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Geh- und Schlagwerke von Wanduhren . Bekannt sind: Geh- und Schlagwerke
für Wanduhren, bei denen der Antrieb des Räderwerkes durch ein Gewicht erfolgt.
Sie werden für Uhren verwendet, deren Gangdauer einen Tag, acht Tage und mehr beträgt.
Acht Tage und länger gehende Uhren erfordern ein großes und schweres Gewicht, das
durch den Einbau eines Zwischenrades bedingt ist. Infolge dieser Abhängigkeit der
Größe des Gewichtes von der Gangdauer der Uhr ist es praktisch unmöglich, Wanduhren
mit kleinen Abmessungen des Gehäuses für eine Gangdauer von mehr als einem Tag auszubilden,
weil die Größe des Gewichtes in einem hinsichtlich des Aussehens und der Gestehungskosten
untragbaren -Mißverhältnis zur Größe des Uhrgehäuses stehen würde.
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Nach der Erfindung wird nun bei Geh- und Schlagwerken von Wanduhren
mit einem für eine Gangdauer von etwa einem Tag bemessenen Gewichtsantrieb das Räderwerk
mit den für ein Acht-und Mehrtagegeh- und -schlagwerk notwendigen Gbersetzungsrädern
ausgerüstet, und der Hauptteil der Antriebskraft wird durch eine Zugfeder bestritten.
Die letztere ist mit dem Kettenrad. für die Gewichtskette gekuppelt, so daß die
Zugfeder und das Gewicht in einem Zuge aufgezogen werden. Die für ein Acht- und
Mehrtagegeh- und -schlagwerk notwendigen Übersetzungsräder lassen sich ohne Vergrößerung
des Uhrgehäuses unterbringen, und da ferner die Gewichte die zu dem Gehäuse passenden
Abmessungen haben, ist das bisher gewohnte Aussehen der Uhr gewahrt, die aber anstatt
einer Gangdauer von nur etwa einem Tag eine Gangdauer von acht und mehr Tagen hat.
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Die Erfindung ist von besonderer Bedeutung für solche Wanduhren mit
Gewichtsaufzug, z. 13. Kuckucksuhren, bei denen es entscheidend darauf ankommt,
das althergebrachte Aussehen, das auch weitgehend durch das Größenverhältnis von
Gehäusen
und Gewichten bestimmt ist, unverändert beizubehalten.
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Geh- und Schlagwerke mit Zugfederantrieb für eine Gangdauer von acht
oder mehr Tagen sind an sich bekannt. Ferner ist es bekannt, bei Gewichtsuhren die
mechanische Arbeit durch eine Zugfeder zu vergrößern, die mit dem Kettenrad für
die Gewichtskette gekuppelt ist. Damit war aber nicht der Gedanke nahegelegt, eine
Gewichtsuhr, die nach ihren Gehäuseahmessungen und den mit diesen harmonierenden
Abmessungen; der Gewichte nur für eine Gangdauer von etwa einem Tag ausführbar ist,
für eine Gangdauer von acht oder mehr Tagen einzurichten und die Antriebskraft in
der Hauptsache einer Zugfeder zu übertragen, während das Gewicht nur zu einem ganz
kleinen Teil mithelfen soll, das Räderwerk anzutreiben.
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Zum Aufziehen der Uhr kann in bekannter Weise die Gewichtskette verwendet
werden. Außerdem können auch Anordnungen getroffen werden, die das Aufziehen der
Uhr mittels eines Schlüssels gestatten.
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An Hand der Zeichnung ist die Erfindung näher erläutert; es zeigt
Fig. i eine Seitenansicht des Unterteils des Uhrwerkes von der Gehwerkseite, Fig.2
eine räumlich auseinandergezogene schaubildliche Darstellung des Antriebes, Fig.
3 die Seitenansicht des Kettenrades mit dem Sperrad in etwas größerem Maßstab, Fig.
q. und 5 zwei verschiedene Anordnungen des Schaltradbutzens und der Walzenradwelle
für Schlüsselaufzug.
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Das Uhrwerk ist in bekannter Weise zwischen zwei Platinen a und b
gelagert, die durch Werkpfeiler c miteinander verbunden sind:. Auf der Walzenradwelle
d ist das Walzenrad e, das mit dem Walzenradbutzen ffest vernietet ist, mit Festsitz
angeordnet. Das Sperradg ist mit dem als Hohlwelle ausgebildeten Sperradbutzen h
auf der Walzenradwelle d drehbar gelagert. Das Kettenradi mit dem Kettenstern
k sitzt auf dem Sperradbutzen h fest. Es trägt die Zugkette rh mit
dem Gewicht si. Dem Kettenrad i ist erfindungsgemäß eine Zugfeder o zugeordnet,
deren Herz in einen in den Sperradbutzen h eingeschraubten Nocken p (s. Fig. 3 bis
5) eingehängt und deren: freies Ende mit einer Öse an dem benachbarten Werkpfeiler
c festgelegt ist. Das Sperrad g wirkt in bekannter Weise mit dem Sperrkegel q zusammen,
welcher auf einem im Walzenrad e festsitzenden Niet r drehbar gelagert ist.
Durch die mit einem, Niet s an dem Walzenrad e festgenietete Sperrfeder
t wird der Sperrkegel q mit .der Zahnung des Sperrades g im Eingriff
gehalten.
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Die beschriebene Anordnung ist dieselbe, gleich, ob es sich um ein
Gehwerk oder um ein Schlagwerk handelt.
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Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. i und :2 erfolgt das Aufziehen
.des Werkes mittels der Gewichtskette m. Das Gewicht n wird durch Ziehen an der
Kette m hochgezogen. Dabei wird der Sperrradbutzen h mit dem Sperrad g in solchem
Sinne gedreht, daß der Nocken p .die - Zugfeder o spannt. Gewicht und Zugfeder werden
also in einem Zuge aufgezogen, und der Sperradbutzen la ist die Aufzugswelle. Der
durch die Sperrfeder t in. die Zahnung des Sperrades g gedrückte Sperrkegel q verhindert
das Aufspreizen der Zugfeder und überträgt die Kraft auf das Räderwerk.
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Die Fig. q. zeigt eine Ausführung, bei der zum Aufziehen ein Schlüssel
benutzt werden soll. Die Anordnung ist grundsätzlich die gleiche wie bei dem Ausführungsbeispiel
nach den Fig. i und 2. Es ist lediglich der auf der Walzenradwelle d drehbar gelagerte,
als Aufzugswelle dienende Sperradbutzen h durch die Vorderplatine a herausgeführt
und außerhalb der Platine für das Ansetzen eines Schlüssels eingerichtet, z. B.
mit einem Vierkant u versehen.
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Auch .die Fig. 5 zeigt den Fall, daß zum Aufziehen ein Schlüssel benutzt
werden soll. Der Unterschied gegenüber den vorhergehenden Ausführungsbeispielen
besteht hier darin, daß die Walzenradwelle d als Aufzugswelle dient und ihr durch
die Vorderplatine a herausgeführtes Ende v mit einem Schlüsselvierkant versehen
ist. Daher ist der Sperradbutzen h mit der Walzenradwelle d fest verbunden;
während das Walzenrad e mit seinem Butzen f auf der Walzenradwelle d drehbar angeordnet
ist. Es ist selbstverständlich, daß die gleiche Anordnung auch dann möglich ist,
wenn kein Schlüsselvierkant vorgesehen wird und das Aufziehen unter Benutzung der
Gewichtskette vorgenommen wird.