DE866640C - Verfahren zur Verminderung der Quellfaehigkeit von Kunstfasern aus Cellulosehydrat - Google Patents
Verfahren zur Verminderung der Quellfaehigkeit von Kunstfasern aus CellulosehydratInfo
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Description
- Verfahren zur Verminderung der Quellfähigkeit von Kunstfasern aus Cellulosehydrat Es ist bekannt, daß man die Quellfähigkeit der Hydratcellulose dadurch vermindern kann, daß man die frisch ausgefällten oder bereits getrockneten Gebilde mit wäßrigen, schwach alkalischen Lösungen von Harnstoff und Formaldehyd tränkt und dann die Kondensation der Reaktionskomponenten zu unlöslichen Stoffen bei höheren Temperaturen vollendet. Man hat dieses Verfahren auch dahin abgewandelt, daß man anstatt der schwach alkalischen Lösungen schwach saure Lösungen zweckmäßig unter Verwendung von Puffergemischen benutzt hat. Diese Lösungen indessen zeigten den Nachteil, daß sie wenig haltbar sind und leicht durch Abscheidung von Vorkondensaten Trübungen erfahren, wodurch ihre Verwendung im praktischen Gebrauch überaus nachteilig beeinflußt wird. Bei der Durchführung dieser bekannten Verfahren hat man stets ziemlich erhebliche Mengen an Reaktionskomponenten verwendet, und man mußte mit den Temperaturen meist recht beachtlich über zoo° gehen, um wirklich zu unlöslichen Kondensationsprodukten und damit zum beabsichtigten Effekt zu gelangen. Wenn beispielsweise Cellulosehydratfasern in Form von Zellwolle in dieser Weise behandelt werden, dann zeigt es sich stets, daß eine derartige Zellwolle zum Verspinnen zu Garnen wenig geeignet ist. Außerdem kann man bei derart behandelten Fasern keine gleichmäßige Anfärbbarkeit erzielen, ebenso wie auch die Seif- und Waschbest. ändigkeit und die Dauerbiegefestigkeit sehr zu wünschen übrigläßt. _ Es wurde nun gefunden, daß man solche stabile, auch nach kurzem Aufkochen noch beständige saure Lösungen aus Formaldehyd, Harnstoff undAmmöniümchlorid, :welche, ein Mengenverhältnis dieser Stoffe von 8ö: iö: i besitzen, mit besonderem Vorteil ver-@ wenden -kann, -wenn man die Fasern mit der Lösung tränkt und nach dem Abschleudern des Überschusses bei Temperaturen unter gö °, vorzugsweise bei 6o bis 85', trocknet. Es hat sich hierbei ergeben, daß man nicht wie beim bekannten Verfahren die Trockentemperatur genauestens innerhalb eines engen Bereiches konstant halten muß; sondern daß man nicht allein die Trockentemperaturen recht erheblich senken kann,. sondern auch ziemlich große Temperaturintervalle zur Verfügung hat, innerhalb derer der Effekt eintritt. Die so behandelten. Fasern zeigen keinerlei Schädigung der Schling- und Knotfestigkeit, besitzen eine gute Verspinnbarkeit, wenn es sich z. B. um behandelte Zellwolle handelt. Sie sind auch seif- und, waschbeständig und lassen sich gleichmäßig: anfärben. Überhaupt gewährleistet dieses Verfahren die Erhaltung des Gebrauchswertes, was auch durch eine gute Dauerbiegefestigkeit bewiesen wird. Das Verfahren hat zudem den Vorteil, daß man nicht fertige Gewebe zu behandeln braucht, sondern däß. man die Imprägnierung bereits am noch nicht verarbeiteten Faden, beispielsweise an der Zellwöllflacke, - vornehmen kann.
- Nachstehende Ausführungsbeispiele mögen das Verfahren nach der Erfindung erläutern und gleichzeitig den Unterschied und Vorzug gegenüber den bekannten Verfahren zeigen.
- Beispiel r Zoo g unavivierte Viskosekunstseide in Strangform werden bei Zimmertemperatur während io Minuten in 2 1 einer Lösung folgender Zusammensetzung getaucht: 12 g Harnstoff, 1,2 g Ammoniumchlörid, 9,50 ccm einer Lösung von 38o gll H - CHO, 1750 ccm Wasser, .angesäuert -mit _85°/Qiger -Ameisensäure 'bis zu einem px von 3 (14 Tropfen). Sodann wird während 2 Minuten auf ein Gewicht von 375 g abgeschleudert. Die so, vorbehandelte Strähne wird nunmehr während 21/2 Stunden bei 8ö° -normal getrocknet, sodann aviviert, wieder getrocknet und konditioniert: Die Ware besitzt eine Quellung von 56 °/o gegenüber 94.°/o der unbehandelten. Sie ist in ihrer Festigkeit nicht- geschädigt, die Schlingen- und Knotfestigkeiten sind erhalten geblieben. Bezüglich des Gebrauchswertes ist festzustellen, daß die Dauerbiegefestigkeit praktisch nicht gelitten hat.
- Beispiel 2 Nach dem Vorbekannten wurde ein unavivierter, lufttrockener Kunstseidenstrang (Gewicht 2= g) bei 30° während 6o Minuten in zio ccm einer Lösung getaucht, die im Liter 40 g Dimethylolharnstoff, o,i g primäres und ebenso-viel sekundäres Natriumphosphat enthält. Nach Abschleudern auf 39,2 g wurde nun 24 Stunden bei 1o5° getrocknet und konditioniert. Das Wasserrückhaltevermögen betrug 55,3"/,. Anschließend wurde der Strang gewaschen und während 15 Minuten in der Wärme gereift. Das Rückhaltevermögen betrug nunmehr 65 °/o. Die enthaltene Quellung ist somit nicht seifbeständig.. Bei der textilen Prüfung zeigte sich, daß die Dauerbiegefestigkeit um 53 °%o gegenüber der unbehandelten Probe abgefallen war; die Ware somit stark geschädigt worden war:
Claims (1)
- PATENTANSPAUCIi: Verfahren zur Verminderung der Quellfähigkeit von -Kunstfasern -aus Cellülosehydrat, dadurch gekennzeichnet; daß die Fasern mit einer Lösung aus Formaldehyd, Harnstoff und Ammoniumühlorid im Verhältnis 8o: io: i getränkt und nach dem Abschleudern .des Überschusses bei Temperaturen unter 9o°, v_ orzugsweise bei 6ö bis 85°; getrocknet werden.
Priority Applications (1)
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| DEV1103D Expired DE866640C (de) | 1943-02-23 | 1943-02-23 | Verfahren zur Verminderung der Quellfaehigkeit von Kunstfasern aus Cellulosehydrat |
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