DE857076C - Schaltungsanordnung fuer selbsttaetige Fernmeldeanlagen, in deren Teilnehmerleitungsstromkreisen die Anruf- und Trennrelais durch Widerstaende ersetzt sind - Google Patents
Schaltungsanordnung fuer selbsttaetige Fernmeldeanlagen, in deren Teilnehmerleitungsstromkreisen die Anruf- und Trennrelais durch Widerstaende ersetzt sindInfo
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Description
(WiGBl. S. 175)
AUSGEGEBEN AM 27. NOVE]MBER 1952
Die Erfindung bezieht sich auf eine Schaltungsanordnung für Teilnehmerleitungsstromkreise in
Fernmeldeanlagen, in denen die Anruf- und Trennielais
durch billige, induktionsfreie Widerstände und Gleichrichterelemente ersetzt werden, so daß
sowohl für die Ansprechempfindlichkeit eines gemeinsamen Anrufsucheranlaßstromkreises für eine
Gruppe von Leitungen als auöh für die Erlangung günstiger Prüfbedingungen beim Suchen der Anrufsucher
nach der anrufenden Leitung gute und zuverlässige Grenzen geschaffen werden.
Die Anordnung enthält im Fernsprechamt zwei hochohmige Widerstände, von denen jeder an der
einen Seite mit einer der Sprechadern und der eine an seiner anderen Seite mit einem Batteriepol verbunden
ist, während der andere Widerstand an seiner anderen Seite an einer dritten Ader, der
sogenannten Prüfader, angeschlossen ist; diese dritte Ader ist für gewöhnlich über alle mit dieser
Leitung \-erbundenen Anrufsucher und Leitungswähler vielfach geschaltet. Sind die Teilnehmerleitungen
besetzt, so ist die entsprechende Prüfader mit dem anderen Pol der Batterie über einen Schaltarm
dieser Anrufsucher oder Leitungswähler verbunden. Die Anordnung enthält ferner eine Anlaß-■einrichtung
für Anrufsucher, welche einer Mehrzahl von Leitungen gemeinsam zugeordnet sind; auf
einer Leitung kann nun das Vorliegen eines Anrufs durch einen Anrufsucher dadurch festgestellt
werden, daß dieser Anrufsucher über den Prüfarm die an der Prüfader vorherrschende Spannung
prüft. Erfindungsgemäß wird auch jede Prüfader über einen dritten Widerstand je Leitung· unmittelbar
mit dem zuletzt erwähnten Pol der Batterie
sowie über einen nichtlinearen Widerstand oder über einen sogenannten Trockengleichrichter, der
für jeden einzelnen Leiter individuell vorgesehen ist, mit einem Punkt verbunden, der einer Mehrzahl
von Leitungen gemeinsam zugeordnet ist, .und mit dem die Anlaßeinrichtung derart zusammengeschaltet
ist, daß diese Anlaßeinrichtung auf eine gegenüber der Spannung des zuletzt genannten Batteriepols
hervorgerufene Spannumgsänderunig an diesem ίο Punkt anspricht, welche an diesem Punkt erforderlich
ist, wenn ein Anruf auf einer von diesen mehreren Leitungen vorliegt. Der Wert der linearen
und nichtlinearen Widerstände ist so bestimmt, daß die Spannungsänderung sich möglichst weit
dem Wert der durdh einen Anruf hervorgerufenen Spannungsänderung an der Prüfader dieser Leitung
nähert, während dagegen die Spannung an den Prüfadern aller anderen freien oder besetzten Leitungen
fast ungeändert bleibt.
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Gleichrichter je Leitung so bemessen, daß der Gesamtwiderstand aller jeweils mit einem dritten Widerstand je Leitung in Reihe mit dem gemeinsamen Punkt verbundenen Gleichrichter in Sperrichtung einen wesentlich höheren, wenigstens achtmal höheren Wert hat als einer der in Reihe liegenden Widerstände, während dagegen die gemeinsame Anlaßeinridhtung so angeordnet ist, daß wenigstens dann, wenn kein Anruf auf den Leitungen vorliegt, ein Weg zur Batterie über die Anlaßeinridhtung vorgesehen ist, wobei die Anlaßeinridhtung einen Widerstandswert darstellt, der zweckmäßig wenigstens dieselbe Größenordnung hat wie der Widerstand eines einzelnen Gleichridhters in Sperrichtung. Anordnungen, in denen die Anruf- und Trennrelais durch Widerstandsspulen ersetzt sind, sind an sich bekannt (s. holländisches Patent 30 173).
Gemäß einem weiteren Merkmal der Erfindung ist der Gleichrichter je Leitung so bemessen, daß der Gesamtwiderstand aller jeweils mit einem dritten Widerstand je Leitung in Reihe mit dem gemeinsamen Punkt verbundenen Gleichrichter in Sperrichtung einen wesentlich höheren, wenigstens achtmal höheren Wert hat als einer der in Reihe liegenden Widerstände, während dagegen die gemeinsame Anlaßeinridhtung so angeordnet ist, daß wenigstens dann, wenn kein Anruf auf den Leitungen vorliegt, ein Weg zur Batterie über die Anlaßeinridhtung vorgesehen ist, wobei die Anlaßeinridhtung einen Widerstandswert darstellt, der zweckmäßig wenigstens dieselbe Größenordnung hat wie der Widerstand eines einzelnen Gleichridhters in Sperrichtung. Anordnungen, in denen die Anruf- und Trennrelais durch Widerstandsspulen ersetzt sind, sind an sich bekannt (s. holländisches Patent 30 173).
Die bekannten Anordnungen haben jedoch zwei erhebliche Nachteile. Erstens können in Fernspredhwählanlagen
durch das Vorhandensein einer Batteriespei sungsbrücke in den Teilnehmer leitungsstromkreisen
insofern Schwierigkeiten auftreten-, als es oft erforderlich ist, die Speisebrücke bei besonderen
Arten von Anrufen oder aus anderen Gründen abzuschalten oder auch umzupolen. Ferner
ist es wirtschaftlich kostspielig, jede Leitung mit einer Speisebrücke von hohem Scheinwiderstand
auszurüsten; wirtschaftlicher ist es daher, die Batteriespeisung von einem gemeinsamen Schtiur-
und Zwischenstromkreis vornehmen zu lassen und den Widerstand an jeder Teilnehmerader als Ohmschen
Widerstand von so hohem Wert, beispielsweise von 10 000 bis 20 000 Ohm jeweils, auszubilden,
daß er praktisch die Stromverhältnisse in den Teilnehmerleitungsetromkreisen nicht beeinflußt,
sobald eine Speisebrücke angeschaltet wird. Zweitens muß man dem Anlaßrelais einen solchen
Widerstand geben, daß dessen Wert gegenüber dem an der Teilnehmerleitung liegenden dritten Widerstand,
über den das Anlaßrelais ansprechen soll, klein ist; diese Forderung madht es notwendig,
dieses Relais sehr empfindlich zu machen, so daß es bei der Einleitung eines Anrufs auf die sehr kleine
Änderung in der Spannung in dem gemeinsamen Punkt anspricht. Diese Verhältnisse würden sich
noch ungünstiger gestalten, wenn die bei den anderen Widerständen tier Teilnehmeradern als hocho'hmige
Widerstände ausgebildet werden, was wiederum ein entsprechendes Anwachsen des dritten
Widerstandes ergeben würde. Außerdem sind diese Verhältnisse nicht in Übereinstimmung zu bringen
mit einer anderen Forderung, die man an die Anlaßeinrichtung zu stellen hätte, nämlich daß sie auf
geringe Ableitungsströme einer oder mehrerer Teilnehmerleitungen nicht ansprechen darf.
Anordnungen mit Widerständen und· einem Gleichrichter je Teilnehmerleitung sind an sich bekannt
(s. deutsche Patente 696279 und 715526)
und werden für andere Zwecke benutzt, als es für die vorliegende Erfindung geschieht; denn in den
bekannten Anordnungen wird die anrufende Teilnehmerleitung nicht über eine Prüfader je Leitung,
sondern mittels eines Überwachungsrelais unmittelbar über die Sprechadern geprüft. Infolgedessen ist
es bei den bekannten Anordnungen nicht notwendig, bei der Auswahl der Werte für die linearen
und nichtlinearen Widerstände auf die Erfordernisse der vorliegenden Erfindung Rücksicht zu
nehmen, nämlich für die Ansprechempfindlichkeit eines gemeinsamen Anlaßstromkreises und für die
Erlangung günstiger Prüfbedingungen bei der Freiwahl der Anrufsucher nach der anrufenden Leitung
gute und zuverlässige Grenzen zu schaffen.
Um den Einfluß der Ableitungsiströme auf die Arbeitsweise der Anlaßeinrichtung so klein wie
möglich zu machen, werden die Widerstände grundsätzlich so angeordnet, wie es in dem Schaltplan
gezeigt ist, von dienen die Fig. 1 einen Teilnehmerleitungsstromkreis
mit vier induktionsfreien Widerständen und Fig. 2 eine bevorzugte Anordnung darstellt,
in der einer dieser vier Widerstände zu einer nichtlinearen Type gehört.
Gemäß Fig. 1 enthält die Anordnung einen vierten Widerstand 4 je Leitung zusätzlich zu den drei
Widerständen 1, 2 und 3 der bekannten Anordnung (holländisches Patent 30173). Jedoch haben die
Widerstände 1 und 2 einen hohen Wert, der in der Zeichnung mit 10 000 angegeben ist, aber zweckmäßiger
noch höher gewählt wird. Der Wert des n0 Widerstandes 4 ist gleich der Summe der Werte der
Widerstände 1 und 2, um die größtmögliche Spannungsänderung an dem mit der Prüfader der Leitung
verbundenen Punkt t zu erhalten, wenn die Leitungssdhleife zwischen den a- und fr-Adern über
einen veränderlichen Widerstand geschlossen wird. Läßt man für einen Augenblick die Verbindung
über den Widerstand 3 zu dem Punkt p unberücksichtigt, so ändert sich die Spannung an dem
Punkt t, wenn die Schleife kurzgeschlossen oder iao über einen geringen, fast dem Nullwert entsprechenden
Widerstand geschlossen wird, von dem vollen Wert der negativen Batteriespannung E auf
die Hälfte oder fast die Hälfte dieser Spannung; schließt man die Schleife über einen Ableitwiderstand
von z. B. 100 000 Ohm, so ändert sich die
Spannung· bei dem in dem Schaltplan gezeigten Widerstandswert auf 1V? der vollen Batteriespannung
/:.
Nimmt man an, daß mehrere Leitungen mit Ableitwiderständen von iooooo Ohm vorhanden sind,
so hat die Spannung aller dieser Leitungen an ihren Punkten t den Wert % E. Unter diesen Umständen
ist es einleuchtend, daß, unabhängig von der Anzahl von Leitungen, welche einen Ableitwiderstand von
ίο iooooo Ohm haben, die Spannung an dem gemeinsamen
Punkt ρ niemals einen Wert unter βΛ Ε erreichen
kann. Zur Verminderung der Spannungsschwankung an dem Punkt p trifft man zweckmäßig
hei einer veränderlichen Anzahl von mit Ableitung !«hafteten Leitungen die Anordnung so, daß bereits
für eine einzelne solche Leitung die Spannung an dem Punkt p auf V? E geändert wird.
Um sich diesen Verhältnissen anzunähern und im Punkt p eine Spannung zu erlangen, welche der
ao vorherrschenden Spannung im Punkt t möglichst
nahekommt, muß zuerst die Forderung gestellt werden, daß der Wert X des Widerstandes 3 so gewählt
wird, daß sein Wert sehr niedrig ist gegenüber dem Wert des Widerstandes, über den die
Batterie mit dem gemeinsamen Punkt ρ verbunden ist, d. h. über die Anlaßeinrichtung S.
Zweitens muß gefordert werden, daß, um den Strom, der durch die Anzahl der Leitungen, an
denen die Spannung im Punkt t sich geändert hat, beeinflußt wird und über die Anlaßeinrichtung 5"
fließt, möglichst klein zu halten, die Anordnung so getroffen wird, daß der Wert des Widerstandes,
ül>er den die Batterie mit dem gemeinsamen Punkt/»
verbunden ist, groß gewählt wird gegenüber dem Wert des Widerstandes 4.
Die erste Forderung ist von der bekannten Anordnung (holländisches Patent 30 173) insofern
nicht erfüllt, als in dieser Anordnung der Wert des Widerstandes des Anlaßrelais klein ist gegenüber
dem Wert des Widerstandes 3, um zu verhindern, daß eine große Spannungsänderung an dem gemeinsamen
Punkt hervorgerufen wird; diese Spannungsänderung würde sich dann über die Widerstände 3
aller Leitungen an allen Prüfadern bemerkbar machen. Ist jedoch der Widerstand 4 in jeder Leitung
vorhanden, wie es in der Fig. 1 gezeigt ist, so kann man einer solchen Spannungsänderung aller
Prüfadern dadurch wirksam begegnen, daß man den Wert X des Widerstandes 3 gegenüber dem Wert des
Widerstandes 4 groß wählt (dritte Forderung). Wenn man beispielsweise den Wert X zu 100 000 Ohm
annimmt, so würde eine durch den Anruf einer oder mehrerer Leitungen hervorgerufene Spannung
von 0,5 E des Punktes p an den anderen Prüfadern eine Spannung von
E —
20000
20 000 + 100 000
20 000 + 100 000
o,5 £ =
j = 0,9165
ergeben.
Bei der weiteren Betrachtung dieses Problems erkennt man jedoch, daß, wenn man für X einen
Wert von 100 000 Ohm annimmt, die erste Forderung nicht erfüllt werden kann, derzufolge der Wert
des Widerstandes 3 sehr klein gegenüber dem Widerstand sein muß, über den die Batterie mit
dem gemeinsamen Punkt p verbunden ist. Dies hat darin seinen Grund, daß die Batterie für den
Punkt p nicht nur über das Anlaßrelais S, sondern auch über die Widerstände 3 und 4 in Reihe mit
jeder Leitung verbunden ist. Die Summe dieser Widerstände für eine Leitung mit den angenommenen
Werten beträgt nur i,25mal soviel wie der Widerstand 3 allein, während dagegen der Gesamtwert
dieser Widerstände bei η parallelen Leitungen nur 1,25/« Widerstand 3 beträgt, so daß zur Erfüllung
der ersten Forderung das Verhältnis zwischen der Summe der Widerstände 3 und 4 einerseits und
des Widerstandes 3 allein andererseits groß sein muß.
Mit anderen Worten: Der Wert X des Wider-Standes 3 muß klein gemacht werden gegenüber dem
Wert des Widerstandes 4 (vierte Forderung).
Wie man erkennt, stehen die dritte und vierte Forderung miteinander in Widerspruch, während
die erste und vierte Forderung zur Folge haben, daß bei einem Anruf Strom vom Punkt t nach dem
gemeinsamen Punkt/» fließt; deshalb ist es erforderlich, die Spannung am Punkt/» der Spannung
am Punkt t möglichst anzugleichen. Andererseits haben die zweite und dritte Forderung die Folge,
daß Ströme vom Punkt p zu den Punkten t aller Leitungen fließen, auf denen kein Anruf vorliegt;
insbesondere führt die dritte Forderung zu einem möglichst großen Spannungsunterschied zwischen
dem Punkt p und den Punkten t.
Erfmdungsgemäß können die dritte und vierte Forderung erfüllt werden, wenn man für den Widerstand
3 einen nichtlinearen Widerstand oder ein Gleichrichterelement vorsieht, der so in der Anordnung
liegt, daß bei Vorliegen eines Anrufs auf der entsprechenden Leitung in der Durchlaßrichtung
der Widerstand sehr gering, in der Sperrichtung dagegen sehr hoch ist.
Berechnet man den Wert des Widerstandes des Gleiclarichters in der Sperrichtung entsprechend der
zweiten Forderung, so kommt man, wenn man folgende Voraussetzungen macht, zu nachstehendem
Ergebnis:
a) Es sollen etwa 50 Leitungen an einen gemeinsamen Punkt P angeschlossen wenden;
b) der Gesamtwert aller dieser 50 parallel geschalteten Leitungen individuell zugeteilten Widerstände
3 und 4 ist für den Stromweg zur Batterie maßgebend; dieser Gesamtwert soll zehnmal so
hoch sein wie der Wert eines einzelnen Wieder-Standes 4.
c) Der Widerstandswert der Anlaßeinrichtung S, über welche die Batterie mit dem gemeinsamen
Punkt p verbunden ist, soll groß sein.
d) Der Wert des Widerstandes 4 sei 20000 Ohm. Unter diesen Voraussetzungen berechnet sich der
Wert des Widerstandes des Gleichrichters in Sperrriehtung
zu:
50 : 10 · 20 000 Ohm = 10 Megohm. Es sei bemerkt, daß dieser außerordentlich hohe
Widerstandswert von den in den selbsttätigen Fern-
J = 204000 Ohm.
meldeanlagen für gewöhnlich benutzten Gleichrichtern nicht erreicht wird, es sei denn, daß eine
sehr große Anzahl von Gleichrichterelementen in Reihenschaltung benutzt wird. Jedoch können be-5
liebige Gleichridhterelemente, welche angenähert diesen höhen Widerstandewert haben, dadurch hergestellt
werden, daß man Elemente in Reihe mit aktiver Oberfläche von ι qmm Inhalt der bekannten
Selengleichrichtertype zur Anwendung bringt. Derartige Elemente haben in der Durchlaßrichtung
einen Widerstand von 5000 bis 10 000 Ohm, ein Wert, der für den vorliegenden Fall zulässig ist,
wie nunmehr näher erläutert werden soll.
Legt man diese Werte zugrunde, so erkennt man, daß die erste Forderung erfüllt ist, da das Verhältnis
zwischen dem Wert α des Widerstandes 3 in der Durchlaßrichtung einerseits und der Summe b aller
Widerstände 3 und 4 in der Sperrichtung andererseits sich wie folgt errechnet:
a) beispielsweise 50000hm,
/10 000 000 + 20000
Folglich ist das Verhältnis a :b = 1 : 40,8. Ferner ist die zweite Forderung erfüllt:
Widerstand 4 = 20 000 Ohm,
Wert b wie vorher = 204 000 Ohm,
das Verhältnis ist = 1 : 10,2.
Die dritte Forderung wird auch erfüllt, weil
der Wert des Widerstandes 3
in Sperrichtung = 10 000 000 Ohm,
Wert des Widerstandes 4 = 20 000 Ohm,
das Verhältnis ·.. . = 500 : 1.
Und schließlich wird auch die vierte Forderung befriedigt, weil
der Wert des Widerstandes 3
in der Durchlaßrichtung = 5 000 Ohm,
der Wert des Widerstandes 4 = 20 000 Ohm,
das Verhältnis = 1:4.
Die Fig. 2 zeigt den Schaltplan eines Teilnehmerleitungs- und Anlaßstromkreises gemäß den vorher
entwickelten Grundsätzen. Es sind nur die zum Verständnis erforderlichen Teile eines Anrufsuchers
LF und eines Zwischenkreises dargestellt, um zu zeigen, in welcher Weise die anrufende
Leitung geprüft und als l>es€tzt gekennzeichnet wird und wie die anrufende Leitung über das Ül>erwachuiiigsrelais
Svr gespeist wird.
50 Leitungen liegen an der Anrufsucherankißeinrichtung
mit einem statischen Schalter, d. h. einer mit Hilfe einer Gleichspannung die Übertragung
von Wechselstrom sperrenden oder freigebenden j Einrichtung, und einer Gasentladungsröhre T 1, die 1
ein Anlaßrelais Sr steuert. Die Art und Weise, in welcher die Entladungsröhre durch eine Spannungs- i
änderung am gemeinsamen Punkt p zum An- j
sprechen gebracht wird, ist an sich bekannt. Der Spannungsteiler P 1 wird so eingestellt, daß in dem 1
Zustand, wenn kein Anruf vorliegt, die Spannung an dem Mittelpunkt der Primärwicklung des Trans-
: formators Tr 2 positiv ist gegenüber der Spannung,
j welche für gewöhnlich am Mittelpunkt der Sekundärwicklung des Transformators Tr 1 liegt und
über die Widerstände c und die Gleichrichter Re 1 aller parallel geschalteten Leitungsstromkreise gegeben
wird. Unter diesen Umständen kann kein Wechselstrom über die Gleichrichter Re 2 und Re 3
I fließen und den Transformator Tr 2 erreichen, so ', daß die Entladungsröhre ungezündet bleibt. Bei der
; Einleitung eines Anrufs wird die Schleife zwischen den α- und fr-Adern über einen Widerstand vom
Wert Null oder höchstens 1000 Ohm geschlossen. so daß die Spannung am Punkt t der Leitung sich
hinsichtlich ihres Wertes zwischen 0,5 und 0,508 E ändert; hierbei ist E die Batteriespannung. Diese
Spannung wird nun über den Gleichrichter Re 1 an den gemeinsamen Punkt p und dadurch auch an den
Mittelpunkt der Sekundärwicklung des Transformators Tr ι gegeben, deren Spannung nunmehr
positiv wird gegenüber der von P 1 herrührenden Spannung. Die Folge davon ist, daß die Gleichj
richter Re 1 und Re 3 Strom hindurchlassen und die
Röhre T 1 zündet und dadurch das Relais Sr zum
Ansprechen bringt. Dies hat weiter zur Folge, daß ein freier Anrufsucher LE nach der anrufenden
Leitung in einer in der Zeichnung nicht näher dargestellten Weise sucht. Mit dem Prüfarm LF-c
j dieses Anrufsuchers ist eine Prüfeinrichtung verbunden, welche einen statischen Schalter und eine
Gasentladungsröhre T 2 enthält, die in ähnliche r Weise wie T 1 zum Ansprechen gebracht wird.
Die Röhre T 2 steuert ein Prüfrelais TR, welches in einem mit hoher Spannung versehenen Stromkreis
liegt und dadurch sehr schnell zum Ansprechen kommt, wenn der Anrufsucher auf die anrufende
Leitung auftrifft. Dies hat zur Folge, daß der Anrufsucher auf dem Kontakt der anrufenden
Leitung stillgesetzt wird und die volle Batteriespannung an den Prüfarm mittels des Kontakts A
anschaltet, welcher bei seinem Umschalten die Prüfeinrichtung abtrennt. Durch Anlegen von
Gleiclistromspannung an den Prüf arm, wie es an
sich bekannt ist, spricht die Prüfeinrichtung auf den vorliegenden Anruf nicht mehr an, weil der Punkt i
dieser Leitung nunmehr auf das volle Potential E gebracht ist. Infolgedessen wird der Punkt p gegenül
>er der vom Spannungsteiler P 1 herrührenden Spannung negativ, so daß die Röhre T 1 erlischt,
weil durch das Zusammenwirken dieser negativen Spannung mit der im Anodenkreis liegenden
Wechselspannung von 50 Hz kein Anodenstrom mehr fließt.
Wenn man nunmehr den Einfluß der mit Ableitung behafteten Leitungen auf die am gemeinsamen
Punkt p der in Fig. 2 gezeigten Anordnung vorherrschende Spannung betrachtet, ergibt eine
einfache Rechnung das für eine veränderliche Anzahl derartiger Leitungen, die beispielsweise je
Schleife eine Ableitung von 100 000 Ohm zwischen den α- und &-Adern oder, was dasselbe ist, eine Ableitung
an Erde über 115 000 Ohm an der 6-Ader
haben, die Spannung an dem Punkt p bei einer Batteriespannung E folgenden Wert annimmt:
Anzahl der mit Ableitung
behafteten Leitungen
behafteten Leitungen
Spa nnung
im Punkt p
im Punkt p
| I | 0,837 E |
| 2 | 0,8255 E |
| 3 | 0,821 E |
| 4 | 0,816 E |
| 5 | 0,817 E |
| IO | 0,815 E |
| 5" | 0,814 E |
In diesem Zusammenhang sei erwähnt, daß der
Widerstand der Gleichrichter Re 2 und Re 3 unter den oben angegebenen Bedingungen außerordentlieh
hoch ist und mehrere Megohm beträgt, so daß der Widerstand der Anlaßeinrichtung vernachlässigt
werden kann. Die ausgerechneten Werte zeigen, daß die Spannung am Punkt p praktisch unabhängig
ist von der Anzahl der mit Ableitung behafteten Leitungen, so daß man sagen kann, daß
der gemeinsame Punkt/? den Wert der Spannung des Punktes t annimmt, an welchem die niedrigste
Spannung dann vorhanden ist, wenn auf der zugeordneten Leitung ein Anruf vorliegt.
Man erkennt ferner, daß außerordentlich günstige Spannungsgrenzen erlangt werden, innerhalb deren
die Anlaßeinrichtung in Wirksamkeit tritt, sobald durdh einen gewöhnlichen Anruf die Spannung am
Punkt p einen Wert zwischen 0,5 und 0,508 annimmt, während andererseits die Möglichkeit besteht,
mit Hilfe des Spannungsteilers P 1 die Spannung an dem Punkt, durch den die Anlaßeinrichtung
zur Wirksamkeit gebracht werden muß, beliebig einzuregeln. Der Spannungsteiler/5 1 kann
beispielsweise so eingestellt werden, daß er eine Spannung von 0,55 E an den obengenannten Punkt
liefert. In diesem Fall würde, wenn der Schleifenschluß ül>er einen Widerstand von annähernd
7500 Ohm erfolgte, an den Mittelpunkt der Transformatoren Tr 1 und Tr j gleidhe Spannungen hervorrufen, so daß man sagen kann, daß ein Schleifenschluß,
der über diesen oder einen noch höheren Widerstandswert erfolgt, nicht in der Lage ist.
falsche Anrufe einzuleiten.
X och bessere Grenzen erhält man durch die Schaltungsanordnung, welche für die Prüfeinrichtung
vorgesehen ist. A'aturgemäß hat die Spannung an dem Punkt t einer anrufenden Leitung einen
Wert zwischen 0.5 und 0,508 E. Auf eine solche
Spannung prüft der den Anruf feststellende Anrufsucher.
Bei Vorliegen eines Anrufs wird die Spannung aller nicht anrufenden Leitungen nur sehr wenig
beeinflußt, weil diese Leitungen mit dem gemeinsamen Punkt p verbunden sind, dessen Spannung in
gleicher Weise einen Wert von annähernd 0,5 E hat. Dies hat seinen Grund in dem hohen Widerstandswert
der Gleichrichter in Sperrichtung und in dem niedrigen Wert des Widerstandes c. Man
kann leicht ausrechnen, daß, wenn die Spannung des Punktes ρ bei Vorliegen eines gewöhnlichen Anrufs
auf einer oder mehreren Leitungen den geringstmöglichen Wert von 0,5 E annimmt, die
Spannung am Punkt t der übrigen freien Leitungen auf den Wert von 0,9985 £ absinkt; dieser Wert
verringert sich noch um. ein geringes bis auf 0,998 E, wenn ein volles Erdpotential an der fr-Ader
oder mehreren Leitungen liegt. Es ist deshalb möglich, den Spannungsteiler P 2 auf eine solche
Spannung einzustellen, welche beträchtlich höher ist als die von dem Spannungsteiler P 1 herrührende
Spannung, so daß die Prüfeinrichtung empfindlicher und sicherer arbeitet beim Ausprüfen einer
Leitung, welche mit einer hohen Ableitung behaftet ist und dadurch die Anlaßeinrichtung zum Ansprechen
bringen würde, was wiederum zur Folge hätte, daß die Anrufsucher in diesem Fall dauernd
rotieren.
Claims (2)
- Patentansprüche:i. Schaltungsanordnung für selbsttätige Fernmeldeanlagen, in deren Teilnehmerleitungs-Stromkreisen die Ajiruf- und Trennrelais durch Widerstände derart ersetzt sind, daß der eine Widerstand an der einen Sprechader unmittelbar mit dem einen, z. B. geerdeten Pol einer Batterie und der andere Widerstand an der anderen Sprechader mit der Prüfader der Teilnehmerleitung verbunden ist, und in denen eine Anlaßeinrichtung für die einer Mehrzahl von Teilnehmerleitungen gemeinsam zugeordneten Anrufsucher vorgesehen ist, dadurch gekennzeichnet, daß jede einzelne Prüfader sowohl über einen dritten Widerstand (c, Fig. 2) mit dem anderen Batteriepol als auch über einen nichtlinearen Widerstand (Trockengleichrichter Re i, Fig. 2) mit einem mehreren Prüf ädern gemeinsamen Punkt (Sammelpunkt p, Fig. 2) verbunden ist, an welchem die Anlaßeinrichtung (Tr 1, Tr2, Ti, Sr; Fig.2) derart angeschlossen ist, daß sie auf eine durch die Einleitung eines Anrufs auf einer von diesen mehreren Leitungen hervorgerufene Spanniungsänderung an diesem Sammelpunkt anspricht und ferner, daß die Werte dieser linearen (c, Fig. 2) und nichtlinearen Widerstände (Re 1, Fig. 2) so bestimmt sind, daß die Spannungsänderung an diesem Sammelpunkt möglichst gleich der Spannungsänderung an der durch das Vorliegen eines Anrufs gekennzeichneten Prüfader ist, während dagegen die Spannung der Prüfadern aller anderen freien Leitungen praktisch ungeändert bleibt.
- 2. Schaltungsanordnung naöh Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der für jede Leitung vorgesehene nichtliueare Widerstand (Re 1, Fig. 2) so bemessen ist, daß der Gesamtwert, der aus allen mit dem Sammelpunkt (p, Fig. 2) verbundenen und jeweils in Reihe mit dem dritten Widerstand (c, Fig. 2) liegenden nichtlinearen Widerstände (Re 1, Fig. 2) gebildet wird, in der Sperrichtung der nichtlinearen Widerstände einen wesentlich größeren, z. B. achtmal sogroßen Wert darstellt als der Wert eines der dritten Widerstände (c, Fig. 2) und daß die gemeinsame Anlaßeinrichtung so angeordnet ist, daß im Stromweg über die Anlaßeinrichtung im Ruhezustand, d. h. bei Nicht vor liegen eines Anrufs, ein Widerstand (Re 2 bzw. Re 3, Fig. 2) von solchem Wert liegt, der wenigstens dieselbe oder fast dieselbe Größenordnung hat wie der Wert des nichtlinearen Widerstandes (Re 1, Fig. 2) in Sperrichtung.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen© 5513 11.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| NL641819X | 1943-05-31 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE857076C true DE857076C (de) | 1952-11-27 |
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ID=19791792
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DEB10785A Expired DE857076C (de) | 1943-05-31 | 1950-10-01 | Schaltungsanordnung fuer selbsttaetige Fernmeldeanlagen, in deren Teilnehmerleitungsstromkreisen die Anruf- und Trennrelais durch Widerstaende ersetzt sind |
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|---|---|
| DE (1) | DE857076C (de) |
-
1950
- 1950-10-01 DE DEB10785A patent/DE857076C/de not_active Expired
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