 bewirkt dasFortschalten des Rades 8 durch dieKlinke g und damit das Vorschieben
des Markenbandes i zwischen den Messern 6, 7. Das Verschwenken des Hebels 37 in
Pfeilrichtung 37' hat eine entsprechende Bewegung des Hebels 39 in Pfeilrichtung
39' und ein Verschieben des Gleitwagens 42 in Richtung des Pfeiles-42' zur Folge.
Der Wagen 42 nimmt das Messer 6 mittels der Stifte 46, 47 und der Feder 48 mit.
Das Segment 49 treibt das Schwungrad 54 in Pfeilrichtung 54'. Infolge seiner großen
Trägheit bildet das Schwungrad 54 ein Dämpfungsmittel für den Ankeranzug. Die Beschleunigung
der bewegten Teile wird so starkvermindert, daß das Messer die Bewegung des Gleitwagens
42 ausführen kann, ohne daß die Feder 48 gespannt wird. Die stärkeren Rückstellfedern
werden dagegen gespannt und speichern eine gewisse potentielle Energie auf. Beim
Entregen des Elektromagnets MT wird der Anker io losgelassen, Die Federn
44 bringen die bewegliehen Teile in die Ruhelage zurück, bis der Hebel 37 gegen
den Anschlag 45 stößt. Beim Rückstellen des Zahnsegmentes 49 gleitet die Klinke
56 des Rades 52 über die Zähne des Rades 51, so daß.das Schwungrad54 nicht
angetrieben wird und die Rückstellbewegung nicht dämpfen-kann. Diese spielt sich
stoßweise ab, und der Gleitwagen 42 nimmt das Messer 6 nicht mehr kraftschlüssig,
sondern zwangsläufig mit. In dem Augenblick, da der Hebel 37 den Anschlag 45 trifft,
liegt das Messer in der Ruhelage.
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Dieses hat aber eine gewisse kinetische Energie aufgespeichert und
führt die Rückstellbewegung weiter, entgegen der Wirkung der Feder 48, d. h. es
wird gegen das feste Messer 7 geschleudert und schneidet das Markenband ab, wodurch
der in den Kanal 28' ragende Teil abfällt und in den Ausgabebehälter 28 aufgenommen
wird. Selbstverständlich kann die Dämpfungseinrichtung anders gebaut werden, z.
B. in der Form einer bekannten Ölbremse (Katarakt). Das Schwungrad kann auch durch
ein Flügelrad ersetzt werden, wobei der Luftwiderstand statt die Massenträgheit
dämpfend- wirkt. Die Dämpfung braucht nicht sehr groß zu sein. Sie ist bloß durch
die Masse des beweglichen Messers 6 bestimmt. Die Schließungszeit des Magnetstromkreises,
also die Dauer des durch den Kontakt k 2 abgegebenen Impulses, ist natürlich groß
genug zu wählen. , Zum Schluß soll noch die Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
beschrieben werden, bei welcher eine Münzfernsprechstelle mit dem Briefmarkenautomat
zusammengebaut ist. Hierzu dienen die Fig. 3 und B.
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Es wird vorausgesetzt, daß drei verschiedeneMarkensorten bezogen werden
können. Bei den Münzfernsprechanlagen sind bekanntlich Mittel vorhanden, um den
Wertbetrag der eingeworfenen Geldstücke zu prüfen. In den Anlagen mit Wählerbetrieb-
erfolgt diese Prüfung mittels eines bei der Fernsprechstelle vorgesehenen Münzstromstoßerzeugers.
Dieser kann bei der hier beabsichtigten Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes
auch für die Markenausgabe verwendet werden. Dann genügt es, noch Mittel vorzusehen,
um den Münzsiromstoßerzeuger wahlweise mit der Fernsprechausrüstung oder mit der
Märkenausgabevorrichtung zu verbinden. Zweckmäßigerweise werden diese Mittel mit
denjenigen zusammengebaut, die zur Bestimmung der herauszugebenden Markensorte dienen.
So kommt man zu der in Fig: 3 und 8 dargestellten Einrichtung. -Der obere Teil I
der Fig. 3 gehört zu der Markenausgabevorrichtung, der untere Teil 1I zu der Fernsprechausrüstung.
Die Kontakte mi i, mi 2 und mk gehören zum Münzstromstoßerzeuger. Die Markenausgabevorrichtung
ist ähnlich der in Fig. 2 dargestellten Ausführung. Es ist nur noch ein Kontakt
s 3 hinzugekommen, der in Reihe mit dem Münzimpulskontakt mi z geschaltet ist. Die
Fernsprechausrüstung setzt sich wie üblich aus der Sprechgarnitur mit einem Mikrophon
M, einem Telephon T, aus der Induktionsspule Ind, dem Nummernschalter mit Impulskontakt
i und Kurzschlußkontakt k, dem Wecker W mit dem Kondensator Ko und
dem Gabelumschalter GU zusammen. Der Münzimpulskontakt mi 2 kann hier
durch einen Kontakt s i überbrückt
werden. In der Erdleitung des
Kontaktes Irak ist noch ein Ruhekontakt s 2 eingefügt.
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Beim Betrieb des Apparates als Briefmarkenautomat müssen die Kontakte
s 3 und s i geschlossen, der Kontakt s 2 dagegen geöffnet sein. Das Einwerfen der
Geldstücke bleibt somit ohne Einfluß auf die Fernsprechanlage. Beim Betrieb des
Apparates als Fernsprechstation liegen die Kontakte s i bis s 3 in der dargestellten
Stellung. Die Briefmarkenausgabevorrichtung wird infolge Offenseins des Kontaktes
s 3 von dem Münzimpulskontakt mi i nicht beeinflußt. Jede betrügerische Manipulation,
z. B. zwecks gleichzeitiger Herstellung einer Fernsprechverbindung und Briefmarkenausgabe,
ist also vollkommen ausgeschlossen.
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Fig. 8 veranschaulicht, wie die Steuerung der Kontakte s i, s 2 und
s 3 mit dem Mittel zur Auswahl der Markensorten zusammengebaut ist. Die in Fig.
6 ersichtlichen Teile sind hier-auch vorhanden. Auf der den Auswahlhebel 29, den
Wählerarm 30 und das Rastersegment 32 tragenden Welle sind noch zwei Nockenscheiben
55 und 57 aufgebracht. Die Nockenscheibe 55 arbeitet mit der Steuerfeder 56 zur
Beeinflussung der Kontakte s i und s 2 zusammen, während die Nockenscheibe 57 eine
den Kontakt s 3 beeinflussende Steuerfeder 58 betätigt. Die Scheiben 55 und 57 weisen
einen Nocken 55' bzw. eine Aussparung 57' auf und sind auf der Welle 31 gegeneinander
derart eingestellt, daß der Kontakt s 3 geöffnet ist, wenn der Kontakt s i geöffnet
und der Kontakt s 2 geschlossen sind. In diesem Zustand ist der Wählerarm
30 mit keinem der Markenausgabemagnete MT i bis MT 3 verbunden. Neben
den auf der Kastenvorderwand 34 vorgesehenen Fenstern 34', in welchen Angaben über
die beziehbaren Briefmarkensorten angebracht sind, ist noch ein Fenster34" mit einem
Zeichen zur Kennzeichnung des Fernsprechbetriebszustandes des Automaten vorgesehen.
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Selbstverständlich beschränken sich die möglichen Ausführungsformen
des Erfindungsgegenstandes nicht auf die geschilderten Beispiele. Es lassen sich
Ausführungsformen denken, bei welchen z. B. die Mittel zur Aufspeicherung der Münzimpulse
als mechanische Mittel ausgebildet sind. Weiter könnte noch eine Geldwechselvorrichtung
mit der Markenausgabeeinrichtung und der Fernsprechstelle zusammengebaut werden.