DE88840C - - Google Patents

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DE88840C
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01FCOMPOUNDS OF THE METALS BERYLLIUM, MAGNESIUM, ALUMINIUM, CALCIUM, STRONTIUM, BARIUM, RADIUM, THORIUM, OR OF THE RARE-EARTH METALS
    • C01F7/00Compounds of aluminium
    • C01F7/68Aluminium compounds containing sulfur
    • C01F7/70Sulfides

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  • Chemical & Material Sciences (AREA)
  • Organic Chemistry (AREA)
  • Life Sciences & Earth Sciences (AREA)
  • Geology (AREA)
  • Inorganic Chemistry (AREA)
  • Compounds Of Alkaline-Earth Elements, Aluminum Or Rare-Earth Metals (AREA)

Description

KAISERLICHES
PATENTAM
Der Gegenstand der vorliegenden Erfindung besteht in einem Verfahren zur Darstellung von Doppelverbindungen des Schwefelaluminiums mit anderen Schwefelmetallen durch Behandlung von wasserfreier Thonerde mit Schwefelkohlenstoffdämpfen oder Schwefeloxykohlenstoff bei Gegenwart von sauerstoffreichen Salzen (z. B. Sulfaten, Phosphaten, Chromaten, Manganaten u. s. w.) eines entsprechenden Metalls.
Bei der Durchführung des vorliegenden Verfahrens stellt man zunächst eine innige Mischung von Thonerde mit dem zur Bildung der Doppelverbindungen bestimmten Metallsalz her, wobei sowohl die Thonerde wie1 das Metallsalz gut getrocknet sein müssen.
Eine sehr innige Mischung der betreffenden Materialien kann man auf chemischem Wege erhalten, indem wasserhaltiges Thonerdesulfat mit Alkalichlorid zusammen eingedampft wird. Dabei findet folgende Reaction in bekannter Weise statt:
Al2 (S OJ3 3 aq + 6NaCl= Al2 O3
O4-I-OH Cl.
Statt der Haloid salze kann man dabei auch andere Salze mit flüchtigen Säuren (z. B. Nitrate, Acetate u. s. w.) verwenden.
Die Reaction verläuft quantitativ, liefert eine compacte und doch noch porös bleibende, für Gase leicht durchdringbare Masse und gestaltet sich aufserdem sehr ökonomisch, da dabei eine der verbrauchten Schwefelsäure äquivalente Menge von chemisch reiner Salzsäure (Salpetersäure, Essigsäure u. s. w.) gewonnen wird.
Der verbleibende Rückstand -oder das künstliche Gemisch von Thonerde mit dem Sauerstoffsalz wird entweder direct oder nachdem es, mit oder ohne Anwendung irgend welches Bindemittels, zu Briquettes geformt worden ist, in Retorten gebracht und, je nach der Natur des die Mischung bildenden Salzes, einer höheren oder weniger hohen Temperatur ausgesetzt.
Die Retorten müssen luftdicht geschlossen werden können und mit einer Tubulatur zur Einführung der sulfurirend wirkenden Dämpfe oder deren Gemische, sowie mit einer zweiten, genügend weiten Tubulatur versehen sein, zur Ableitung der während der Reaction sich bildenden Dämpfe und Gase' (Kohlensäure, Schwefel, Schwefelphosphid).
Die während der Operation im Retortenraum stattfindenden Reactionen lassen sich in folgender Weise ausdrücken:
Al2 O3 + 3 Rx SO,+ 7,5 CS2 = Al2 S3, 3 Rx S + 7,5 C O2+ 12 S.
Al2 O3 + 2 Rx Cr O4 + 5,5 C S2 = AL2 S3, 2 Rx S, Cr2 S3 + 5,5 C O2 + 3 S.
Al2 O3 + 2 R3 PO, + 5,5 CS2 = Al2 S3, 3 R2 S + P2 S, + 5,5 C O2.
Je nachdem man die erhaltenen Doppelsulfide leichter oder schwerer schmelzbar haben will, wird mehr oder weniger vom Sauerstoffsalz genommen.
Die Anwendung von sauerstoffreichen Salzen (Sulfaten, Phosphaten, Chromaten u. s. w.) wird durch die Erwägung begründet, dafs diese Salze eine beträchtliche Menge von verbrennungsfähigem Sauerstoff liefern, welcher bei seiner
Verbindung mit dem Kohlenstoff sehr viel Wärme frei macht, wodurch die Bildung von Schwefelaluminium viel leichter vor sich geht, als bei Anwendung von Thonerde allein.
Aus Vorstehendem ist leicht zu ersehen, dafs durch die Anwendung von Carbonaten diese die Hauptreaction begünstigende Wirkung nicht erreicht werden kann, weil nämlich der Sauerstoff derselben schon an Kohlenstoff gebunden ist.
Das Ziel des vorliegenden Verfahrens sowie desjenigen der Patentschrift Nr. 79781 (Schwefelaluminium aus sauerstoffreichen Thonerdesalzen) besteht eben darin, die Reaction thermochemisch möglichst günstig zu gestalten. In beiden Verfahren des Erfinders wird dies durch Anwendung von einem sauerstoffreich en Thonerdesalz als Ausgangsmaterial erreicht, nur mit dem Unterschied, dafs dasselbe im ersten Falle in Gegenwart eines Alkalisalzes, im zweiten Falle aber allein entwässert wird, um dann der Einwirkung von sulfurirend wirkenden Dämpfen ausgesetzt zu werden.
Durch das hier angegebene Verfahren wird also in bequemer (durch blofses Eindampfen) und ökonomischer Weise (durch Zurückgewinnung von chemisch reiner Säure des betreffenden Alkalisalzes) ein inniges Gemisch der Ausgangsmaterialien erzeugt. Die letzteren sind so gewählt, dafs durch Einführung von secundären Reactionen (Verbrennung von Kohlenstoff im Sauerstoff) die Hauptreaction thermochemisch sich bedeutend günstiger gestaltet, d. h. die Reaction bedeutend erleichtert wird.
Dadurch kann die erforderliche Reactionstemperatur bedeutend ermäfsigt und die Anlage, Reparaturen und Heizkosten bedeutend vermindert werden.
Die auf diesem Wege erhaltenen Doppelsulfide können in bekannter Weise (durch chemische Reduction oder Elektrolyse) in metallisches Aluminium oder dessen Legirungen übergeführt werden.

Claims (1)

  1. Patent-Anspruch:
    Verfahren zur Darstellung von Doppelsulfiden des Aluminiums mit anderen Metallen, gekennzeichnet durch die Behandlung eines Gemisches von wasserfreier Thorierde mit sauerstoffreichen Salzen, wie Sulfaten, Phosphaten, Chromaten, Manganaten, aufser den Carbonaten (Patent Nr. 80944), mittelst Schwefeloxykohlenstoff oder Schwefelkohlenstoffdämpfen, wobei das Reactionsgemisch vortheilhaft auf chemischem Wege erhalten werden kann. ■
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