DE8676C - Neuerungen an selbstschliefsenden Regenschirmen - Google Patents
Neuerungen an selbstschliefsenden RegenschirmenInfo
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Description
1879.
Klasse 33.
JULES MINIERE in PARIS. Neuerungen an selbstschliefsenden Regenschirmen.
Zusatz-Patent zu No. 8312 vom 3. December 1878.
Patentirt im Deutschen Reiche vom 24. Juni 1879 ab.
Längste Dauer: 2. December 1893.
Die vorliegenden Neuerungen bestehen hauptsächlich:
1. in der veränderten Gestaltung der freien Enden der Spiralfedern, deren Wirkung dadurch
keine Aenderung erleidet,
2. in einer eigenthümlichen Verbindung der Gabeln mit den Stangen, wodurch eine Ausweichung
dieser beiden Theile unmöglich gemacht ist,
3. in einer Modification der Kapsel, welche die Beseitigung des durch die Oesen aller Gabelenden
hindurchgehenden Eisendrahtes durch die Anordnung von kleinen Einsatzstücken der Gabeln
ermöglicht, deren bügelartige Enden sich in die Einschnitte eines Wulstringes mit innerer
ringsum laufender Ausbohrung einsetzen lassen, und
4. in der Anordnung eines einfachen Stahldrahtes im Innern des hohlen Stabes aus Holz
oder Metall, um die Kapsel in der im Hauptpatente beschriebenen Weise auszulösen.
i. Die das selbsttätige Schliefsen des
Schirmes bewirkenden Spiralfedern.
Die in Fig. 1 dargestellte Feder R besteht aus zwei Drahtwindungen und befindet sich in
ungespanntem Zustande. Der Arm A, mit welchem die innere Drahtwindung endigt, ist auf
einem Theil seiner Länge flach geschlagen und bei Z so abgebogen, dafs sein äufseres Ende
normal auf der Axe der Spiralfeder steht. Der von der oberen oder äufseren Drahtwindimg ausgehende
Arm B ist von einer Hülse χ umgeben, welche ihm die erforderliche Steifigkeit
verleiht. Die aufsen am Ende angebrachte Oese S, Fig. ibis, ist durch den Stahldraht
selbst gebildet.
In Fig. 2 ist die gleiche Feder in gespanntem Zustande dargestellt. Die beiden freien Arme A
und B sind hier nicht an den Drahtaufwickehmgen unter einem rechten Winkel gebogen.
Der Arm A ist bei i ein wenig gebogen und besitzt an seinem Ende einen kleinen Haken y,
welcher in die Nuth der Gabel eingreift.
Der Arm B mit seiner Stahlhülse χ ist in einer bestimmten Entfernung von den Drahtwindungen
bei z'1 abgebogen, so dafs er bei geschlossenem Schirme die Einsatzstücke der
Gabel und bei geöffnetem den Scharnier- oder Verbindungsbolzen nicht berührt.
Die Verbindung einer solchen Spiralfeder mit Gabel und Stange zeigt Fig. 3. Die Feder
ist auf dem die Fortsetzung der Gabel F bildenden Einsatzstücke T 2 cm von dem Verbindungsbolzen
G entfernt angebracht. In dieser Stellung besitzt die Spiralfeder die gröfste
Spannung, um das selbstthätige Schliefsen des Regenschirms rasch bewirken zu können, wobei
die freien Enden der Stangen NM., wie in Fig. 18 dargestellt ist, um die Kapsel herum zu
liegen kommen. Der Arm A hat seinen Auflagepunkt auf der Gabel F, und sein hakenförmiges
Ende legt sich in eine entsprechend geformte Oeffnung in der Gabel ein. Der den beweglichen Theil der Spiralfeder ausmachende
Arm B ist durch das kleine aufgebogene Auge S, Fig. ιbis, dessen äufserer Durchmesser
2,s mm beträgt, mit der Stange M N verbunden. Dieses Auge kann auf der Strecke c d
der Stange, welche hier den aus Fig. 3bis ersichtlichen
Querschnitt besitzt, gleiten.
Im geöffneten Zustande des Schirmes, Fig. 3, steht die Gabel F senkrecht auf der Stange NM,
welche an dem Verbindungspunkte dieser Theile ein wenig gekrümmt ist.
Bei Federn mit einer einzigen Drahtwindung können die Arme in gleicher Weise geformt
werden.
2. Verbindung der Gabel mit der
Stange.
Stange.
Diese stellt der Erfinder dadurch her, dafs er aus dem in Fig. 4 dargestellten quadratischen
Stahlblechplättchen G das aus Fig. S und 5bis
ersichtliche rinnenförmige Stück bildet, dessen unterer halbkreisförmiger Theil in die Aushöhlung
der Stange N M eingelegt und mittelst eines in seiner Mitte abgeflachten Stäbchens C,
Fig. 6 und 6bis, wie Fig. 7 und 7bis zeigt, darin
befestigt wird. Um dies Stäbchen in der Nuth der Stange festzuhalten, werden die Seitentheile
der letzteren bei G, Fig. 7, etwas höher ange-
ordnet, um sie über die beiden vorstehenden Enden des Stäbchens C umbiegen zu können.
Durch diese Anordnung wird der Rücken der Stange NM durch Unebenheiten nicht unterbrochen
und ist auch der Drehpunkt des Anschlufsstückes JT der Gabel JF so angeordnet,
dafs bei geschlossenem Schirme das Einsatzstück noch auf eine ziemlich lange Strecke von den
aufrechtstehenden Seitentheilen des Stückes G umfafst und daher eine Ausweichung der
Gabel F unmöglich gemacht wird.
3. Construction der Kapsel.
Dieselbe besteht aus einer Hülse K, Fig. 8 und 8bis, welche mit ringsum laufenden Wulsten
η und η1 und an ihrem unteren Ende mit
äufserem Gewinde versehen ist, aus einem Wulstring / mit innerer ringsum laufender Auskehlung
und sechszehn Einschnitten, Fig. 10 und iobis, und aus der Mutter D mit ihrem
gedrückten Rande E. Beim Zusammensetzen dieser drei Theile steckt man den Ring / über
das mit Gewinde versehene Ende der Hülse K, und drückt denselben mittelst Aufschraubung
der Mutter D fest gegen den unteren Wulst η'.
Die kleinen Einsatzstücke J, am anderen Ende der Gabeln F, Fig. 11, angesetzt, sind
aus Stahldraht hergestellt, in Form eines Bügels gebogen, deren parallele Seiten flach gemacht
und so weit von einander entfernt sind, dafs sie sich gerade über das zwischen zwei
Einschnitten des Wulstringes / liegende Stück schieben lassen. Die anderen Enden dieser
Einsatzstücke werden in die Gabeln eingeschoben und darin festgehalten.
Der die parallelen Seiten des Bügels verbindende runde Steg j legt sich beim Einschieben
dieses Bügels in die Einschnitte des Ringes / in die innere Auskehlung, Fig. 12, ein und
dient daher als Drehaxe für die Gabel F. Nachdem alle acht Bügel über ihre betreffenden
Einschnitte in den Ring / gesteckt sind, wird derselbe durch Aufschraubung der Mutter D
zwischen dieser und dem unteren Wulst η' der
Hülse K festgeklemmt, damit derselbe seine Lage nicht verändern kann.
Durch diese Anordnung sind die Gabeln in solidester Weise mit der Kapsel verbunden und
durch die Bügel der Einsatzstücke J gut und sicher in derselben geführt; die bisherige Anwendung
eines Eisendrahtes, welcher die mit Oesen versehenen Gabelenden mit der Kapsel verbindet, wird unnöthig, da jeder Bügel durch
seinen Steg j, Fig. 11, gehalten und geführt wird.
In ganz ähnlicher Weise können die Einsatzstücke der Stangen mit dem an der Krone befestigten
Wulstringe S, Fig. 13, der ebenfalls mit einer inneren ringsum laufenden Auskehlung
■und sechszehn Einschnitten versehen ist, verbunden werden. Mittelst einer Flantschenmutter
wird der Ring 5 gegen den Wulst nl der
Hülse D, Fig. 13, fest angedrückt und die in demselben eingelegten Bügel der Stangen in
ihrer Lage erhalten.
4. Mechanismus zum Auslösen der Kapsel.
Zu diesem Zweck wendet der Erfinder einen ι bis 1,5 mm starken Stahldraht T, Fig. 14, an,
der in den hohlen Stock eingelegt wird. Zwei an seinen Enden befindliche Haken α und b
ragen aus den Schlitzen des Stockes hervor. An den Punkten 0 und 0' ist der Stahldraht
ein wenig abgebogen, um die nöthige Federkraft zu bekommen, seine hakenförmigen Enden
nach aufsen treiben zu können. Diese Art der Zugvorrichtung nennt der Erfinder »Stahldraht
mit federnden Haken«.
Fig. 15 zeigt diesen Stahldraht T in der
Höhlung g des Stockes X eingelegt; sein oberer Haken α wird infolge seiner Federkraft bei e
und sein unterer b bei e' aus dem Stock vorstehend
erhalten. Das untere Ende des Stockes ist so beschaffen, dafs es bei geschlossenem
Schirm mit der -beweglichen Hülse V gerade ausläuft, Fig. 18, und mittelst des Stiftes Y,
Fig. 19, die Handhabe an dasselbe befestigt werden kann. Der obere, nicht mit Gewinde
versehene Theil dieses Stiftes besitzt eine Nuth, um dem federnden Ende des Stahldrahtes T
ungehinderte Bewegung zu lassen.
Um den Stock und die Handhabe fest mit einander zu verbinden, wird über das Ende
des ersteren eine Hülse h fest aufgezogen, deren Ausschnitt mit dem Schlitzer1 des Stockes
zusammenfällt.. Diese Hülse, sowie die angesetzte Handhabe fallen weg, sobald letztere
und der hohle Stock aus einem Stücke hergestellt werden.
Die Lagen, welche der Stahldraht T, die bewegliche Hülse V und die Kapsel K bei geöffnetem
Schirme annehmen, sind aus Fig. 16 ersichtlich. Der untere Haken b ist durch die
ringsum laufende Ausbauchung d der Hülse V vollständig verdeckt, worin derselbe in einem
Schlitze läuft und erhalten wird.
Ehe die Kapsel K ihren Weg beim Aufziehen gänzlich zurückgelegt hat, wird der obere Haken
α durch den am oberen Rande der Kapselhülse angebrachten Wulst /z mitgenommen.
Dieser wird durch die Nase Z der Feder L unterfangen und dadurch der geöffnete Zustand
des Schirmes gesichert.
Die Construction der Krone S, Fig. 16, ist mit der der Hülse, Fig. 13, identisch. Der
Hub der beweglichen Hülse V ist durch die Länge der Schlitze e und el in dem Stock X
begrenzt.
Die Hülse V, Fig. 17 und i7bis, ist aus zwei
verschiedenen Theilen zusammengesetzt, wovon der eine Theil die wirkliche Hülse V mit den
beiden Wulstringen, der andere die ringförmige Ausbauchung d bildet, unter welcher der untere.
Haken b, durch die feste Hülse h hindurchdringend, steht und von derselben verdeckt
wird. Durch die Anbringung dieser Ausbauch-
ung wird das Zurückziehen der Hülse V wesentlich erleichtert.
Die Wirkung dieses Mechanismus bleibt immer dieselbe, denn es genügt, um den Stahldraht T
heranzuziehen, die Hülse V mit dem Daumen der Hand, mit welcher man den Schirm hält,
zurückzuschieben. Es löst dann während dieses Zurückziehens der obere Haken α die Kapsel K
von der Nase Z der Feder L aus und die einfachen oder doppelten Spiralfedern können nun
das selbstthätige Schliefsen des Regenschirmes bewirken.
Bei geschlossenem Schirme nehmen die einzelnen Theile die in Fig. 18 dargestellten Lagen
ein.
Claims (1)
- Patent-Ansprüche:i. Die hier oben beschriebene und durch die Zeichnung dargestellte Form der beiden freien Arme der Spiralfedern mit einfacher oder doppelter Drahtwindung, wovon jeder Arm ungefähr 1,5 cm von der Windung ein wenig rund abgebogen und wovon der eine, die äufsere Drahtaufwickelung endigende, mit einem von ihm selbst hergestellten Auge versehen ist.Die hier oben beschriebene und durch die Zeichnung dargestellte Art der Verbindung der Stange mit der Gabel, wodurch eine Ausweichung der letzteren bei geschlossenem Schirm unmöglich gemacht und ein ununterbrochen glatt fortlaufender Rücken der Stange erhalten wird.Die hier oben beschriebene und durch die Zeichnung dargestellte Modification der Kapsel und die Art und Weise der Verbindung derselben mit den Bügeln der Einsatzstücke der Gabeln, wodurch die Anwendung eines durch die Oesen aller Gabelenden hindurchgehenden Eisendrahtes beseitigt wird.Die oben beschriebene und dargestellte Zugvorrichtung, um die Kapsel auszulösen und das selbstthätige Schliefsen des Regenschirms nach Belieben bewirken zu können, welche Vorrichtung sich wesentlich durch die Anwendung eines Stahldrahtes mit federndem Haken charakterisirt, die aus den Schlitzen in dem Stock hervorragen, um beim Aufziehen der Kapsel sowohl, als auch beim Zurückschieben der unteren beweglichen Hülse mitgenommen zu werden.Hierzu i Blatt Zeichnungen.
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