DE87288C - - Google Patents
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Classifications
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- D—TEXTILES; PAPER
- D01—NATURAL OR MAN-MADE THREADS OR FIBRES; SPINNING
- D01C—CHEMICAL OR BIOLOGICAL TREATMENT OF NATURAL FILAMENTARY OR FIBROUS MATERIAL TO OBTAIN FILAMENTS OR FIBRES FOR SPINNING; CARBONISING RAGS TO RECOVER ANIMAL FIBRES
- D01C3/00—Treatment of animal material, e.g. chemical scouring of wool
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
KLASSE 29: Gespinnstfasern.
Dr. CHRISTOPH RIS-KUMMER in BASEL. Verfahren zur Veredlung der Rohseide.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 11. August 1895 ab.
Nach einer Mittheilung von Trillat (CR.
t. 114, p. 1278) sowie nach der englischen
Patentschrift Nr. 4696 von 1894 soll Formaldehyd Gelatine und Albumin erhärten und
wasserunlöslich machen.
Auf ähnliche Weise wirkt Formaldehyd auf die Seidenbast- bezw. Sericinumhüllung der
Rohseide ein. Letztere kann dadurch veredelt werden, indem durch Behandeln der bekanntlich
aus mit Sericin umhülltem Fibrom bestehenden Rohseide mit Formaldehyd in Gasform
oder in Lösungen die Sericinumhüllung erhärtet und in heifsem Wasser unlöslich gemacht
wird, so dafs die auf diese Weise behandelte Rohseide einerseits widerstandsfähiger
wird und andererseits mit heifser Flüssigkeit behandelt werden kann, wodurch das Färben
der Rohseide erleichtert wird.
Die Rohseide wird in eine J/4 bis 1J2 pröc.
Formaldehydlösung eingelegt und während ungefähr drei Stunden bei gewöhnlicher Temperatur
darin liegen gelassen. Alsdann wird die Rohseide, deren Sericinumhüllung durch die Einwirkung des Formaldehyds unlöslich
geworden ist, mit Wasser abgespült und getrocknet. Nöthigenfalls kann der noch in
Spuren vorhandene Formaldehyd durch Behandeln der Rohseide mit Ammoniak in Hexamethylentetramin übergeführt werden, um
den Formaldehydgeruch zu beseitigen.
Die Sericinumhüllung der so behandelten Rohseide ist sowohl in neutralen und sauren
Flüssigkeiten, als auch in Seifenbädern und verdünnten alkalischen Lösungen vollständig
unlöslich, so dafs die Seide, sei es als Faden oder als Gewebe, mit kochenden Flüssigkeiten
behandelt werden kann. Die Färberei der Rohseide wird dadurch wesentlich erleichtert,
da es bekanntlich sehr schwierig ist, gewöhnliche Rohseide gleichmäfsig anzufärben bei der
niedrigen Temperatur, bei welcher dieselbe gefärbt werden mufs.
Ferner ist die so behandelte Rohseide um ungefähr 20 pCt. widerstandsfähiger als die
gewöhnliche Rohseide, was für gewisse Verwendungen, wie z. B. die Beuteltuchfabrikation,
von grofsem Vortheil ist.
Aus diesem Grunde und auch noch, weil die erhärtete Sericinumhüllung sich durch die
Reibungen viel weniger abnutzt, bleibt ein aus mit Formaldehyd behandelter Rohseide bestehendes
Beuteltuch zu Müllereizwecken viel länger gebrauchsfähig als ein solches Beuteltuch
aus gewöhnlicher Rohseide.
Da ferner die aus mit Formaldehyd behandelter Rohseide bestehenden Beuteltücher von
heifsen , sauren oder schwach alkalischen Flüssigkeiten nicht angegriffen werden, so
lassen sich dieselben zum Filtriren solcher Flüssigkeiten verwenden, was bekanntlich mit
Beuteltüchern aus gewöhnlicher Rohseide nicht möglich ist.
Aufserdem zieht sich die nach dem neuen Verfahren verstärkte Seidenfaser bei der Behandlung
mit heifsen Bädern weniger zusammen und bietet überdies gegenüber der
gewöhnlichen Rohseide sowohl, als gegenüber der von ihrer SericinumhüUung befreiten Seide
eine veränderte Affinität für Farbstoffe.
Wird z. B. einerseits mit Formaldehyd' behandelte Rohseide und andererseits gewöhnliche
Rohseide bei ungefähr 500C. mit Säuregrün angefärbt, so wird auf der mit Formaldehyd
behandelten Seide eine dunklere Nuance erhalten.
Unter gleichen Umständen wird dagegen mit Diaminscharlach oder Methylalkaliblau auf
mit Formaldehyd behandelter Rohseide eine hellere Nuance als auf gewöhnlicher Rohseide
erhalten.
Durch Verweben von mit Formaldehyd behandelter Rohseide mit gewöhnlicher Rohseide
lassen sich folglich durch einfaches Färben in einem einzigen Bade gemusterte Gewebe erzielen.
Wird ferner ein Gewebe aus gewöhnlicher Rohseide mit Formaldehyd bedruckt und
nachher zuerst durch ein Abziehbad und alsdann durch ein Färbebad, wie z. B. eine Lösung
von Diaminreinblau, Diaminscharlach oder Diamingrau, gezogen, so werden Matteffecte
auf dem Gewebe erzielt, und es tritt gleichzeitig eine Musterung des Gewebes ein, indem
die mit Formaldehyd bedruckten Stellen in einer matten, dunklen Nuance angefärbt werden,
während die abgezogenen bezw. von ihrer SericinumhüUung befreiten Fasern in heller glänzender Nuance angefärbt werden.
Claims (1)
- Patent-Anspruch:Verfahren zur Veredlung der Rohseide, darin bestehend, dafs Rohseide mit Formaldehyd, in Gasform oder in Lösungen, behandelt wird.
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE87288C true DE87288C (de) |
Family
ID=359275
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DENDAT87288D Active DE87288C (de) |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE87288C (de) |
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0
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