DE44109C - Verfahren zur Darstellung von Chlor aus Chlorwasserstoff oder Chlorammonium auf trockenem Wege - Google Patents

Verfahren zur Darstellung von Chlor aus Chlorwasserstoff oder Chlorammonium auf trockenem Wege

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DE44109C
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DENDAT44109D
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L. mond und Dr. g. eschellmann in Northwich, Grfschft. Cheshire, England
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    • CCHEMISTRY; METALLURGY
    • C01INORGANIC CHEMISTRY
    • C01BNON-METALLIC ELEMENTS; COMPOUNDS THEREOF; METALLOIDS OR COMPOUNDS THEREOF NOT COVERED BY SUBCLASS C01C
    • C01B7/00Halogens; Halogen acids
    • C01B7/01Chlorine; Hydrogen chloride
    • C01B7/03Preparation from chlorides
    • C01B7/05Preparation from ammonium chloride

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Description

KAISERLICHES
PATENTAMT
Wege. .
Den Gegenstand dieser Erfindung bildet ein Verfahren, Chlor auf trockenem Wege aus Chlorwasserstoffgas oder dampfförmigem Chlorammonium mittelst Magnesia darzustellen.
Das bisherige Verfahren zur Darstellung von Chlor auf trockenem Wege mit Hülfe der obigen Körper besteht darin, dafs man zunächst in der Wärme (bis gegen 4000 C.) Chlorwasserstoffgas oder Chlorammoniumdampf und Magnesia auf einander reagiren läfst, wobei sich einerseits Magnesiumchlorid bezw. Magnesiumoxychlorid bildet, und andererseits im ersten Falle Wasserdampf und im zweiten Falle Wasserdampf und Ammoniakgas entsteht. Das erhaltene Magnesiumchlorid bezw. Magnesiumoxychlorid wird sodann in trockenem Luftstrome auf noch höhere Temperatur (450"'bis 5500 C.) erhitzt, wobei das Chlor vom Magnesium abgespalten und dieses zu Magnesia oxydirt wird. Bei dieser Behandlung wird zwar das Chlor vollständig in Freiheit gesetzt, indefs gelingt es doch niemals, dasselbe auch' nur annähernd frei von Chlorwasserstoff zu erhalten; vielmehr erweist sich dasselbe immer mit einem Chlorwasserstoffgehalt verunreinigt, der zwischen 20 bis 40 pCt. schwankt.
Dieser Uebelstand hängt dem wie oben ausgeführten Verfahren als innere Nothwendigkeit an, und findet seine Erklärung durch die Thatsache, dafs bei der Reaction zwischen Magnesia und Chlorwasserstoffgas bezw. dampfförmigem Chlorammonium immer ein Theil des zugleich entstehenden Wassers von dem sich bildenden Magnesiumchlorid bezw. Magnesiumoxychlorid aufgenommen und festgehalten wird. Bei der darauf folgenden Behandlung mit Luft giebt dann dieser bisher unvermeidliche Wassergehalt die Veranlassung zur Rückbildung bezw. Bildung von Chlorwasserstoff.
Es ist nun Zweck der vorliegenden Erfindung, bei der Reaction zwischen Magnesia und Chlorwasserstoffgas bezw. Chlorammonium die Bindung von Wasser seitens des Magnesiumchlorids zu verhindern und dadurch die Ursache der Chlorwasserstoff bildung bei der nachfolgenden Chlorentwickelung aufzuheben.
Das Mittel und der Weg hierzu bestehen darin, die Reaction zwischen Magnesia und Chlorwasserstoffgas bezw. Chlorammonium in der Gegenwart eines fixen Alkalichlorids stattfinden zu lassen. Als solches wenden die Erfinder Kaliumchlorid oder Natriumchlorid oder ein Gemenge dieser beiden Chloride an. Die zuzusetzende Menge des Älkalichlorids soll dabei nicht unter 5 bis ιό pCt. vom Gewichte der vorhandenen Magnesia heruntergehen.
Die Gegenwart des Alkalichlorids während der Reaction wirkt in ganz charakteristischer Weise; denn" verfährt man mit dem Gemisch von Magnesia und fixem Alkalichlorid genau ebenso wie mit reiner Magnesia, so findet seitens des sich bildenden Magnesiumchlorids bezw. Magnesiumoxychlorids durchaus keine Aufnahme von Wasser statt, und wenn man dann das erhaltene Reactionsproduct der Einwirkung des heifsen Luftstromes aussetzt, so wird fast
alles Chlor . als solches und nahezu frei von Chlorwasserstoff gewonnen. Statt Chloralkali als solches von vornherein anzuwenden, kann man auch eine solche Verbindung eines festen Alkalis zusetzen, welche durch Salzsäure- oder Chlörgas oder Chlorammonium in das Chlorid übergeführt wird, z. B. die Oxydhydrate, kohlensauren und kieselsauren Salze, Aluminate, Bromide, Jodide und Fluoride etc.
Zur Ausführung des Verfahrens mischt man die fein zermahlene Magnesia mit der nach obigem Verhältnifs bestimmten Menge von Kaliumchlorid^ oder von Natriumchlorid, oder von einem Gemenge beider entweder trocken zusammen und verarbeitet dann das Gemisch mit Hülfe von Wasser zu einer teigartigen Masse, oder man löst das Alkalichlorid zuvor in der entsprechenden Menge Wasser und verarbeitet nun diese Lösung mit der Magnesia zu einem Teig. Aus letzterem formt man Ziegel, Brocken oder Kugeln und lä'fst dieselben gut trocknen. Um die Formbarkeit des etwas kurzen Magnesiaalkalichloridteiges zu erhöhen, schlagen die Erfinder den Zusatz eines sich bei den vorzunehmenden Reactionen indifferent verhaltenden Bindemittels vor, wie Pfeifenthon, von dem 5 bis 10 pCt. genügen, um der Masse hinreichende Plasticitä't und Bindung zu geben.
Die trockenen Ziegel, Brocken oder Kugeln werden in Retorten eingefüllt und bei einer Temperatur bis gegen 4000 C. der Einwirkung eines Stromes von Chlorwasserstoffgas bezw. von Chlorammoniumdampf unterworfen. Ist die Reaction beendet, was man daran erkennt, dafs geringe Mengen des Gases oder Dampfes unzersetzt hindurchgehen, so unterbricht man die Zuleitung, steigert die Temperatur auf 450 bis 5500C. und leitet nun trockene Luft durch, wobei das Magnesiumchlorid unter Abspaltung des Chlors Oxydation zu Magnesia erfährt, während das Alkalichlorid sich chemisch vollständig unverändert erhält und nichts von seiner Wirksamkeit verliert. Das Ergebnifs des Processes ist von Chlorwasserstoff nahezu freies Chlorgas und ein Rückstand, der mit der anfänglich angewendeten Masse identisch ist und als solche zu einer neuen Behandlung mit Chlorwasserstoff bezw. Chlorammonium vollkommen verwendbar ist.
Um die Darstellung des Chlors aus Chlorwasserstoff auf dem beschriebenen Wege continuirlich zu gestalten, leitet man über das beschriebene Gemisch von Magnesia und fixem Alkalichlorid bei einer Temperatur von 450 bis 5500 C. ein Gemenge von Salzsäuregas und Luft in denselben Verhältnissen und unter Anwendung derselben Apparate, wie sie in dem bekannten Chlorprocesse von Deacon angewendet werden.

Claims (2)

  1. Patent-Ansprüche:
    ι . Das Verfahren zur Darstellung von Chlor aus Chlorwasserstoff oder Chlorammonium durch Einwirkung dieser Körper in Gasoder Dampfform auf ein Gemenge von Magnesia und dem Chlorid eines fixen Alkalis' und nachheriges Behandeln des Reactionsproductes mit Luft bei geeigneter Temperatur. ' .
  2. 2. Das Verfahren zur Darstellung von Chlor aus Chlorwasserstoff durch Einwirkenlassen eines Gemisches von Chlorwasserstoff mit Luft auf ein Gemenge aus Magnesia und dem Chlorid eines fixen Alkalis bei geeigneten Temperaturen.
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